Beiträge von Hundundmehr

    So haben wir uns auch einmal zusammen gut 10m ins Unterholz gestellt für eine Hundehalterin, die mit einem kleinen freilaufenden und zwei großen angeleinten Hunden ankam. Sie kannte die Frau wohl und wusste von ihr, dass die beiden großen Hunde ihr bei Hundebegegnungen arge Probleme bereiten, weshalb sie immer dankbar ist um jeden, der ihr durch Abstandhalten hilft. Sie hat sich auch diesmal bei uns bedankt für die Rücksicht, fand ich gut.

    Dieser Frau mit ihren Problemhunden bin ich jetzt noch einige Male begegnet, und immer bin ich ausgewichen.

    Gestern bin ich dann durch Zufall hinter ihr gewesen, der Weg ging direkt zum Parkplatz.

    Ich hatte mich schon darauf eingestellt, mit deutlichem Abstand hinter ihr zu bleiben, und einfach die restlichen paar hundert Meter ihr langsameres Tempo mit zu gehen.

    Sie hat uns auch bemerkt - einer ihrer Hunde drehte sich immer wieder um - und blieb dann stehen um mich zu fragen, ob ich eben vorbei wolle?

    Also gewollt habe ich nicht wirklich, habe ihr auch gesagt dass das nicht muss, ich würde einfach großen Abstand halten ... wenn das für ihre Hunde so geht?

    Sie wollte uns aber lieber vorlassen, ich glaube, das war zumindest für den einen ihrer Hunde im weiteren Verlauf leichter, statt sich ständig nach den "Verfolgern" umzudrehen.

    Sie ging dann auch deutlich ins Unterholz, beim Passieren machten ihre Hunde auch Theater - Leif nicht, den ließ ich gar nicht erst "antworten", sondern hielt ihn futtertreibend bei Fuß.

    Danach konnte ich meine Jungs wieder in den Freilauf lassen, mit so deutlichem Abstand zu der Frau, dass es ihre Hunde nicht aufregte.

    Ich habe mich sehr gefreut über die Reaktion der Frau, eben gerade weil sie diesmal diejenige war, die angeboten hat für uns auszuweichen.

    Da geh ich noch dreimal lieber für sie ins Unterholz, wenn sie mir das nächste mal begegnet.

    Mir driftet das jetzt zu sehr vom eigentlichen Problem des Themenerstellers ab, deshalb lasse ich die Windeldiskussion mal außen vor ...

    Es ist nicht normal, dass ein (junger) Hund so häufig pullern muss. Das ist krank! Auch, wenn er nachts durchhalten kann, weil da der Körper runterfährt. Und es muss die Ursache gefunden werden. (Unter krank verstehe ich im Übrigen nicht nur organische Geschichten wie falsch angelegte Organe, Schäden in Organen, Entzündungen, Bandscheibenprobleme etc, sondern auch Schlafmangel, Stress etc ...

    Ja, das ist absolut nicht normal, da stimme ich dir völlig zu.

    Mein Eindruck bisher: Da hat sich jemand gut auf einen Hund vorbereitet, der gerade erst den Welpenschuhen entwachsen ist.

    Jetzt prallen allerdings Theorie und Praxis ganz arg aneinander, und bei den Schilderungen von PaddelKevin tut sich mir der Gedanke auf, ob die Ursache für den übermäßigen Stress nicht möglicherweise doch darin begründet liegen könnte, dass der Alltag eben nicht im notwendigen Maße auf die Ankommzeit und die daraus resultierenden Bedürfnisse des Hundes eingestellt ist.

    Für mich gibt es Hinweise, dass der Hund reizüberflutet und völlig verunsichert ist, weil zu dem üblichen Umstellungsstress noch zusätzlicher Stress ausgelöst wird durch:

    - zu viel noch unbekannten Raum (Haus und Garten)

    - Spaziergänge im Außenbereich mit (noch) zu vielen anderen, unbekannten Hunden

    - die läufige Hündin im direkten Umfeld

    - Stress mit der Futterverarbeitung (auch organischer Stress ist Stress, der sich hormonell auswirkt)

    - zu wenig Aufmerksamkeit

    Gerade der letzte Punkt - zu wenig Aufmerksamkeit - ist mir aufgefallen, weil PaddelKevin folgendes schrieb:

    Ja die Kinder sollen ihm beim rum tingeln nicht ständig Aufmerksamkeit zu Teil werden lassen, da ich denke dass er wie von jemand bereits erwähnt, dann in eine Erwartungshaltung fällt. Ich denke dass ein Hund Aufmerksamkeit erhält wenn Mensch es so möchte und nicht wenn Hund sich irgendwo dazwischendrängt oder kläffend vor einem steht oder an einem hochklettert etc. 🤷🏽‍♀️

    An anderer Stelle wurde das schonmal so erwähnt, und bei mir tat sich da das Bild auf, hier wird aus Angst vor späteren Komplikationen zu sehr eine Grenze gesetzt, die den Hund noch zusätzlich verunsichert.

    Ehrlich, bei mir hat sich bei jedem Welpen in den ersten Wochen alles um den Welpen gedreht, und er bekam immer einen Moment der Zuwendung - und wenn es gar nicht passte, bekam er die Zuwendung, und einen kleinen Snack, damit ich in Ruhe etwas weitermachen konnte, was ich unbedingt zu Ende bringen wollte.

    Mir fehlt bei dieser Regel die Rücksicht darauf, dass dieser Hund gerade ganz entsetzlich nach einem Anschluss sucht, den er vorher durch Mutter/Geschwister (und evtl. die Menschen, die er von Geburt an kannte) hatte ...

    Hielt ich mich länger in einem Raum auf, wurde die Türe geschlossen damit der Welpe bei mir blieb.

    Hat der Welpe geschlafen, habe ich nur ganz leise Arbeiten erledigt.

    Ist er aufgewacht und hat mich gesucht, wurde er liebevoll begrüßt ... und sofort in den Garten getragen.

    Die ersten 3 Wochen waren immer sehr anstrengend. alles hat sich um den Welpen gedreht, Hausarbeit war Nebensache.

    Aber das wird von Woche zu Woche besser.

    Ich finde auch, der Hund bei PaddelKevin braucht in der ersten Woche keine anderen Hunde, er hat doch einen im eigenen Haushalt.

    Die "große, weite Welt" darf so ein Welpe erst nach einigen Tagen bei mir in kleinen Schritten kennenlernen. Dazu habe ich ihn ins Auto gepackt und bin in den Wald gefahren, wo er dann an einer geeigneten Stelle ohne fremde Hunde erst mal sein Umfeld erkunden konnte.

    Fremde Hunde haben diese kleinen Stöpsel bei mir in den ersten 3 Wochen in homöopathischen Dosen kennen gelernt, und nur dann, wenn ich diese Hunde auch als geeignet angesehen habe.

    Erst wenn der Hund genügend Vertrauen zu mir hat, kann er auch Spaß an neuen, unbekannten Reizen entwickeln - aber dann geht das so rasant, dass ich mich immer gefragt habe: "Wo ist die schöne Welpenzeit nur geblieben?"

    Was mir fehlt bei PaddelKevin ist das Verständnis, eine völlig unbedarftes Lebewesen aufgenommen zu haben, der erst mal eines braucht: Zuwendung, Geborgenheit, Vertrauen.

    Natürlich muss auch ein Welpe Regeln lernen - aber diese Regeln sollten gerade die ersten Wochen nicht dominieren, sondern in ganz kleinen Schritten erlernt werden.

    Er leckt tatsächlich nur Hündinnen Urin

    Er schmatzt und speichelt danach auch. unsere Nachbarshündin ist läufig und er will dahin und auch wenn sie weg ist will er da gucken wo sie gesessen hat und leckt den Boden ab oder eben Urin wenn er welchen findet.

    Nutzt die Nachbarshündin auch den gleichen Platz, den ihr für ihn zum Lösen nutzt?

    Kommt er also regelmäßig, möglicherweise mehrmals täglich, zu einer Pippistelle dieser Hündin?

    Diese Stelle würde ich sofort meiden.

    Gesundheitliche Probleme sollten auf jeden Fall abgeklärt werden, dieses häufige Pinkeln ist zu ungewöhnlich.

    Wie hat der Hund beim Züchter gelebt?

    Du schreibst, dein Hund sucht den Kontakt und die Nähe zu deinen Kindern, was du aber nicht immer zulässt.

    Bisher hatte er beim Züchter aber immer jemanden, dessen Nähe er aufsuchen konnte, was er sicher vermisst.

    Dann die Unsicherheit draußen - du schreibst, er kannte Spaziergänge schon vom Züchter her, aber diese hat er unternommen mit Lebewesen, die ihm von Geburt an vertraut waren.

    Ihr seid ihm noch nicht vertraut, weshalb ich zunächst erst mal den Tipp geben würde, ihn mal eine ganze Woche nur euch und euer Zuhause kennen lernen zu lassen.

    Viel Ruhe bei euch zu Hause, ganz viele Kuscheleinheiten wären jetzt das, was der Hund von mir bekommen würde, bis ich merke dass der Hund auch mal selber zur Ruhe kommen kann.

    Allen hier erst mal ein verspätetes "frohes Neues" xD

    Wir hatten hier in den letzten Tagen mehrere superschöne Begegnungen.

    Zunächst einmal: Leifur holt sich immer noch bei sehr vielen hundelosen Spaziergängern Streicheleinheiten auf Ansprache hin ab ... dieser Herzensbrecher und Schleimer sorgt für massig Zuckerschocks :cuinlove: xD

    Außerdem haben die schönen Feedbacks von Passanten einen neuen Höhepunkt erreicht: "Sie geben ein so schönes Bild ab, so freundlich, positiv ... :cuinlove: ", meinte eine Hundehalterin mit Hündin, die sich spontan entschied, gemeinsam mit mir zu gehen als wir feststellten, dass wir auf dem gleichen Parkplatz stehen.

    Die Frau und ich waren auf Anhieb auf gleicher Wellenlänge, wir haben wohl auch einige Gemeinsamkeiten im Abchecken unserer Umgebung, und gehen frühzeitig aus dem Weg wenn wir meinen dass es besser wäre. So haben wir uns auch einmal zusammen gut 10m ins Unterholz gestellt für eine Hundehalterin, die mit einem kleinen freilaufenden und zwei großen angeleinten Hunden ankam. Sie kannte die Frau wohl und wusste von ihr, dass die beiden großen Hunde ihr bei Hundebegegnungen arge Probleme bereiten, weshalb sie immer dankbar ist um jeden, der ihr durch Abstandhalten hilft. Sie hat sich auch diesmal bei uns bedankt für die Rücksicht, fand ich gut.

    Dann sind wir noch dem Mann mit dem Dogo-Argentino-Mix begegnet, Mann und Hund waren gleichermaßen erfreut uns zu sehen (wobei der Hund das noch viel deutlicher gezeigt hat - der kann super mit meinen Jungs, vor allem den Jungspund Leif findet er so richtig geeignet als bewegungsmotivierten Sparringspartner).

    Leider "muss" der Hund derzeit an längerer Leine bleiben, nach einem zweieinhalbstündigen "Soloausflug" vor Kurzem. Die drei Rehe, die 10m von ihm entfernt durchs Unterholz sprangen, waren "zu reizvoll" ... Wir haben uns dann noch über Möglichkeiten des Jagdtrainings unterhalten, ich glaube, der Mann macht sich jetzt tatsächlich Gedanken, wie er den Jagdbedarf seines Hundes bedienen kann. Er hat sich auf jeden Fall für die interessanten Gedanken bedankt, fand ich sehr sympathisch.

    Außerdem haben wir zwei Tage zuvor im gleichen Waldstück ein Paar mit jungem Wuschelhund dort getroffen - gleiches Alter und gleiches Kaliber wie Leif, die beiden mochten sich auf Anhieb und waren sich sehr schnell einig, wie toll es ist endlich mal einen Spielpartner zu treffen, der die gleiche Wellenlänge hat, und für spielerisches Raufen zu haben ist.

    Leif ist einfach zucker, wenn er sein "ich bin ein gefährlicher Hund"-Gesicht übt :lachtot: :herzen1:

    Ich habe dann noch mal wegen des Weges nachgefragt, war schon länger nicht mehr in diesem Bereich des Waldes. Ich war aber richtig - und der Mann hat sich dann kurz mit seiner Frau abgesprochen, und sie haben dann entschieden ihre Route zu ändern und ein Stück des Weges mit uns zu gehen; Es war einfach zu schön, wie die beiden Jungspunde miteinander klarkamen.

    Die haben dann übrigens ein gutes Stück des Weges nicht gemeinsam interagiert, sondern sich ihren "Hundedingen" gewidmet, um dann noch mal ein weitere Spielsequenz einzulegen.

    Die Pause war übrigens von Leif initiiert, was mir super gut gefallen hat. Etwas anderes zu machen, um mal wieder runter zu kommen statt sich endlos hochzupushen ist eine Eigenschaft, die ich richtig gut finde. Der Kleine macht sich :cuinlove:

    Zum Abschluss noch eine kleine Begebenheit mit Leifur: Er kommt ja Mo-Fr immer mit zum Stall, und während das Mash für meinen Max aufweicht, mache ich mit ihm immer eine Extrarunde auf dem Feld (Heuwiese, gehört zum Hof und ich darf da rauf mit Leif, manchmal ist ja auch die Hofhündin dabei, die sich fürchterlich freut wenn sie mit Leif dann "Hüten" spielen darf).

    Wir waren alleine dort, und es hat sich nach ein paar Apportübungen ergeben, dass Leif und ich miteinander getobt haben. Leif war richtig hochgepusht - ich auch xD - und wir hatten kiloweise Spaß :applaus:

    Dann habe ich das Ganze beendet - Leif kam wie ne wilde Hummel auf mich zugerast, ich gab ihm ein Sitz - und er saß vor mir. Ich mich runtergefahren ("ommmm"), Leif ganz ruhig gelobt, ganz ruhig ein Leckerchen gegeben, kurz abgestrichen, und dann ein ruhiges "Okay" als Freigabe aus dem Sitz. Leif trabte kurz, schüttelte sich ein Mal - und lief dann völlig ruhig mit mir von der Wiese runter.

    Der war von 180 auf 50 in 3 Sekunden :shocked:

    ......

    :cuinlove: :applaus: :bindafür: :herzen1: :party:

    Der ist einfach nur geil, dieser Hund :herzen1:

    So, das waren jetzt ein paar kleine, schöne Momente aus meinem neuen-Jahr-Erleben.

    Ich wünsche euch für dieses Jahr ganz, ganz viele solcher kleinen, schönen Momente :winken:

    Wenn deine Hunde bei mir oder bei dir ins Essen kriechen und von dir nicht weck geschickt werden oder du irgendwas ergreifst.

    Dann must du damit leben das ich eine Ansage erteile, mein Körper/mein Essen meine Rechte

    nein.

    Mein Haus, meine Regeln, meine Hunde, mein Umgang.

    Und: In meinem Haus ist das immer noch mein Essen, was dir vorgesetzt wird.

    Mal ehrlich ich stoße Hunde von Bekannten auch weck, wenn die mir zu Aufdringlich und Pentrant werden und der Besitzer nix tut..

    Und wenn mich das Viech in die Wange beißt und mich ins Bad verfolgt.

    Würde ich noch deutlicher werden, lass mich doch nicht von nen Hund kontrollieren der mir in die Wange beißt...

    Zum Einen ist der Hund nicht dem zuvor von ihm Gebissenen gefolgt, sondern der Gebissene ist bewusst mit Racheintention dem zu dem Zeitpunkt wohl schon sicher verwahrtem Hund gefolgt.

    Zum Anderen: Meine Hunde erziehe ich, und kein anderer.

    Auch kein Gast.

    Wenn einem Gast nicht passt wie meine Hunde erzogen sind - und dabei beziehe ich mich auf deine Aussage deines Umgangs mit Hunden die du als zu aufdringlich und penetrant empfindest - dann muss er/sie sich nicht bei mir aufhalten - er/sie darf gerne auch gehen.

    Ein Hund muss sich nicht alles gefallen lassen, schon dreimalnicht von Fremden oder Besuch. Das ist so ne neumodsche Ansicht.

    Das ist doch keine "neumodische" Ansicht?

    Ich glaube, es gibt ganz einfach Menschen für die diese Vorstellung eines stumpf und mit Gewalt und ohne Hirn auf ein Tier einwirkendes Handeln völlig abwegig ist - wie kann ein Besucher einen Hund so angehen, wie kommt es das niemand der Anwesenden da eingreift, wie konnte der Besucher zum zweiten Mal mit der Intention von Rache an diesen Hund gelangen?

    Etwas, was in den Köpfen normaler Menschen einfach nicht vorkommt.

    Bei mir wäre der Hund aber auch erst gar nicht zu einem Betteln gekommen, welches den Besuch belästigt.

    Bei mir wäre allerdings auch erst gar kein Besuch reingekommen, der so mit einem Hund umgeht.

    Da lief so Einiges schief - bei den Menschen, nicht beim Hund.

    Das ist ja durch die Begutachtung festgestellt worden.

    Aber das steht doch gar nicht fest..

    Deshalb schrieb ich auch: MEIN Eindruck

    Der ja auch durch die amtstierärztliche Begutachtung bestätigt wurde:

    Zitat


    Die Hergangsschilderung des Zwischenfalls lässt vielmehr den Schluss zu, dass der Hund arttypisch reagiert hat. Der Verletzte hat den Hund zwei Mal durch körperliche Gewalteinwirkung in Ausnahmesituationen versetzt und derart provoziert, dass die schließlich eingetretene Reaktion des Hundes geradezu voraussehbar war.

    Dieses normale Schubsen, wovon du, Flauschig , aber auch Lucy-Lou auszugehen scheint, liegt deutlich unterhalb des "Schubsens", welches durch die begutachtende Stelle als Auslöser für die Reaktion des Hundes angenommen wird.

    Eine "körperliche Gewalteinwirkung, die den Hund in eine Ausnahmesituation versetzte und DERART provozierte".

    Es ist ein Unterschied, ob mich jemand bei Woolworth am Wühltisch zur Seite schubst, um besser an die Angebote dranzukommen - oder ob mich jemand in einer Kneipe sichtlich wütend schubsend angeht und mich in eine Notwehrsituation bringt, weil er mir mit diesem Schubsen ankündigt, noch stärker Gewalt gegen mich anzuwenden.

    Dass immer noch keiner der Anwesenden den Besitzer des Hundes benennt, spricht auch für sich.

    Dem Hund wünsche ich alles Gute für die Zukunft, und verantwortungsvolle Halter die ihn zuverlässig vor solchem Pack schützen.

    Das hat der arme Kerl verdient.