Teilweise habe ich das Gefühl da prallt Unsicherheit auf Größenwahn. Was ihm nicht geheuer ist wird gemieden aber Auf der Nase rumtanzen lässt er sich auch nicht.
Meine Hunde zeigen so gut wie nie Dominanz. Ich weiß dass sie es können, aber es scheint so, als hätten sie für sich erkannt dass Dominanz ziemlich unwichtig im Miteinander ist. Zumindest verhalten sie sich so.
Sie LASSEN sich aber auch nicht dominieren - und sie können sehr fein unterscheiden, ob da jetzt ein Pubertierling grad mal hormongesteuerten Größenwahn hat, den man einfach abprallen lässt, oder ob da jemand halbherzig "probiert" oder probieren möchte, ob es einfach nur der Aufregung geschuldet ist und als Übersprungshandlung einsortiert und einfach mal hingenommen werden kann.
In den allermeisten Fällen handelt es sich gar nicht um Dominanz, bei der eine Überlegenheis-Unterordnungs-Beziehung ausgetragen wird.
Das find ich jetzt nicht so tragisch, wenn er einen aufdringlichen Kandidaten auf den Rücken schmeißt, das ist eher normale Kommunikation unter Hunden.
Dazu ergänze ich allerdings mal eine persönliche Erfahrung, also eigentlich mehrere, aber bei dieser einen weiß ich mit absoluter Sicherheit, was dazu geführt hat, dass dieser Hund bei JEDER Hundebegegnung so rein prophylaktisch sein Gegenüber erst mal flach gelegt hat: Der Besitzer fand es toll, dass sein Hund andere dermaßen dominieren konnte - also hat sich das bei dem Hund als erwünschtes Verhalten letztendlich immer gezeigt.
Dieser Besitzer hat sich tatsächlich GEWUNDERT, dass er ZWEI Hunde dieser "Art" bekommen hat und war davon überzeugt, er hätte einfach eine Vorliebe für solche Hunde. Meine Argumente,WARUM diese Hunde beide unabhängig voneinander genau dieses Verhalten zeigten (der zweite Hund kam erst nach dem Tod des ersten - und wurde genau so wie der erste Hunde ..), sind dagegen auf taube Ohren geschossen.
Verhalten formt Verhalten ...
Deshalb finde ich es richtig, einem Hund zu erklären dass diese Form des Umgangs nicht von uns Menschen als die bevorzugte angesehen wird - aber wenn es doch mal gemacht wird, sehe ich das ganz wie @Lorbas Kein Beinbruch, und völlig normal.
Also: Möglichst unspektakulär die Streithähne auseinander nehmen, Abstand gewinnen und die Emotionen runterkühlen lassen.
Manchmal sind Rüden auch einfach nur Rüden ... und Zicken einfach nur Zicken...
Wenn es unterm Strich aber stimmt - dann lernt auch der Mensch aus solchen Situationen, und kann es ganz gelassen als "Shit happens" stehen lassen. Hunde sind auch nur wie Menschen - unperfekte Lebewesen ![]()
Hier in diesem Fall handelt es sich doch aber um einen Pubertierling, der hormongeschleudert gerade dabei ist herauszufinden, wer er ist, und wo verdammich noch mal denn SEIN Platz in dieser Welt ist...
Da gehört auch ein bisschen Reibung zu - und ein Mensch, der gelassen und freundlich, aber bestimmt sagt: "Ne du - lass man gut sein. Tut uns beiden besser, wenn wir was anderes machen!"
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Was IMMER sehr hilfreich ist: Ein erwachsener, souveräner Hund der sehr sicher Konflikte deeskalierend löst, bzw. so sicher in seinem Agieren ist, dass er Konflikte erst gar nicht entstehen lässt.
Mit solchen Hunden gemeinsam spazieren zu gehen, und den eigenen Jungspund dann zunächst mal schauen lassen, wie dieser souveräne Hund Begegnungen gestaltet, ist GOLD wert.