Ich glaube, wir reden einfach aneinander vorbei. Genau um das, was Du sagst, geht es mir: Das Millionen Halter von Hunden ohne Training oder Führerschein ihre Hunde unauffällig führen, während das bei Straßenverkehr im ähnlichen Fall vermutlich in Massenkarambolagen enden würde. Und deshalb hinkt für mich der Vergleich.
Es gibt doch schon den Sachkundenachweis (und bin mir nicht sicher, ob der hier bei uns nur für die 20/40 Regel gefordert wird; Ich selber bin drumherum gekommen, weil ich schon vorfallslos einen großen Hunde gehalten habe, als dieser Nachweis eingeführt wurde.)
Diesen zu überarbeiten und länderübergreifend für jeden (Neu-)Hundehalter zur Pflicht zu machen, würde mMn völlig ausreichen, um Hundehalter zu sensibilisieren.
Die Deppen, die für den massiven Stress sorgen, erreichst du damit nicht. Hier wäre eine bessere Kontrolle und ein besseres Prüfen und Durchsetzen der schon vorhandenen Regelungen/Gesetze nötig -und ausreichend.
Mit "meinem Konzept" - da meinst du meinen Vorschlag, durch sowohl Kontrolle der Vermehrung als auch Einfuhrkontrolle die Verkäufer von Hunden in die Pflicht zu nehmen?
Hm - wessen derzeitige Rechte würden denn eingeschränkt - und wie?
Die der "Ich möchte EIN MAL von meiner tollen Hündin Nachwuchs haben"-Klientel?
Finde ich nur richtig. So viel Unverstand gehört unter Aufsicht - des Vet-Amtes. Das wird bisher nur gemacht für gewerbliche Welpenproduzenten, und damit wird ein tierschutzkonformer Mindeststandard gewährleistet. Den hätten mMn ALLE Hunde verdient.
Die von "Ups-Würfen" Betroffenen? Ich wette, es gäbe ganz plötzlich deutlich weniger dieser "Ups", wenn die Menschen plötzlich jemanden hätten, der ihnen auf die Finger schaut und für - kostenträchtige! - Einhaltung von Mindeststandards sorgt. (Die Verantwortungsbewussten, die tatsächlich von einem Ups überrascht wurden, übernehmen doch jetzt schon freiwillig diese Auflagen... ihnen würde eine Kontrolle durch das Vet-Amt nicht weh tun, denn sie SORGEN sich.)
Die "Hinterhofzuchten", die eine einträgliche und kaum kontrollierbare Hundeproduktion betreiben? Denen die Hände egal sind, in die ihre Produkte gelangen? Oder - schlimmer noch - die ganz gezielt für die Deppen produzieren, die gerne ein "gefährliches Werkzeug" hätten?
Ja, diese gewerblichen Verkaufsstätten wie Zoo Z. in Du., oder Welpenstube W. in Do. würden immer noch existieren - aber wie viele der seriösen Züchter würden aufatmen können, wenn deren Bemühungen eben nicht mehr in einen Topf geworfen werden KÖNNTEN mit all diesen Produktionsstätten, die derzeit legal oder halblegal noch möglich sind?
Weil der Käufer für die Quelle verantwortlich gemacht werden KANN, aus der er seinen Hund bezogen hat - und der Verkäufer auch belangt werden kann.
Beim Import von Hunden - wie sehr würden die Tierschutzorganisationen aufatmen, die sich derzeit schon an die bestehenden Regelungen halten, eben weil sie nicht mehr in einen Topf geworfen werden können mit all den "Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht"-Vereinen?
Nein, damit werden mit Sicherheit nicht alle Probleme gelöst.
Aber die lückenlose Identifikationspflicht, durch die Verstöße bis hin zur Quelle des Hundes geahndet werden können, wäre eine Verbesserung
- für all die, die jetzt eh schon die geltenden Regelungen akzeptieren
- für Hunde, weil diesen die Einhaltung von Mindestanforderungen zugute käme; Vor Allem bei denen, wo es jetzt noch nicht eingehalten wurde.