Beiträge von Hundundmehr

    Dreamy Es ging um die Frage: Sind bestimmte Schäden reversibel? Es ist wissenschaftlich belegt, dass bestimmte Schäden irreversibel sind. Sie lassen sich nur ausbessern.

    Diese Diskussion war losgelöst vom Einzelfall.

    MiaSophie Ob dein Hund einen solchen Schaden HAT, weiß ich nicht.

    Du weißt aber jetzt, dass du etwas ändern musst, damit dein Hund ruhiger werden KANN.

    Er KANN ruhiger werden, mit deiner Hilfe.

    Die Hundeschule scheint deinem Hund (und auch dir) nicht gut zu tun, denn auch dort scheint man ja keine wirkliche Ahnung zu haben, wie man dir und deinem Hund helfen kann. Hier haben aber wohl schon einige User Hinweise gegeben, auch zu Trainern, die dir helfen können - hol dir bei diesen Usern die Informationen die du brauchst, um einen geeigneten Trainer für deinen Hund und dich zu bekommen.

    Du brauchst jemanden, der dir kompetent zur Seite steht, im realen Leben, der sich bei dir vor Ort euren Alltag ansieht und erkennen kann, wo welche Änderungen möglich und sinnvoll sind. Das kann von hier aus keiner leisten.

    Dein Hund ist ERST 18 Wochen alt - und hat noch sein ganzes Hundeleben vor sich.

    Da ist noch viel Zeit zu lernen, und auch wenn die nächsten Wochen und auch Monate anstrengend sind, lohnt es sich weil du die Früchte deiner Bemühungen dann lebenslang für deinen Hund ernten kannst.

    Zur Stubenreinheit:

    Mir ist hier aufgefallen, dass du von regelmäßigen Zeitabständen sprichst (alle 3 Stunden, die du jetzt wieder auf "alle 2 Stunden" verkürzen willst), zu denen der Hund sich lösen SOLL.

    Wenn du so (mit Lösegängen nach der UHR) versucht hast, die Stubenreinheit deinem Hund "zu erklären" ... dann ist das leider falsch gelaufen.

    Ein Welpe macht nicht seine Geschäfte nach der Uhr - seine Blase meldet sich:

    - nach dem Schlafen

    - nach dem Fressen

    - nach dem Spiel

    - nach JEDER möglichen und unmöglichen Aufregung

    Auch Aufenthalte draußen sind für einen Welpen oft so aufregend, dass er das Lösen vergisst - deshalb unbedingt darauf achten, einen solchen Aufenthalt draußen zum Abschluss an einem (seinem!) gewohnten Löseort abzuschließen, wo er IN RUHE noch mal seine Geschäfte erledigen kann - sonst macht er das in der Wohnung, und lernt damit, die Wohnung als Ort zum Lösen zu verknüpfen.

    Also nicht nach der Uhr mit deinem Hund gehen, sondern jetzt noch mal bei Null anfangen und ihn wie bei einem Welpen nach den oben aufgeführten Punkten an möglichst derselben Stelle die Gelegenheit zum Lösen GEBEN - und da die Geduld aufbringen, zu warten bis er sich dort gelöst HAT.

    Erwarte da aber jetzt bitte KEINE schnelle Lösung deines Problems, denn du arbeitest jetzt auch gegen die bisherige Erfahrung deines Hundes, euer Zuhause als Löseort kennen gelernt zu haben. Das erfordert in den nächsten paar Wochen deine Konsequenz, deine Geduld ... und deine Nerven.

    Aber das WIRD!

    Auch wenn du bisher viel falsch gemacht hast aus Unwissenheit - du kannst noch viel, viel mehr richtig machen in den kommenden Jahren, mit deinem Hund :streichel:

    .......... ich misch mich trotzdem mal ein :ops:

    Da sind solche Absolutaussagen wie "Der Hund behält definitiv bleibende Schäden zurück" und "Das Gehirn kann das nie mehr reparieren" schlichtweg nicht haltbar.

    Doch das kann man, weil es so ist.

    Allerdings vermute ich, diese Aussage wird unterschiedlich interpretiert, weshalb es hier zu Missverständnissen kommt.

    Denn das hier stimmt auch:


    wir wissen noch SO wenig über kognitive Funktionen und zu was das Gehirn fähig ist, das ist ein extrem junger Forschungszweig und es kommen ständig neue überaschende Befunde dazu

    Werden in der prägeähnlichen Phase bestimmte Zeitfenster nicht genutzt, werden die für dieses Zeitfenster ermöglichten Gehirnfunktionen nicht angelegt.

    Auch zerstörte Gehirnareale - etwas durch Schlaganfall, oder einen Unfall - werden nicht wieder aufgebaut; eine Reparatur, im Sinne von: "Zerstörte Bausteine werden ersetzt/erneuert oder wieder aufgebaut" ist nicht möglich.

    Was jedoch möglich ist: Das Wunderwerk Gehirn, dieser fantastische lebende Computer, kann neue Verknüpfungen aufbauen, wobei andere Areale und die dort abgespeicherten "Informationen/Fähigkeiten" so miteinander verknüpft und genutzt werden, dass sie zumindest teilweise Verlorenes wieder ausgleichen können.

    Auch das ist eine Art Reparatur - nur wird eben der "Originalzustand" hierbei nicht wieder hergestellt.

    Mir gefällt die Aussage von Mehrhund, weil sie eben ganz deutlich herausstellt:

    Entwicklungsstörungen dürfen nicht bagatellisiert* werden; Es gibt kein "das holt der Alles nach" - denn das ist nicht möglich.

    Mit Sinn, Verstand, viel Geduld ... und dem Wissen, trotz aller Mühen auch an Grenzen zu kommen und diese zu akzeptieren, gelingt es natürlich, eine deutliche Steigerung der Lebensqualität für einen betroffenen Hund zu erreichen.


    *bagatellisiert - das bezieht sich hier auf niemandem im Thread, und wird von mir erwähnt, weil es zu einfach ist, bei der Problematik von Entwicklungsstörungen nur schwarz und weiß zu denken.

    Auch da würde ich das Potential nicht unterschätzen.

    Genau.

    Es geht um das Potential.

    Dieses setzt sich aus Merkmalen zusammen, die bei der Selektion berücksichtigt und in besonders ausgeprägter Form gewünscht werden.

    Diese Spezialisierung (Summe der erwünschten Merkmale) ergibt dann die besondere Eignung für die vom Menschen bevorzugten Einsatzbereiche.

    Ein Hund weiß nicht, wofür er gezüchtet wurde; Er zeigt nur diese Merkmale, vor Allem wenn er gezielt einem Zweck zugeführt wird, und/oder wenn Fehler in seiner Haltung diesen Merkmalen einen besonderen Raum geben.

    Wie aus dem Bilderbuch! :herzen1: :applaus: DA möchte ich hin.

    Du - ich wusste selber nicht, dass wir schon DA sind xD

    Und - hätte ich nicht meinen "Super-Abbruch" (mein "jep-jep... jäääääp-jep-jep-jep.... mit anschließendem fliegenden Dummy) - ich hätte es nicht gewagt, Amigo unangeleint neben mir zu halten.

    Würd mich trotzdem mal interessieren wie sowas gemacht wird.

    Von mir aus auch per PN.

    Brauche ich nicht per PN - geht in die Richtung, die Pueppi.Shlappohr hier beschrieben hat:

    und ist für mich auch falsch, wenn der Hund unsicher ist, braucht er kein gedeckelt werden

    Ich nehme Druck RAUS - indem ich CALME ... :pfeif:

    Ich beruhige den Hund.

    Das musste ich selber erst lernen - mich zusammen zu reißen und Ruhe vorzuleben.

    Das ist erst mal gar nicht so leicht, weil ich zumindest dabei erst mal gegen die eigene Aufregung, den eigenen Adrenalinkick ankämpfen musst.

    Ich habe das ganz bewusst über die Kontrolle meiner eigenen Körperreaktionen gesteuert: Die Füße bewusst fest auf den Boden, Knie ganz leicht gebeugt, aufgerichteter Oberkörper, die Schultern dabei bewusst absenken, tiefes Durchatmen, die Stimme kontrolliert und leise-beruhigend, langsames und in keinem Fall frontales zugehen auf den Hund, wenn nötig, VOLLE KONZENTRATION auf den Hund, in keinem Fall von der Umwelt ablenken lassen ... Gesichtsmuskulatur entspannen durch ein leichtes Lächeln...

    Die eigene Aufregung stachelt die Aufregung des Hundes noch an - der Druck für den Hund wird dadurch erhöht.

    Mit eigener Ruhe kann also gar nichts verkehrt gemacht werden; Ganz im Gegenteil: Gerade Hunde die eigentlich schon erlebt haben, dass "ihr Mensch" selber sehr aufgeregt IST in solchen Situationen, erleben die geänderte Reaktion ihres Menschen (wenn er plötzlich RUHIG reagiert) als stark Druck-Nehmend.

    Stimmungsübertragung ist ein sehr starker, und leider oft zu wenig genutzter Faktor zur Verhaltensmanipulation beim Hund.

    Gestern etwas :herzen1::herzen1::herzen1:mit meinem Amigo erlebt:

    Auf einem Waldweg mit viel (noch) dichtem Gehölz direkt neben dem Weg. Aus diesem Gehölz kamen laute Geräusche eines Vogels - ob Fasan oder Wildgans, weiß ich nicht.

    Amigo war aufmerksam (und unangeleint), reagierte aber sehr gut auf meine Anweisungen, NICHT ins Gehölz abzudriften.

    Die Geräusche waren aber dermaßen anhaltend (und laut), und sie kamen vom BODEN - weshalb ich die Vermutung hatte, es könne sich um ein verletztes Tier handeln.

    Es kam dann ein Weg, bzw. eher Trampelpfad, der mich - meiner Einschätzung nach - näher an diese Geräuschquelle bringen würde.

    Zum ersten Mal entschied ich mich also, gemeinsam mit meinem Amigo "auf die Pirsch" zu begeben ... Amigo bekam von mir die Anweisung, "bei Fuß" zu gehen, und ich ging in langsamen Schritten, die Sinne auf die Wahrnehmung dieser Geräusche fokussiert, diesen Seitenweg lang....

    ....und mein Amigo :herzen1::herzen1::herzen1:pirschte mit mir mit :herzen1:

    Wie ein richtiger Jagdhund KLEBTE er (unangeleint!) an meinem linken Knie, die Aufmerksamkeit ins Gehölz gerichtet aber immer wieder einen Blick zu mir (bzw. meinem BeinxD) gerichtet um den engstmöglichen Kontakt zu mir zu halten ... das war UNGLAUBLICH.

    Ein hochkonzentriert mit mir zusammenarbeitender Hund :herzen1: - ich hatte Mühe, mich zusammen zu reißen um nicht auf Wolke 7 davonzuschweben ... xD

    Dann sah ich die Quelle der Geräusche davonfliegen - also erst habe ich es nur gehört, gesehen habe ich das Flügeltier erst, als es über das Feld flog.

    Ich blieb sofort stehen - und Amigo setzte sich vor mich und himmelte mich an: "Welchen Auftrag hast du jetzt für mich? :cuinlove:"

    Ich habe dann ganz ruhig jeweils ein Dummy jeweils ca. 20m rechts und links von ihm platziert, und ihn darauf warten lassen, welches Dummy ich ihm zuerst zu holen beauftrage...

    Was mich daran so völlig faszinierte war die Bereitschaft Amigos, mit mir zusammen zu arbeiten; Obwohl der jagdliche Reiz (der schreiende Vogel im Gehölz) so dermaßen groß war, hat Amigo nach nur EINER Anweisung ("bei Fuß) und starker Fokussierung eben auf diesen Reiz nicht ein mal in Richtung Gehölz gezuckt, sondern von sich aus meine Aktion strikt begleitet.

    Mit dem "Jagdabschluss" - also dem anschließenden Apport - habe ich diesem Hund das Sahnehäubchen auf dieses gemeinsame Jagderleben präsentiert.

    Ich hoffe, ich bekomme öfter mal die Gelegenheit zu einem solchen gemeinsamen "Jagderleben":herzen1:

    Wenn du selber ruhig damit umgehen kannst (was für dich zumindest in der beschriebenen Situation ja auch schwierig war), überträgt sich diese Ruhe im Laufe der Zeit auf den Hund.

    Ich finde, du hast super reagiert - und Lola auch!

    Mit dem Zeigen und Benennen - auch wenn dir da jetzt nur ein kurzes Lob möglich war - legst du die Basis dafür: Rehe = NICHT-Beute.

    Die daran anschließende Nasenarbeit finde ich genial, weil du damit

    1. die schon vorhandene Jagdmotivation beschäftigt hast; Lola konnte diese "abarbeiten"

    2. du diesen VON DIR INITIIERTEN Ersatz als "DAS ist Beute" angeboten hast.

    Was in einer solchen Situation machen, wenn der Hund nicht gesichert ist?

    Oft ist der Hund in einer solchen Situation in einem Interessenkonflikt: Einerseits würde er gerne seiner jagdlichen Motivation folgen, andererseits aber auch seiner Motivation, seinem Menschen (und dessen Anweisungen) zu folgen.

    Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ist eine barsche Ansprache der entscheidende Faktor, der den Hund dazu bringt, seiner jagdlichen Motivation zu folgen.

    Deshalb spreche ICH freundlich an, gebe freundlich eine Anweisung, die der Hund befolgen KANN (was bei mir zumindest oft ein "Sitz auf Distanz" ist), ihn aber davon abhält, nun in seiner jagdlichen Motivation weiter zu gehen und das Verfolgen (=Hetzen) des Wildes zu starten.

    Mir geht es darum, immer einen Teil der Aufmerksamkeit des Hundes BEI MIR zu halten.

    Deshalb bringe ich viel Geduld in solchen Momenten auf, TEILE erst mal das Interesse des Hundes, halte ihn auch dadurch mental bei mir - und warte den Zeitpunkt ab, bis die Anspannung so weit nachlässt, dass es dem Hund möglich ist, mit mir zu kommen - und wenn er da schon gelernt hat, dass ihn dann etwas Freudiges erwartet (wie eine Spurensuche, oder ein Apport) welches SEINEM Interesse folgt ... lege ich den Grundstein dafür, mit mir IM TEAM zu jagen.

    Hat ein Hund gelernt, dass der Quell seiner Freude die Jagd im Team mit mir ist, werden andere Jagdreize für ihn uninteressant/er.

    Artgenossenunverträglichkeit war, soweit ich weiß, kein ausgewiesenes Zuchtziel - auch nicht bei den früheren Gamelinien - sondern der Beutetrieb, die Beharrlichkeit und das Durchsetzungsvermögen um jeden Preis, auch des eigenen Versehrtseins.

    Sie war möglicherweise Nebenprodukt - und für den Einsatz in der Pit ja auch nicht gerade unerwünscht.

    ich sach ja - Silberfuchsexperiment, nur umgekehrt ....


    P.S.: Ich finde ausnahmsweise mal den Wikipedia-Artikel zum American Pitbull Terrier interessant und aufschlussreich https://de.wikipedia.org/wiki/American_Pit_Bull_Terrier

    Bedeutet im Umkehrschluss auch, dass eine ängstliche Hündin (vielleicht eben ängstlich durch Epigenetik) uU nicht ängstliche Welpen bekommt, wenn während der Trächtigkeit optimale Bedingungen herrschen?

    Leider nein :( :

    So einfach lassen sich epigenetische Vorgänge nicht rückgängig machen.

    Viele Erbkrankheiten z. B. lassen sich nicht über einen Gentest bestimmen, weil noch gar nicht herausgefunden wurde, welche Gene für diese Krankheiten verantwortlich sind.

    Mal ein anderes, aber wie ich finde sehr eingängiges Beispiel:

    Die Atemproblematiken brachycephaler Rassen.

    Die Schlagsätze: "Wir haben auf freie Atmung bei den Elterntieren geachtet" oder "Wir haben nur längere Schnauzen miteinander verpaart" (hier vorzugsweise das Pseudoargument der Mischung mit langschnauzigen anderen Rassen, weil Mixe ja gesünder sind :wallbash:) sind hohle Phrasen.

    Denn es ist durchaus nicht selten, dass die optisch mit längerer Nase gezüchteten Exemplare dennoch die für die Atemprobleme verantwortlichen INNEREN Deformationen vererbt bekommen haben.

    Ein Werbevideo, wie vielversprechend dieser Nachwuchs des Vermehrers sich jetzt schon präsentiert.

    Natürlich vielversprechend in der Hinsicht, die entsprechende Käufer bei der Wunschvorstellung eines Hundes und seines Zweckes haben ...

    Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich :kotz:könnte...

    Ich habe mal das Werbevideo eines holländischen Schäferhundezüchters gesehen, wo die ca. 6 Wochen alten Welpen mittels einer an einer Reizangel befestigten Beute aufgeheizt wurden, um diese zu "kämpfen" ... Die so erzeugte Prägung beim Welpen hat lebenslange Auswirkungen auf dessen Verhalten - und es gibt Menschen, die GENAU DAS auch wollen.

    Der Hund selber ist egal, Hauptsache, mit ihm lässt sich das verkümmerte Ego aufpolieren...

    Auch das ist übrigens Epigenetik - weil Codierungen der Gene nicht mit der Geburt abgeschlossen sind. Auch das Gehirn ist bei der Geburt nicht vollständig entwickelt; Es bedarf bestimmter Umweltreize und -erfahrungen, um die von der Natur vorgesehenen Entwicklungen im Gehirn abzuschließen.

    Deprivatisierung durch Reizentzug/Reizarmut ist EIN Ergebnis fehlgeleiteter Gehirnentwicklung.

    Frühzeitige Prägung zur Zementierung bestimmter Merkmalsausprägungen eine andere...