Beiträge von Hundundmehr

    Zu Luke und seinen Menschen:

    Das Päarchen ist mir megasympathisch gewesen :cuinlove:

    Dass sie diese Kleinschrittigkeit des Trainings so angenommen haben, fand ich unglaublich toll!

    Ist das Futterentzug, womit da gearbeitet wird?

    Futterentzug heißt, man lässt den Hund bewusst hungern.

    Das ist hier doch gar nicht der Fall.

    Natürlich muss, wenn durch das Training viele Kalorien in den Hund kommen, das auch von der Tagesration abgezogen werden - sonst wird der Hund zur kugelrunden Nudel.

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass DIESES Päarchen nun den ganzen Tag geübt hat und die Tagesration ausschließlich in kleinen Häppchen in diesen Hund gekommen ist...

    Ich fand Luke übrigens nicht panisch ...

    Supersympathisch, typisch Rütter eben, die knochentrockene Bemerkung: "Hunde die betteln solln was kriegen."

    :lachtot:

    Recht hat er - allerdings sollte man die danach folgende Erklärung bei dieser Aussage mit berücksichtigen ;)

    Ein Hund, der etwas gar nicht will und deshalb ins Meideverhalten (bei Luke: Rückzug in sein sicheres Refugium Garten) geht, dieses aber zugunsten der Motivation, ein Leckerchen zu bekommen, UNTERLÄSST - dem gibt man das Leckerchen, und das hat zwei gute Gründe:

    1. Der Hund entscheidet sich freiwillig, also intrinsisch, gegen das Meiden, zugunsten der Futterbelohnung

    2. Fressen macht glücklich - und dieses "Häppchen Glück" mildert das Empfinden dessen, was das Meideverhalten auslöst.

    Wirklich super ist die Kleinschrittigkeit - und dass die Halter das so umgesetzt haben, mit der erforderliche Riesenportion Geduld, ist echt eine Leistung.

    Angebracht fand ich die Klatsche: "Wer bei e-bay inseriert, ist nicht seriös. Punkt!"

    Natürlich gibt es auch seriöse Inserenten, keine Frage.

    E-Bay ist aber in erster Linie ein schneller und unkomplizierter Weg - und zu oft wird durch diesen Fokus auf schnell und unkompliziert der Blick auf die wirklich wichtigen Aspekte in den Hintergrund gedrängt.

    Wenn Menschen sich mehr Mühe geben würden und nicht "schnell und leicht verfügbar" als Ausgangsmotivation hätten ... bräuchten seriöse Quellen nicht mehr bei e-bay inserieren.

    Zum Abschluss ein kleiner Blick in die Glaskugel bei Luke: Gehen seine Menschen weiter so zwanglos und kleinschrittig mit dieser Autogeschichte vor, dann wird Luke irgendwann für sich die Erfahrung abspeichern: "Autofahren ist zwar doof - aber ich komme grundsätzlich durch diese Autofahrt dahin, wo ich Spaß mit meinen Menschen habe. Also nehme ich es mal hin."

    Jetzt hatte ich endlich mal Zeit, mir die letzte Folge reinzuziehen.

    Annama und Milo ... :(

    Das hat mich zum Weinen gebracht ... mehrfach :( :

    Es war die einzig richtige Entscheidung, Milo in eine andere Familie zu geben.

    Rütter ist da sehr klar, aber auch sehr empfindsam mit Annama umgegangen.

    Das Happyend für Annama mit der Tierschutzhündin Fiebie (keine Ahnung, ob das so geschrieben wird, es gab ja auch nur 2 Bilder dazu zum Ende der Sendung) war sehr schön.

    Schön auch die Aussage vom Rütter auf die Frage von Annama, ob sie lieber einen ausgebildeten Hund oder einen aus dem Tierschutz nehmen soll:

    "Das ist egal, das Wichtigste ist, dass der Hund natürlich dir gegenüber empfindsam sein muss - aber Draußen muss der eine coole Socke sein, das ist das Wichtigste. So cool, dass der ein Erdbeben erst merkt, wenn der Sack Futter in die Spalte rutscht." (nicht komplett wortwörtlich wiedergegeben.)

    Wahnsinn, dass Annama wieder Sprechen gelernt hat :(

    Es wurde übrigens immer von einem Begleithund gesprochen, nicht von einem Therapiehund.

    In der Szene mit dem Hundetrainer Hubert (?) und Milo auf der Bank im Park war deutlich zu sehen, was Milo benötigt: Beistand durch seinen Menschen, Sicherheit durch seinen Menschen.

    Annama ist selber hilfsbedürftig, und kann das nicht leisten.

    Hier spielt die genetische Disposition von Milo rein, der sowohl territoriale als auch soziale Komponenten mitbringt, die dazu geführt haben dass Milo einen "Job" für sich erkannt hat, und diesen ausübt.

    So einen Hund bekommt man natürlich sicherer - aber dazu muss der Halter selber sehr sicher sein. Dann kann auch Milo LERNEN, nicht mehr geringste Anzeichen einer Abweichung von "normalem Verhalten" als ungewöhnlich und Verteidigung erfordernd zu bewerten.

    Dennoch wird seine genetische Disposition IMMER auf "On" geschaltet sein, und bei wirklich außergewöhnlichen Situationen anspringen. Erkennt der Halter das nicht schon im Vorfeld und steuert dagegen, indem er dem Hund die Bewertung mitteilt: "Ich sehe es - und es ist okay!", dann schaltet sich das Verhalten wieder ein.

    So verstehe ich die Aussage vom Rütter: "Das hat der Hund IN SICH, und das lässt sich nicht ändern!"

    Hinsichtlich des territorialen Aspektes kam mir noch der Gedanke, ob bei Annama durch den Rollstuhl aus Sicht des Hundes das "Territorium" möglicherweise immer mitgeschleppt wird? :denker:

    Eine sehr traurige, berührende Geschichte, die aber auch sehr deutlich zeigt wie wichtig es ist, die eigenen Umstände zu berücksichtigen bei der Wahl eines Hundes.

    Also machst du dann eine Markierung mit dem Jungspund oder mehrere? Das ist das, was ich als "Einheit" eben so unklar finde.

    Mindestens 2 Markierungen. Es gibt einen für den Hund ganz klaren Anfang, und ein ganz klares Ende.

    Die "Arbeit" soll ganz klar Spaß machen.

    Es gibt aber einen Unterschied zwischen "Just for fun", und Arbeit: Bei der Arbeit brauche ich die volle Konzentration des Hundes - und er muss WARTEN.

    Warten kann der Jungspund überhaupt noch nicht. Also grundsätzlich weiß er schon, was Warten ist - er mag es nur nicht, will am Liebsten und Überall gleich los.

    Da etabliere ich derzeit die Basis, darüber, dass er lernt das WARTEN durchaus Sinn macht.

    Am Beispiel der gestrigen Übung:

    Ein umgestürzter Baumstamm nah am Weg, in ansonsten unterholzfreiem Gelände.

    Die Hunde haben 3m vor dem Baumstamm gewartet, meine im Platz, der Jungspund angeleint mit seiner Halterin.

    Ich stand direkt VOR dem Baumstamm und habe sichtbar für die Hunde, mit dem Dummy-Lockruf begleitet ("Jep-Jep") DREI Dummies geworfen.

    Dann habe ich aus der Distanz erst Vasco geschickt. Der musste sich einen Weg suchen zum Dummy, weil der Baumstamm sehr groß und auch glitschig war.

    Als Zweiten dann Amigo. Das ging ratz-fatz.

    Dann durfte der Jungspund. Der hang zeitweise schon bei den Würfen in der Leine, es war schon eine Herausforderung für die Halterin, nicht quer von ihm zum Apportel gezogen zu werden |)

    Danach die Hunde wieder 3m vor dem Baumstamm platziert, wieder 3 Dummies geworfen (da war Jungspund schon etwas ruhiger), und anschließend ca. 15m Abstand genommen und erst von da aus geschickt, wieder in der vorigen Reihenfolge.

    Zum Abschluss sind wir dann mit den Dreien auf ca. 30m Abstand gegangen, ich bin alleine zu dem Baumstamm, habe dort die gleiche Markierung gemacht, wieder zurück zu den Jungs.

    Die erste durfte Amigo holen, Nummer 2 und 3 dann der Jungspund.

    Die Apportel wurden dann von mir weggepackt, und den Hunden wurde durch ein "Okay - weiter gehts!" signalisiert, dass der Apport nun beendet ist und wir weiter gehen.

    Das Ganze hat ungefähr 20 Minuten gedauert - und das sind 20 Minuten Konzentration für die Hunde!

    Dann waren das 9 Apporte - davon 2 für Vasco, 3 für Amigo und 4 für den Jungspund.

    Der Jungspund musste also 5 Apporte von anderen Hunden "ertragen".

    Das fiel ihm schon sichtlich leichter bei der 2. und 3. Aufgabe. Da wusste er schon: "ICH darf AUCH!!!" - und das ist zumindest schon mal ein winziger Fortschritt.

    ....................

    Dieses "Ich DARF ... auch" MUSS bei diesem Hund auf- und ausgebaut werden.

    Leider hat er nämlich schon gelernt, dass er IMMER KANN, wenn er nicht angeleint ist.

    Oft auch, wenn er angeleint ist |)

    Er liebt andere Hunde, und zeigt ein Sozialverhalten frei von Aggression.

    Dabei wird er aber bei aller Ungestümheit nie taktil - er rempelt also nicht an, zwickt auch nicht, und ist bei aller Ungestümheit auch Kleinsthunden gegenüber sehr umsichtig in dem was er tut.

    Das ist echt toll.

    Trotzdem sind die großen Bedenken hinsichtlich Hundekontakten seitens der Halterin berechtigt.

    Nicht jedem Hund ist eine solche Ladung an Energiebündel angenehm, und die Gefahr ist einfach bei einem solchen Hund größer, einem Hund zu begegnen der nicht mit Nachsicht sondern einer geballten "Ansage" auf ihn reagiert.

    Leider hat die Halterin als Ersthundehalterin keinerlei Erfahrung hinsichtlich anderer Hunde, und ihr Verhalten ist geprägt von Angst - eben um ihren Hund.


    Kann die Besitzerin ihn da händeln?

    Siehe oben - leider nicht wirklich :( :

    Kommt ja auch darauf an, ob ich da irgendwas so transportieren kann, dass sie damit lernt |)

    Im Moment ist es so, dass meine Anwesenheit ihr sehr viel Sicherheit gibt.

    Das kann ich nutzen.

    Sag mal, was ist denn eine Apport-Einheit bei dir? Das ist so weitläufig, magst du kurz berichten, was das konkret umfasst?

    xD - ja, das ist erläuterungsbedürftig.

    Apporteinheit heißt: Klar abgegrenzt vom Freizeitmodus-Spaßspaziergang.

    Dem Hund signalisiere ich dann: Jetzt ist Konzentration angesagt, ICH mache jetzt etwas, IHR seht dabei zu - und bekommt DANN einen Auftrag.

    Ist der Jungspund dabei, werden ALLE Hunde dafür angeleint (meine kann ich ohne diese Ablenkung, die der Jungspund einfach derzeit noch ist, ohne Probleme ungesichert ins Platz legen und sie - auch außer Sicht - dort liegen und warten lassen, bis ich sie holen komme).

    Die Apportaufträge sind da sehr unterschiedlich, beim Jungspund lasse ich derzeit noch SEHEN, was ich tue und WOHIN ich das Apportel lege.

    Apportaufträge umfassen aber allgemein:

    - die einfache Markierung; Ein Dummy fliegt, und der Hund kann anhand der Flugbahn die Landestelle lokalisieren. Je nach Umfeld ist es dabei mal leichter, mal schwerer, diese Landestelle zu "markieren", heißt: Sich genau merken, in welcher Entfernung und wo das Dummy dann zu finden ist. Eine kurzgemähte Wiese beispielsweise bietet dem Hund noch die Möglichkeit, das Dummy auch auf dem Weg dahin noch zu SEHEN - wobei auch das bei größeren Distanzen für so manchen Hund eine echte Herausforderung sein kann. Ich erlebe oft, dass gerade ungeübte Hunde über ein Dummy hinwegrennen, einfach, weil sie die Distanz noch nicht einschätzen konnten und noch nicht gelernt haben, ihre Nase schon auf dem Weg gezielt einzusetzen.

    Ein Dummy, welches auf einem Laubteppich landet, dort möglicherweise sogar etwas einsinkt, ohne eine Geländemarkierung (ein Busch, ein Baum, ein Baumstumpf) die dem Hund dabei hilft, sich ungefähr zu orientieren, ist da eine völlig andere Hausnummer.
    - die Frei-Verloren-Suche: Hier werden ein oder mehrere Dummies ausgelegt, evtl. mit "Schleifspuren", ohne dass der Hund dies sieht. Hier wird der Hund dann in ein Gebiet eingewiesen, welches er mit Hilfe seiner Nase absuchen muss. Das ist die Verhaltenssequenz Stöbern, die damit bedient wird.

    - Das Einweisen: Das ist die "Königsklasse", bei der der Hund nicht weiß, wo das Dummy liegt. Hierzu muss er schon die "weisende Hand" kennen und umsetzen, denn der HF zeigt ihm damit die Richtung, in der das Dummy zu finden ist.

    - Fährtensuche: Mache ich bei meinen nicht wirklich ausgeprägt, weil ich hier lieber das "Frei-Verloren" einsetze. Diese Möglichkeit halte ich mir "in petto", für einen Hund, der dies bevorzugt als Jagdverhaltensweise. Könnte möglicherweise der Jungspund sein, weil der derzeit seine Nase kaum vom Boden kriegt ... aber das sind (noch) hauptsächlich andere Gerüche, vornehmlich von anderen Hunden, denen er da nach geht. Da muss ich mal schauen, ob wir auch in diese Richtung arbeiten.

    Zeigt der Jungspund sonst generell viel Jagdverhalten oder war da einfach ein Reiz sehr nah?

    Es gibt bei ihm altersentsprechende Hinweise, dass er gerade "auspackt" was in ihm steckt. Ist ein Hütehund-Retrievermix aus einer Bauernhofvermehrung (und ja, ich habe mir zu Beginn erlaubt, die Halterin darauf hinzuweisen, dass ich solche Vermehrer schxxxx finde. Ich habe es deutlich, aber nett verpackt. Und der Hund ist jetzt DA, und er ist echt toll - aber auch anstrengend, weil anspruchsvoll. Also helfe ich, wenn erwünscht und möglich).

    Der Hund saugt ALLES auf wie ein Schwamm; er ist ein ganz gewitztes Köpfchen, lernt unglaublich schnell - und ist für mich eine große Herausforderung weil ich mir ganz genau überlegen muss, WAS das jeweilige Ziel ist, und WIE ich das so in eine Übung verpacken kann, dass es auch für den Hund klar und erreichbar ist. Sonst denkt der sich seine eigenen Lösungen aus ... und davon hat er leider schon ein paar parat, die ihn nicht so wirklich einschätzbar machen ... :roll:

    Derzeit treffe ich mich ja regelmäßig ein mal die Woche mit einer Bekannten zum gemeinsamen Spaziergang.

    Sie hat einen unglaublich tollen, 1-jährigen Jungspund.

    Der ist aber "eine Hausnummer für sich" - ein Powerpaket, der sehr viel fordert.

    Freilauf bekommt er derzeit nur, wenn ich mit dabei bin, weil: Er hört dann so schön |)

    Uff .... letztens bin ich dann bei ihm doch sehr arg ins Schwitzen gekommen, denn er hatte irgendwo im Unterholz etwas wahr genommen, und zeigte höchstgradig Jagdverhalten.

    Er sprintete auf dem Weg hin und her, voll konzentriert auf das, was da im Wald zu sein schien, seine Halterin schrie fast: "Der rennt jetzt weg, Moni, der ist gleich weg!!!!! :shocked:" - und die Befürchtung hatte ich auch ganz massiv.

    Ich bin richtig ins Schwitzen gekommen bei meinen BETONT FREUDIGEN Bemühungen, seine Aufmerksamkeit zu bekommen und ihn davon abzuhalten, auf Nimmerwiedersehen ins Unterholz abzudriften ... Ein Kommando, möglichst noch mit DRUCK, hätte er nicht befolgt. Ganz im Gegenteil - das hätte seiner Motivation, doch lieber dem Objekt seiner Begierde nachzugehen, den entscheidenden Kick gegeben, es DOCH zu tun.

    Ich habe in gekriegt ... hot-dog-face aber das war richtig Arbeit.

    Wir hatten schon mit Dummytraining bei ihm angefangen, er zeigt da sehr viel Enthusiasmus und Talent.

    Das ist die Vorgeschichte.

    Gestern trafen wir uns wieder, auf meine Bitte hin mit Biothaneschleppleine.

    Nach einigen Minuten zum Dampf-Ablassen und Lösen (der Jungspund freut sich immer wie ein Schneekönig, wenn er uns sieht - logisch, er hat dann die Erwartungshaltung, dass er total auf seine Kosten kommt, wenn wir gemeinsam gehen) habe ich dann ein paar kleine Apportübungen gemacht.

    Danach konnten wir die Schlepp dann schleifen lassen.

    Auf dem gesamten Spaziergang hat er dann KEIN Jagdverhalten mehr gezeigt, wobei ich im zweiten Teil noch mal gezielt eine Apportübungseinheit eingebaut habe, diesmal mit einem Sprung über einen liegenden Baumstamm.

    Der Spaziergang ging über fast 2 Stunden ... wir sahen alle aus wie die Drecksschweine - aber das Verhalten des Jungspundes macht Hoffnung.

    Wir werden jetzt öfter miteinander gehen, und dann auch gezielt trainieren.

    Nicht nur Apport.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht, und werde hier mal von Zeit zu Zeit berichten.

    Ist zwar jetzt nur ein Blick in die Glaskugel ... aber:

    Irgendwie deuten alle Zeichen darauf hin, dass das Schicksal dir da einen "Plan B" für den Fall des Falles beschert hat, falls du tatsächlich mal ausfällst.

    Ohne diese Komplikation hättest du vermutlich gar nicht erfahren, dass dein "Plan B" in der Nachbarschaft wohnt ... :bussi:

    Ich drücke weiter die Daumen, dass es so weiterwächst!

    "Hausfrau des Jahres :party:"

    :lachtot:

    Auf den Titel habe ich auch nie Wert gelegt xD

    (irgendwie klappt das Zitieren grade nicht, deshalb muss ich's mit "copy and paste" machen)

    "Ansonsten hab ich halt wieder immer Superkleber mit, für oberflächliche Wundnotfälle."

    Was ist das für ein Superkleber? Ist das auch was für die Notfallapotheke?

    "Nur wenn die Jagerei einschießt, hast halt in 0,0002 Sekunden einen komplett anderen Hund und spürst erstmals, was da für ne Energie dahinter stecken würde."

    Ich will jetzt nicht sagen, es ist genau so wie bei meinem Amigo. Dazu sind die Rassen zu unterschiedlich. Aber dieses "ein völlig anderer Hund" erlebe ich bei meinem Amigo auch immer wieder. Daddelt er außerhalb des Jagdverhaltens fröhlich von Blümchen zu Blümchen in der absoluten Gewissheit, ihm sagt einer von den "Erwachsenen" wenn irgendetwas angesagt ist, so geht das von jetzt auf gleich in eine Ernsthaftigkeit über, die die gesamte Ausstrahlung (Körperhaltung, Bewegungsabläufe, Konzentration) des Hundes verändert, wenn es um Jagd geht. Ist halt seine Passion.

    Amigo sucht auch aktiv nach Jagdvergnügen. Bei ihm ist allerdings der Vorteil: Bediene ICH diese seine Passion ausreichend, sucht er selber deutlich weniger bis gar nicht aktiv.

    Ihr schmeichelt mir.

    Nein, das ist keine Schmeichelei, sondern ein ehrlich gemeintes Kompliment :bussi:

    Mir ist übrigens aufgefallen, dass die Schnappschildkröte im Behandlungsraum auf den Maulkorb verzichten konnte. Sowas freut mich z. B. auch total, bei dem ganzen Hintergrund vom Galgöchen. Eine tolle Entwicklung!

    Die sich scheinbar immer mehr festigende Gelöstheit des Galgöchens bekommt für mich noch mal eine ganz andere Wertung im Kontext zu deinen zu Beginn geäußerten Bedenken hinsichtlich Stadtkompatibilität des Galgöchens.

    "Es wird auch immer gelöster. Ich nehme an, das wär es überall sonst, wo man es nicht mit "Oh Gott Oh Gott, der Hund ist ja voll gestört"-Augen betrachtet,sondern ner Prise Belustigtheit zum Verständnis, auch geworden, vielleicht sogar schneller, je nach Umfeld."

    Zum Einen: Er ist bei DIR so geworden - und da steckt eine ganze Menge Verständnis und Arbeit drin.

    Dieser Fokus "voll gestört" kann sehr viel kaputt machen.

    Ich nutze gerne das Wort "verhaltensoriginell", was eben auch genau eine Prise Belustigung zusätzlich zum (nachsichtigen) Verständnis mit beinhaltet.

    Das beste, idealste Umfeld nutzt nix, wenn man das nicht hat.

    Sie schläft unten ganz entspannt aber sie hört uns ja definitiv laufen und evtl sogar reden, zählt das dennoch als Training? thinking-dog-face

    Das ist Alltag! :bussi:

    Natürlich ist das auch Training - das alltägliche Leben muss ja auch erst mal kennen gelernt werden.

    Sich nach 5 Tagen schon so sicher zu fühlen, dass es nicht mehr der Anwesenheit im gleichen Raum bedarf, ist schon mal ein sehr schönes Zeichen. Eine gute Basis.

    Mein Tipp: Beiß dich nicht so sehr am "Alleine-Bleiben-Training" fest.

    Behalte die Anzeichen im Auge, wo du schon Sicherheit bei deinem Hund feststellst - und stehe parat, sobald du Unsicherheit bemerkst.

    Allein gelassen fühlen kommt von allein gelassen werden - es kommt niemand, wenn man ruft.

    ..............

    Jetzt habe ich gar nicht nachgeschaut - hast du einen Welpen?

    Für diesen gilt das noch mehr, denn er kommt aus einem Familienverband, wo er NIE alleine war, und muss sich ja erst mal bei euch als "Familie" fühlen.

    Aus dieser Sicherheit heraus kann sich erst das Gefühl entwickeln, nie alleine gelassen zu werden - auch wenn später die Menschen mal stundenlang weg sind.

    Das Wissen: "Sie kommen WIEDER!" ist die Basis, Alleine-Sein nicht als Angst zu empfinden.

    Erst mal: Gute Besserung!

    Wie geht es dir denn heute?

    Zur Anzeige: Wurde hier von einigen schon gesagt - es handelt sich um eine Körperverletzung, und das betrifft das Strafrecht, ist also sehr wohl Sache der Polizei.

    Was ich mich halt einfach nur Frage, was sollte/will man mit einer Anzeige erreichen?

    Ich hab ehrlich gesagt da momentan auch keinerlei Kapazitäten für irgendeinen Rechtsstreit. (aus anderen Gründen)

    Zivilrecht - also eine Schadenersatzforderung in deinem Falle - wäre deine Sache.

    Die Körperverletzung wird durch den Staat geahndet, hier bist du nur Geschädigte und Nebenklägerin. Es geht dabei um das Ahnden des körperlichen Schadens, der dir zugefügt wurde, das Gericht entscheidet dabei, inwieweit hier die Schuld der anderen HH'in feststeht, und welche Strafe ihr dafür auferlegt wird.

    Handelt es sich um unerhebliche Bagatellschäden, verläuft das wohl im Sande.

    Das steht aber bei dir noch nicht fest, und auch ich bin der Meinung, du solltest unbedingt zum Arzt, denn es geht um DEINE Gesundheit.


    Hätte das in dem Fall irgendwelche Konsequenzen für den Hund? (das würde ich nämlich auf keinen Fall wollen)

    Deine Einstellung finde ich sehr ehrenhaft und kann das durchaus nachvollziehen. Ich selber habe auch mal eine Bisswunde nicht zur Anzeige gebracht, aus genau dem Grund.

    Der Unterschied: Die Besitzerin des Hundes hat sich um mich gekümmert, war sehr entsetzt - und hat sich mit Sicherheit diesen Vorfall sehr zu Herzen genommen.

    Die Halterin des anderen Hundes in deinem Fall hat jedoch nichts dergleichen getan.

    Seinen Hund mit Schlepp ungefragt zu anderen - Menschen oder Hunden - hinzulassen, ist unverantwortlich.

    Wenn ich mir die Situation vorstelle - du unter zwei keifenden Rüden!!! - dreht sich bei mir der Magen um.

    Da bist du wirklich glimpflich davon gekommen, wie glimpflich, steht noch offen.

    Ob deine Vorschädigungen jetzt überhaupt erst für schwerwiegendere Folgen verantwortlich sind, ist aus meiner Sicht unerheblich, denn: Es kann doch nicht sein, dass jetzt nur noch "einwandfrei funktionierende" Menschen draußen rumlaufen dürfen, weil die "mit Vorschädigungen" weniger vom Gesetz geschützt werden!

    Das wäre nämlich die Schlussfolgerung aus der Argumentation: Ohne diese Vorschädigungen wären die Verletzungen weniger tragisch.

    Eben WEIL die Frau sich nicht mehr gekümmert hat, würde ich Anzeige bei der Polizei erstatten, mit der Dokumentation der Verletzungen durch einen Arzt.

    Auf eine zivilrechtliche Ahndung kannst du ja verzichten, aber NUR DIESE würde auch bei dir Kosten verursachen.

    ..................

    Ich finde diese Schuldfrage immer echt doof - aber: Wie oft lesen wir hier im DF von gravierenden Vorfällen, bei denen sich im Nachhinein herausstellt, dass es schon andere, weniger gravierende Vorfälle gab, wo die Beteiligten "die Augen zugedrückt haben" und es auf sich beruhen ließen.

    Wenn die Halterin weiterhin so fahrlässig mit ihrem Hund an der Schlepp umgeht, sind gravierendere Fälle vorprogrammiert. Meine Meinung. Heißt: In diesem Falle würde ich anzeigen, und zwar bei der Polizei.

    Allerdings war Domino etwas unruhig, als ich mich testweise ein Stück entfernt habe. Er wollte nicht mehr richtig weiterlaufen und hat versucht in meine Richtung zu ziehen.

    Das ist nicht nur völlig normal - es wäre unnormal wenn es nicht so wäre.

    Ihr geht zusammen los - und dann entfernt sich die wichtigste Bezugsperson.

    Wenn das den Hund nicht zunächst irritiert, ist irgendwas falsch gelaufen.

    Natürlich muss sich dein Hund auch erst an die neue Situation gewöhnen, und ihr habt gerade mal den ersten Schritt getan, ohne dass der Hund davon etwas mitbekommen hat.

    Ich drücke ganz fest die Daumen, dass diese Lösung gut klappt.

    Es ist aus meiner Sicht zum Einen absolut ideal, zum Anderen können alle, Mensch und Hund, davon profitieren.

    Ganz viel Erfolg!!!!!