Beiträge von Hundundmehr

    Wie ist denn nun der Erfolg, wenn man Hund immer nur Rückruft, nachdem der schon jagd? Im Unterschied dazu, dass der Hund nicht jagen soll.

    Das ist zu vereinfacht gedacht, weil hier ausschließlich der Fokus auf einen bestimmten Aspekt des Diskriminierungslernens gelegt wird.

    "Im Unterschied dazu, dass der Hund nicht jagen soll." Hier liegt der Fokus darauf, dass Hund lernt: der Mensch bestimmt, wann gejagt wird.

    Das lässt sich nicht bei jedem Hund umsetzen, weil hier viele Faktoren eine Rolle spielen:

    Reizschwellen, Reaktionsnorm, Lernfähigkeit, Kooperationsbereitschaft, Erfahrungen, die Fähigkeit zur eigenen Impulskontrolle des Hundes, Nerventätigkeit, genetisch vorgegebenes Beuteschema - um nur mal einige zu nennen.

    "Wie ist denn nun der Erfolg, wenn man Hund immer nur Rückruft, nachdem der schon jagd?"

    Um nur einen Aspekt zu nennen: Die Erhöhung der Reizschwelle = der Hund LERNT, nicht mehr auf jeden Reiz zu reagieren, nicht mehr so stark auf jeden Reiz zu reagieren, andere Reize (Interessen) den Vorrang zu geben, oder anders: Er lernt, dass das Leben nicht nur aus Jagd besteht, sondern durchaus andere Vorzüge bereit hält.

    Es besteht EINE wichtige Übereinstimmung bei beiden Vorgehensweisen: Der Bedarf des Hundes auf Jagd MUSS gedeckt werden.

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    Ich LEBE damit, auf den großen Spaziergängen immer meine Dummyweste zu tragen.

    Amigo blendet nämlich jagdliche Anreize deutlich besser aus, wenn ich dafür sorge dass er auf seine Kosten kommt. Amigo ist allerdings tatsächlich eine richtige Jagdsau, seine jagdlichen Ambitionen sind äußerst hoch ausgeprägt. ALLE Sequenzen des Beutefangverhaltens.

    Ich habe übrigens den Jagdabbruch nicht erst bei Vögeln begonnen, sondern schon beim Ansatz des Verfolgens eines Schmetterlings...

    Wer 10 - 15 Meter vor seinem 2-jährigen läuft, ihn nicht konstant im Blick behält, auf öffentlichen Grund, der hat für mich nicht mehr alle Tassen im Schrank. Hunde wären u.U., je nach Gegend, noch die geringste Gefahr.

    Ich kann mich nur an die Informationen halten, die dort geschrieben stehen. Das sonstige Umfeld wurde nicht näher beschrieben - ich kann also nicht sagen, wieso der Vater seinen Zweijährigen 10-15 m hinter sich laufen lassen konnte.

    Vielleicht war es eine Spielstraße :ka:

    Es geht aber nicht um die sonstigen Umstände (und die möglichen Schlussfolgerungen über das vorhandene/nicht vorhandene Sorgfaltsverhalten des Vaters seinem Kind gegenüber), sondern um die Situation: Große Hunde, öffentlicher Raum und Kind.


    Also Reiter-der-hat-Angst-Themen ... auf die gehe ich heute nicht mehr gross ein ... hatte ich gestern, danke, nein.

    Schade. Aber vermutlich kommen wir auch hierbei nicht auf einen Nenner.

    Nur soviel: Für mich ist es selbstverständlich, dass andere Menschen davon ausgehen dürfen, meine Hunde stellen keine Gefahr für sie dar, und sie müssen keine besonderen Verhaltensmaßnahmen ergreifen - weil sie davon ausgehen dürfen, dass ICH die Verantwortung für meine Hunde trage und sie dementsprechend NICHT in Situationen führe, für die sie nicht sicher genug sind.

    Es gibt Hundehalter, die dieser Unsicherheit ihres Hundes derart Rechnung tragen, dass sie ihn dann z. B. mit einem Beißschutz sichern.

    Der Gesetzgeber sieht das so, dass von Tieren grundsätzlich Gefahrenpotential ausgeht (und das ist in der Regel das Ergebnis einer Gemeinschaftsproduktion). Deswegen auch die "Gefährdungshaftung", dort steht beschrieben warum.

    Nö. § 833 BGB regelt ausschließlich die Haftung. Da steht nichts von Gefährdung, und erst recht nichts von höherer Gefährdung.

    Das Gesetz geht (als Gemeinschaftsproduktion) davon aus, dass ein Schaden, der durch ein Tier verursacht wurde, ohne dieses Tier nicht zustande gekommen wäre. Deshalb sind Tierhalter grundsätzlich erst mal in der Haftung.

    Was als "Gefahr" angesehen wird: Dass Tiere tiergerechtes, nicht immer vorhersehbares Verhalten zeigen.

    Die Gerichte klären dann, inwieweit die äußeren Umstände dazu beigetragen haben und den Tierhalter von seiner Haftung (auch teilweise) befreien.

    https://www.kostenlose-urteile.de/AG-Coburg_12-C…z.news21854.htm

    Das hat aber nichts damit zu tun, dass sowohl Hundehalter als auch Eltern umsichtiger vorgehen müssen.

    Sehe ich zum Beispiel - was in meinem Umfeld sehr selten vorkommt - dass jemand meine Hunde und mich sieht und sein kleines Kind daraufhin auf den Arm nimmt, dann erkenne ich an dieser Handlung zumindest Bedenken desjenigen meinen Hunden gegenüber.

    Ich kenne den Grund nicht, und dieser ist für mich auch irrelevant: Ich nehme RÜCKSICHT, und bemühe mich, die Bedenken desjenigen zu mildern, indem ich mich entsprechend verhalte.

    Ich freue mich immer, wenn mir das gelingt - und wenn nicht, dann habe ich zumindest nichts getan, um diese Bedenken weiter zu verstärken.

    @Das Rosilein Unsere beiden letzten Beiträge haben sich überschnitten.

    Welche Vorsorge?

    Bei meinen Hunden bedarf es beispielsweise keiner "Vorsorge" - selbst wenn das Kind denen ungeschickt vor die Füße fällt, würden sie maximal erstaunt schnuppern.

    Sie hätten einen Maulkorb drauf, wenn ich mich nicht darauf verlassen könnte.

    Darum geht es eben nicht, bzw. eher genau um so etwas. Man möchte nicht, dass überhaupt irgend wer eine Teilschuld bekommt, denn dann IST das Kind bereits verletzt (in den Brunnen gefallen). Erkennst Du nicht den Unterschied? H

    Dem widerspreche ich doch gar nicht!

    Ich sehe aber einen Unterschied zwischen "respektvollem Umgang" und "Umgang aus Angst".

    Eltern würden tun, was sie tun sollen, ihre Kinder aus dem Gefahrenbereich rauszuhalten, sie zu schützten, damit sie erst gar nicht in Gefahr geraten.

    Ein Hund ist grundsätzlich als (angstauslösender) Gefahrenbereich anzusehen?

    Das macht mir tatsächlich Angst.

    Er stellt sich nur die Frage, warum jemand mit seinen Kindern das Risiko überhaupt eingeht ... die stelle ich mir auch.

    Welches Risiko? Dass da ein Mensch mit zwei Hunden steht, an dem er und sein Kind vorbei müssen?

    Ich frage mich eher, warum "Er" bei diesem aus seiner Sicht sorglosen Passieren des Vaters einfach nur zuschaut, und den Vater nicht anspricht, ob er seinen Sprößling nicht mal eben "sichern" kann. "Er" hatte Angst, dass das Kind etwas machen könnte, womit seine Hunde nicht zurecht kommen könnten.

    Mensch kann sich aber auch auf den Standpunkt stellen: Die Welt, die Natur und die Tiere hätten sich an ihm (gefälligst) anzupassen ... tut er ja auch, regelmässig.

    Liest du das aus meinen Worten raus?

    Dann kann ich deinen Ärger nachvollziehen.

    Ich meine allerdings, mich nicht so ausgedrückt zu haben, dass dies als meine Aussage so herausgelesen werden könnte.

    Vielleicht wird es so verständlicher: Ich erziehe meinen Hund und nutze dessen Anpassungsfähigkeit. Ich weiß aber um die Grenzen dieser Anpassungsmöglichkeiten, und achte deshalb auch darauf, meinen Hund nicht in ein Umfeld zu bringen, wo diese Grenzen ausgereizt oder gar überschritten werden.

    Natürlich nehmen Eltern ihre Kinder bei Hunden auf die abgewandte Seite oder heben sie hoch. Es findet auch zumeist eine Form von wortloser Kommunikation statt, eine unausgesprochene Abstimmung. Ganz viele Eltern tun das, nahezu alle, die mir begegnen.

    Wenn ich Familien mit Kindern sehe, leine ich meine Hunde an, genau wegen meiner Intention: Eltern müssen NICHT Angst vor meinen Hunden, bzw. wegen meiner Hunde Angst um ihre Kinder bekommen.

    Ich denke da z. B. an eine Veranstaltung bei uns im Ort, wo die Durchgangsstraße gesperrt ist, lauter Buden aufgebaut sind - und die Menschend dort kreuz und quer rumlaufen, darunter auch Kinder. Wenn ich dort mit meinen angeleinten Hunden gehe - müssen die Eltern dann ihr Kind beiseite schaffen, sobald ich mit meinen Hunden dort auftauche?

    Dürfen die sich nicht darauf verlassen, dass ihren Kindern keine Gefahr von meinen Hunden droht, selbst wenn das kleine Kind plötzlich mit seinem Eis/Waffel/Wurstbrot vor meinem Hund steht?

    Bewege ich mich mit meinen Hunden in der Öffentlichkeit, dazu auf einem so begrenzten Weg wie es ein Bürgersteig nun mal darstellt - dann DÜRFEN sich die Menschen darauf verlassen, dass meine Hunde so umwelt- und kindersicher sind, dass sie dem Kind nichts tun, selbst wenn es originell reagiert (auf den Hund zugeht um zu streicheln) oder ihm ein Missgeschick passiert (hinfällt).


    Und nur Ausnahmen, die die Regel bestätigen, benehmen sich anders. Auch diese, unsere zivilisierte Welt hält Gefahren für ihre Kinder bereit und die meisten Eltern sind sich dessen bewusst und belassen es nicht bei einem nach gelagerten Schadensausgleich, denn dann wäre das Kind doch schon in den Brunnen gefallen (und wie uns die Erfahrung lehrt, ist es dann für manche schon zu spät ... s. die Kiste in Spanien).

    Dann begegne ich hier sehr oft Eltern, die sich gegen diese Regel (Kind zur Seite oder auf den Arm nehmen) benehmen. Liegt möglicherweise auch daran, dass ich meine Hunde kontrolliere (anleinen oder eben kurz am Halsband halten), dabei freundlich lächle, den Weg etwas freimache ... und mich darüber freue wenn die Eltern sagen: "Unser Kind hat keine Angst vor Hunden, die können sie ruhig loslassen. "

    Also passe ich auf, verzichte auf (vermeintliche) "Rechte"

    Und tue mein möglichstes um mich Schadensbegrenzend zu verhalten


    Manchmal ist das aber echt schwer,

    Besonders gegen den Widerstand zuvieler beleidigter hirnwindungen

    Kommen die aber nicht auch genau daher (ZU VIELE beleidigte Hirnwindungen), weil eben zu viele Hundehalter ein Verhalten einfordern, welches über das übliche Maß hinausgeht?

    Ich meine, die Bedenken (bis hin zur Feindlichkeit) Hunden gegenüber haben enorm zugenommen.

    :herzen1: Was für eine schöne Intention in dieser Geschichte...

    Ja, heute ist Sonntag :smile:

    @Das Rosilein Ja, solche Fälle meine ich auch mit meiner Zustimmung zum Beitrag von Sunti "Verantwortung ist keine Einbahnstraße".

    Ich sehe bei deinem Beispiel aber auch keine "erhöhte Gefährdung" durch deinen Dicken, und dementsprechend auch keine Nachlässigkeit deinerseits.

    Ich bin auch davon überzeugt, hätte der Dicke hier in seiner Not doch im Reflex gezwackt (an die EIER PACKEN - wer kommt denn auf so eine Idee????? :wallbash:), dann wäre den anderen Menschen hier zumindest eine Teilschuld zugesprochen worden, und der Vorfall wäre nicht zu Lasten des Dicken gegangen.

    Solche Vorfälle meine ich mit "übergriffig" - und in deinem Fall ist den Leuten wohl irgendwo das HIRN abhanden gekommen ...

    Im Beitrag von @Lurchers sehe ich aber eine völlig andere Situation, und gerade diese dort geäußerte Erwartung, die da dem Vater gegenüber gefordert wird, zeigt mir eine völlig andere Intention - eben das Abwälzen der eigenen Verantwortung für ein erhöhtes Gefahrenpotential des eigenen Hundes auf die Umwelt.

    Ach ja - habe ich die ganze Zeit vergessen ...

    Das hier hat mich so zum Schlucken gebracht:

    .ich hätte an seiner stelle das Kind vorsorglich auf den Arm genommen anstatt es alleine in so ne Situation reinrennen zu lassen, die es auf gar keinen Fall alleine gebacken kriegt, sollte irgendwas sein. Sind die alle bekloppt? Ich mein, dann ist das Kind halt verletzt/ entstellt, aber er hatte ja Recht oder was?

    Ernsthaft jetzt? Der Vater SOLL so handeln, aus ANGST, die deine Hunde bei ihm auslösen sollte?

    Das erwartest du?

    Da habe ich echt nur ein Kopfschütteln für übrig ...

    Ich persönlich WILL absolut nicht, dass meine Hunde bei anderen Menschen Angst auslösen.

    Sunti Grundsätzlich stimme ich dir zu, Verantwortung ist keine Einbahnstraße.

    Sollte es zumindest nicht sein.

    Weiträumig ausweichen verlangt ja keiner, aber seine Hunde bzw. Kinder so nah bei sich halten, dass die andere Partei nicht belästigt bzw. ungewollt berührt wird, sollte doch drin sein.

    Genau damit habe ich aber ein Problem.

    Bewusste Übergriffigkeit (Menschen, die ungefragt den "süßen Welpen" knuddeln, oder sich als "Hundeflüsterer" auftun, obwohl ich ihnen gesagt habe dass ich das bei meinem Hund nicht möchte) finde ich auch zum :kotz:

    Aber wenn ich an einem schönen, sonnigen Sonntag in den Park gehe - dann MUSS ich mir dessen bewusst sein, dass dort KINDER sind, die den Park mitnutzen.

    Dann muss ich mir im Klaren darüber sein, es könnte z. B. ein Ball direkt bei meinem Hund landen, mit einem Kind direkt im Schlepptau, welches sich bückt um den Ball aufzunehmen - und DAS direkt vor dem Maul meines Hundes.

    Dann MUSS ich damit rechnen, dass das von einem Erwachsenen an der Hand geführte 2-jährige Kind bei einem engen Vorbeigehen plötzlich und unvermittelt die Hand ausstreckt und "eimaeimachewauwau" meinen Hund berührt.

    Sitze ich in einem Bus nach Schulschluss - dann MUSS ich mit rempelnden, lärmenden Jugendlichen rechnen, dann muss ich damit rechnen, dass dort Kinder in der Enge sind, die gleichzeitig mit der Frage: "Oh - darf ich den Hund streicheln?" dies zeitgleich ausführen ...

    Es ist MEINE Verantwortung, die erhöhte Gefahr, die von meinem Hund ausgeht, zu berücksichtigen.

    Ich KANN nicht erwarten, dass die Eltern dem Ball hinterher rennen und ihr Kind rechtzeitig stoppen, dass der Erwachsene mit dem Kleinkind ausweicht, oder dessen Hände festhält (warum- aus ANGST DEINEM Hund gegenüber????), die Jugendlichen mit dem Rempeln aufhören oder Kinder bei der Nähe ihren Streichelimpuls unterlassen.

    Geht von MEINEM Hund eine erhöhte Gefahr aus - dann ist es alleine MEINE Verantwortung, diese zu berücksichtigen und ihn so in der Umwelt zu führen, dass diese erhöhte Gefahr nicht zu Schaden führt.