Beiträge von Hundundmehr

    Ich glaube jeder hier kann anerkennen, dass der Grundgedanke der HHF, sich im agressive Hunde zu kümmern, die keiner mehr haben möchte, grundsätzlich sehr lobenswert ist und war.
    ABER die Umsetzung und Herangehensweise hat sich in eine völlig falsche Richtung entwickelt

    Ja, der Grundgedanke an sich ist löblich.

    Umsetzung und Herangehensweise haben sich jedoch nicht erst in eine falsche Richtung entwickelt - sie war von Beginn an falsch, konnte sich gar nicht anders entwickeln.

    Schon die Aussage: "Die Hunde, die hier her kommen, wissen gar nicht mehr wer sie sind; Sie müssen erst mal wieder lernen, sich wie ein Hund zu fühlen." ist ... :kotz:

    Weiß irgend jemand von euch, wer und was ein Hund ist, und wie er sich zu fühlen hat um ein Hund zu sein?

    ICH weiß das nicht ... :ka:

    Daraus den Schluss zu ziehen, ein Hund müsse erst mal - unbeeinflusst vom Menschen - in einer größeren Hundegruppe lernen "wie ein Hund zu werden", ist deshalb einfach FALSCH.

    Es lässt dabei völlig außer acht, was wissenschaftlich (siehe Kynologen wie Miklosi, Feddersen-Petersen, Bloch, Gansloßer, Riepe etc.) schon längst belegt wurde:

    Hunde sind Haustiere, die ihre Nische, ihren Lebensraum in der Menschenwelt und mit dem Menschen HABEN.

    Was die Hunde bei HHF in diesen großen Hundegruppen lernen:

    Sich INNERARTLICH anzupassen, und dabei Instrumente zum Durchsetzen aus dem hündischen Sozialverhaltensrepertoire zu nutzen; Das ist Dominanz und Gewalt.

    Darauf werden diese Hunde reduziert.

    Haben sie diese Lektion "gefressen", übernimmt der Mensch die weitere "Erziehung" - und wendet dabei genau die Verhaltensweisen an, die der Hund zuvor unter Hunden als bewährt erlernt hat: Dominanz und Gewalt.

    Das ist in den Videos zu sehen, ist mir zutiefst zuwider und wird von mir kritisiert.

    Du darfst derzeit auch nicht unberücksichtigt lassen, dass du bestimmt selber sehr angespannt bist bei Sichtung von anderen Hunden, verständlicher Weise. Das überträgt sich natürlich auch auf deinen Hund. Und es kann durchaus sein, dass so sein Verhalten verstärkt wird

    Das ist ein absolut wichtiger Aspekt!

    Loki von Asgard der gute Du stehst selber noch unter dem Eindruck des Geschehens, bist entsetzt ("Mein Hund hat einen anderen Hund getötet ..."), bist dir diesem Hund gegenüber unsicher, siehst mehr als schwarz für die Zukunft ... was erwartest du da von DIR? :streichel:

    Das Erlebte sitzt bei dir tief, hat dich erschüttert, und macht gerade jetzt etwas mit dir.

    Das zeigt sich mit absoluter Sicherheit in deinem Verhalten - und das bekommt dein Hund mit.

    Erste und oberste Pflicht ist: Eigensicherung.

    Das machst du durch Maulkorb und Leine, denn es geht bei der Eigensicherung auch um den Schutz deiner psychischen Unversehrtheit, und die ist genau davon abhängig, ob dein Hund jemand anderem Schaden zufügen könnte, oder ob dies sicher verhindert werden kann.

    Alles Weitere kann dir nur jemand Kompetentes vor Ort sagen, der dich und deinen Hund SIEHT.

    Was du bis zur nächsten Trainerstunde tun KANNST:

    - der Tipp mit der doppelten Leine ist gut; Sie gibt dir mehr Kraft und Einwirkungsmöglichkeit, deinen Hund SICHER zu halten. Diesen "Boden unter den Füßen" brauchst du, für ein eigenes, sicheres Gefühl

    - gehe Hundebegegnungen aus dem Weg, so weit wie möglich.

    Meine persönliche Vorgehensweise wäre dabei positiv - also WEG mit dem Wasserstrahler.

    Statt dessen Hundewurststückchen in der Tasche - und bei einer Hundesichtung mit dem Hund umdrehen, auf reichlich Abstand gehen, die Leine um einen Baum/Pfahl/Sonstwas wickeln, mich so stellen dass ich (räumlich) zwischen dem eigenen Hund und dem passierenden Hund stehe - und dann mit Wurst füttern.

    Das scheitert, wenn du das auf Gassigängen machen musst, wo du permanent "auf der Flucht" vor anderen Hunden sein musst.

    Ich kenne deine Umfeldbedingungen nicht, weiß nicht, ob es dir möglich ist JEDEN Gassigang so zu gestalten dass Hundebegegnungen selten sind.

    Für ein Training brauchst du Zeit und das passende Umfeld. Hast du das nicht, gibt es kein Training für diese "Lösegänge", da kannst du nur schadenvermeidend agieren. Deshalb sind diese Lösegänge auch nur KURZ zu halten.

    Alles Weiter besprichst du mit deinem Trainer (der hoffentlich positiv arbeitet).

    Zum Abschluss: Streiche die menschlichen Moralvorstellungen bei der Beurteilung deines Hundes - Hunde sind zwar überaus intelligent (was im Umgang mit ihnen leider oft vergessen wird), aber sie handeln nach hündischen Vorstellungen, und diese beinhalten keine menschliche Moral.

    Wenn einer meiner Hunde einen anderen Hund töten würde, würde auch ich erstmal in ein Loch fallen.

    Ich wünsche dir, dass du einen guten Weg findest, um wieder aus diesem Loch raus zu kommen :streichel:

    Der kann bei schlampiger Buchführung also genau so gut in ein Happy End verschwunden sein.

    So wie Haddock?

    Der Sarkasmus ist nicht gegen dich gerichtet, Helfstyna.

    Es ist nur so: Bei Allem, was da jetzt so an die Öffentlichkeit dringt, habe ich auch extreme Zweifel an einem "glücklichen Händchen" bei der bisherigen Vermittlung der Hunde.

    Was mich interessieren würde: Wie viele der Hunde stammen aus Beschlagnahmungen und wurden "vom Amt" dort abgeladen (obwohl eigentlich schon bekannt war, dass die Höchstaufnahmemenge von 40 Hunden schon überschritten war? Mit der Begründung: "Der beschlagnahmte Hund braucht einen Platz, weil er ansonsten eingeschläfert wird? Oder wie darf ich mir das vorstellen?), und wie viele Hunde kommen aus privater Hand (oder es wurde ein Verein als Vermittler dazwischen geschaltet - und auch da mit dem Druckmittel: "wenn nicht dann Einschläfern"?)

    Zumindest das zuständige Vetamt hat ja schon sein längerer Zeit die dortige Überbelegung kritisiert - die werden ja wohl nicht für noch weiteren Zuwachs gesorgt haben können.


    Ich vermute ja, der größte Teil der dortigen Hunde sind aus privater Hand, oder von anderen Vereinen, die nur interessiert ob der Hund für den sie anfragen, dort unterkommt - und nicht, ob da auch wirklich noch Platz für ist.

    Hinterlässt bei mir halt die Frage, ob man bei der Masse an Hunden überhaupt noch die Chance hat, die Hunde vernünftig zu vermitteln.

    Genau darum ging es doch gar nicht mehr.

    Das war AnimalHOARDING, und das lässt einen Vermittlungsgedanken ganz, ganz weit in den Hintergrund geraten.

    Über die Motivation habe ich übrigens eine sehr klare Meinung.

    Tierschutz war in diesem Fall nicht der Antrieb.

    Ich kenne nicht viele Gnadenhöfe, aber die paar die ich kenne, sind nicht in die Falle des Animalhoarding getappt - weil sie Nein sagen können, weil sie im Blick haben, dass ihre Kapazität einfach ausgereizt ist und die weitere Aufnahme eines bedürftigen Hundes/Tieres zu Lasten aller schon vorhandenen Tiere geht.

    Für mich stellt sich anhand der nun vermehrt auftauchenden Puzzleteile ein Bild zusammen.

    Da wird eine Stiftung im Rahmen eines Tierschutzprojektes ins Leben gerufen, das wohl finanziell auf so guten Füßen steht, dass ein frei werdendes Grundstück an jemanden vermietet werden kann.

    Das Konzept ("aussortierte Hunde, die niemand mehr haben will oder kann, Training für diese Hunde zwecks Resozialisierung, eine dem Areal und den zur Verfügung stehenden Helfern angepasste maximale Aufnahmekapazität, realistische Zukunftsperspektiven für einen weiteren Ausbau) erschien passend.

    Dass dieses Konzept so wie ursprünglich geplant nicht realisiert wurde, sondern völlig aus dem Ruder gelaufen ist; dass bei der ganzen Lobhudelei ohne Kontrollen (warum auch - WER hatte denn Anlass die realen Zustände und Trainingsumsetzungen vor Ort mal genauer in Augenschein zu nehmen?) das Gesamte laufen konnte - wer konnte das denn ab wann wirklich WISSEN?

    Schadenbegrenzung auch im eigenen Sinne zu machen, noch einmal zu versuchen, ein Konzept, welches ja irgendwann mal den Zuspruch bekommen hat, wieder zum Ursprung zurück zu führen, daran zu GLAUBEN, es wären äußere Umstände in Verbindung mit dem Nicht-Nein-Sagen-Können von V.B. für die jetzigen katastrophalen Zustände verantwortlich - das ist menschlich und auch wirtschaftlich für mich nachvollziehbar.

    Tom Bode war JETZT dauerhaft vor Ort, hat nicht nur zurechtgeschnittene Medienberichte gesehen und auch keine Momentaufnahme wie er bei Kurzbesuchen besteht gehabt, sondern den gesamten Tagesablauf und die Geschnisse vor Ort sehen können.

    Dazu kommt das ERLEBEN der fehlenden Kooperationsbereitschaft.

    JETZT hat er eine fundierte Basis, das I-Tüpfelchen ist da die Distanzierung zu den angewandten Methoden, die sicher bei der Vorstellung des Konzeptes ganz anders dargestellt als in der Realität umgesetzt wurden.

    Ja, man konnte auch bei dem Statement von V.B. ahnen, wie wenig Einsicht und Selbstreflektion vorhanden ist - die aber zwingend notwendig gewesen wäre, um das Gesamte noch mal in eine positive Richtung zu bekommen.

    Hilft es, darüber zu sinnieren, was alles "hätte gesehen werden können"?

    Ich finde diese klaren Worte von Tom Bode gut.

    Er kann jetzt aus eigener Erfahrung begründen, warum nun auch die Stiftung jegliche weitere Unterstützung verweigert - aber letztendlich kann sie nur das Mietverhältnis beenden.

    Ob die vorliegenden Fakten und deren Öffentlichkeitsmachung nun ausreichen, um das Gesamte schnellstmöglich zu beenden, kann ich nur hoffen.

    Sollte aber tatsächlich der hier angedeutete Spielraum von 2 Jahren für V.B. der Realität entsprechen, schwant mir Übles ... sehr Übles...

    Da habe ich ein Déja-Vu, bei dem verschwundene Hunde nur die Spitze des Eisberges sind...

    Loki von Asgard der gute Keine Ahnung, ob du überhaupt noch mitliest ...:ka:

    Es ist schrecklich was da passiert ist, ohne Frage.

    Es tut mir sehr leid um den kleinen Hund, das hätte nicht passieren dürfen.

    Es tut mir aber auch leid für dich.

    Deshalb hätte ich auch eine Bitte an dich: Du stehst selber unter Schock, das war und ist auch für dich ein traumatisches Erlebnis. Gib dir bitte ein wenig Zeit, das Ganze zu verarbeiten.

    Möglicherweise kommst du dann wieder an einen Punkt, um deinen Hund wieder im Gesamten zu sehen, und nicht auf dieses Erlebnis zu reduzieren.

    Von deiner Einstellung her (Maulkorbsicherung und Leine ohne Wenn und Aber) bringst du schon mal eine wichtige Voraussetzung mit, um einen "solchen Hund" halten zu können - denn es ist Verantwortung, die in höherem Maße erforderlich ist, um als Halter die Umwelt vor Schaden durch den eigenen Hund zu bewahren.

    Die Frage ist: Was bedeutet in deinem Fall "ein solcher Hund"?

    Die Antwort darauf kannst du nicht alleine, erst Recht nicht unter Eindruck dieses Erlebnisses, finden.

    Dabei sind die Fortschritte, die du schon in 4 Wochen gemacht hast, doch eigentlich ein Hinweis darauf, dass dieser Hund nicht unkontrollierbar ist, oder?

    Gib dir selber etwas Zeit - nicht nur dem Hund, sondern auch dir zuliebe :bussi:

    Es wäre schön, wenn du dich wieder meldest.

    Mitfühlender Gruß

    Moni

    aber offensichtlich isser ja für dich ganz richtig in der hf gewesen. Das ist doch OK

    :denker:

    Wo liest du das denn raus aus dem Beitrag von dragonwog ?

    Ein Hund ist nicht bei HHF gelandet, weil er keine Baustellen hatte, mal völlig unabhängig von der Motivation der Besitzer.

    Dass sich bei so manchem Hund die Probleme unter den dort herrschenden Bootcampmethoden noch verstärken, bzw. sich noch mal neue Probleme auftun, darauf hatte dragonwog doch schon in vorigen posts hingewiesen?

    Unter dem Gruppendruck, der bei der Schweinetrogfütterung herrscht, werden ALLE Hunde sich irgendwie einfügen, weil sie nicht verhungern wollen. Wobei ich VERMUTE, dass es durchaus Hunde gibt, die sich so gegen diesen Gruppenzwang zur Wehr setzen, dass sie sehr schnell wieder aus dieser Gemeinschafts-Futter-Methode rausgenommen werden.

    Manche Hunde nehmen aus dieser Fütterungsmethode die Erfahrung mit, dass sie sich zu fügen haben wenn sie Futter haben wollen; Andere nehmen die Erfahrung mit, dass sie Futter als Ressource betrachten, sobald dieser Gruppenzwang wegfällt.

    Das wäre dann wahrscheinlich beim neuen Besitzer...

    Das ist doch das Problem der Bootcampmethoden: Dermaßen "resozialisierte" Jugendliche haben eine hohe Rückfallquote, sobald sie wieder ein Leben ohne diesen Gruppenzwang führen. Eben weil die innerhalb der Gruppe gezeigten "Verhaltensänderungen" über Zwang bewirkt werden, und die alten Verhaltensweisen wieder Raum haben, sobald der Gruppenzwang weg fällt.

    @Helfstyna und Murmelchen

    Ich hatte mich wohl missverständlich ausgedrückt, meine Aussage zu meiner Vorgehensweise (=ich würde aufhören, bevor der Hund auslöst) ist wohl so angekommen, als würde ich grundsätzlich jede Situation meiden, bei der ein Hund auslösen könnte; Auch nicht, um festzustellen wo er überhaupt auslöst.

    Noch mal abschließend: Es ist wichtig zu wissen, ob und wo ein Hund auslöst.

    Das ist zum Einen wichtig, um überhaupt zu wissen, wo mit dem Hund gearbeitet werden muss, um eine Verhaltensänderung zu bewirken.

    Zum Anderen ist es natürlich auch sehr wichtig für diejenigen, die diesen Hund dann übernehmen wollen - ansonsten lässt man diese/n Menschen ins offene Messer laufen; Geschönte Beschreibungen helfen herzlich wenig, wenn diese Menschen erst dann die Baustellen erfahren, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

    Wichtig finde ich dabei unsere übereinstimmende Ansicht:

    Aber man bringt den Hund nicht staendig an den Punkt an dem er ausloest.

    :bindafür:

    Es bringt nix, da irgendwelchen Ausloesern aus dem Weg zu gehen.

    Kommt darauf an wie du es meinst, z. B. so:

    Es bringt absolut nichts, wenn man nur 2 Pfoten hebt und nicht weiss, wie er reagiert, wenn

    Wissen sollte man das, da haben wir eine übereinstimmende Meinung.

    Aus dem Grund gehoeren Hunde gescheit angeschaut, auch in Situationen die der Hund scheisse findet (und gehoeren dabei abgesichert!)! Alles andere ist einfach fahrlaessig und strunzdumm!

    Auch da stimmen wir überein.

    Meine Anmerkung, "ich hätte nur 2 Pfoten angehoben" basierte auf dem Wissen (war ja im Video zu sehen), wie der Hund darauf reagiert.

    Ich halte gar nichts davon, einen Hund immer und immer wieder in die Situation zu bringen, auslösen zu müssen.

    Ich denke aber, so hast du deine Aussage im ersten Zitat oben nicht gemeint?

    Was ich meine: Wenn ich weiß, der Hund löst aus (wenn ich es nur lang genug mache), dann höre ich auf, bevor der Hund auslöst und übe daran so, dass er lernt: Es passiert nichts Schlimmes, ich brauche gar nicht auslösen.

    Dazu muss allerdings zunächst erst mal heraus gefunden werden, ob und wann er auslöst.