Beiträge von Hundundmehr

    Ich beziehe mich auch auf das, was ich da lese.

    Da steht nichts davon, dass der Familienvater irgendwie handgreiflich geworden wäre.

    Er ist der einzige Verletzte.

    Jetzt ist er der Täter??????

    Ich als Hundehalter schaue in solchen Situationen, dass ich MEINEN Hund aus einer solchen Situation herausbekomme und auf deutlichen Abstand gehe.

    Aber dieses VorJemandemAufbauen bringt die Eskalation noch zusätzlich in körperliche Reichweite und damit auf eine gefährlichere Ebene.

    Woher hast du die Information, der Vater des Kindes hätte sich "vor ihm aufgebaut"?

    Diese Formulierung beinhaltet und suggeriert damit ja auch, der Mann hätte gewollt eine bedrohliche Position eingenommen - und das steht so überhaupt nicht in der polizeilichen Pressemitteilung.

    Da steht: "Daraufhin soll der 35-jährige Vater sein Kind weggezogen und sich vor den 33-jährigen Hundebesitzer gestellt haben. "

    Kennt sich jemand mit "Polizeisprache" aus? Polizisten müssen ihre Berichte in möglichst einfacher Sprache und ohne Wertungen verfassen.

    Dementsprechend ist die Beschreibung "hat sich vor den Mann gestellt" eine einfache Standortbeschreibung. Dieser ist weder zu entnehmen, ob dies zum Schutz der Familie war, noch ob es als Provokation gedacht war.

    Das herauszufinden, ist Aufgabe der Gerichte.

    Ruhetage = total viel physisch ruhen - die haben wir nicht.

    Gab es mal viel Stress (durch ungewöhnliche Ereignisse), dann ist die beste Entspannung: Am Tag danach Hunde einpacken, rausfahren, 2-3 Stunden da laufen, wo wenig los ist, und die Hunde einfach mal Hund sein lassen. Für Amigo gerne mit ein paar kleineren Apportiereinheiten, Vasco freut es wenn er auf diesen Runden dann auch so 1 oder 2 Hunde trifft die kontaktiert werden dürfen.

    Da wird der Kopf wieder so richtig "freigeblasen" - anschließend ihre Haupt-Tagesration, und die Hunde schlafen glücklich.

    Ich halte Bewegung für unglaublich wichtig.

    Bei meinen Hunden ist das Freilauf, bei anderen Hunden, die sich z. B. gerne (gerade unter der Wirkung von Cortisol) in einen Rennflash "schießen", wäre dann z. B. eine langer Schleppleinenspaziergang eine Alternative: Größtmöglicher Bewegungsradius bei gleichzeitiger Kontrolle.

    Ich habe bei meine Lernzielen für die Hunde nie den Fokus auf "Langeweile ertragen lernen".

    Langeweile ist für mich die Stufe nach "Warten" - und deshalb lernen meine Hunde von kleinauf das Warten in so angepassten kleinen Schritten, dass sie es KÖNNEN. Danach gibt es als Lohn für das jeweilige Warten eine angemessene Aktion.

    Dass nicht immer Aktion ist, und die Zeit zu Hause dann mit Schlafen verbracht wird, lernen sie "so nebenbei" - so ein Welpenköpfche hat da irgendwie noch keinen Verstand für, aber diese Zeit der Geduld und Nachsicht (und Augenringen beim Menschen) ist immer sehr schnell vorbei.

    Irgendwann ist es für meine Jungs normal gewesen, dass es auch manchmal Tage gibt, wo die Runden mit ihnen kurz ausfallen - sie WISSEN ja, dass die schönen, langen Runden auch wieder kommen.

    Von daher verpacken sie solche Tage ohne Probleme.

    Im letzten Jahr bin ich für mehrere Monate ausgefallen, und obwohl mein Mann und unser Sohn sich bemüht haben, die Hunde zu versorgen, war das kein Ersatz.

    Das hat sich allerdings bei ihnen bemerkbar gemacht: Beide sind fett geworden (mein Mann meinte, diesen Mangel an gewohntem Alltag mit mehr Leckereien ausgleichen zu müssen), haben deutlich Muskelmasse verloren und sind nicht mehr so mobil gewesen.

    Vasco wurde richtig "lahmarschig", und ihm fielen Belastungen schwer, Amigo war auch nicht so mobil, aber diese langfristige Nicht-Auslastung (auch das gewohnte Dummytraining fiel weg) ließ ihn immer unkontrollierter im Freilauf werden.

    Haben wir alles wieder "aufgearbeitet".

    Weshalb es mir sinnvoll erscheint, weiterhin in dem beschränkten Rahmen unterwegs zu sein, vorerst keine Kommandos und Co. extra zu üben, auch wenn es wirkt, als könnte man sukzessive nun etwas mehr machen.

    Höre da auf dein Bauchgefühl, ich finde diesen Weg derzeit sehr sinnvoll.

    Du vergisst aber einen ganz wichtigen Aspekt: Die Beziehung und Bindung, die sich zwischen dem Galgöchen und dir aufgebaut hat.

    Zu wie vielen Menschen, glaubst du, hatte er vorher eine solche Vertrauensbildung, ein Mensch der ihn schützt und bei dem er jetzt haufenweise Erfahrungen sammelt, dass dieser Mensch gute Entscheidungen trifft, die ihm Ärger ersparen?

    Weil niemand die Betonung und Mimik sieht: Diese Frage ist rhetorisch ..... es gab vorher keinen solchen Menschen für ihn.

    Damit bist du ein ANKER in seinem Leben, und damit verschiebt sich auch die Perspektive des Galgöchens auf diese Welt.

    DAS nimmt ihm Stress, und das Erleben von Alternativen führt sowohl zu einer Erweiterung seines bisherigen Verhaltensrepertoires (siehe das neue Knurren, statt direkt hau-drauf, z. B.), als auch zu mehr Sicherheit im stressfreieren Wahrnehmen seiner Umwelt.

    ER BRAUCHT in seinem neuen Umfeld - bei dem du ein ganz wichtiges Fundament bist - nicht mehr diese Abwehrhaltung/diese Befürchtungen zu haben wie vorher.

    Gerade deshalb finde ich es ja so schön, dass das Galgöchen bei dir bleibt :bussi:

    Die Pflicht hast du jetzt, lass sich das festigen - und für Kür hast du jetzt alle Zeit der Welt!

    Nein, die "verstehen" nicht, was du sagst. die können ihre (An-)triebe und Instinkthandlungen und Affekte nicht im entferntesten so kontrollieren oder steuern, wie ein Mensch.

    Und wenn der Schlüsselreiz passt, dann wird die entsprechende Reaktion abgespult. Vor allem, wenn nix anderes installiert wurde, Impulskontrolle und alternative Kommandos, unmissverständlicher gehorsam etc.

    Sorry, aber - soooo toll ist der Mensch nicht. Menschen können ihre genetischen Veranlagungen bei Weitem nicht so kontrollieren und steuern, wie sie allgemein glauben.

    Ich denke da nur an die Gewaltforschungen von Gerhard Roth... oder was passiert, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammengepfercht werden.

    Oder wenn der Mensch in seinem Komfortverhalten gestört wird.

    Eine super Entwicklung, und es ist nicht nur schön, dass du uns daran teilhaben lässt.:bussi:

    Auch für dich scheint dieses "Tagebuch" ja einen Sinn zu geben, was vorher ja weder geplant noch absehbar war ... ach ja, das Leben bringt so manche Überraschung, die sich als Geschenk herausstellt, manchmal muss mensch da einfach sehen und zugreifen xD

    Knurren ist neu. Galgöchen hat vorher gleich geschnappt

    Das finde ich z. B. riesig!

    Jetzt braucht es nur genügend "passende" Hunde, die wie gewünscht auf dieses Kommunikationssignal reagieren: Mit freundlichem Abstand!

    Galgöchen erweitert sein Kommunikations- und Verhaltensrepertoire :bindafür:

    Dass er sich als Sichtjäger eher auf weitem, übersichtlichem Terrain wohlfühlt, in Verbindung mt seinen vorherigen Umfelderfahrungen, finde ich logisch. Schön dass du ihn auch hier angemessen positive Erfahrungen sammeln lässt.

    Das Galgöchen wird nie ein Stadthund, aber es wird stadtkompatibel.

    Das geht, vor Allem deshalb, weil du für den nötigen Ausgleich sorgst.

    Er meinte, dass er auch bissel Schuld hat, weil er so dicht und klingelnd an uns vorbei ist. Gegenseitig schönen Tag gewünscht und gut war das....so kann mans auch machen. ;)

    Das war aber ein netter Radler.:smile:

    Vermutlich hat er auch für sich selber einen Unterschied zwischen Zwicken und Beißen wahrgenommen.

    Dass du sofort Mitgefühl gezeigt und dich entschuldigt hast, hat wohl auch dazu beigetragen, dass der Radler so nett reagiert hat.

    Ich vermute mal, auch der Gasthund hat sich danach nicht wie eine "geifernde Bestie" (Achtung, übertrieben!) benommen, sondern es war zu erkennen, dass er nicht erneut zupacken wollte?

    Sowas sollte natürlich nicht passieren, aber es KANN eben passieren durch unglückliche Verkettung mehrerer Komponenten.

    Entscheidend ist, wie die Beteiligten dann tatsächlich damit umgehen.

    Im vorliegenden Fall (dem Threadauslöser, nicht deinem Erlebnis, usostus) sind da wohl zwei Zeitgenossen aufeinander geraten, die NICHT gut damit umgehen konnten.

    Deeskalation kann halt nicht jeder ....

    (Manche wollen es aber auch nicht.)

    oder der Hundehalter hat gepennt, Ohrstöpsel drauf gehabt, Handy gedaddelt - whatever....

    Ne sorry - aber wer von hinten kommt und überholt, hat sich bemerkbar zu machen.

    Anders als beim Auto haben Passanten nämlich keinen Rückspiegel.

    Laut Ohrenarzt habe ich ein ausgezeichnetes Gehör - und trotzdem hätte mich ein rasender Fahrradfahrer mal fast auf dem Lenker gehabt, weil er völlig unbemerkt von hinten angerast kam.

    Ich stand mitten auf dem recht breiten Waldweg, und war mit meinen vor mir sitzenden Hunden befasst, war dazu leicht vorgeneigt - und als ich mich aufrichtete und dabei einen halben Schritt nach hinten machte, hörte ich nur noch das Schleifgeräusch der bremsenden Reifen DIREKT HINTER MIR :shocked:

    Als dieser wilde Raser mich auf meinen Schreck hin auch noch anpampte, habe ich tatsächlich auch mal zurückgepampt.

    Sowas Rücksichtsloses geht gar nicht.

    Kenne ich auch nicht von den allermeisten Radfahrern (und auch Joggern).

    Irgendwann wurde es dem Hundehalter wohl zu viel, er ließ den Hund los und dieser stürmte auf den Radfahrer zu und biss erneut.

    Hm ... WAS wurde dem Hundehalter zu viel? Wurde er vielleicht bedroht?

    Die Formulierung liest sich auf jeden Fall so, als hätte der bis dahin (wieder) gesicherte Hund deutliche Anzeichen dafür gezeigt, dass er erneut den Radfahrer zumindest angreifen würde, wenn er die Chance dafür hat.

    Ein Hund darf in privater Hand nicht als gefährliches Werkzeug (Waffe) eingesetzt werden.

    In diesem Fall scheint es so, als ob jemand in einer Diskussion zu den Fäusten greift, weil ihm die Argumente ausgehen. Solchen Vollpfosten bin ich schon in meiner Jugend aus dem Weg gegangen.

    Jemanden überholen ohne sich vorher bemerkbar zu machen kann eine Schreckreaktion verursachen. Das wird auch vom Gericht berücksichtigt, es gibt mehrere Urteile wo Radfahrern zumindest eine Teilschuld zugesprochen wurde, auch wenn sie die einzigen Geschädigten waren.

    Fahrradfahrer sind übrigens dazu verpflichtet, ihre Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen bis hin zum anhalten, und auch zu berücksichtigen, dass andere Verkehrsteilnehmer durch überraschende Aktionen ihren Weg plötzlich queren können.

    Das kann ein Passant sein, der plötzlich zum auf der anderen Wegseite befindichen Mülleimer geht, aber auch ein Kind, welches noch gar nicht die Fähigkeit hat, die Umwelt in genügend großem Maße zu beachten... oder auch ein Hund, der seiner Nase folgt und von Umsichtigkeit im Straßenverkehr nicht viel Ahnung hat.

    Der Radfahrer war rücksichtslos und hat seinen Schaden damit erst möglich gemacht.

    Der Hundehalter hat seinen Hund als gefährliches Werkzeug eingesetzt, und sich damit strafbar gemacht. Die Art und Weise outet ihn als Volldepp, dem ich persönlich wünsche, dass ihm das Recht auf Hundehaltung abgesprochen wird.

    Fahrradklingeln sind übrigens Pflicht, sobald man mit diesen am öffentlichen Verkehr teilnimmt. Öffentlicher Verkehr sind auch reine Fußwege, die für das Radfahren freigegeben sind.