Ah, dann schickst du also auch erst mal sichtig.
Mit Verlaub - aber das ist eine Markierung, und kein Voran.
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1. Warum ich das "Voran" überhaupt aufgegriffen habe:
Ganz einfach -
@Frankyfan hatte es in ihrem Beitrag erwähnt, dass sie diesen Arbeitsauftrag mit ihrem Hund schon übt. Da hatte ich sofort den Gedanken, sie könnte tatsächlich schon mit richtigen Blinddummies arbeiten - und das fand ich in ihrem Fall zu früh.
2. Um dem noch unausgebildeten Hund überhaupt erst mal eine Vorstellung vom "Voran" zu geben, nutze ich unterschiedliche Übungen:
- das erneute Schicken auf eine zuvor erfolgte Markierung. Auch hier kann durch Variationen, die dem jeweiligen Ausbildungsstand des Hundes angepasst sind, der Schwierigkeitsgrad gesteigert werden
- "unechte" Voran: Der Hund sieht, dass der Halter etwas macht - das geht hin vom kurzen Zeigen der Beute, die dann sichtig abgelegt wird, evtl. als zusätzliche Hilfe für den Hund noch mit einem Aufmerksamkeitsgeräusch belegt, über das Ablegen der Beute so, dass der Hund das Ablegen nicht sehen kann, bis hin zum - für den Hund möglichst unbemerkten - Werfen der Beute so, dass das Apportel einige Meter vom Wurfpunkt aus entfernt landet, der Hund also etwas weiter gehen muss als die Stelle, wo der Mensch stand.
- Stellungswechsel (was eben auch beinhaltet, dass der Hund lernt sich von den Spuren, die der Mensch hinterlässt zu lösen; Aber auch das muss ein Hund erst mal lernen, weshalb auch andere Übungen wie z. B. die Frei-Verloren-Suche, oder auch der Stellungswechsel bei Markierungen geübt werden sollte)
- ich kann z. B. auch erst eine Markierung an einer markanten Stelle machen, den Hund das Apportel holen lassen, ihn dann wegführen, ein Dummy auslegen das ein Stück VOR der zuvor abgearbeiteten Markierstelle liegt, den Hund holen und erneut in Richtung der Markierung schicken, ihn aber kurz vor der Stelle, wo das nun blind ausgelegte Dummy liegt mit dem Suchenpfiff dazu auffordern, JETZT seine Nase einzusetzen, um die Beute aufzuspüren.
Ich lasse mir noch allerhand mehr einfallen, um das Voran zu etablieren. Es dürfte aber erkennbar sein, dass bei den z. B. oben aufgeführten Variationen schon die ein oder andere Fähigkeit da sein muss, um diese Variationen überhaupt anwenden zu können - der Stellungswechsel z. B., den man sich bei Markierungen erarbeiten kann, oder der Suchenpfiff, der zu Beginn auch bei Markierungen eingeführt wird.
Es gehört Kreativität dazu, um bestimmte Lernerfolge beim Hund zu erreichen. Dabei nutze ich die Lernerfahrungen, die der Hund schon HAT.
Um das "Voran" zu etablieren, wird zunächst das Sehen des Hundes eingesetzt, aber in deutlich geringerem Umfang als bei Markierungen für einen noch unausgebildeten Hund.
(Diesem setzt man zu Beginn ja auch keine Markierungen vor die Nase, wo der Hund nur wenig von der Flugbahn sieht, und das Dummy in für ihn nicht einsehbarem Gelände landet, möglichst noch mit dichtem Gestrüpp an der Landestelle. Denn dann lernt der Hund ja nicht zu Markieren, sondern zu Stöbern, was zu einer Fehlverknüpfung des Kommandos "Apport" führt.)
Dieser Sichtbereich beim Etablieren des Voran wird mit den wachsenden Fähigkeiten des Hundes immer mehr verkleinert.
Das Ganze lässt sich bildlich gut vergleichen mit einem Puzzle:
Jedes Puzzleteil ist Bestandteil eines Gesamtbildes - gebe ich dem Hund aber immer nur wenige und immer die selben Puzzleteile in die Hand, wird er nie das Gesamtbild betrachten können.
Auf ein Memory schicke ich übrigens auch mit "Apport" so habe ich es gelernt, weil der Hund hier eine Gedächstnisleistung für eine Markierung erbringen muss.
Bei Prüfungen des GRC gibt es Punkteabzug für das Schicken mit Voran auf ein Memory - weil hier der Führer die Gedächtnisleistung erbringt, die eigentlich vom Hund erbracht werden soll, und das Voran dadurch eine Hilfe für den Hund ist.