Heute hat uns eine (noch) nicht wirklich hörende Tut-Nixin einen wunderschönen Spaziergang beschert 
Mo-Fr bin ich ja morgens am Stall, Leif darf dann immer mit, lernt da "Warten", und darf dann immer zum Ausgleich auf der riesigen Heuwiese rumfetzen, entweder gemeinsam mit der Hofhündin, oder mit einigen gezielten Apportaufgaben.
Als ich vorhin dort ankam, war meine "Arbeit" aber schon getan: "Wir dachten, du kommst heute nicht weil ja Feiertag ist."
Joah, habe ich nur noch beim Stallkehren geholfen, und die Gelegenheit genutzt mit Leif dann mal eine außerplanmäßige Einzelrunde im nahen Wald zu machen.
Fing schon am Parkplatz gut an - zeitgleich kam noch ein weiteres Auto dort an, parkte direkt neben mir.
Ich bin dann in Ruhe ausgestiegen, und habe dann am noch geschlossenen Kofferraum abgewartet.
Neben mir wurden 2 BC ausgepackt, habe ich also die Klappe geöffnet, aber Leif noch drin gelassen. Schon mal die Rampe ausgepackt und bereit gestellt, aber gewartet bis die Halterin ihre 2 Hunde (von denen einer auch noch jung war, kein Jahr alt) sortiert hatte und mit ihnen den kleinen Waldweg reinging.
Leif blieb ruhig, und damit er jetzt nicht total hibbelig die Rampe runterprescht (was altersgereicht seiner Dynamik entspricht) bekam er von mir ein fettes Leckerchen. Er ging dann angeleint richtig ruhig runter, als das Leckerchen fertig gekaut war (obwohl ich schon die Querstange weggenommen und damit den Weg nach draußen eigentlich frei gemacht hatte).
Ist mein Plan, ihn mit Leckerchen ruhig zu halten, voll aufgegangen

Er steuerte dann auch direkt das nächste Grün an, zum Schnüffeln und Markieren, statt den unmittelbar zuvor im Waldweg verschwundenen Hunden hinterher zu wollen - geil, einfach nur geil 
Das fing schon mal gut an, und wir haben dann den dortigen Hauptweg eingeschlagen, um dann einem kleineren Reitpfad zu folgen. Zu der Stunde und bei dem Wind der war, ist es eher unwahrscheinlich einem Reiter zu begegnen, da die Wegstrecke aber derzeit wegen Kurven und dem noch sehr hoch stehenden Königsfarn nicht gut einzusehen ist (Reiter sieht man, aber alles was kleiner als 1,50 ist, nicht), blieb Leif erst mal angeleint. Für ihn und mich eine gute Übung für "Hundedinge erlaubt, Ziehen nicht.".
Schoß plötzlich um eine unübersichtliche Kurve ein rehbrauner, ungefähr gleichkalibriger Hund wie Leif um die Ecke. Leif blieb stehen, der Hund auch als er uns sah, nahm uns (noch ca. 20m Abstand) neugierig-freundlich in Augenschein, ignorierte das Rufen der Männerstimme von hinten, und rannte freudig auf uns zu.
Ich nur gerufen: "Alles gut, die darf ruhig kommen!".
Dem Namen der von dem Mann gerufen wurde nach handelte es sich um eine Hündin, körperlicher Entwicklung und Körpersprache nach noch recht jung - jepp, war 8 Monate alt, wie ich später erfuhr.
Die Hündin war schon bei uns, bzw. Leif, den ich schon abgeleint hatte, als der Mann um die Ecke hechtete - und sichtlich entspannte bei dem Bild das sich ihm bot.
Da wurde kurz abgecheckt, festgestellt: "Freund
!" - und da wurde zunächst vorsichtig angetestet, was miteinander spielerisch geht.
Zur Freude beider Hunde ging spielerisches Raufen, was sie voll auskosteten.
Gut zu sehen war dabei aber auch, dass beide Hunde sehr wohl "auf die Bremse traten", also ihre Körpermasse sehr wohl dosierten - Rempeln, Betatschen, spielerische Scheinangriffe waren durchaus erlaubt, aber beide Hunde achteten darauf den anderen jetzt nicht umzurempeln oder gar plattzuwalzen.
Das war sehr schön 
Jetzt war allerdings noch ein Hund dabei, den die Frau des Mannes erst mal bei sich hielt - nicht, weil er gefährlich war, sondern aufgrund seines Alters, er war schon über 14, gefährdet aufgrund der tobenden Jungspunde.
Dabei hatten sie mehr Angst wegen ihrer jungen RR-Hündin, der sie einfach zutrauten dass diese noch nicht die erforderliche Umsicht diesem alten Hund gegenüber aufbringen kann, wenn sie mit einem anderen Hund am Toben ist.
Mein Vorschlag, dann gemeinsam den Weg zurück zum Parkplatz zu gehen, mit den Jungspunden mit gutem Abstand vorneweg, wurde freudig angenommen.
Die Interaktion zwischen der Hündin und Leif war herrlich anzusehen, wir Menschen mussten ein wenig auf unsere Sicherheit achten
, weil die zwei auch mal zwischen uns rumwuselten, aber beiden Hunden war anzumerken, wie gelöst sie waren und es sichtlich genossen, mal auf einen passenden Sparringspartner zu treffen, mit dem dieses rauferische Spiel möglich war.
Wir waren ja erst wenige Minuten vom Parkplatz entfernt, dass Ganze dauerte vielleicht so 10-12 Minuten, und beim Abschied, als beide Jungspunde an der Leine waren, durfte dann auch der unangeleinte Althund Leif mal näher in Augenschein nehmen.
Das ging sehr friedlich und mit großer Ruhe vonstatten, Leif an komplett durchhängender Leine blieb - erwartungsgemäß - völlig ruhig dem alten Hund gegenüber.
Ich liebe unseren Kleinen
, der hat so tolle Veranlagungen die schon so weit ausgebaut und gefestigt sind, dass ich ihn da wirklich als absolut verlässlich bezeichnen kann ... 
(Dafür haben wir andere Baustellen, die aber auch altersentsprechend sind, mich aber nicht daran hindern seine bisher schon vorhandenen Qualitäten zu bemerken, und auch einzusetzen
).
Der Althund wandte nach einer kurzen Inspektion von Leif (kurz geschnuppert, abgecheckt und für "der ist okay" befunden) seine Aufmerksamkeit lieber mir zu (kurz ins Gesicht und in die Augen geschaut, abgecheckt und für okay befunden
), fand dann aber meine Dummyweste, genauer gesagt die linke Tasche der Weste, in der meine Leckerchen waren, interessanter.
Ja, er durfte dann Leckerchen haben, und weil die ja so besonders lecker schmecken, habe ich der Frau ein paar davon beim Abschied in die Hand gedrückt 
Vielleicht sehen wir uns mal wieder, wir waren uns einig dass wir uns darüber freuen würden.