Das war keine Diagnose, sondern ein Vergleich
(bin auch nicht davon ausgegangen, dass der Hund tatsächlich mit Speed gefüttert worden ist)
Mich hat dieser Vergleich echt erschrocken ![]()
Keine Ahnung was ich gemacht hätte, wenn Amigo auch außerhalb der Spaziergänge solche Verhaltensänderungen gezeigt hätte - vermutlich zum nächsten TA gerannt ![]()
Mir hat schon gereicht, dass er anscheinend auf den Spaziergängen nur noch Jagdinteresse hatte.
Ich fand das furchtbar - ein Hund der nur noch auf jagdliche Reize fokussiert ist.
Zu dem Zeitpunkt habe ich dann entschieden, seine "Passion", das Apportieren, auf den Spaziergängen gezielt einzusetzen, um am "Runterfahren-Können" zu arbeiten.
Davor war das Apportieren auf wenige Male die Woche begrenzt, und klar vom Spaziergang getrennt.
Nun, immerhin weiss ich jetzt, dass der Hund in dieser Phase keinesfalls "geplatzt" ist (auch nur ein Vergleich/Platzhalter, nicht wörtlich zu nehmen), seine Unruhe umgebungsabhängig war, sich unterwegs aufbaute, das Energielevel vorher und nachher normal gewesen zu sein scheint, der Hund somit runter fahren konnte.
Wobei ich die Wahrscheinlichkeit, dass er genau das eben auch nicht mehr gekonnt hätte, wenn ich das Ganze einfach so weiter hätte laufen lassen, als sehr hoch ansehe.
Beim Golden ist ja die Zucht auch sehr speziell und wenn ich mich recht erinnere ist Amigo Showzucht, als nicht aus jagdlichen Linien?
Das hast du etwas falsch in Erinnerung. Meine Züchtern hat nie auf "Show" gezüchtet, gehört aber dem Verein an (GRC), der sich vor ca. 30 Jahren vom Retrieverclub (DRC) gelöst hat, um den Golden eben nicht mehr als reinen Jagdhund, sondern mehr als Familienhund zu züchten.
Dieser "Familientrend-Hund" hat dazu geführt, dass die jagdlichen Eigenschaften zurück gestellt wurden - und das hat zu den Ausprägungen geführt, die die Showlinie zum Ergebnis hatte. Die jagdlichen Eigenschaften stehen beim GRC wieder im Mittelpunkt, und sind Pflicht, wenn ein Hund die Zuchtzulassung erhalten soll.
Ich finde dass, ohne es abzuschwächen, was das für Mühe kostet, ein Jagdhund ist mit Jagdersatzausbildung immer besser in den Griff zu bekommen auch für den Hund selbst, als ein vergleichbar "durchgeknallter" Hütehund.
Weil es keinen "Hüteersatz gibt".
Ein "durchgeknallter" Hütehund - was das ist, hattest du an anderer Stelle mal sehr ausgiebig beschrieben, ist tatsächlich eine ganz andere Hausnummer, da stimme ich dir zu.
Du beziehst dich da auf die besondere Problematik der BC-Zucht, nicht wahr? ![]()
Allerdings wird es nach einem Jagderfolg für den Hundehalter immer nochmal doppelt schwierig, diesen Hund wieder "auf Spur" zu bekommen.
Ja, weshalb ich solche Jagderfolge auf Wild immer verhindert habe (und dennoch hatte Amigo zwei mal Erfolg - aber das war mein Fehler, und ZUM GLÜCK sind diese Erfolge erst passiert, als Amigo schon einen guten Ausbildungsstand HATTE. Hätte er diesen Erfolg als Jungsspund gehabt ... ![]()
DENNOCH, ist es falsch in meinen Augen diese Hunde von ihrer genetischen Veranlagung abhalten zu wollen. Denn erst daraus entstehen all die Zwangshandlungen und sie suchen sich je nach Charackter andere Entlastungen.
Genau das war auch mein Gedanke, der mich dazu brachte zu überlegen, wie ich Amigos Passion bedienen kann und gleichzeitig aber auch dafür sorge, dass diese Passion eben nicht zu einer Sucht führt und sein ganzes Handeln bestimmt.