aber Hunde, die größer sind als sie oder eben Retriever (also die Rasse, von der sie angegriffen wurde) sind ein rotes Tuch für sie. Sie wird da bei einer Begegnung schon viele Meter vorher (oft, bevor ich überhaupt den anderen Hund sehen kann) steif, fixiert und geht evtl dann auch heftig in die Leine mit gesträubtem Nacken und heftigem Bellen.
Da du das ja weißt: Schirme sie deutlich ab, gehe deutlich auf Abstand, signalisiere ihr, dass du ihre Gemütslage erkennst und darauf Rücksicht nimmst.
Wenn sie den Hund schon wahrnehmen kann, bevor du ihn überhaupt siehst, dann ist das - finde ich - schon ein deutliches Zeichen dafür, dass ihre "Antennen" immer noch auf Hochspannung sind, und sie permanent auf der Hut ist - und das ist leider immer noch ein erhöhter Stresslevel.
Mein Tipp wäre, sofort beim kleinsten Anzeichen, welches dir signalisiert: "Da kommt etwas!", selber ruhig, beruhigend und gezielt mit einem deutlichen Ausweichen dieser Situation zu reagieren.
Das könnte z. B., wenn du den anderen Hund noch nicht siehst, ein deutliches Verlangsamen des Tempos sein, dabei scannst du selber das Umfeld und suchst schon da nach einer guten Möglichkeit, wo du deutlich auf Abstand gehen kannst.
Ist da vor dir nichst, wo du ausweichen könntest, wird es vielleicht sogar noch enger - dann sei dir bewusst: Auch dein Hund nimmt wahr, dass es eng wird oder werden könnte.
Lass dich auf die Antennen deines Hundes ein, und übernehme die Regie so, dass dein Hund merken lernt: Ich kann mich darauf verlassen, dass mein Mensch "die drohende Gefahr" auch mitbekommt, und etwas tut, um uns nicht in diese zu bringen.
Erst wenn dein Hund dieses Vertrauen in dein Handeln hat, gibst du ihm die nötige Sicherheit um überhaupt in der Lage zu sein, vielleicht doch mal einen genaueren Blick in Ruhe auf diesen anderen Hund zu werfen, und selber fest zu stellen: Nicht jeder größere Hund (oder Retriever) ist gleich; Da gibt es durchaus zumindest ungefährliche drunter.
Verstehst du, wie ich das meine?