Beiträge von Hundundmehr

    Mittagsrunde werden wir aufjedenfall kürzen. Die läuft dann auch nur nebenher. Kurz lösen und gut.

    Welche Runde bietet ihr denn dann an, um sein Explorationsverhalten (Erkundungsdrang) zu bedienen?

    Abendrunde - geht schlecht, die findet in Kürze im Dunkeln statt.

    Der Morgenspaziergang? Dann hat der Hund "die Löffelchen" für den kompletten Rest des Tages auf.

    Ist bei euch die zukünftige große Runde mit dem Hund nicht für den Mittag geplant?

    An den Möbeln kauen, tut er nur morgens. Sobald wir draußen waren, hört er damit wieder auf. Vielleicht gibts da einen Zusammenhang?

    Wie lange muss er denn warten, bis er sich lösen kann?

    Spontan habe ich da das Bild im Kopf, das Möbel-Kauen hat sich so ein wenig "ritualisiert", und Balu hat keinerlei Alternative dafür im Kopf.

    Der erste Gang morgens nach dem Aufstehen ... ist zur Terrassentür, aufmachen. Das ist recht bequem, sollten die (dann schon trainierten) Organe doch mal dringend ein Geschäft erledigen müssen, können sie das sofort.

    Den Morgenspaziergang würde ich in jedem Fall verkürzen, nur die notwendigen Lösemöglichkeiten, und dann wieder zurück.

    Beim Welpen habe ich mich in den ersten Wochen sofort in einen Jogginganzug geschmissen, und bin mit ihm raus, ohne dass mein Gesicht zuvor auch nur einen Spritzer Wasser gesehen hatte. Vielleicht kehrst du wieder zu diesem Welpenritual zurück, um das bisherige Ritual "Möbelkauen vor dem ersten Spaziergang" abzulösen?

    Wäre so meine Idee.

    Nach dem kurzen Lösespaziergang gibt es für den Hund Frühstück; Meistens haben gerade Junghunde dann mit vollem Bauch noch Lust auf das "Sahnehäubchen Beschäftigung" - ein kleines Zergelspiel, dabei schon ein klein wenig Impulskontrolle einbauen ... und beendet wird das dann mit einem kleinen Kausnack, welches den Hund dazu bringt, sich auf einen Platz zurück zu ziehen und den Snack zu verspeisen.

    Im weiteren Verlauf kann dann in kleinen Schritten das Warten aufgebaut werden - Warten auf das Lösen, bis der Mensch sich zum ersten Lösegang fertig gemacht hat, Warten auf das Frühstück danach, und dann sich selber beschäftigen und ruhen, bis der Mensch sich wieder zur gemeinsamen Beschäftigung zuwendet.

    Warten ist eine wichtige Lektion, die ein Hund auch erst lernen muss.


    Die Katzen sind 80% des Tages draußen oder in einem anderen Raum, er sieht sie also kaum.

    Erhöht vielleicht gerade deshalb den Beuteanreiz, und erschwert die Akzeptanz als Verbandszugehörig?

    Uns hatte der Hundetrainer das so gesagt: wenn die Katze im gleichen Raum ist, oder an ihm vorbei geht, soll er nicht die Katze, sondern uns anschauen. Dafür wird er belohnt. Das macht er auch wunderbar. Vielleicht war das aber auch der falsche Ansatz?

    Wenn er das macht, habt ihr ja schon mal einen guten Erfolg erzielt. Ich halte diesen Ansatz auch für richtig - nur ist das eben nicht alles, was dazu nötig ist um Balu begreiflich zu machen, dass die Katzen trotz ihrer nur sporadischen Anwesenheit zur Gemeinschaft gehören, und keine Beute sind.

    1. Wen soll Balu denn anschauen, wenn die Katzen an ihm vorbei gehen und keiner von euch da ist?

    2. Was kann ihm denn vermitteln, dass die Katzen auch "zu Euch" gehören, Familienmitglieder sind?

    Ich rate hier zu einer zweigleisigen Verhaltensmodifikation:

    1. Den Jagdbedarf, den Balu als Jagdhund HAT, gezielt anderweitig befriedigen (Apport, Nasenarbeit). Jagdhunde HABEN Jagdambitionen - je eher und mehr sie lernen, dass dieses Bedürfnis bei gezielten Aktionen gemeinsam mit ihrem Menschen als TEAM befriedigt wird, umso weniger werden sie selber nach Gelegenheiten suchen, um dieses Bedürfnis zu befriedigen - durch das Jagen der Katzen z. B., wenn sie zur Verfügung stehen.

    2. Balu vermitteln, dass die Katzen keine Objekte (=Beute) sind, sondern Individuen, die zu seiner Familie gehören. Das kann z. B. so aussehen, dass Balu rechts von dir liegt und mit der rechten Hand gekrault wird, während eine Katze links von dir liegt und ihre Streicheleinheiten mit der linken Hand erhält.

    Auch eine Möglichkeit ist, die Katzen gemeinsam zu beobachten - und ihm Anschluss daran einfach ein kleines Spiel mit Balu zu machen, und damit seinen Fokus weg von den Katzen zu bekommen.

    Wenn ein Spaziergang mal mit sehr vielen Eindrücken verbunden war (spielende Kinder, Hundebegegnung, Rehe usw) fällt die restliche Tagesbeschäftigung eher klein aus

    Kennst du das Hormon Cortisol? Ein Langzeit-Stresshormon, welches mehrere Tage, in Extremfällen sogar Wochen benötigt, um wieder abgebaut zu werden.

    Balus Erfahrungsschatz ist noch zu gering, um dieses Langzeithormon zuverlässig innerhalb eines Tages abzubauen. Sogar meine erwachsenen Hunden bekommen heute noch nach einem Stresstag mit vielen Eindrücken und wenig Ruhemöglichkeiten am Tag danach ein Schmalspurprogramm, welcher einen langen, aber reizarmen Spaziergang beinhaltet. Das ist Bewegung, wo sie "die Seele baumeln lassen können".

    Bitte baue für Balu nach so ereignisreichen Tagen jetzt noch ganz gezielt mindestens 2 Tage mit wenig Reizen ein. So hilfst du ihm, Eindrücke besser zu verarbeiten - und das wirkt sich auf ein ausgewogenes zentrales Nervensystem aus.

    Ich meine... Er beißt dich und wird dafür ignoriert? Wo ist die Strafe? Was soll er daraus lernen?

    Strafen würde ich auch nicht - denn meinem Eindruck nach weiß Balu derzeit ja gar nicht, dass dieses "Beißen" unerwünscht ist.

    Ich würde mich allerdings auch nicht von meinem Platz vertreiben lassen...

    Balu kennt ein "Nein", oder?

    Ich bin auch eher diejenige, die es "im Guten" versucht, und eine Chance gibt, es besser zu machen.

    Zunächst einmal muss Balu ja lernen, dass ich das Beißen an mir nicht gut finde.

    Um den Hund nicht rätseln zu lassen, was er denn statt dessen tun kann, biete ich eine Alternative. Er bekäme also erst mal von mir ein "Nein, lass es!", sobald er beißt - und dann statt dessen ein Spielzeug ins Maul, auf dem er rumkauen kann.

    Wahrscheinlich bekäme er von mir noch eine zweite Chance, wenn er das fallen lässt und mich trotzdem noch mal beißt (ich denke, das ist kein Beißen sondern eher Kneifen, oder? Ist aber auch unangenehm bis schmerzhaft, und auch unerwünscht).

    Beim dritten Mal würde er vom Sofa fliegen ... nicht brutal, aber doch deutlich energisch.

    Gibst doch nicht, dass ich mich von meinem eigenen Hund vom Sofa vertreiben lasse!

    Das Sofa gehört nur uns - also auch ihm - wenn man sich auf gemeinsame, verträgliche Regeln einlässt, die ein Miteinander ermöglichen.

    Sie meint, daß morgens schon mit Drill begonnen wird und daher schon die Konzentationsfähigkeit für den Rest des Tages aufgebraucht ist.

    Klingt der Beschreibung nach (kann natürlich täuschen) daß bei den Ründchen schon viel Kommandos und Selbstkontrolle abverlangt werden, statt daß zumindest das Morgenründchen ohne große Erwartungen einfach nur abgebummelt wird.

    Nein, ich denke das ist so von flying-paws nicht gemeint.

    Es geht nicht um den "Drill", also die paar Signalworte, die so ganz nebenbei geübt werden.

    Es geht darum, dass bei einem Junghund von 7 Monaten schon morgens bei der ersten Runde das vegetative Nervensystem, hier genau der Sympathikus, angekurbelt wird.

    Wenn ich das bei Balu mal zusammen rechne, dann sind das normalerweise 3 Runden à je ca. 30 Minuten = 1,5 Stunden an Bewegungsaktion mit Außenreizen.

    Dazu kommt das Dauer-Katzen-Programm zu Hause - was Balu als Jagdhund natürlich mental auch noch mal mit besonderen Reizen überschüttet.

    ...............

    Zu den Katzen: Sie brauchen Rückzugsorte, die Balu nicht erreichen kann. Diese sollten aber - den Katzen zuliebe - so gestaltet sein, dass die Katzen jetzt nicht von ihrem gewohnten Lebensraum ausgeschlossen sind.

    Es liest sich so, als wären die Katzen ständig "auf dem Sprung", müssten selber "lesen lernen", wann Balu einfach nur so aus Interesse, ohne Jagdambition, ihren Kontakt sucht, und wann er geneigt ist, eine Hetzjagd zu starten.

    Schlaf-/Ruheplätze als auch gewohnte Spielplätze (Katzenkratzbaum z. B.) müssen so lange für Balu nicht erreichbar sein, bis er gelernt hat die Katzen als Mitglieder seines Familienverbandes zu akzeptieren, und nicht als Beute zu sehen.

    "Beute" ist ein weiteres Thema für Balu. Der Labrador-Retriever ist ein Jagdhund, und ein wichtiger Teil seiner Erziehung sollte den Fokus auf dem Fordern und Fördern seiner jagdlichen Fähigkeiten haben. Befasst euch mal mit dem Thema "Apport" - das ist viel mehr als dem Hund nur irgendetwas zu schmeißen und ihn losstochen zu lassen.

    Was ich bei deiner Beschreibung vermisse: Welche gemeinsame Beschäftigung gibt es denn außerhalb der Spaziergänge? Ich habe dort gelesen, Balu schläft, es wird gekuschelt, und er beschäftigt sich selber. Macht ihr da auch zwischendurch, für wenige Minuten, gemeinsame Spiele?

    Du schreibst, Balu fährt sehr schnell hoch und findet dann nicht mehr zur Ruhe.

    Ich meine bei deinen Beschreibungen zu erkennen, dass er einfach nie die Gelegenheit hatte zu lernen, wieder runter zu fahren.

    Mein Progamm für einen Junghund sieht so aus: Es gibt 3 kurze Lösegänge am Tag, die nie länger als 10 Minuten sind, und EINEN Spaziergang, der dann - altersangepasst - länger ist.

    Bei diesem Spaziergang mache ich aber nicht "Strecke", sondern gebe Zeit und Raum für Erkundungsverhalten des Hundes, wo ich immer mal wieder eine kleine, gemeinsame Aktion mit einbaue. Zwischendurch gibt es dann eine Pause; Diese ist mir immer besonders wichtig, damit der Hund lernen kann wieder runter zu fahren. Da Hormone sich nicht kontrollieren (willentlich steuern) lassen, nutze ich dazu einen Trick: Ein leckerer Kausnack, mit dem die Zähne des Hundes länger als mit den üblichen Belohnungs-Happ-und-Weg-Häppchen beschäftigt sind. Diese Pause dehne ich dann in kleinen Schritten aus, wobei ich die Umweltreize natürlich berücksichtige.

    Ehrlich gesagt habe ich etwas Schnappatmung bekommen bei der Erwähnung des "Meutetreffens" mit ca. 15 Hunden ... :shocked:

    Ganz ehrlich - mit 7 Monaten wäre MEIN Hund da nach maximal 2-3 Minuten wieder raus, erholen, runterfahren, verarbeiten.

    Kann ja sein, dass es mit deinem Balu sehr relaxt abläuft - aber MEINE Erfahrungen zeigen mir da eher Bilder von Jungspunden, die nach einem solchen Erlebnis völlig "drüber" sind, eben weil sie selber noch nicht gelernt haben, sich zurück zu ziehen um sich etwas Ruhe zu gönnen.

    Ruhe ist für Jungspunde nämlich zunächst einmal ein völlig nebulöser, nicht existenter Begriff, der ihrer Vorstellung noch völlig fremd ist - dazu ist die große, weite Welt viel zu interessant, und bietet viel zu viel Neues.

    Ein kluger Halter dosiert diese vielen neuen Eindrücke in so kleinen Portionen, dass der Hund sie verarbeiten kann.

    So - das war jetzt ein Roman ...

    Schau doch mal, was dich davon anspricht, dich nachdenklich macht, eine andere Sicht bietet.

    Lieber Gruß

    Moni

    Das kann man so als Aussenstehender nicht wissen. Höchstens abschätzen, wenn man dabei war oder drauf sass. Also ob es so ein Tritt mehr halbherzig erschien, oder durch die Bewegungsdynamik (das Ziel hält ja in der Regel nicht still, bewegt sich), nur daneben ging. Selbst bei feststehenden Objekten trifft ein Pferd (wie Menschen und andere Lebewesen auch) nicht immer exakt sein Ziel, wenn es das treffen will.

    MMn war es kein Glück, sondern Absicht deines Pferdes, diesen Hund nicht zu treffen.

    Nur, weil es nicht getroffen hat? Nein, daraus kann man das nicht ableiten.

    Vermutlich, wie ein Elch dessen Tritt beim Wolf ins Leere läuft oder das Zebra, dessen Huf verfehlt, wenn der Löwe ihm am Hintern hängt. Im Grunde genommen kann man, also wenn man mit Pferden umgeht, froh sein, dass die meisten Tritte, auch wenn sie treffen sollen, doch ins Leere gehen.

    (Drum kann das Pferd trotzdem eine coole Socke sein. Egal, ob es gewollt oder ungewollt verfehlte. Wenn diese Massnahme reichte und es entschied, ok, das wars, jetzt ist er weg).

    Ich gestehe Pferden genauso ein differenzierteres Droh- und Wehrverhalten zu, wie auch Hunden und Menschen.

    Auch bei ihnen gibt es die Wahl zwischen Beschädigen-Wollen, und Drohen ohne Beschädigung.

    Da sie von Geburt an lernen, ihre 4 Beine zu nutzen, gestehe ich ihnen auch eine entprechende Kontrolle bei der Nutzung zu, sowie auch den Willen, gezielt zu treffen oder gezielt nicht zu treffen.

    Meine eigenen Erfahrungen aus dem Reallife sind da zwar recht vielfältig, jedoch natürlich nur anekdotisch.

    Dabei handelt es sich also nur um meine Meinung (was ich auch so dargestellt habe) - und die stützt sich in diesem Fall auf die Schilderung von terriers4me , dass ihr Wallach vorher einen sehr entspannten Umgang mit herumwuselnden Hunden hatte, und diesen auch nach diesem Vorfall mit dem Hund wieder uneingeschränkt anderen Hunden gegenüber zeigte.

    Da blieb er abrupt stehen und schlug hart und gezielt zu, bevor ich überhaupt reagieren konnte, zum großen Glück knapp über den Hund hinweg. Und bei der nächsten Hundebegegnung war er wieder entspannt wie immer. Darüber habe ich lange gestaunt.

    Zufall, dass ich das jetzt mitgelesen habe - aber mich persönlich erstaunt das Verhalten deines Pferdes nicht.

    MMn war es kein Glück, sondern Absicht deines Pferdes, diesen Hund nicht zu treffen.

    Ich nehme mal an, der Hund hat sich durch diesen vehementen "Schuss vor den Bug" deines Pferdes beeindrucken lassen und von einer weiteren Annäherung Abstand genommen? Oder habt ihr durch diese Aktion ausreichend Zeit gewonnen, den Hund von einer weiteren Annäherung abzuhalten?

    Dein Pferd scheint eine coole Socke zu sein, der sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt - aber sich eben nur angemessen zur Wehr setzt, wenn es wirklich nötig ist. Gefällt mir :smile:

    Hi pustebluemchen ,

    zum Verhalten deines Freundes wurde ja schon viel gesagt.

    Die eigentliche Überlastung sehe ich aber eher in deiner Einstellung zu einem Hund mit "Vorgeschichte".

    Ich habe den Eindruck, in deiner Vorstellung soll der Hund einfach an deinem gewohnten Leben teilnehmen, er soll überall hin mit, und das von Beginn an.

    Diese Einstellung finde ich sehr seltsam, ich frage mich, wie ein Mensch überhaupt auf die Idee kommen kann, sich so einem völlig unbekannten Hund gegenüber zu verhalten.

    Vertrauen zu dir, Vertrauen auf die Verlässlichkeit seines neuen Lebens fehlt diesem Hund doch noch völlig.

    Das ist aber die Basis, die du benötigst um einen Weg zu deinem Hund zu finden, der euch ein gemeinsames und gutes Leben miteinander ermöglicht.

    Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen und einen guten, herdenschutzhunderfahrenen Trainer empfehlen, der dir auch dabei hilft dich in deinen Hund hineinzuversetzen, um die gebotene Rücksicht auf die jetzigen und auch zukünftigen Bedürfnisse deines Hundes nehmen zu können.

    Die Zündschnur wird wieder länger werden, sobald sie sich nicht mehr selbst kümmern muss, sondern Du das für sie in die Hand nimmst, indem Du ihr enge Fremdhundbegegnungen vom Hals hälst

    Das würde ich gerne tausendmal liken!

    Du regelst nicht einen Konflikt für sie, sondern übernimmst die Regie indem du sie erst gar nicht in diesen Konflikt reinlässt.

    Wo du das Gefühl hast, es könnte für deine Hündin zu eng werden, führst du sie einfach vorbei, freundlich aber bestimmt. Lernt beide, fremde Hunde zu passieren und dabei zu ignorieren. Dazu könntest du z. B. ein Leckerchen/eine Leberwursttube nutzen, und ihr das ignorante Passieren schönfüttern.

    Klar... kann man komplett unterbinden weil daraus eventuell ein Streit zwischen zwei Hunden entstehen kann... aber ist doch auch nicht die Lösung einem sonst sozialen Hund komplett den Kontakt zu seinen Artgenossen zu verbieten, oder ?

    Hast du dafür nicht schon eine Lösung parat?


    .mit Hunden die sie kennt (Hunde von Freunden) und auch Hunden, die sie auf weitläufigen Flächen trifft ist immer alles super...Sobald es etwas enger wird, muss ich aufpassen.

    Das sind wirklich ausreichend Möglichkeiten, wo sie ihre freundliche soziale Seite ausleben kann.

    In dem Zusammenhang:

    Mich stört es allerdings schon, da die Prügeleien leider innerhalb von 2sek losgehen & man nicht wirklich die Möglichkeit hat einzugreifen bevor es passiert.

    Das passiert deiner Aussage nach nicht bei bekannten Hunden, und auf weitläufigen Flächen.

    Dazu eine Frage: Wo bist du selber bei diesen weitläufigen Flächen? Direkt bei deiner Hündin, oder hast du da selber (deutlich?) mehr Abstand zu ihr?

    Es kam hier ja schon die Frage auf, ob es evtl. an dir/an deiner direkten Anwesenheit liegen könnte, weshalb sie dieses "zickige" Verhalten zeigt.

    Möglicherweise hängt deine Ausstrahlung ja auch mit den persönlichen Verlusten zusammen, die du innerhalb kurzer Zeit hinnehmen musstest. Das tut mir total leid für dich, da ist ja dein gesamtes gewohntes Leben völlig auf den Kopf gestellt worden :streichel:

    Hast du denn Menschen, mit denen du reden und wo du auch deine Trauer zeigen kannst?

    Prinzipiell ist dieser Kinder-Hundeführerschein doch etwas Gutes; Als angeleitete Heranführung an einen verantwortungsvollen Umgang mit Hund gibt es Kindern noch mal einen anderen Blick auf ihren Kumpel auf 4 Pfoten, eben auch auf die Umwelt bezogen.

    Der Kommentar eines Elternteils (Hund und Kind zusammen unterwegs, ohne dass man sich Sorgen machen muss) fand ich auch etwas ... "ungewöhnlich" in dem Zusammenhang.

    Allerdings sollte man doch davon ausgehen können, dass auch den Eltern der teilnehmenden Kinder während dieses Lehrgangs doch deutlich gesagt wird, dass Kinder unter 12 Jahren (in anderen Bundesländer wohl auch erst ab 16) den Hund keinesfalls ohne ältere Begleitperson ausführen dürfen?

    Eigentlich gehe ich persönlich davon aus, dass Eltern, die einen Sinn hinter diesem Kinder-Hundeführerschein sehen, sich auch der Verantwortung bewusst sind, und eben auch wissen dass dieser Hundeführerschein für das KIND ist - und nicht etwa dafür, den Eltern zukünftig die "Last" der Hundespaziergänge abzunehmen.

    .......................

    Kinder alleine mit Hund gehen zu lassen, finde ich grundsätzlich ein No-Go.

    Sehen tue ich dies allerdings auch manchmal - und sehe es dann als meine Aufgabe an, den Mangel an Verantwortung der Eltern auszugleichen, indem ich besonders umsichtig mit meinen Hunden umgehe.

    Ehrlich gesagt macht es mir dann sogar Spaß, dieses Kind ein wenig "mit zu erziehen", ihm etwas beizubringen, was die Situation eben so hergibt.

    Die Eltern kann ich nicht ändern, und dem Kind gegenüber fände ich es unfair und respektlos, es darauf hinzuweisen, dass es doch eigentlich gar nicht alleine mit dem Hund gehen darf.

    Aber seis drum, mir ging es primär darum, dass dieser 'Freunde Satz' (Anmerkung: Es geht um die Aussage von V.B.: "Ein Hund ist nicht mein Freund" aus dem Artikel) aus dem verlinkten Artikel aus dem Kontext gezogen wurde und so nicht mehr dem eigentlichen Tenor entsprach!

    Nun - das ist der gesamte Kontext:

    „Mein Hund ist nicht mein Freund. Seit Jahrtausenden werden Hunde zum Bewachen, Jagen und Hüten gezüchtet“, erklärt sie. „Auf einmal sollen sie Kuscheltier sein oder Kinderersatz. Das funktioniert nicht. Wir dürfen Hunde nicht vermenschlichen.“

    Sie reduziert damit Hunde auf bestimmte Fähigkeiten (Spezialisierungen), und deren triebigen Anteil, lässt dabei völlig außen vor, dass Hunde viel mehr als nur diese - für den Menschen nützliche - Fähigkeiten sind.

    Dem Gegenüber setzt sie dann das andere Extrem, welches - ihrer Aussage nach - dann entsteht, wenn Hunde nicht aus ihrem Blickwinkel betrachtet werden: Dann ist der Hund ein Kuscheltier oder Kinderersatz (als Synonym für jeglichen Ersatz für eine vom Menschen als Defizit empfundene Funktion).

    Damit wird jegliches Vermenschlichen als Fehlverhalten untermauert.

    Das stimmt so einfach nicht!

    Wir MÜSSEN vermenschlichen, indem wir von unserem eigenen Empfinden Rückschlüsse auf das Empfinden von Hunden ziehen, und das nennt sich Empathie; Empathie für ein hochsoziales, denkendes und fühlendes Lebewesen, welches dem Menschen ähnlicher ist, als es die im obigen Kontext gemachte, versachlichende Aussage: "Der Hund ist nicht mein Freund." suggeriert.

    "Anthropomorphes Denken in unterschiedlichen Ausprägungen wird Hunden insbesondere bei Bestehen einer engen emotionalen Bindung zuteil. Diese an das Subjekt gebundene Vermenschlichung muss nicht a priori falsch sein, wirkt im Gegenteil einer Objektivierung, die zur Versachlichung und zum Gebrauch (Verbrauch, schlimmstenfalls zum Missbrauch) tendiert, entgegen. Nur Objekte, die eine subjektive Bedeutung erhalten, werden wirklich geschätzt und geschützt (Gebhard 1994)" (Aus: Ausdrucksverhalten beim Hund, Feddersen-Petersen)"

    Das Verhältnis zu meinen Hunden ist von Sympathie und Vertrauen geprägt, ich bin ihnen wohlwollend zugeneigt.

    Die Kunst ist, nie zu vergessen und auch zu berücksichtigen: Sie sind Hunde - und ich bin ein Mensch.


    Hier wird V.B. wegen Chicco zitiert https://www.hna.de/lokales/goetti…en-9829533.html

    Bei welcher Aussage ich unglaublich schlucken musste:

    "Der Hund ist nicht mein Freund."

    Mein erster spontaner Gedanke war: "Joah, stimmt - das sieht man in deinem Umgang mit Hunden... mit Freunden geht man nicht so um... :kotz:"

    Meine Hunde sind meine Freunde. Ich bin der Freund meiner Hunde.

    Als ihr Freund gestehe ich ihnen zu, genauso so vielfältig und verzwickt in ihrem Empfinden und Denken zu sein wie ein Mensch - denn Hunde sind hochsoziale Lebewesen.