Beiträge von Hundundmehr

    Habt ihr schonmal von den Svallin Working Dogs gehört?

    Die spinnen, die Amis.

    Ich verlinke mal einen, zugegeben nicht super seriösen Artikel.

    https://m.focus.de/finanzen/da-is…_260155096.html

    Heue früh haben sie es ins deutsche Frühstücksfernsehen geschafft, angepriesen als "neue Rasse" für reiche Leute, die sich einen solchen Hund als Wachhund holen.

    Im Gegensatz zu Pitbull und Co. wären diese aber völlig familien- und umwelttauglich, würden aber ausgezeichnet schützen.

    Dafür würden diese Hunde 2-3 Jahre sorgfältig trainiert.

    Ich bin sehr froh, dass die hiesige Gesetzeslage solche Angebote verbietet.

    Mit Sicherheit gibt es auch Anbieter, die das Portemonnaie weniger betuchter Menschen bedienen, aber eben auch solch einen ausgebildeten Hund mit dieser Vita haben wollen.

    Dass Menschen kaufen was ihnen gefällt, und dabei eben auch gerne tiefer in die Tasche ihrer Möglichkeiten greifen, ist doch nicht ungewöhnlich oder abwegig.

    Wir beginnen zu begehren, was wir sehen - eine Werbestrategie, die tagtäglich aufs Neue auf uns alle einprasselt.

    Wie viele Menschen haben sich erst einen Border-Collie geholt, nachdem sie Rico bei "Wetten Dass" gesehen haben?

    Wie viele holen sich einen Frenchie, weil sie den süßen Hund in den Medien gesehen haben?

    Nein, eine Gefahr für unsere Bereiche sehe ich durch dieses Angebot nicht.

    Wir haben auch so schon Menschen, deren Bedürfnisse auch ohne dieses Angebot in genau diese Richtung gehen, und dann eben schauen, dass das Verbotene hinter verschlossenen Türen stattfindet.

    Neu ist das jetzt alles nicht und ich sehe jetzt auch nicht den zwingenden Zusammenhang zu Hunden, die in DE etc. als gefaehrliche Hunde laufen/eingestuft werden.

    vielleicht der Gedanke, dass in Amerika ganz hochoffiziell Hunde zur Waffe ausgebildet werden, was sich hier in Deutschland so manche wünschen, aber aufgrund der Gesetzgebung eben nicht möglich ist?

    Zumindest nicht offiziell.

    Meine Hunde sind mit 3-4 Jahren körperlich und mental erwachsen, da finde ich es selbstverständlich, dass sie im Anschluss daran noch 7-8 Jahre haben, in denen sie "voll im Saft" stehen. Dann, so mit 10 bis 11 Jahren, macht sich die "Altersreife" bemerkbar, und es wird mehr mit der zur Verfügung stehenden Energie gehaushaltet.

    Ich hätte schon von der Welpenzeit an Depressionen, wenn ich mit einer Lebenserwartung von 5 Jahren bei einem Hund ausgehen müssen würde.

    Das war übrigens auch der Grund, weshalb ich nie einen Hamster oder auch eine Ratte haben wollte - so süß ich sie finde, aber die Zeit ist mir einfach zu kurz, die ich gemeinsam mit ihnen gehabt hätte.

    Was heißt "hitzeempfindlich"?

    Wenn ich das beim Menschen vergleiche, dann gibt es da Menschen, die auch über - für diese Breitengrade - ungewöhnliche Tropenhitze erfreut sind, und solche, die bei Temperaturen ab 30° stöhnen.

    Dann gibt es Menschen, die bei hohen Temperaturen tatsächlich körperliche Probleme bekommen, oder auch Atemprobleme bei hoher Luftfeuchtigkeit, oder wo die Hitzeverträglichkeit altersbedingt abgenommen hat.

    Vergleiche ich Menschen, die bei +30° zwar stöhnen, aber uneingeschränkt leistungsfähig sind und sich nur hinsichtlich hoher körperlicher Belastung schonen mit Menschen, die noch bei +30° joggen gehen, dann sind diese Menschen ja hitzeempfindlicher.

    Für mein Empfinden fängt Hitzeempfindlichkeit da an, wo die körperliche Reaktion auf Hitze zu körperlichen Einschränkungen führt, die die Lebensqualität beeinträchtigen.

    Meine Hunde mit Doppelfell - Unterwolle und längeres Deckhaar - rennen auch bei +30° noch gerne. Klar kompensieren sie bei Aktivität hohe Temperaturen mit mehr Hecheln, schließlich ist das die einzige Klimaanlage, die sie haben.

    Deshalb gehe ich bevorzugt an den See, oder in den kühleren Morgen- oder Abendstunden mit ihnen, aber wenn es nicht anders geht, oder sich so anbietet, in den schattigeren Wald.

    Spoiler anzeigen

    Mein Vasco hat mit 10 Jahren meinen Mann fürchterlich erschrocken. Er hat sich bei einem gar nicht mal so langen Waldspaziergang einfach hingelegt, und ist keinen Schritt weiter gegangen.

    Ich lag damals im Krankenhaus, als mein Mann mich anrief um mir das mitzuteilen, und dass er einen Freund angerufen hätte der sich mit dem Auto auf den Weg macht um ihn im Wald abzuholen.

    Ich war völlig fertig, weil ich mir große Sorgen machte, aber nichts tun konnte, da ich ja im Krankenhaus lag :(

    15 Minuten später rief mein Mann mich an um Entwarnung zu geben - als sein Freund mit dem Auto ankam und die Schiebetür des Autos öffnete (ein Kangoo) sprang Vasco auf und hüpfte zügig und wie selbstverständlich in das Auto.

    Er ist dann doch nicht zum Tierarzt, sondern erst mal nach Hause gefahren, wo die Hunde sich erst mal auf ihre Wassernäpfe stürzten.

    Nach genauerer Rückfrage habe ich herausgefunden, dass Vasco sich kurz nach einer dort befindlichen Bank hingelegt hatte, und keinen Schritt weiter gegangen ist.

    Ich habe dort immer eine kleine Pause gemacht, und es gab dann natürlich Wasser für die Hunde (im Winter nicht, aber sobald es wärmer wurde hatte ich immer Wasser mit).

    WASSER .... :pfeif:

    Mein Mann hatte keines mit, weil er die Runde für kurz genug hielt ...

    Ich würde mal sagen: Schlauer Hund, denn seitdem achtet mein Mann immer auf Wasser für die Hunde, auch bei kürzeren Runden.

    Manchmal lernen Männer nur mit der Holzhammermethode - und mein Vasco wusste das wohl.

    Er hat ein solches Verhalten nie wieder gezeigt, selbst bei längeren Spaziergängen bei Temperaturen +30° nicht.

    Vom Teacup zum Riesen:

    Heute früh war im Frühstücksfernsehen ein Bericht über die Deutsche Dogge Ramses, für die gerade die Anwartschaft als "größter Hund" für das Guinnessbuch der Rekorde beantragt wird.

    Zitat

    „Klar, in der ein oder anderen ruhigen Minute denken wir schon darüber nach. Aber wir haben auch schon alles durchgeplant: Urne, Einäscherung und dass er bei uns im Haus bleibt. Von daher war die Planung von vornherein klar. Wir rechnen einfach mit fünf Jahren. Jedes Jahr, das er älter wird, ist aufgrund seiner Größe ein Bonus. Eine normale Dogge wird vielleicht acht Jahre alt, aber er könnte durch seine Größe schneller Probleme entwickeln.“

    aus: Ist Ramses aus dem kleinen Zossen der größte Hund der Welt? - PETBOOK

    Ich konnte mir den Bericht im Fernsehen nicht ansehen, der Hund wirkt mit seinen 3 Jahren jetzt schon alt.

    Unfassbar, was Menschen mit Hunden machen - ich schwanke da zwischen Traurigkeit und Wut...

    Massai : wobei das ja fast eine andere Fragestellung wäre.

    Deine Antwort auf die eigentliche Frage wäre ja damit: Nein, hatte ich nicht, aber bin völlig zufrieden damit, mich zu arrangieren (?!)

    Hm, so verstehe ich Massai nicht.

    Eher so: Solange es keine Baustellen hat, für die ich mein Leben so umkrempeln müsste dass ich es als Einschränkung/Belastung empfinde, ist es perfekt.

    Das ist für mich sehr stimmig, und trifft ziemlich genau mein Empfinden von "perfekt".

    Jeder einzelne meiner bisherigen Hunde war ein Individuum, und jeder einzelne war perfekt - für MICH.

    Dabei waren sie nicht perfekt, sondern hatten jeweils ihre Eigenarten, die ich bei der Haltung und dem Handling berücksichtigen musste.

    Trotzdem haben sie perfekt in mein Leben gepasst, vielleicht auch deshalb, weil ich ein Leben als Mensch mit Hund führen wollte.

    Es gibt ein paar wenige Erwartungen, die für mich erfüllt sein müssen um einen Hund als perfekt zu empfinden:

    - verträglich mit Artgenossen (so im Großen und Ganzen; einen "Lieblingsfeind" sollte jeder Hund haben dürfen ;) )

    - menschenfreundlich

    - funktionierender Freilauf (wo ich echt hohe Ansprüche habe)

    - grundsätzlich robust und grundsätzlich gesund (grundsätzlich bedeutet eben auch, dass einem das Leben hier einen Streich spielen kann - "man steckt halt nicht drin")

    ...............

    Grundsätzlich stellt sich doch die Frage: Was ist denn perfekt?

    Ist das nicht zunächst einmal eine Momentaufnahme, die sich durch vorhersehbare oder auch unvorhersehbare Ereignisse ändern können?

    Was ist zum Beispiel, wenn der Hund altersbedingt so viel Rücksichtnahme erfordert, dass Sachen, die man sonst immer mit ihm zusammen machen konnte, nicht mehr möglich sind?

    Ist der Hund dann nicht mehr "perfekt" für mich?

    Als Fazit: Auch wenn ich mich teilweise arrangieren musste, war es dennoch für mich perfekt.

    Für mich.