Heute hat er nach mir geschnappt als wir gemeinsam am Sofa gesessen sind
Ich hab fern geguckt und Chips gefuttert, nicht auf den Hund geachtet und als ich gerade meine Hand zum Mund führen wollte - zack- reingebissen, wieder leicht geblutet, tut weh wie Sau und ich bin wütend und habe langsam keine Lust mehr.
Gemeinsam am Sofa oder gemeinsam auf dem Sofa?
Zumindest auf einer Ebene mit dem Hund - und das ist bei diesem Hund ein großer Fehler.
Begründung: Jerry hat seine Zähne gehemmt eingesetzt - es hat "nur" leicht geblutet.
Ein weiterer Hinweis darauf, wie er sich bisher in eurer Lebensgemeinschaft eingeordnet hat: Er dominiert euch. Dass er das kann hat er herausgefunden.
Ihr könnt euch und euer Verhalten nicht von heute auf morgen ändern, zumal euch tatsächlich die Erfahrung fehlt, diesen Hund lesen und einschätzen zu können.
Was könnt ihr also tun in den nächsten Wochen, sollte Jerry - und davon gehe ich aus - nicht schnell von euch weg kommen?
1. Eigensicherung
Jerry gehört auch in eurer Wohnung mit Maulkorb gesichert. Ich kann mir kaum vorstellen was für ein Gefühl das jetzt für dich sein muss, in deinen eigenen 4 Wänden, mit diesem Hund, der dich so verunsichert und einschüchtern kann. Davor müsst ihr euch schützen, indem Jerry einen Maulkorb dauerhaft trägt.
2. Keine Dominanzkämpfe
Auch wenn der Maulkorb euch vermeintlich Sicherheit gibt - er tut es eben nur vermeintlich, weil das Tragen eines Maulkorbs allein euch nicht helfen kann, am Verhalten und seiner Einstellung euch gegenüber bei Jerry irgend etwas zu ändern.
Bringt euch Jerry gegenüber in eine Position, in der ihr seine Einschüchterungsversuche einfach Abprallen lassen könnt, gar nicht darauf einlassen. Das geht nur mit Maulkorb.
Wenn ihr euch auf Jerrys Einschüchterungsversuche einlasst und darauf selber mit Einschüchterung(sversuchen) antwortet, erreicht ihr derzeit bei Jerry nur, dass er sich andere Möglichkeiten sucht, euch einzuschüchtern.
Mit seinen 3 Jahren ist Jerry ein zwar noch junger, aber dennoch erwachsener Hund, der genau weiß, wo er im Leben steht.
Es bedarf eines souveränen, erfahrenen Halters, um diesem Hund zu "erklären", welche Erwartungen er zu erfüllen hat, um ein für alle Beteiligten gutes und erträgliches Leben zu führen.
Das könnt ihr nicht leisten, und das tut mir echt leid für euch.