Wie erkenne ich von außen, ohne stundenlang Kleingedrucktes zu durchsuchen ob eine Tierschutzorga seriös ist? Vor allem wie erkennt man das auf eine Art und Weise die man auch einem Hundeanfänger an die Hand geben kann.
1. Veröffentlichung der Satzung, aus welcher die konkreten Ziele und wie diese Ziele erreicht werden sollen, hervorgeht.
2. Die Organisation soll als gemeinnützig anerkannt sein und dies durch einen aktuellen Freistellungsbescheid dokumentieren.
3. Die Entscheidungsträger müssen genannt sein mit Funktion und Erreichbarkeit. Außerdem muss die Personalstruktur dargestellt werden. (wie viele „Ehrenamtliche“, Vermittler, Pflegestellen usw.)
4. Regelmäßige zeitnahe Informationen und Materialien über geplante, aktuelle und durchgeführte Aktivitäten/Projekte sollen Interessierten in lesbarer Form zugänglich sein.
5. Keine aggressive Werbung (z.B. Mitgliederwerbung durch „psychischen“ Druck, grausame Bilder, grausame Darstellungen oder Drohungen wie „…wird sonst eingeschläfert/vergast“).
6. Veröffentlichung von Gesellschafts-/Jahresberichten mit Aussagen über Mittelherkunft (Spenden, Mitgliedsbeiträge, Erträge aus Abgabespenden/Schutzgebühr, Verkaufsaktionen) und Mittelverwendung (Vergütung hauptamtlicher Mitarbeiter, Aufwandsentschädigungen von ehrenamtlichen Mitarbeitern, Provisionen für Vermittler, Pflegestellen-Aufwandsentschädigungen, Aufwendungen für Projekte und Aktionen.)
7. Angabe sowohl der Werbekosten als auch der anteiligen Kosten für die Verwaltung.
8. Angabe, über welche Fachkompetenzen die Verantwortlichen der Organisation und weitere Entscheidungsträger verfügen.
Darüber hinaus gibt es noch folgende Punkte und Fragen, die eine Seriosität speziell im Hunde-Tierschutz zweifelhaft erscheinen lassen:
Gerade kleinen, aber auch mittleren und großen Vereinen dürfte es schwer fallen, mehrere oder sogar viele Organisationen effektiv zu unterstützen. Das Splitten der Einnahmen auf viele Projekte kommt dann im Einzelnen nur als „Tropfen auf den heißen Stein“ an – und bewirkt keine effiziente Verbesserung vor Ort. Hier lieber einmal mehr hinschauen!
Werden Massentransporte – oft auch von mehreren Organisationen gemeinsam – gemacht? Was gerne verschwiegen wird: Die Transporteure werden für ihre Dienste deftig bezahlt (zwischen 50,- und 110,- € pro Hund, je nach Größe) – und selbst mit einer Begleitperson dürfte eine ausreichende Versorgung von 20 bis 80! Hunden während der manchmal tagelangen Fahrt unmöglich sein. Es gibt mittlerweile sehr viele Tierschutzorgas, die deshalb nur wenige Tiere in Eigeninitiative befördern oder ganz auf Flugpatenschaften ausweichen.
Unbekannte Organisationen sollten nicht ohne vorherige Recherche, ins Blaue hinein unterstützt werden – auch dann nicht, wenn sich die Idee noch so gut anhört oder das Mitleid noch so groß ist!
Die aufgeführten Punkte sind eine Zusammenfassung von Forderungen, wie sie z. B. der Deutsche Spendenrat, die Initiative Transparente Zivilgesellschaft, aber auch der TVT und etliche der seriösen Tierschutzorgas fordern.
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Ist das zu kompliziert?
Hm - ich kann ein einfaches Vorgehen zum Kauf eines Blumenkohls liefern - für einen Hund sollte aber eindeutig mehr investiert werden. Meine Meinung.