Bei FB hat sich der (angebliche) neue Besitzer gemeldet.
Was schreibt er?
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Aus meinem persönlichen Erleben:
Beispiel 1: Stute, 21 Jahre alt, war bis zu ihrem Sehnenschaden meine (kostenlose) Reitbeteiligung. Stand in Privathaltung, die Haltung von 2 Pferden (Offenstall) war möglich. Das 2. Pferd war das Pony der Tochter (damals 10 Jahre alt, die Tochter, nicht das Pony) der Halterin, Ausreitgelände direkt vor der Tür. Als klar war dass die Stute mit dem Sehnenschaden nicht mehr reitbar ist, wurde sie als Beistellpferd abgegeben an die Besitzerin eines Turnierpferdes, die dieses auch auf dem Hof hielt.
Die Stute hatte dort noch gute 3 Jahre in artgerechter Haltung, bis die immer wieder auftretenden Sehnenprobleme nicht mehr mit Kühlen und dann Schmerzmittel auszugleichen waren.
Beispiel 2: Wunderschöner Rappe, Spezialbeschlag an allen 4 Hufen, immer wieder längere Phasen wo er nicht mehr reitbar war. Mutter und Tochter hingen sehr an dem Pferd, als nach etlichen kostenintensiven Behandlungen klar war, dass es nichts mehr gibt mit reiten, wurde er als Beistellpferd in der Nähe der Besitzer untergebracht. Kost und Logis waren frei, dafür haben Mutter und Tochter die gesamten palliativen Kosten (Schmerzmittel bei Bedarf, Spezialbeschlag, Futtermittelzusätze) übernommen. Er hatte auch noch mehrere Jahre als "Frührentner" in artgerechter Haltung als Beistellpferd für ein in Privathaltung befindliches Turnierpferd.
Beispiel 3: Shetlandpony wurde angeschafft als reines Beistellpferd für das eigene Pferd. Der wird betüdelt und gepflegt, und ist zu allerlei Unsinn zu gebrauchen (Nachdem das mit dem Schlittenziehen letztens so gut geklappt hat, hat die Besitzerin sich kurzentschlossen mit Skiern von ihm ziehen lassen - muss herrlich gewesen sein, nur mal als Beispiel.).
Beispiel 4: Ältere Stute mit starker Arthrose wurde verschenkt an eine Frau, die einfach nur ein Pferd zum betüddeln wollte. Das Pferd war austherapiert, galt als nicht mehr reitbar, und der Beschenkten war klar, dass sie immer mal wieder mit Schmerzmitteln agieren muss, bis eben auch das nicht mehr reicht, und es dann in den Pferdehimmel geht. Nach einem knappen Jahr betüddeln und angemessener Bewegung hat die Besitzerin festgestellt, dass dieses Pferd tatsächlich so gut drauf war, dass es mit Spaß und schmerzfrei Schrittausritte machen konnte.
Insgesamt hatte diese Stute noch 7 oder 8 gute Jahre bei ihr.
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Ich selber habe das große Glück, seit 13 Jahren an einem Stall zu stehen mit meinem Pferd, wo die Bedingungen so artgerecht sind wie ich es mir für mein Pferd wünsche, und die Stallbetreiber wirklich nett und sorgsam mit den Pferden umgehen.
Momentan braucht er mich sehr intensiv, aufgrund von Boxenknast wegen eines Sehnenschadens - aber ansonsten ist er wirklich glücklich mit seiner "Rentnerband", mit der er sonst täglichen Weidegang hat, und ansonsten immer eine saubere Box wo er Ruhen und auch in Ruhe Fressen kann.
Mich braucht mein Pferd nicht zum Glücklichsein.