Obwohl ich als Privatpatient Erfahrung mit hohen Rechnungen habe, finde ich die Preisgestaltung bei den TÄ und ganz besonders in Kliniken sehr oft schon eher übertrieben.
Ich hatte ein paar Seiten vor deinem Beitrag die GOT für den Vet. Bereich verlinkt.
Die Preisgestaltung ist bis zum 4 fachen Satz möglich und überwiegend kann man das für die umliegenden Kliniken ganz schnell googeln. Dazu kommen evt Zuschläge für den Notdienst.
Und dann sollte jeder entscheiden, ob man seinem Tier teure apparate Medizin und/oder Notfallmedizin zukommen lassen möchte.
Jeder kann durchrechnen, auch wenn noch gar keinen Hund gekauft ist, oder wenn man einen hat, der gesund ist, was eine Magendrehung, ein Beinbruch, eine Kastration, schwerster Durchfall oder Vergiftung und 3 Tage stationäre Behandlung, ein Kreuzbandriss und rassentypische Erkrankungen, in etwa in den umliegenden Kliniken/Praxen kosten.
Das ist mit dem für jeden zugänglichen GOT einfach auszurechnen.
Was ich auch überhaupt nicht mag, ist der direkte Verkauf von Arzneimitteln. Auch das ist eine subjektive Meinung.
Das ist mir an sich wurscht. Ich würde mir Medis für den Hund auch aus der Apotheke holen und beim TA nur das Rezept. Einfacher ist es für mich bisher immer, wenn ich gleich das Medikament bekomme.
Ich mag es sowieso lieber, wenn Geld beim Beruf nicht die Hauptrolle einnimmt. Das gilt für alle Berufe.
Das hatte ich schon kommentiert.
Aber dein Satz lässt mich nicht los.
Da ja gestern die Humanmediziner in Berlin am Standort Charité für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen gestreikt haben, und ich letztes Jahr als Pflegekraft für genau das selbe meine Arbeit für lange Zeit niedergelegt habe, bin ich nah am Thema. Auch wenn hier von der Tierärzteschaft gesprochen wird.
Unser aller Anspruch ist, dass unseren Tiere zu jeder Tag- und Nachtzeit als Notfall unter Umständen das Leben gerettet werden kann.
Die höchsten Kosten für einen 24 Stunden Dienst, sind die Kosten für das Personal.
Gibt man Menschen gutes Geld für gute Arbeit erhöht das die extrinsische Motivation. Gestaltet man (oder lässt gestalten) das Arbeitsumfeld gut, dann kommt in den ärztlichen und den Pflegeberufen noch die ursprüngliche internistische Motivation dazu.
Wenn man jetzt noch dafür sorgt, dass den arbeitenden Menschen viel von der Belastung abgenommen wird mit zum Beispiel: Rechtsbeistand in Fällen, wo geklagt wird; Unterstützung nach Beleidigung und tätlichen Angriffen; ZEIT!! zum Nacharbeiten der behandelten Fälle, die echte Möglichkeit nach höchstens 6 Stunden mal Pause machen zu können und hier auch dafür zu sorgen, das diese realistisch FÜR ALLE umgesetzt werden kann und MUSS, halte ich sogar auf Dauer für die wirksamste Maßnahme gegen Burn Out und Ausstieg aus den Berufen.
Wir stehen am Rande der Katastrophe bei der Humanmedizinischen Krankenversorgung und ich finde die Parallelen zu den Veterinärbereich sind absolut identisch.
Wenn ich den Arbeitsalltag der mir bekannten Tierärzten in eigener Praxis ansehe, kann ich nicht verstehen, wieso Menschen sich das antun.
Viel zu viel Arbeit bei ungenügender Bezahlung.
Und dann stößt mir eben auf, dass, obwohl ich gar nicht Ärztin bin, dass dann noch an die „Berufung“ appelliert würd.
Als wenn es unehrenhaft ist, genug zu verdienen. Und ich meine Genug! angemessen! Also weit entfernt von übermäßigem anhorten von Reichtum bei dem Gros der praktizierenden Tierärzte.
Ich denke, ein/e TA/TA mit eigener Praxis, die am Ende des Jahres auf einen guten einen Urlaub zurückblicken kann, die den angestellten Tierpflegern oder Tierarzthelfern ein gutes Weihnachtsgeld auszahlen kann und alle Kosten inklusive Rentenabsicherung und nötigen Investitionen oder zumindest Bestanderhaltende Maßnahme für die Praxis locker bezahlen kann, diejenige hat genügend verdient.
Und ich glaube nicht, dass das den allermeisten Tierärzten heute so gelingt, außer sie haben die Praxis samt Immobilie geerbt und nie Bafög benötigt.