Beiträge von Hundundmehr

    Steht eindeutig da, daß der andere Hund schon auf dem Boden lag, also sich unterworfen hatte.

    Das steht dazu im Eingangstext:


    und sich letztendlich regelrecht in dem anderen Hund verbissen, während dieser schon am Boden lag.

    WARUM er am Boden lag, steht dort nicht.

    So, das hilft der TE aber nicht weiter.

    Was eindeutiger Fakt ist: Für Henry war dieser plötzliche Überfall eine ganz furchtbare = furchtauslösende Situation. Bei Furcht gibt es die Möglichkeit Meiden/Flucht - oder Wehr.

    Henry hat sich für diemit Wehr entschieden. reagiert (editiert, weil Henry hier keine willentliche Entscheidung gezeigt hat - er hatte keine WAHL).

    Ob die heftige Reaktion ausgelöst wurde durch diesen übermäßigen Schreckmoment (stellt euch vor, ihr geht nichtsahnend in einer einsamen Gegend bei Dunkelheit durch eine Straße - und plötzlich, ohne Vorwarnung, tritt euch jemand von Hinten die Knie unterm Hintern weg - das was da an Verhalten ausgelöst wird, ist fern von jeglichem rationalem denken, da reagieren die Lebenserhaltungsfunktionen, die bei allen Säugetieren angelegt sind), oder ob - wie hier auch angesprochen wurde - für eine "latent schlummernde Artgenossenunverträglichkeit" der Schalter umgelegt wurde, kann hier wohl niemand beantworten.

    Ich würde hier tatsächlich einen verhaltenstherapeutisch ausgebildeten Tierarzt kontaktieren, der den Hund dann sieht und auch einschätzen kann - bevor ich da irgendeinen weiteren Trainer "rummurxen" lasse.

    Manche Tierärzte arbeiten ja auch mit Trainern zusammen, schließen sich bei der Therapie dieser Hunde kurz.

    Berichte doch bitte, wie es mit Henry und euch weitergeht.

    Es ist traurig, was mit dem anderen Hund geschehen ist, und das war so unnötig...

    Henry lebt aber, und für IHN (und damit auch euch) hat das Ganze unglaublich traurige Konsequenzen.

    Ich kann nur ahnen, was in euch als Henrys Menschen vorgeht ...

    Alles Gute wünsch ich euch!

    Das finde ich besonders dreist!

    Sorry, aber: Das ist in keinem Fall DREIST!

    Wie kommst du darauf?


    An der ein oder anderen Stelle kann man schon ausweichen, wenn man den anderen Hund rechtzeitig sieht.

    Auch das hier, aus eigener Erfahrung: Doch, es ist IMMER möglich auszuweichen. Umkehren, ein Stück zurück gehen bis man zu einer Stelle kommt, wo etwas mehr Abstand möglich ist, z. B.

    Alleine das Umkehren signalisiert einem Hund schon die BOTSCHAFT: Wir weichen aus.

    In wirklich extremen Situationen reicht dann ein Zurückgehen von 2-3m, dort an den Rand stellen, den eigenen Körper dann als Abschirmung nutzen und zwischen den eigenen Hund und dem passierenden Hund bringen, diesen anderen Hund dabei selber ignorieren (UND auch den dazugehörigen Menschen!), dabei dem eigenen Hund freundlich zugewandt bleiben, freundliche Ansprache an den eigenen Hund, evtl. mit Leckerchen, oder aber Kraulen der Vorbrust - was beim eigenen Hund eben bewirkt, dass er MIR mehr Aufmerksamkeit gegenüber aufbringt...

    habe zu lang zum Editieren gebraucht, deshalb hier im Nachtrag:
    Die Hand mit dem Spielzeug BLEIBT natürlich während des Lobens und der Leckerchengabe HINTER deinem Rücken.
    Bitte auch keine Endloswiederholungen - 3 mal beim ersten Ausprobieren reicht völlig aus.
    Wenn du ein Probem damit hast, dass dein Hund noch nicht aufhören WILL, dann gib ihm danach einen etwas längeren Kausnack (Ochsenziemer, einen größeren Hundekeks). Diese Beschäftigung kannst du dann zum eigenen Rückzug nutzen, und dich dann anderen Dingen zuwenden.

    Bei einem Nein verändere ich meine Stimmlage (nicht laut werden sondern ruhig bleiben), damit der Hund erkennt, dass ich es jetzt ernst meine.

    Aber selbst wenn sie das nun macht - es ändert nichts daran, dass die TE SELBER ihre Hände zum Weiterspielen anbietet.

    Die bisherige Verknüpfung (Nein = Weitermachen!!!!) BLEIBT.

    Dadurch würde der Hund nur verunsichert, weil durch die Änderung in der Stimmlage eine andere Botschaft vermittelt wird, als es der KÖRPER der TE vermittelt.
    Genau solche Doppelbotschaften verunsichern Hunde, und daraus entwickeln sich dann oft äußerst kreative eigene Verhaltensweisen - nur leider nicht immer nach den Vorstellungen des Menschen.

    Auch diese Aussage der TE: "Es kommt noch Knurren dazu, wenn sie frustriert ist." gibt mir zu Denken.

    Ich befürchte, die TE kann ihren Hund gar nicht richtig einschätzen.

    @Yuliyaviktoria Was sagst du denn zu der einstimmigen Einschätzung der User, dass dein Hund nicht beißt, sondern tatsächlich SPIELT?

    Ich könnte mir vorstellen, dass du meinst, nicht richtig ernst genommen zu werden - denn solche Spiele, gerade wenn sie rauer werden, können ja durchaus weh tun!
    Diese Kratzer und blauen Flecken sind aber Collateralschäden, entsprungen dem mittlerweile leider eingeübten Umgangs zwischen dir und deinem Hund. Das ist KEIN BEISSEN!

    Was haltet ihr (die Mitleser) von folgender Idee:

    Yuliyaviktoria: Lass das Nein komplett weg. Versuche mal folgende Übung:

    Nimm ein weiches, nicht zu kleines Hundespielzeug und "fuchtel" damit mal 2-3 Sekunden vor der Nase deines Hundes rum.
    Dann verbirgst du dieses Spielzeug HINTER deinem Rücken, nimmst dabei BEIDE Arme hinter den Rücken, und frierst in deiner Bewegung ein - komplett. Dabei sagst du: "Stop!"

    Verharrt dein Hund in seiner Bewegung - auch nur für einen kleinen Moment - dann nutzt du genau diesen Moment für ein Lob ("Gut" oder "sehr schön" - bitte kein "Fein", weil es dem "Nein" zu ähnlich ist und sich oft nur über eine entsprechende Tonlage unterscheidet).

    Ich würde ein völlig neues Abbruchsignal positiv aufbauen, bei mir wäre in meiner freien Hand (also die ohne Spielzeug) auch direkt ein leckerchen parat, um unmittelbar nach dem verbalen Lob noch durch einen kleinen Fressmoment diese durch das "Stop" und Einfrieren bewirkte Pause zu verlängern. Positive Verstärkung halt.

    Das Ganze natürlich zunächst in vertrauter und reizfreier Umgebung - der Hund muss erst verstehen LERNEN, was du von ihm willst.

    Jedoch möchte ich auch, dass ich Herr darüber bin, wann der Hund mit wem spielt. Gerade an der Leine sollte sie ruhig sein.

    Fehlt ihr vielleicht die (Lern-)Erfahrung, dass sie auch angeleint zu anderen Hunden DARF (und dort natürlich abgeleint wird für den Kontakt)?

    Bei uns hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:

    Wollte ich keinen Kontakt, dann bin ich auf Abstand gegangen und ausgewichen.

    War ein Kontakt möglich, bin ich mit dem angeleinten Hund bis zu dem anderen Hund hingegangen (Abstand so ca. 5m) und habe dann dort eine (ritualisierte) Freigabe gemacht.

    Das ist am Anfang mühsam, weil meine Hunde immer schneller zum anderen Hund wollten als ich es vorgab.
    Irgendwann haben sie aber begriffen, dass sie zu ihrem Ziel kommen - nur eben langsamer und mit Rücksicht auf mich.

    Parallel dazu habe ich allerdings durch das oben erwähnte Ausweichen meinen Hunden die Erfahrung ermöglicht, dass eben NICHT JEDER HUND kontaktiert werden kann.

    Die letzte Entscheidungsinstanz bin halt ich ...

    Das hat aber nix mit Rudelführer zu tun.

    ich bin einfach ein verlässlicher Sozialpartner, mit dem meine Hunde die Erfahrung gemacht haben, dass sie mit meinen Entscheidungen gut durchs Leben kommen.

    @Sara.Zunächst einmal: Eine schreckliche Situation, mir tut der getötete Hund leid, und auch ihr habt mein Mitgefühl.

    Ein schlimmes Erlebnis mit schlimmen Folgen für Henry und euch :streichel:

    Zum Sichern, Training, Vorsorgemaßnahmen ist hier schon viel beigetragen worden.

    Von mir noch ein Gedanke (wirklich nur ein Gedanke, den es aber vielleicht lohnt mit entsprechenden Spezialisten abzusprechen):

    Grundlage ist, dass Henry vorher gut mit Artgenossen klar kam, auch im Freilauf ohne Bedenken agieren konnte - ist das so richtig?

    JETZT tickt er allerdings völlig aus bei jeglicher Hundesichtung, und ist unansprechbar?

    Ich sehe die Möglichkeit, dass hier durch ein traumatisches Ereignis eine hormonelle Reaktion in Gang gesetzt wird, auf die der Hund keinen Einfluss hat.

    Auch MÖGLICHERWEISE kann diese hormonelle Spitze (die ja auch schon alleine durch die Erwartungshaltung eures Hundes stark angekurbelt wird) durch Medikamente entschärft werden.

    Dadurch könnte zumindest die Aussicht bestehen, den Hund auf ein trainierbares Level zu bekommen.

    Für Österreich habe ich jetzt nur den VÖK gefunden, als Ansprechpartner für die Suche nach einem Tierarzt bei euch mit dem Schwerpunkt Verhaltensmedizin.

    Ich wünsche euch alles Gute, und dass ihr einen Weg findet um gemeinsam mit Henry noch ein lohnenswertes Leben führen zu können.

    Lieber Gruß
    Moni

    Die Einstiegsseite von S.D.T.S. habe ich mir jetzt durchgelesen.

    Liest sich nett.

    Und: Worauf da alles verzichtet wird - klassische und operante Konditionierung z. B.

    Seine eigenen Hunde können aber 50 (oder waren es gar 70?) Kommandos auf körpersprachliche Signale.

    Öhm - HÄÄÄÄÄ? Kommandos, aber ohne Konditionierung?

    Sorry, aber wer das behauptet, hat keine Ahnung was Konditionierung ist...

    Hach - und der Verzicht auf Leckerlie (sowas ist schon fast ein Slogan: Wir verzichten auf Leckerlie! Sie machen sich nicht abhängig von Leckerlie!!! ).

    Gleichzeitig aber der Verweis, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu nutzen - hm, irgendwie ist dabei wohl durchgegangen, dass positive Verstärkung ein wesentlicher Bestandteil dieser "modernen Erkenntnisse" ist, und auf vielen Wegen erreicht werden kann. Vor Allem die Spezies Hund spricht dabei sehr gut auf positive Verstärkung durch Futtergabe (Leckerlie) an ...

    Natürlich vermittelt es sehr viel Seriosität, wenn man dann noch mit eigenen Verhaltens-/Körpersprachestudien am wilden Urahn unserer Haushunde, dem Wolf, aufwarten kann :nicken:

    Daraus lässt sich dann sehr viel ableiten zur Körpersprache unserer Hunde.

    Aber Moment - etwas weiter heißt es dann: Wölfe kann man mit Hunden nicht vergleichen!

    Ja - was denn nun???

    Schön sind ja auch so Äußerungen: Der Hund wird nicht ins Meideverhalten gebracht, und auch nicht eingeschüchtert!

    Na Donnerwetter - eine solche Aussage zieht mich als Wattebauschwerferin ja magisch an, denn ich liebe meine Hunde und würde denen ja nie-nichtmals irgendetwas Böses wollen!

    (für die, die es nicht sofort anspringt: Das WAR ironisch!)

    Ich würde ja gerne mal eine Schnupperstunde vom normalen Training dort mitbekommen - allerdings OHNE meine Hunde.

    Denen tue ich das nicht an, dazu steckt mir alleine dieser Text zu voll mit Augenwischereien, Halbwissen und Widersprüchen.

    Sie beißt dich nicht, sie SPIELT - und hat dabei im Laufe der Zeit gelernt, dass es völlig ok ist, wenn sie auch in anderen Situationen die Hände ins Maul nimmt, um dir etwas mitzuteilen.

    Ich befürchte, du benötigst wirklich jemanden vor Ort, der gerade deine Körpersprache mal genauer betrachtet und mit dir gemeinsam erarbeitet, was wie geändert werden kann.