Beiträge von Javik

    Argos ist ja verfressen wie nochwas. Und absolut schamlos noch dazu (man könnte fast meinen irgendwer hätte da gewisse Teile der Erziehung vernachlässigt :pfeif:)

    Was bisher aber immer absolut selbstverständlich tabu war, war die Küchenanrichte. Da stand alles absolut sicher offen rum, selbst wenn die Hunde alleine daheim waren. Er hat nie auch nur versucht dran zu gehen oder so.

    Bis heute....

    Und ich habe es gesehen. Eigentlich also perfekt um das Ganze im Keim mit einem ordentlichen Anschiss zu ersticken. Ich konnte aber nicht, weil ich (mal wieder) zu sehr mit Lachen beschäftigt war.

    Das Kalb hat sich nämlich nicht auf die Hinterbeine gestellt und den Teller einfach leer gefressen. Er hat ihn auch nicht runtergeschmissen und sich dann zwischen den Scherben das Essen rausgepuhlt oder sowas in der Art. Der hat ganz still und ordentlich den Teller genommen, auf den Boden gestellt und dann dort gefressen. :shocked:

    Aber es gibt von Seiten der Hunde keine Bindung an ihr Revier oder Respekt für die Reviergrenzen (die sie meist gar nicht erkennen können)

    Eben das meinte ich.

    Weil ich so oft lese die Hunde jagen ja nur in ihrem Revier bzw. Der Jäger jagt natprlich nur in seinem Revier, aber die Hunde haben ja nen ganz anderen radius. Da frag ich mich immer, wie man das denn kontrollieren kann (also gerade in der Ausbildung?)

    Naja, kommt halt auf die Reviergröße und den Radius des Hundes an. Meist holt man sich ja doch einen zum Revier passenden Hund. Also wenn man den Hund nicht gerade an der Reviergrenze schnallt, ist das eigentlich nur ein Problem, wenn man ein sehr kleines Revier hat, aber einen sehr weiträumigen Stöberer dazu.

    Aber soo viele Rassen gibt es gar nicht die wirklich weit gehen und die sind auch nicht die weit verbreiteten Rassen.

    Aber kontrolliert wird da nichts. Also wenn der Nachbar regelmäßig den Hund bei sich wildern sieht, dann wird wohl früher oder später mal ein mehr oder weniger netter Anruf kommen.

    Generell ist das weitgehend eine Sache zwischen HF und Nachbarpächter, nichts offizielles was irgendwer kontrolliert. Ich kenne es hier so, dass man anruft, bescheid gibt, sich entschuldigt und dann sagt der andere "ja, passt schon", falls der Hund irgendwo erfolgreich gewildert hat.
    Also, ich habe schon von wirklich bösen Nachbarschaftsstreits gehört, aber persönlich kenne ich nur einen sehr netten, nachbarschaftlichen Umgang. Und Jäger haben, auf ihre eigene pragmatische Art, oft viel Verständnis für Jagdhunde und deren Eigenheiten.

    Ich Grätsche hier mal mit einer vermutlich sehr dummen Frage rein, aber ich habe mich das schon öfter gefragt. Es wurde schon öfter mal erwähnt, dass die Hunde natprlixh an ihr Revier "gebunden" sind, wo sie dann jagen dürfen.

    Aber gehen die Reviere nicht übergangslos ineinander über? Oder wie ist das? Das wissen ja die Hunde nicht, die sich evtl sehr weit lösen (müssen)?

    Ich bin mir gerade unsicher ob ich dich richtig verstanden habe. Aber es gibt von Seiten der Hunde keine Bindung an ihr Revier oder Respekt für die Reviergrenzen (die sie meist gar nicht erkennen können). Erfahrene Hunde bleiben aber bei den großen Jagden meist "im Treiben", also entfernen sich nicht zu weit vom Troubel, weil sie dort eben Jagderfolg durch die Schützen bekommen.

    Aber ja, gerade die weitjagenden Hunde überjagen da auch teilweise in fremde Reviere. Das löst man sehr einfach indem man den Nachbarn anruft und ihm Bescheid gibt, dass man an dem und dem Tag eine Jagd veranstaltet und es entsprechend sein kann, dass da ein Hund vorbei kommt. Am Besten lädt man ihn noch mit ein. Alternativ ist es auch sonst teilweise so, dass sich die Jäger in den Nachbarrevieren an dem Tag raus setzen, weil eventuell das Wild aus dem Treiben zu ihnen wechselt und sie mit "absnacken" können.

    Das ist keinesfalls provokant gemeint, nur reine Neugier: Wenn das Tierschutzgesetz konsequent auf die Ausbildung von Jagdhunden angewendet würde, was würde das für euch hier anwesende Jäger bedeuten? Ausbildung im Ausland? Nicht erwischen lassen? Down und Apport nicht mehr absichern? Oder keinen weiteren Jagdhund mehr ausbilden, was für die waidgerechte Jagd auch keine Lösung sein kann.

    Gute Frage, die auch stark diskutiert wird.

    Für mich persönlich, in meiner derzeitigen Situation, würde es glücklicherweise nicht sonderlich viel bedeuten. Für mich hätte es privat tatsächlich stärkere Auswirkungen als jagdlich. Ich müsste mehr an der Leine gehen oder der Hund würde halt hin und wieder wildern gehen oder "mein" Revier ungewollt beim Gassi umdrehen, aber das wars so ziemlich.

    Für andere, mit anderen Voraussetzungen, würde es jedoch wirklich zu massiven Konsequenzen führen. Im Endeffekt die Wahl zwischen die Jagd aufgeben (weil nicht jagen keine Option ist, man muss ja dann als Pächter die finanziellen Konsequenzen tragen) oder mit schlechten Hunden jagen und damit leben, dass mehr Hunde Verkehrsunfälle provozieren, dabei sterben, Menschenleben gefährden und man viele leidende Tiere sehen würde denen man nicht helfen kann oder gutes Fleisch irgendwo ungefunden verdirbt und das Tier unnötig gestorben ist. Also entweder keine Jagd oder dickes Fell...
    Ganz langfristig könnte ich mir auch vorstellen, dass man, zumindest was den Apport angeht, wieder zu den Spezialisten geht, um zumindest die Erfolgschancen zu maximieren. (A propos, wie sieht es da eigentlich aus? Kann man von Retrievern einen verlässlichen jagdlichen Apport bekommen ohne gegen das TierSchG zu verstoßen? Also generell, nicht nur von einzelnen Individuen. AnjaNeleTeam oder wer da noch Erfahrungen hat)
    Aber gegen das Down kann man eigentlich nichts machen. Wenn man den Hund nicht stoppen kann, kann man ihn nicht stoppen. :ka: Und an der Leine jagen geht meistens nunmal nicht.

    Praktisch wird es mMn darauf hinauslaufen, dass man einfach noch heimlicher wird. Was ja eigentlich das Gegenteil ist von dem was gut und sinnvoll wäre. Zum einen öffnet das Tür und Tor für Schlimmeres, wenn man sich eh schon versteckt, und zum anderen ist die Folge von Druck auf den Menschen ja meist, dass der Druck aufs Tier weitergegeben wird. Sprich, es wird wohl wahrscheinlich noch härter durchgegriffen, damit man schneller und mit weniger Übung (bei der man erwischt werden könnte) ans Ziel kommt.
    Und es gäbe wahrscheinlich mehr "Ausschuss", also Hunde die wegen mangelnder jagdlicher Eignung abgegeben werden.
    Und ich fürchte, dass es praktisch auch darauf hinauslaufen wird, dass man auch kälter den Wildtieren gegenüber wird und deren Leid noch mehr Leuten einfach egal sein wird oder mit einem Schulterzucken abgetan wird.

    Wobei man ja auch sagen muss, dass Zwang eben nicht immer gleich Gewalt ist. Zwangsapport kann ja auch nur sein, dass man dem Hund was ins Maul steckt und den Fang zu hält und ihn eben so zwingt das Apportel immer zu nehmen und zu halten. Das ist nicht gegen das TierSchG oder die neue HundeVO. Klar, es gäbe da sicher mehr Hunde bei denen das nicht reicht (der Ausschuss), aber es ist nicht so, als ginge der verlässliche Apport nur mit den wirklich fiesen Methoden. Es geht halt einfach nur nicht mit jedem Hund.
    Sehr langfristig könnte es also auch zu Änderungen in dne Zuchtzielen führen, aber ganz ehrlich, das sehe ich nur sehr bedingt. Manche versuchen es jetzt schon, aber die hartgesottenen werden nur wegen dem TierSchG wohl eher nicht die Meinung ändern.

    …und eine ganz andere Frage: ich habe neulich erfahren, dass ein Bekannter (Landwirt und Jäger) für sein Revier gar keinen Nachsuche-Hund „zur Verfügung“ hat. Das hat mich dann doch etwas geschockt, denn z.B. verletztes Wild nach Wildunfällen kann er so schlicht nicht finden, wenn es dann eben nicht am Straßenrand liegenbleibt. Dass er keinen eigenen Hund hat, war mir klar, dazu wäre er auch gar nicht der Typ, aber ich dachte bisher immer, dass jeder Jäger mit eigenem Revier dann irgendwo einen Hundeführer mit passendem Hund in der Hinterhand hat, den er dann herbeirufen kann. Hatte ich da naive Vorstellungen, oder ist das wirklich ungewöhnlich, dass einem Revierinhaber so gar kein Hund zur Verfügung steht?

    Also meines Wissens muss (hierzulande) einem Pächter ein brauchbarer Hund zur Verfügung stehen. Was mich allerdings wundern würde, wenn er wirklich gar keinen Hund zur Verfügung hätte. Ich meine selbst in Gegenden in denen die offiziellen Nachsuchegespanne eher rar sind, und wenn dem nächstgelegenen Nachsucheführer eventuell unerwartet der Hund jung gestorben ist und er den Neuen erst ausbilden muss usw, hat man doch eigentlich nur längere Anfahren für das nächste offizielle Nachsuchengespann.
    Kannst ja mal googlen, die Kontaktdaten der Nachsuchegespanne kann man eigentlich auch im Internet finden. Da könntest du mal schauen wo das nächste offizielle Gespann ist.
    Und wenn es "nur" um einen brauchbaren Hund auf Schweiß geht müsste er ja eigentlich im Verein oder bei den Nachbarn einen haben. Ich meine ob und wie gut dieser Hund (und sein HF) dann ist, ist eine andere Frage, aber es wäre immmerhin mehr als nichts. Kann es sein, dass er sich irgendwie mal unbeliebt gemacht hat und ihm deswegen niemand hilft?

    Javik auf dieser Ebene diskutiere ich leider nicht.

    Die praktische Ebene?

    Oder die wo nochmal nach deinen Kompetenzen zu dem Thema gefragt wird? Ich meine, du sagst uns hier allen im Endeffekt, dass wir weniger Ahnung haben als du.

    Du gibst hier schon wieder nur 0815-Lerntheorie von dir. Null jagdlicher Praxisbezug.

    Du erzählst hier nichts Neues, das Prinzip ist bekannt und wird genutzt. Es funktioniert nur in dem Kontext nicht.

    1. Es gibt nichts höherwertiges als Jagderfolg. Sowas kann man anderen Rassen erzählen oder einem nicht-angefixten Hund, aber nicht einem JGH im aktiven Jagdgebrauch.

    2. Wir sind hier nicht im AJT Thread. Hier geht es nicht um Pillepalle wie Impulskontrolle, egal in welchen Reizlagen, und Co. Ruhe und einen klaren Kopf am Wild erwarte ich bei meinem Hund fertig vorinstalliert.

    3. Tierschutz gilt auch für Wildtiere.

    Aber ich beobachte das ja live am Hygrometer, dass die Luftfeuchtigkeit sinkt während des heizens…? Geht nicht die Luftfeuchtigkeit mit der warmen Luft raus? Wurde mir das nicht hier sogar so erklärt? 😄🙈

    Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchtigkeit, nicht die Absolute.

    Das ist der prozentuale Wert zwischen dem gemessenen Dampfdruck und dem Sättigungsdampfdruck.

    Also vereinfacht gesagt

    relative Luftfeuchtigkeit=Wassermenge in der Luft/maximale Kapazität.

    Steigt die Kapazität, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit.

    ...und einen Hund der dumm genug ist, nicht zu kapieren, dass er besagten Reiz auch ohne das vorige Verhalten haben kann.

    Nein. Der Hund weiss das. Auch das hat nichts mit 'dumm' nichts zu tun, sondern mit einem sauberen und konsequenten Aufbau. Und genau da können wir sehr gerne noch einmal auf die Idee von Zwang zurückkommen: eine Bedingung fürs Gelingen ist tatsächlich die Verinnerlichung der Idee, dass der Hund keine Chance hat, an den Reiz zu kommen, ohne vorher seine Aufgabe zu erledigen.

    Siehst Du, dass das im Prinzip 'einfach' eine Umkehr ist, davon was im traditionellen Aufbau passiert? Also anstatt 'Du hast keine Chance, dem Dir unangenehmen Reiz zu entgehen, wenn Du nicht y tust' ersetzt man dies mit 'wenn Du x tust, kannst Du auch y tun'. Und ja, selbstverständlich handelt es sich dabei ebenso um eine gewisse Art von Zwang. Dieser wird aber eben anders präsentiert.

    Das lässt sich selbstverständlich genauso auf den Down-Pfiff anwenden.

    Nochmal, du musst mir das Prinzip nicht erklären. Ich kenne es, ich arbeite damit wo es sinnvoll ist. Aber das geht beim Down-Pfiff eben nicht.

    Du argumentierst hier rein theoretisch und vor allem, scheint es mir, ideologisch motiviert. Das ist ja ganz nett, aber komplett wertlos, für die praktische Anwendung.

    Du hast meines Wissens, wenn ich dich nicht gerade komplett verwechsle, weder jagdlichen Hintergrund, noch jemals einen Jagdgebrauchshund geführt, erst recht nicht beides zusammen.

    Ich frage mich also wo die Basis deiner Behauptungen ist.

    Also nochmal, den Teil den du praktischerweise einfach ignoriert hast. Wie funktioniert die Umsetzung in der Praxis genau? Erklär mir das mal am Beispiel des Hasen, mindestens so ausführlich wie Wonder2009 es oben stehend tut.


    Und doch, es hat in dem Fall etwas mit dumm zu tun. Wie schon gesagt, der Hund muss teilweise (meist) sofort hinterher, alles andere ist unwaidmännisch oder, für dich übersetzt, tierschutzrelevant.

    Genau diese Verinnerlichung, dass es anders nicht geht, geht also nicht. Nochmal ganz deutlich, der Hund weiß aus dem jagdlichen Alltag heraus, dass es anders geht, sogar mit Mensch zusammen.

    Selbst wenn der Aufbau funktionieren würde, spätestens wenn der Hund dann im Gebrauch steht, würde man sich das Down langsam aber sicher wieder kaputt machen.

    Und das Nächste ist, den Hund bevor er hetzt zu stoppen ist bekanntlich gar nicht sonderlich schwer. Jetzt stopp den Hund mal wenn er bereits eine Weile hetzt, weit von dir entfernt ist, am besten noch, wenn er direkt hinter dem Hasen ist und ihn gleich hat. DAS ist das Problem. Der Hund macht bereits was er will, er weiß, dass stoppen ihn von seiner Beute entfernt. Wieso genau sollte er stoppen? Der Hund müsste strohdorf sein, wenn er denkt das funktioniert.(*)

    Übrigens, ein eingejagter Hund will nicht hirnlos hetzen, er will Beute machen. DAS ist die ultimative Belohnung.

    Und nochmal, Jagdhunde sind nicht dumm. Die haben sowas wie Jagdverstand, oftmals mehr als wir Menschen. Damit arbeitet man auch sehr, sehr viel. Nur über Zusammenarbeit mit dem Menschen macht man erfolgreich Beute, das verstehen die auch. Aber dafür darfst du halt auch keinen Schwachsinn erzählen und musst beweisen, dass dein Weg zur Beute führt. Das tut der Down-Pfiff aber nicht. Dazu ist er nicht da.

    Nochmal ganz deutlich, meinen Hund stoppen, wenn es jagdlich sinnvoll ist oder er seinen Job bereits gemacht hat, kann ich mit einem leisen Flüstern, ohne groß Training. Den Hund stoppen wenn es jagdlich keinen Sinn macht.... ja.... das ist ein Kampf. Ich würde zu gerne sehen, wie du einem solchen Hund erklärst, dass ihn nach einer Hatz kurz hinter dem Hasen stoppen zu seiner Beute verhilft. Wie gesagt, der Hund müsste wirklich strohdoof sein das zu glauben.


    (*) Man macht das übrigens durchaus, beim Vorstehen. Der Hund lernt, anfangs an der Reizangel, später mit lebenden Tieren, dass er Jagderfolg hat, wenn er fest steht und die Beute entkommt, wenn er einspringt. Aber das ist eine komplett andere Situation, bei der ein (zu frühes) Einspringen auch tatsächlich den Jagderfolg schmälert und das kann man tatsächlich dann auch "beweisen". Plus, das lässt sich sehr einfach üben, da es sehr statisch ist.

    Zumindest wenn der Hund gefangene Wachteln und Tauben als Beute akzeptiert. Selbst das wird schon anstrengend, wenn man auf echte Wildtiere angewiesen ist... :roll:

    Das wichtigste am positiven Aufbau ist die planbare kleinschrittige Arbeit. Da ich bei der Jagd im echten Leben trainiere, ist das da nicht umsetzbar. Für den positiven Aufbau braucht’s sehr viele Wiederholungen, bis der Hund nachhaltig lernt.

    Mit richtig eingesetztem Zwang geht das sehr viel schneller. Da der Hund dabei niemals so oft Frust schiebt, ist es auch für den Hund stressfreier, weil er nur ganz ganz wenige Fehlversuche hat.

    Nicht zu vergessen die kleine Unwichtigkeit namens Tierschutzgedanke.

    Ich finde es ja echt witzig wie dem Hund doch bitte exakt Null unangenehme Dinge passieren dürfen, aber es absolut okay wäre, hunderte von Hasen um ihre Leben rennen zu lassen, nur für eine einzige Übung.

    sondern 'einfach' einen Reiz, der stark genug ist, dass der Hund ihn oder ein damit verbundenes Verhalten als belohnend genug ansieht, die ihm vorher gestellte Aufgabe zu erledigen.

    ...und einen Hund der dumm genug ist, nicht zu kapieren, dass er besagten Reiz auch ohne das vorige Verhalten haben kann.

    Das Problem bei der Jagd, im Gegensatz zu Hundesport o.ä., ist, dass man selten kontrollierte Bedingungen schaffen kann um sowas wirklich sauber zu üben. Entweder man hat kontrollierte Bedingungen mit wenig Reiz, oder man hat den hohen Reiz, aber seltenst in kontrollierten Bedingungen. Und das gilt für "dumme Hunde", es gibt auch genug Hunde die zB von Menschen gehaltene Wachteln nicht vorstehen und man daher nicht mit ihnen üben kann. Ich habe hier so ein Exemplar. Der interessiert sich ausschließlich für Wildgeflügel...

    Ich hatte auch sofort die von Wonder2009 erwähnte Hasenspur im Kopf. Eine der Disziplinen bei der sich zeigt wie gut der Down-Pfiff wirklich funktioniert. Und eine Disziplin in der das Prinzip theoretisch funktionieren würde. Hund darf erst hinterher, wenn er (kurz) lag.

    Praktisch wäre ich jedoch wirklich neugierig wie du das trainieren möchtest. Noch dazu in Revieren mit wenig Hasenbesatz.

    Und vergiss nicht, der Hund darf, muss (!) regelmäßig sofort hinterher. Er weiß also, dass es auch ohne geht.

    Ich wäre also auch gespannt, nicht einfach nur die hier im Forum gerne zitierten Theorien zu hören, sondern ein paar Beispiele wie die Umsetzung davon in der Praxis ganz konkret aussehen sollte, die auch wirklich funktionieren. Und zwar entweder Anhand des Apports oder des Stopps. Denn das sind ja im Endeffekt die zwei Kommandos, bei der selbst die guten Trainer sagen, dass es ohne nicht geht. Also Jagdhundetrainer, die wissen wovon sie reden...

    Übrigens, der Weg wie man jeden Hund rein positiv auf einer Hasenspur stoppen kann, ist glaube ich so um die 50.000€ wert, wenn ich mich recht erinnere. Ich mache halbe-halbe mit dir, wenn du einen funktionierenden Tipp lieferst, okay?

    Javik Danke für die Einblicke! Das nicht weiter als maximal 50m nachgehen ist das, was er von sich aus macht? Oder ist das irgendwie trainiert?

    Was sind denn die Einsatzgebiete für Vollgebrauchshunde? Das sind ja DD, DK, DL Weimaraner und alles in die Richtung? Wofür gebraucht man die normalerweise so?

    Das von dir beschriebene, wär das Stöberarbeit? Also zB für Münsterländer oder sowas?

    Oder denk ich da falsch?

    Nein, der ist so kurz. Ich versuche schon ihn etwas länger zu bekommen. Aber mit seeehr mäßigem Erfolg, wie Pirschelbär schon sagt. Ich hoffe, dass er mit etwas mehr Erfahrung nochmal zumindest etwas weiter wird.

    Man kann das bei der Dummyarbeit immer echt schön sehen, wie der Hund teilweise immer wieder direkt vorm Dummy abdreht, weil es ganz knapp zu weit weg liegt. Gehe ich dann ein paar Meter weiter, verschiebt sich sein Radius und er hat ihn sofort.
    Er ist halt eigentlich ein Hund der super für die Arbeit im Wasser und unter der Flinte wäre. Nur leider kann ich ihm das aufgrund des Umzugs nicht bieten.

    Der Job der Vollgebrauchshunde ist ziemlich vielfältig. Ich bin mal schreibfaul: https://www.grossermuensterlaender.com/verband/der-hu…dliche-eignung/
    Das hier ist der "Werbetext für den GM", aber im Endeffekt besagt er, dass der GM für alles geeignet ist was gebraucht wird. Also das was da beworben wird, ist eigentlich auch alles was Vollgebrauch beinhaltet, Feldarbeit, Wasserarbeit und Waldarbeit. Typische Generalisten halt, (fast) alles ein bisschen, aber nichts perfekt.


    Jein. Die Drückjagden sind perfekt für die Stöberhunde, ja. Aber das was mein Hund macht ist nicht stöbern, dazu ist er u.a. zu kurz und uneigenständig. Ein guter Stöberhund wird eigentlich vom Stand geschnallt, rennt in teils sehr, sehr großen Schlägen eigenständig durchs Treiben und bringt gefundenes Wild dann laut bellend vor die Stände. Die schauen zwar auch immer mal wieder bei ihrem Menschen vorbei, aber eher so im Abstand von 30-60 Minuten. Und sie jagen meist auch schärfer, gerade an den Sauen.
    Aber als Durchgehhund finde ich ihn ganz praktisch, eben weil er immer in der Nähe und verfügbar ist.

    Hier scheint ja die Vorstellung zu gelten, dass einen Hund jagdlich zu führen ein richtiger Kampf gegen den Hund ist.

    ja, mit der Aussage erwischst du mich.

    Ich find die zuletzt hier geposteten Videos, die als Beispiel dienen sollten, wirklich zum Brechen.

    Klar: Zweck, Mittel, trullala, aber das steht auf nem anderen Blatt Papier, wenn ich mir das Individuum Hund ansehe.

    Okay, vielleicht auch hier mal ein Beispiel.

    Außer unterm Hochsitz liegen und mir anzeigen ob und von wo irgendwas kommt oder Mini-Schweißspuren verfolgen (also die für die man eigentlich keinen Hund brächte und die ich nur arbeite, weil ich eben einen Hund habe; oftmals nachdem ich schon weiß wo das Stück liegt), geht mein Hund derzeit in erster Linie mit auf Drückjagden. Und zwar mit mir als Durchgeher, weil er extrem kurz und mit engem Kontakt zu mir jagt.
    Das sieht in etwa so aus: Hund läuft teils mit, teils ohne Leine mit mir und meiner Treibergruppe quer durch den Wald. Der rennt um uns rum, mal die Treiberkette entlang, mal kurz irgendwo vor, aber im Großen und Ganzen im relativ normalen Gassiabstand. Wenn er was in die Nase bekommt arbeitet er das aus, macht es hoch und hetzt kurz (wirklich kurz, also wenn er mal 50 m hinterher geht ist das schon viel) und kommt dann zu uns zurück. Sonst ist er dazu da uns zu unterstützen, durch den Hund weiß ich, wann und wo was ist und unsere Kette ist dichter. Dafür macht der Hund auch nichts groß anderes wie beim Gassi, um uns rumrennen und die Nase in den Wind oder auf den Boden halten halt.

    Sein Hauptjob ist es allerdings Dickungen für uns zu inspizieren und falls was drin ist auf die Läufe zu bringen, damit wir das nicht selbst machen müssen. Ist ja, gerade bei Schweinen, nicht ungefährlich. Sprich, wenn da irgendwas ist wo wir selbst nicht durch kommen oder wollen, dann wird der Hund gerufen und der wird da rein geschickt. Der rennt meist einmal halb drumrum und wenn er sich dann abwendet ist nichts drin. Sonst geht er halt rein. Oder, bei größeren Dickungen, geht er halt rein, ist da drin ne Weile verschwunden und entweder kommt er stillschweigend irgendwann wieder raus oder man hört dann schon dass und wo da was ist.

    Einmal habe ich ihn auch zu einem Standlaut in der Nähe geschickt, während ich den angegangen bin, da ist er dann um die verwundete Sau mit rumgehüpft, hat gebellt und dafür gesorgt, dass sie stehen bleibt, während Nachbars DJT auf die Sau ging. Mein Hund ist an Sauen glücklicherweise sehr vorsichtig. Also für mich und ihn glücklicherweise, jagdlich wäre mehr Schärfe schon nicht schlecht.

    Normalerweise bekommt der Hund in der Zeit kein einziges Kommando. Also auch in die Dickungen wird er nicht per Voraus-Befehl geschickt, sondern einfach mit einem Deuten und "geh, mal schauen, ist da was drin usw.", das ist kein Befehl. Das ist weder geübt, noch wird es irgendwie jemals durchgesetzt. Alleine schon, weil ich davon ausgehe, dass mein Hund weiß was er tut, besser als ich jedenfalls und ganz sicher besser als die anderen Treiber, wenn er nicht rein geht. Bzw. nicht rein gehen ja auch, je nachdem wie er es macht, ja eine seiner Möglichkeiten ist uns etwas mitzuteilen.

    Ja, und wenn die Jagd vorbei ist, dann gehen wir eben zurück zu den Wegen und wieder zum Sammelpunkt und der Hund wird irgendwo auf dem Weg dahin wieder angeleint. Noch nichtmal dafür braucht es ein Kommando, der Herr ist dann müde und zufrieden, ein hochhalten der Leine reicht, damit er freiwillig kommt und den Kopf rein steckt.

    Also ganz grob, stell dir vor du gehst mit deinem Hund quer durch den Wald Gassi und dein Hund darf die Sau rauslassen wie es ihm beliebt, meist bleibt er in Sichtweite, hin und wieder ist er mal paar Minuten außer Sicht, kein Ding, soller machen was er für richtig hält. DAS ist so die derzeitige Hauptarbeit meines Hundes.

    Liegt aber halt auch daran, dass es hier einfach keine Arbeit für einen Vollgebrauchsjagdhund gibt. Gäbe es die, würden wir hier auch ganz anders arbeiten. Aber immerhin dürfte das so mit das beste Beispiel für meinen Punkt sein. ;)

    Langfristig möchte ich die Schweißarbeit noch weiter ausbauen. Dann kann es sein, dass er die Jagd im Auto zubringt und danach eben erst zur Nachsuche rauskommt. Aber dafür müssen er und vor allem ich noch einiges mehr lernen.