Wie ist denn nun der Erfolg, wenn man Hund immer nur Rückruft, nachdem der schon jagd? Im Unterschied dazu, dass der Hund nicht jagen soll.
Das ist zu vereinfacht gedacht, weil hier ausschließlich der Fokus auf einen bestimmten Aspekt des Diskriminierungslernens gelegt wird.
"Im Unterschied dazu, dass der Hund nicht jagen soll." Hier liegt der Fokus darauf, dass Hund lernt: der Mensch bestimmt, wann gejagt wird.
Das lässt sich nicht bei jedem Hund umsetzen, weil hier viele Faktoren eine Rolle spielen:
Reizschwellen, Reaktionsnorm, Lernfähigkeit, Kooperationsbereitschaft, Erfahrungen, die Fähigkeit zur eigenen Impulskontrolle des Hundes, Nerventätigkeit, genetisch vorgegebenes Beuteschema - um nur mal einige zu nennen.
"Wie ist denn nun der Erfolg, wenn man Hund immer nur Rückruft, nachdem der schon jagd?"
Um nur einen Aspekt zu nennen: Die Erhöhung der Reizschwelle = der Hund LERNT, nicht mehr auf jeden Reiz zu reagieren, nicht mehr so stark auf jeden Reiz zu reagieren, andere Reize (Interessen) den Vorrang zu geben, oder anders: Er lernt, dass das Leben nicht nur aus Jagd besteht, sondern durchaus andere Vorzüge bereit hält.
Es besteht EINE wichtige Übereinstimmung bei beiden Vorgehensweisen: Der Bedarf des Hundes auf Jagd MUSS gedeckt werden.
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Ich LEBE damit, auf den großen Spaziergängen immer meine Dummyweste zu tragen.
Amigo blendet nämlich jagdliche Anreize deutlich besser aus, wenn ich dafür sorge dass er auf seine Kosten kommt. Amigo ist allerdings tatsächlich eine richtige Jagdsau, seine jagdlichen Ambitionen sind äußerst hoch ausgeprägt. ALLE Sequenzen des Beutefangverhaltens.
Ich habe übrigens den Jagdabbruch nicht erst bei Vögeln begonnen, sondern schon beim Ansatz des Verfolgens eines Schmetterlings...