Das hier:
Im Gegenteil habe da eher drauf geachtet, dass wenn mal ein Ball geworfen wird (was selten passiert, weil er da völlig abdreht) nicht einfach nachgerannt wird sondern immer nur auf Freigabe.
widerspricht aber dem:
Ich hatte bisher das Gefühl, dass ihn Bewegungsreize nicht allzu sehr anfixen
insofern, dass dein Hund Bewegungsreize wohl sehr differenziert betrachtet und stark diskriminiert: Interessant und lohnenswert (gleich=nachjagen), und uninteressant und nicht lohnenswert (= wird bemerkt und abgehakt).
Gut, dass du bei dem Ball schon Impulskontrolle machst; Ich persönlich halte einen Ball für so ziemlich das ungeeignetste Arbeitsgerät zum Etablieren von intrinsischer Impulskontrolle (also einer eigenen, innerlichen Kontrolle des Impulses für NACHJAGEN des Hundes). Lieber ein Apportel nehmen, welches nicht so viel Bewegungsreiz bietet, und zumeist genau an der Stelle liegenbleibt wo es landet.
Gerade beim Einsatz von Bällen sehe ich oft, dass die Kontrolle des Hundes dabei von Außen ausgeübt werden muss.
Beim Ball habe ich aber von Beginn an die Kontrolle darüber, WANN ich ihn werfe und WOHIN ich ihn werfe. Ich kann meinem Hund also schon VORHER sagen, was er zu tun hat - nämlich WARTEN.
Über rennendes Wild habe ich aber keine Kontrolle - das kommt plötzlich, und der Hund folgt schon seinem Impuls. In diese Bewegung hinein ist eine Kontrolle des Hundes ungleich schwerer, als wenn ich schon VOR dem Bewegungsreiz eine Anweisung gebe.
Mal ganz abgesehen von dem Hinweis von @flying-paws, dass bei HSH durchaus ein größeres Potential für jagdliche Ambitionen vorliegt, würde ich bei JEDEM Hund zumindest einen Teil der Auslastung immer mit jagdlicher (Jagdersatz-) Ausbildung abdecken.
Auch wenn bei manchen Rassen (vornehmlich Begleithunde, mal als Beispiel) die jagdlichen Verhaltensweisen kaum ausgeprägt sind, sind die Sequenzen des Beutefangverhaltens im Gehirn eines jeden Hundes veranlagt.
Das würde ich mir bei jedem Hund zunutze machen, weil ich damit ein Bedürfnis des Hundes abdecke, mit viel Freude und Erfolgserlebnissen für den Hund. Außerdem ist es Kopfarbeit, neben der Bewegung, die noch dabei rausspringt.
hört sich plausibel an. Wie setzt man das denn in der Praxis um?
Indem du MIT dem Hund arbeitest
Im Idealfall lernt der Hund dann von Beginn an, dass Jagen eine Gemeinschaftssache ist, die in Zusammenarbeit mit dem Menschen stattfindet.
Lernt er, dass er da IMMER seinen Dopaminkick erhält, während er bei selbständigen Jagdausflügen gar nicht zu diesem beglückenden Erleben kommt, dann geht ein Hund begeistert auf die Angebote seines Menschen ein ... und lässt andere Umweltangebote liegen.
Das ist die Theorie ... in der Praxis, je nach Hund, ist die Erfolgsquote ziemlich breit zwischen "wenig" bis "fast 100%" angelegt ![]()