Beiträge von Hundundmehr

    Caniden sind nicht dafür gemacht andere Caniden außerhalb ihres Familienverbandes toll zu finden, da wird sich nie nett Hallo gesagt und dann seiner Wege gegangen.

    Grundsätzlich ja.

    Canis lupus familiaris (Haushund) hat hier eine Sonderstellung, weil er ein HAUSTIER ist.

    Domestiziert, über Jahrtausende angepasst an ein enges Zusammenleben mit dem Menschen.

    Das hat vor Allem Änderungen in der Gehirnentwicklung mit sich gebracht.

    Infantilisierung gehört allerdings nicht dazu.

    Es gibt tatsächlich nun auch Hunderassen, die auf generelle Verträglichkeit und kindlich bleibendes Verhalten selektiert sind

    Das ist jetzt nicht dein Ernst? :shocked:

    Es ist gerade die Selektierung auf ausgeprägtes Wehrverhalten, die zu Lasten einer "Verträglichkeit" geht.

    Diese "Verträglichkeit" ist übrigens ein Zusammenspiel zwischen "Erhalt der eigenen, körperlichen Unversehrheit" und der Fähigkeit, soziale Bindungen eingehen zu können.

    Sonst könnte nämlich kein Wolf sein Stammrudel verlassen und sich auf Partnersuche begeben, um seinerseits ein Rudel gründen zu können.

    Wobei es auch etliche Beispiele in der Literatur gibt, wo diese Partnersuche erfolglos blieb, und ein fremder Wolf sich einem anderen, fremden Rudel angeschlossen hat.

    Überleben ist der Grundantrieb für jede Spezies, und Canis lupus hat hier die Fähigkeit zu sehr ausgeprägtem sozialen Verhalten (leben in einer Gemeinschaft) als bewährte Überlebensstrategie entwickelt.

    Beim Haushund hat sich im Laufe der Domestikation das Bedürfnis zur Rudelbildung verwaschen, und ist einer allgemeinen Bindungsfähigkeit an eine andere Spezies, dem Menschen, gewichen.

    Dazu gehört die Anpassung an das menschliche Umfeld, in dem andere Regeln gelten als in einer Welt von menschenunabhängig lebenden Rudeln ihrer nicht-domestizierten Verwandten.

    Damit den Bogen zum Ausgangsthema: Es ist eine Regel der Menschenwelt, nicht ungefragt jeglichen Kontakt zuzulassen.

    Diese Regel einem Hund nahezubringen, ist Aufgabe eines jeden Hundehalters.

    Dies so wahllos, willkürlich und auch dilettantisch zu tun wie der Hundehalter in diesem Thema, ist für mich ein Grund diesen Hundehalter zu meiden - und dadurch auch seinen Hund.

    dass die Strafmaßnahme eher immer weniger massiv sein muss, wenn man sie denn dann noch mal braucht.

    Richtig.

    Perfekt trainiert, bedarf es nur noch des zuvor neutralen Reizes, der konditioniert wurde, um die erwünschte Reaktion abzurufen.

    aversive (=plötzlich negativ wirkende Reize, die ein Meideverhalten auslösen)Reize wirken einschüchternd bis hin zu Furcht.

    Um aversive Hemmung (bedingte Aversion) zu konditionieren, bedarf es keines Traumatas - sondern einfach nur gezielte Konditionierung unter Nutzen des biologisch verankerten Meideverhaltens.

    In deinem Video sieht man das Ergebnis der Konditionierung: Der zuvor neutrale Reiz (das Wort "Nein") ist verknüpft mit einem Meideverhalten (in diesem Fall Abbruch).

    Wie es konditioniert wurde, welcher aversive Reiz dazu genutzt wurde, sieht man in dem Video nicht.

    Sambo71 Ist jetzt nicht so, dass die Hündin mir fremd war.

    War auch nicht das erste Mal, dass ich sie kurz am Halsband hielt.

    Allerdings das erste Mal, wo ihr Halter sie mit diesem durch ein Cover verborgenes Stachelhalsband ausgestattet hatte.

    Begründung war: Sie hört besser, wenn sie den Stachler anhat ...

    Joah ... das ist tatsächlich so, wenn dem eine Konditionierung auf Schmerzreiz vorangegangen ist.

    Ist nicht meins.

    Wenn diese einmalige Begegnung für deinen Hund, dich und den anderen Hund als angenehm empfunden wurde, dann hattet ihr alle ein schönes Erlebnis.

    Okay, dann habe ich das richtig verstanden.

    Ja, das sieht nach einem Cover aus.

    Was sich tatsächlich darunter verbirgt - also ahnen kann ich es, aber wissen nicht.

    Ich habe von deren Existenz überhaupt erst durch eine eigenes, schmerzhaftes Erlebnis erfahren, als ich einer Hündin mal ins Halsband griff, um sie bei mir zu halten.

    AUA :shocked:

    Das Problem beim aversiven Training ist wie bei Training über Belohnung überall das selbe: Mieser Trainingsaufbau und deshalb komische Auswüchse ... Gutes Training ist öde und unspektakulär.

    Das Problem beim aversiven Training ist die Nutzung negativer Sinneseindrücke, die ein Meide-/Fluchtverhalten auslösen.

    Je nach Art und Umfang beeinflusst dies die Basis der Beziehung zwischen Mensch und Hund.

    Aber gerade die Kommandos die aversiv aufgebaut sind, habe ich recht spät eingeführt, da war die Mensch/Hund Beziehung schon fest und das Verständnis da wann/wie/wo der Hund reagiert und wie ich da entsprechend darauf einwirken kann

    Ich habe ja Butterblümchen, wenn man so will und kann nicht sagen, dass ein korrekter Aufbau die schädigen würde. Ich warte damit auch nicht. Meine Welpen lernen sehr früh, dass ein Abbruch ein Abbruch ist. So sieht das aus, wenn die noch "ganz klein" sind.

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    Wo bist du in diesem Video aversiv?

    Spielen ja, aber wenn meine Hündin signalisiert das sie kein Bock mehr hat und der andere das nicht akzeptiert, dann geh ich da auch dazwischen und bedränge den anderen Hund deutlich.

    Mache ich auch so. Meine Hunde wissen, dass ich sie schütze.

    Es geht aber um das wiederholte "Spielen-Lassen", bei dem am Ende eben immer der Stress steht (weil es kein Spiel mehr ist).

    Mute ich meinen Hunden nicht zu. Es ist nämlich nervig, auch für meine Hunde, wenn am Ende immer das gleiche Ergebnis steht: Stress!

    Was macht so ein Verhalten mit einem Hund?

    So dilettantisch durchgeführt macht es einen Hund nur unsicher, mit unterschiedlichem Ergebnissen: Unsicherheit seinem Menschen gegenüber, weil er dessen Verhalten nicht einschätzen kann und gar nicht weiß, warum ihm gegenüber jetzt so agiert wird; Unsicher anderen Hunden gegenüber, weil er auch da nicht weiß, welches Verhalten er denn zeigen soll, was erwünscht ist.

    Und was passiert, wenn unsere Hunde zusammen etwas machen wollen? Was gibt es da für Verknüpfungen?

    Für deine Hündin? Die muss die Unsicherheit des anderen Hundes kompensieren. Was ihr nicht gelingen kann, wenn sie selber dabei befürchten muss, von ihrem Menschen gemaßregelt zu werden für Aktionen, die sie eigentlich für angemessen und angebracht hält.

    Wir haben beide Hunde miteinander spielen lassen. Und als der Rüde meine aufreiten wollte, hat die Halterin die Disks geworfen. An ihrem Hund vorbei und hat meine getroffen.

    Geht gar nicht! Solche Menschen - und deren Hunde - lasse ich erst gar nicht in die Nähe meiner Hunde.

    Was soll das?

    Die Hunde dürfen "spielen" - und mein eigener Hund muss dann damit rechnen, von einem anderen Menschen gestraft zu werden, ob absichtlich oder unabsichtlich, ist da völlig irrelevant.

    Meine Tiere (Hunde und Pferd) können sich absolut darauf verlassen, dass niemand Hand an sie legt, der ihnen irgendwie Schaden (körperlich oder psychisch) zufügen würde.

    Ich kenne die Haltung vieler User hier im Forum und weiß, dass hier viele - im Gegensatz zu mir und einigen Trainern - aversive Trainingsmethoden ablehnen.

    Ich frage mich, was dieser Satz im Zusammenhang mit der eigentlichen Situation bedeutet :denker:

    Hast du die Befürchtung, deine Hündin könnte durch die sichtliche Erfolglosigkeit dieses "Umgangs" des Halters mit dessen Hund ihrerseits zu dem Schluss kommen, ein entsprechendes "Training" an sich abprallen zu lassen?

    (Insoweit: Danke fürs Kopfkino :lachtot: )

    Danke gleichfalls - JETZT habe ich auch Kopfkino, so als Cartoon, mit einem Menschen der, die Klamotten vom Leib reißend, mit der Absicht, die Wespen abzuwehren in deren Nest er getreten ist, ins Wasser springt, und die Denkblase beim Hund überm Kopf: "Oh - der will sich umbringen, den muss ich RETTEN!" ... :lachtot:

    ............

    Worum ging es noch mal?

    Ach ja - darum, die im link erwähnten "Kratzer" nicht per se zu bagatellisieren, und der Frau die Versorgung im Krankenhaus als Überreaktion (welcher Art auch immer) anzukreiden...

    Meine Hunde haben auch nix an Schwimmern zu suchen, oder überhaupt an Erholungssuchenden, egal ob mit oder ohne Decke.

    Wobei ich nicht immer verhindern kann, dass diese meine Jungs dazu auffordern, ihnen Gesellschaft zu leisten ... und so einer Quasi-Einladung zum Mit-Picknicken können selbst meine Jungs nicht wiederstehen.

    Grundsätzlich achte ich absolut darauf, es erst gar nicht dazu kommen zu lassen, da bin ich ganz deiner Meinung ... aber manchmal stellt mir dann doch der Zufall ein Bein.

    Was im Artikel mit Kratzer gemeint ist

    Der Artikel bietet ja wieder mehr Raum für Spekulationen, als dass er fundierte Informationen liefert, die genauere Schlussfolgerungen erlauben.

    Nur mal als Beispiel (mit dem ich MEINEN Einwand auch selber widerlege ;) )

    Was ist, wenn der Hundehalter extra eine Stelle ausgesucht hat, wo er mit dem Hund alleine ist - und die Frau erst Schwimmen ging als der Hund schon im Wasser war? Auch ein solch unglückliches Zusammentreffen von Faktoren, die es dann zu einer solchen unerwünschten Situation kommen lassen, ist durchaus möglich.

    Der Ausdruck "Kratzer" im Artikel wurde wohl genutzt, um es ganz klar von einem Einsatz der Zähne abzugrenzen (was dann ja oft als "Biss" interpretiert wird - obwohl hier durchaus die Motivation des Hundes, mit Hilfe seines Mauls eine Person aus dem Wasser zu ziehen, zugrunde liegen könnte).

    Bei der Handlung der Frau, sich im Krankenhaus versorgen zu lassen, wurde einfach nicht beachtet, dass auch Kratzer unterschiedliche Verletzungsgrade haben können, neben der Infektionsgefahr, die ja auch für ganz oberflächliche Wunden besteht.