Beiträge von Hundundmehr

    Ach ja - kein Edit, obwohl es noch ginge, aber Edits werden ganz gerne auch mal übersehen:

    Glaube niemals der Aussage: "Mit Leckerchen trainieren macht dich abhängig von Leckerchen, und dein Hund lernt nur dir zu gehorchen, wenn du Leckerchen hast!"

    Das ist Blödsinn!

    Ob mit oder ohne Leckerchen: Was du machst ist lernen, du konditionierst, und das ist einfach Behaviorismus.

    Der ist die Basis, alles andere (Kognitivismus und manches Mal auch Konstruktivismus) also wenn dein Hund denken muss, und manches Mal auch eigene Lösungen finden soll, baut auf Behaviorismus, dem über Übung Erarbeitetem, auf.

    Dein Hund macht nicht etwas WEGEN der Leckerchen, sondern weil ihr es so geübt und damit gelernt habt.

    Mit den Leckerchen erreichst du aber ganz schnell, dass dein Hund für sich verinnerlicht: Es LOHNT SICH, wenn ich meinem Menschen folge (seinen Anweisungen folge).

    Das ist später Gold wert, auch in der Pubertät, wenn der Hund vieles in Frage stellt und "sich neu erfindet", weil er dann eben (oft ... in der Pubertät gerne auch überraschend *seufz*, aber da seid ihr noch nicht, und über ungelegte Eier reden wir erst später, wenn es ansteht ...) auch dann das macht was IHR wollt, obwohl ihm der Sinn nach etwas Anderem steht - weil er gelernt hat, dass es von Vorteil ist, wenn er euch/euren Anweisungen folgt.

    Vergesst die ersten Wochen - ihr habt euch da durchgekämpft, falsche Vorstellungen "abgearbeitet (wie viele andere auch, ihr seid da nicht die Einzigen ;)), und habt jetzt noch ein ganzes Hundeleben vor euch.

    Zu Standardprogramm, Leckerchen, Sitz, Platz und Bleib:

    Diese "Standardkommandos" sind für die meisten Hundehalter wichtige "Hilfen" im Alltag, die immer und überall eingesetzt werden können, um das Handling mit dem Hund zu erleichtern.

    Was aber viel wichtiger ist: Ihr konditioniert (erlernt) damit eine gemeinsame Kommunikation; Hund spricht Hundesprache, Mensch spricht Menschensprache.

    Damit der Hund zunächst überhaupt erst mal lernt, dass es eine Möglichkeit der Kommunikation mit euch gibt, wird diese Basis für eine gemeinsame Kommunikation gerne mit diesen Standardkommandos aufgebaut.

    Leckerchen dienen dabei als Belohnung, und damit als positiver Verstärker, welcher die Motivation des Hundes erhöht, ein wünschenswertes Verhalten erneut zu zeigen.

    Gerade zu Beginn, beim Welpen und auch Junghund, sind sie aber auch ein sehr gutes Hilfsmittel, um dem noch jungen Hund BEGREIFLICH zu machen, was man von ihm will, als Beispiel hier das Futtertreiben (der Hund wird mit einem Leckerchen "geführt", je nach Hund entweder das Leckerchen in der geschlossenen Hand, oder ein größeres Leckerchen/eine Kaustange so, dass der Hund in der Bewegung daran knabbern kann, ohne es komplett nehmen zu können).

    Als Hundehalter lerne ich dabei, meinen Hund zu beobachten, zu erkennen was er braucht, um meinen Anweisungen folgen zu können, aber auch meine Umwelt zu beobachten und eventuelle kleinere und größere Schwierigkeiten in mein Handeln mit einzuplanen.

    Dazu mal ein Beispiel:

    In der Welpen- und auch Junghundegruppe haben wir immer wieder, wirklich mindestens ein Mal pro Trainingseinheit, folgende Übung gemacht.

    Wir standen mit unseren - je nach Ausbildungsstand angeleinten oder unangeleinten - Hunden im Kreis, mit ausreichend großem Abstand zum nächsten Team.

    Dann ging ein Hundehalter im Slalom zwischen den Teams durch, Aufgabe war dass der Hund mitkommt OHNE NOTIZ von den Teams zu nehmen, die dabei passiert wurden.

    Grundsätzlich dient diese Übung dazu, dem Hund beizubringen andere Hunde zu passieren ohne jegliche Interaktion mit den Hunden, wenn der Mensch das in dem Moment so will. Also ein Baustein dafür, der Anweisung des Menschen zu folgen = Gehorsam.

    Darüber hinaus lerne ich aber auch, meinen Hund zu beobachten und zu lesen - was kann mein Hund, was muss ich tun, damit er dieser Anweisung auch folgen kann?

    Bei den zu passierenden Teams gibt es nämlich fortgeschrittene Teilnehmer, wo der Hund ruhig neben seinem Menschen bleibt, aber auch Teams (zumeist Neulinge), wo der Hund nicht so ruhig sitzen bleibt sondern versucht, mit jedem sich ihm nähernden Hund Kontakt aufzunehmen.

    An den fortgeschritteneren Teams kann ich mit weniger Abstand vorbeigehen, an den Neulingen muss ich den Abstand vergrößern.

    Im weiteren Verlauf lernt aber auch mein Hund etwas sehr Wichtiges: Dass sein Mensch auch auf die Umgebung achtet und erkennt, bei dem aufgeregten Neuling einen größeren Abstand einzuhalten, damit dieser Hund einem nicht doch zu Nahe kommt, bei dem fortgeschritteneren Hund ist ein Passieren mit wenig Abstand möglich.

    So banal diese Übungen auch sind, und so langweilig sie einem auch vorkommen - wenn du sie mal genauer betrachtest, bergen diese Übungen viel mehr an Input für deinen Hund und dich, als es auf dem ersten Blick scheint.

    Du schaffst dir damit eine gemeinsame Basis für den gemeinsamen Umgang miteinander, ihr lernt euch gegenseitig "lesen", und eine Kommunikation, die weit über die einfachen Kommandos wie "Sitz" und "Platz" hinausgeht.

    Last not least: Wenn ein Hund auch Draußen, und dann noch in sehr kribbeligen Situationen, Leckerchen annimmt - dann ist das ein GESCHENK für dich!

    Wenn du deinen Hund dadurch schnell und unkompliziert aus solchen kribbeligen Situationen rausführen kannst, dann ist das deutlich besser, als wenn du jedes Mal erneut einen Kampf/eine Diskussion mit ihm führen musst, aus der er nichts lernt, außer dass du dich auf einen Kampf/eine Diskussion mit ihm einlässt.

    Deshalb hat auch schon so mancher Hundehalter, der mir - seinen tobenden Hund am Halsband fixierend - nachrief: "Jaaaa - mit Leckerchen kann ich das auch!!!" als Antwort bekommen: "Schön blöd, wenn Sie es nicht tun!".

    Es freut mich für euch, dass Touli so fit ist :bussi:

    Ich mag auch eigentlich nicht unken ... uneigentlich aus eigener Erfahrung würde ich aber das hier:

    Lediglich ein Hoden ist strukturell verändert,

    deutlich engmaschiger kontrollieren, und bei der geringsten Veränderung möglichst schnell eine Hodenentfernung vornehmen lassen.

    Es gjbt Zellveränderungen die sehr rasant wachsen.

    Das Gute: Du kannst diese Veränderungen selber ertasten.

    Würde ich täglich machen.

    Mein Amigo (Kastra mit kompletter Entfernung des Hodensacks im Alter von fast 11 Jahren) und mein Vasco (Hodenentfernung mit 13,5 Jahren) haben den Eingriff und auch den Heilungsprozess völlig unkompliziert überstanden - als nach 10 Tagen die Fäden entfernt wurden konnten sie am Tag danach wieder in den Freilauf, weil alles wunderbar verheilt war.

    Den Body haben sie noch ein paar Tage zur Sicherheit im Haus getragen, damit ich mir sicher war dass sie nicht an der (super verheilten) Naht doch noch lecken, weil dort irgend etwas juckt.

    Viel Glück, und noch etliche unbeschwerte Jahre wünsche ich euch!

    Unser letzter Welpe (5 habe ich bisher aufgezogen) hatte durch den Züchter einen völlig anderen Tagesablauf als wir.

    Morgens um 4 gab es die erste Mahlzeit für die Welpen, zuvor wurde nur die Welpenkiste sauber gemacht.

    Hieß für mich in den ersten Tagen richtig früh aufstehen, und den Welpen in kleinen Schritten langsam an unsere Zeiten gewöhnen...:ugly:

    Ich bin in der Zeit auch ungewohnt früh zu Bett gegangen, ich meine, so nach drei Wochen hatte ich akzeptable Zeiten erreicht, und die erste Mahlzeit konnte um halb 7 gegeben werden.

    Mitterweile ist auch der Jungspund an unsere flexibleren Zeiten gewöhnt.

    In der Theorie: Ja, der Auslöser ist der Beutearm.

    Nur dass das was der Hund dann "arbeitet", kein Jagdverhalten ist.