Beiträge von Hundundmehr

    Gestern endlich mal wieder einen längeren, entspannten und begegnungsarmen Spaziergang in einer wenig frequentierten Ecke meines Lieblingswaldes gemacht.

    Einer Geo-Cacherin sind wir begegnet, ihr habe ich bei der Suche geholfen - und bin fündig geworden xD

    Fand sie cool.

    In einem Bereich habe ich mir dann heimlich auf die Schulter geklopft wegen der Schleppleine - Leif und Amigo haben sehr deutlich Wild angezeigt |)

    Beide waren zwar vor dem Abpreschen von meinem Dummyeinsatz begeistert - aber bei Leif bin ich mir noch nicht sicher, ob er sich nach dem Aufnehmen des Dummies noch weiter darauf fokussiert und es dann auch bringt :ugly:

    Könnte noch gut sein, dass er begeistert zum Dummy rennt, dort steht, sagt: "Gefunden!" - und dann entscheidet, jetzt auch noch der Wildspur nachzugehen, um auch das "zu finden", was da so verführerisch in seiner Nase lockt ...

    Ging nicht dank Schlepp - und so ließ er sich zum Bringen des Dummy motivieren, und bekam dann auch noch etwas Spiel und Spaß, um das zu Verstärken.

    Tatsächlich sind wir nur einem einzigen Hund begegnet (die in der Ferne zähle ich nicht mit), mit dessen Halter ich bestimmt 20 min nett geplauscht habe.

    Dass ich so lange mit jemandem quatsche, passiert doch selten, aber es war sehr interessant auch, weil der Halter Jäger war.

    So habe ich z. B. erfahren, dass in einem Revier nur der Jagdpächter die Befugnis hat, einen wildernden Hund zu erschießen. Die Gastjäger haben dafür gar nicht die Befugnis und würden richtig Ärger bekommen, bis hin zum Entzug der Waffe und Jagderlaubnis.

    Wir waren uns einig, dass wildernde Hunde ein No-Go sind, Leif an der Schlepp fand er entsprechend super, und seinen alten und ziemlich klapprigen Vizslar haben meine Jungs auch in Ruhe gelassen.

    Das war mal eine nette, sehr entspannte Abwechslung, und auch eine gute Übung für Leif.

    Der musste ja die ganze Zeit warten, und hat keinerlei Interesse mehr an dem Vizslar gezeigt, nachdem er beim ersten neugierigen Annähern von diesem durch Brummeln mitgeteilt bekam, dass er ihn in Ruhe lassen soll. Perfekt.

    Mein Mann finde die Schlepp umständlich |)

    Sicher und notwendig, aber umständlich xD

    Er hat erst eine halbe Stunde zugeschaut, wie ich sie handhabe, ich habe ein paar Handhabungen erklärt, und dann hat er übernommen.

    Hat er ganz gut umgesetzt :bindafür:

    Nach 20 Minuten meinte er aber, er hätte jetzt genug Schleppleinentraining gehabt, und ich habe wieder übernommen.

    Mein Mann ist immer etwas unentspannt bei Menschen- und Hundebegegnungen.

    " Guck mal, da kommen Menschen, ich glaube da ist ein Hund dabei, lein mal an!"

    "Drei Hunde, Schatz - und die sind noch über 200m entfernt, also warte doch mal."

    Sie sind deutlich vor uns in einen anderen Waldweg abgebogen :mute:

    Aber auch gestern bin ich einem Hund deutlich ausgewichen, einer Dogge, die immer mit 2 Frauen unterwegs ist. Die Frau hat sichtlich Erziehungsprobleme mit dieser Dogge, ich bin selber nicht so entspannt wenn ich sehe, dass der Halter eines so großen Hundes jedes Mal, wirklich jedes Mal mit seinem Hund ausdiskutieren muss, dass er nicht zu anderen Hunden hinsoll.

    Mein Mann war dann doch etwas erstaunt, wie sicher und umsichtig ich die Situation gemanaged habe :D

    Die Frauen kamen uns entgegen, wollten den Weg lang den wir gerade kamen. Sie haben dann kehrt gemacht und sind den Weg rechts lang gegangen - die Richtung, in die wir auch wollten |)

    Mein Mann wurde schon leicht panisch, weil zu sehen war dass die Frauen sich nicht wirklich weiter bewegten... ich wusste aber, dass sie jetzt wohl einfach mit ausreichend Abstand warten wollten, bis wir mit unseren 3 Hunden (die mittlerweile alle angeleint waren) verschwunden sind. Leider wussten sie nicht, dass wir genau in die Richtung mussten, in die sie ausgewichen waren :D

    Also habe ich ihnen an der Weggabelung zugerufen:

    "Hallo, Sie wollen hier den Weg lang, nicht wahr?"

    "Ja!"

    "Wir müssen da lang, wo Sie jetzt sind. Wir gehen jetzt ein gutes Stück nach links, und warten, bis Sie da eingebogen sind."

    "Ja super, danke!"

    Gesagt, getan.

    Mein Mann meinte nach so 30-40m, der Abstand wäre jetzt groß genug - aber ich meinte, ne, lass uns noch ein paar Schritte weiter schlendern. Ich konnte nämlich sehen, dass die Dogge mehrfach stehen blieb und zu unseren Hunden rübersah, und die Frau sie jedes mal dazu bewegen musste, in die von ihr gewünschte Richtung weiter zu gehen...

    Hat einen Moment gedauert, bis wir unseren eigentlichen Weg fortsetzen konnten.

    Dafür hatten wir ca. 10min zuvor eine echt superschöne Begegnung mit einem 6-monatigen Aussierüden :herzen1:

    Ich sah das Halterin-Hund-Gespann schon von Weitem, und konnte auch sehen, wie der Hund an der Leine zappelte, weil er unsere Hunde gesehen hat, und dass die junge Frau immer wieder stehenblieb und mit ihrem Hund redete, zum Sitz brachte und dann mit Leckerchen belohnte. Der Hund blieb dennoch zappelig, sie kam nur langsam vorwärts.

    Ich meinen Mann gebeten, uns mit den anderen Hunden gesichert abseits zu stellen.

    Beim Näherkommen dämmerte mir so langsam: Das ist ein Jungspund, deshalb auch so zappelig.

    Ich meinen Mann gebeten, noch etwas mehr Abstand zu nehmen mit den Hunden.

    "Warum?"

    "Weil es leichter wird für die Hunde, je größer der Abstand ist."

    "Ok."

    Auf unserer Höhe hielt die Frau dann an, weil auch ihr Hund stehenblieb uns neugierig- begierig zu uns rübersah.

    "Junger Hund, oder?"

    "Ja, 6 Monate - und will zu jedem Hund hin und spielen :sweet:..."

    "Wir haben hier auch einen pubertierenden Jungspund, deshalb die Schlepp. Ein Kontakt wäre aber ok, jedoch nur ohne Leine."

    ":cuinlove: Ja GERNE!"

    Leif und der Aussie passten zusammen wie Pott und Deckel, es gab Rennspiele, bei denen sich zumeist Leif als "Beute" angeboten hat. Mit seinen fast 1,5 Jahren war er einfach der "erfahrenere, selbstsichere" bei dem Gespann.

    Es war absolut herrlich, den beiden zuzusehen ... und noch herrlicher für mich zu sehen, wie Leif bei den Runden auf mein Rufen mit Zurückkommen reagierte, wenn die Rennrunden der Hunde für meinen Geschmack zu weite Kreise zogen :herzen1:

    Nach 10min ca. fanden wir es genug, und die junge Frau hat sich sehr bedankt und hofft, wir begegnen uns mal wieder, weil ihr Jungspund doch selten die Gelegenheit hat zu solch ausgelassenem Spiel.

    Der will übrigens gar nicht mit jedem Hund "Spielen" - meinen beiden älteren gegenüber war er sehr ruhig, freundlich-interessiert - aber mit Leif.... :cuinlove::applaus::hurra::party:

    Ja, das hat gepasst.

    Kleines Blümchen am Rande ... auch hier ließ Leif sich komplikationslos wieder anleinen und ging mit uns.

    Der Aussie ging auch mit seiner Halterin problemlos mit - leckerchengestützt, aber freudig.

    Ach ja - das war der Moment wo mein Mann die Chance nutzte um mir wieder die Schlepp zu überlassen xD

    Es gibt mehr Hunde. Definitiv.

    Das Waldstück, in welchem ich gestern mit meiner Freundin spazieren war, ist mittlerweile hochfrequentiert besucht mit Hundehaltern.

    Nahezu alle dort scheinen allerdings zu den "entspannten Tutnixhaltern" zu gehören, was ich als sehr angenehm empfinde.

    Es kommt laufend zu Kontakten, die alle in einem Rahmen ablaufen der es zulässt, diese Kontakte weitestgehend ohne menschliches Management stattfinden zu lassen - ok, das gilt nicht so ganz für Leif, denn bei ihm nutze ich diese Situationen verstärkt, um ihn verinnerlichen zu lassen: Erst mal schauen, wie der andere Hund drauf ist, und dann dem Hund angepasst agieren.


    Mehrfach habe ich darauf hingewiesen, dass ein Kontakt ok ist, auch mit dem Jungspund an der Schlepp. Überall hat mein Hinweis: "Pubertierling" ausgereicht als Erklärung für die Schlepp, von mehreren HH habe ich einen mitfühlenden Kommentar bekommen xD (ach ja, kennen wir auch, haben wir auch hinter uns), und Leif wurde für den Kontakt immer abgeleint - und ließ sich jedes Mal wieder im Anschluss völlig problemlos anleinen:herzen1: (Zur Erklärung: Leif ist an der Schlepp, weil pubertierender Jagdhund und Brut und Setzzeit einfach nicht zusammenpassen - und seine genetisch bedingten Jagdambitionen, die er jetzt in der Pubertät so richtig "auspackt", nutze ich lieber für kontrolliertes Jagdtraining, und verhindere durch die Schlepp eigene "Jagderfolge". Sicher ist sicher. Mal sehen, wohin uns diese Strategie geführt hat wenn die Brut und Setzzeit vorbei ist :D)

    Einem Hundekontakt bin ich gestern mit Leif allerdings deutlich ausgewichen, habe mich mit Leif ins Unterholz gestellt. Ich habe den Hund und seinen Halter wiedererkannt, der Halter ist der Meinung, sein Hund ist überaus sozialverträglich - und diese Meinung teile ich nicht |)

    Bei diesem Hund haben ich schon mehrfach (beim Erstkontakt mit Leif, und dann auch noch 2 oder 3 Mal bei anderen Hunden, wo wir in ausreichender Entfernung nur Zuschauer waren) erlebt, dass er dazu neigt speziellen Hunden gegenüber klären zu wollen, wer der Chef im Ring ist - und das passt mit meinem pubertierenden Jüngling, der einfach noch nicht souverän genug ist um solche Provokationen einfach abprallen zu lassen, nicht zusammen. Solche "Klärungen" brauche ich derzeit gar nicht in dieser "Sturm- und Drangzeit", weil sie gerade jetzt prägend sein können.

    Meine Freundin hat zuerst nicht verstanden, warum ich ihr sagte: "Du, bei dem Hund da vorne will ich keinen Kontakt, ich stelle mich mit Leif da vorne ins Unterholz."

    Dem HH hat mein deutliches ins Unterholz-Stellen auch ausgereicht, um seinen Hund bei sich zu halten, hat da selber dann auch eine Übung draus gemacht für seinen Hund und sich, einfach ohne Kontakt zu passieren. Hat dadurch etwas länger gedauert, aber ok, war auch für mich eine gute Übung, meinen Leif mit freundlicher Ansprache, Leckerchen und kraulendes körperliches "Einrahmen" seine Aufmerksamkeit bei mir zu halten, während der Hund passiert.

    Klappte sehr gut - bis der Hund auf unserer Höhe war ... da fing der Hund dann an, Leif anzuprollen. Leifs Wunsch zu antworten konnte ich aber mit freundlicher Ansprache und kraulendem Handeinsatz schon im Ansatz umlenken.

    Meine Freundin wusste dann, warum ich diesem Hund mit Leif ausgewichen bin xD

    Dann war da noch die quirlige, 2-jährige Mopsdame, die meinem Jüngling deutlich und frühzeitig erklärt hat, dass sie über ihren Hintern bestimmt - was Leif anstandslos akzeptiert hat. Ihre Halterin war übrigens die erste Besitzerin eines brachycephalen Hundes, die meinen Hinweis auf Atemprobleme (nicht stark, aber doch hörbar) nicht mit einem: "Ach, das ist für diese Rasse normal, das hat gar nichts zu sagen." abgetan hat, sondern sofort sagte, ja, es würde auch eine OP anstehen zur Erweiterung der Nasenlöcher, obwohl ihr Hund schon mehr Nase hat weil er aus einer Retrozucht kommt.

    Zumindest verschloss sie die Augen nicht vor dem Problem, weshalb ich mir einen Kommentar, die maximal 1cm Erhebung vor dem Gesicht könne man ja wohl nicht als Nase bezeichnen, verkniffen habe. Sie tun mir leid, Hund und Halterin.

    Oder der Schäferhund, der unangeleint beim Passieren zwar einen - nicht unfreundlichen - Blick zu meinen Jungs rüberwarf, aber ansonsten signalisierte dass er an mehr nicht interessiert ist (stellt euch das ungefähr so vor: Ihr seid in der Stadt unterwegs, da kommt jemand den ihr kennt, grüßt im Vorbeigehen freundlich mit dem Kopf nickend, geht aber ansonsten einfach weiter). Nicht nur meine beiden Großen, sondern auch Leif gingen einfach weiter :herzen1: Er lernt :nicken:

    Oder die 8-monatige Podencomixhündin, die zwar durchaus neugierig, aber sehr unsicher und deshalb auch sehr scheu war - auch die hat mein Leif nicht bedrängt, und bei meinem Vasco hat sie sich sogar ganz kurz eine Analkontrolle erlaubt. Den Kontakt haben wir kurz gehalten, weil ich der Ansicht bin dass für solche Hunde kurze, positiv verlaufende Interaktionen schon viel zu verarbeiten sind und ein (für mein Empfinden) "erzwungenes" Ausdehnen kontraproduktiv wirkt.

    Dem winzigen Plüschi, der an ausgefahrener Flex schon dreißig Meter vor uns aufgeregt bellend einfach nur unbeschadet an uns vorbei wollte, und noch 30m hinter uns aufgeregt am Bellen war, wurde auch nur ein freundlicher Blick zugeworfen, und ansonsten einfach vorbei gelassen.

    Dann noch die vielen Kontakte zu anderen, freilaufenden Hunden unterschiedlicher Größe, die deshalb stattfinden konnten weil keiner der Halter irgendwelche Signale zum Anleinen gab (was ich selbstverständlich gemacht hätte) - alles in allem war das ein sehr schöner, entspannter Spaziergang, bei dem Leif sogar im letzten Drittel komplett frei laufen durfte, weil es in dem Bereich einfach kein Wild, noch nichtmals Hasen gibt.

    Wozu ich leider nicht komme: Bilder oder sogar Videos :sweet:

    Recht humorig am Rande: Ich habe ja eine recht "eigene" Handhabung der Schlepp, lasse die ständig durch meine Hände gleiten bzw. verkürze sie, den Abstand zu Leif angepasst. Das Ende lasse ich einfach hinter mir hergleiten - und die Schlepp hat eine Gesamtlänge von 20m, weil ich sie auch oft für Apportiereinheiten dranlasse (am Geschirr befestigt, selbstverständlich).

    Da kommt es dann durchaus zu so witzigen Momenten, wo ich den Anfang der Schlepp in der Hand haltend weiterschlendere, ohne Hund dran ... und dafür habe ich so manches Grinsen gestern kassiert, weil es so aussieht als wäre ich an der Schlepp xD..

    Nachher lernt mein Mann das erste Mal die Schlepp kennen|).

    Gestern eine nette, aber doch eher ungewöhnliche Begegnung mit Fahrradfahrern gehabt:herzen1:

    Normalerweise fahren diese langsam und rücksichtsvoll an meinen Hunden vorbei (die ich zumindest so sortiere, dass wirklich ausreichend Platz zum fahren ist).

    Gestern hielt eine Frau aber trotzdem an, obwohl ich mit meinem Leif (an der Schlepp) schon am Rand wartete, und meine beiden anderen Jungs so weit am Rand waren, dass sie gefahrlos hätte weiter fahren können.

    Ich habe das als zumindest Unsicherheit interpretiert, und die beiden anderen Hunde dann auch noch zu mir gerufen.

    Da fuhr sie dann weiter, und ich habe mich beim Passieren für ihr Warten bedankt - und sie hat sich bedankt fürs Weg freimachen.

    Manchmal ist das Leben echt einfach :nicken:

    Die Schleppleine, die mein Pubertierling seit ein paar Tagen drauf hat, wird von der Umwelt positiv angenommen xD

    Bin mehrfach angesprochen worden, weil die so gut zu sehen ist (neonorange) und ich sie so handhabe, dass Leif niemanden damit einwickeln kann.

    Kontakte darf Leif mit dem Teil auch weiterhin haben, weil bei ihm schon sehr früh zu sehen ist, ob ein Kontakt ruhig oder mit spielerischen Tendenzen erfolgt.

    Letzteres war 2 mal der Fall - das waren auch Junghunde, wo ich Leif dann abgeleint habe und so schöne spielerische Rennsequenzen stattfinden konnten.

    Mich braucht mein Pferd nicht zum Glücklichsein.

    Aber dein Geld schon grinning-dog-face und das ist es ja leider oft, um was es wirklich geht. Wenn jemand die vollen Kosten übernimmt darf gerne jemand der Omi noch ein Pferd hinstellen. Die freut sich, ich kümmere mich auch.

    Ja, das liebe Geld ...

    Spoiler anzeigen

    Wo wohnst du? Wenn mir hier einer der Kumpel von Max stirbt, während Max noch nicht fit ist, bekomme ich ein Problem - wie nahezu jedes Pferd benötigt er Gesellschaft bei seinem derzeitigen Boxenknast von einem weiteren Pferd, weshalb ich derzeit in der Mittagszeit zum Kühlen, aber auch zum Pferdewechsel hin muss. Geht aber auch nur deshalb, weil dann eben immer noch 2 Pferde zusammen auf der Wiese stehen können.

    Er müsste dann aber Blickkontakt haben zum anderen Pferd (evtl. ein Paddock, oder ein kleines für ihn abgetrenntes Wiesenstück bei der Omi, wenn sie Weidegang hat.).

    Das wäre für mich die letzte Option für einen schönen Lebensabend für ihn - aber dafür würde er nicht den Eigentümer wechseln (=Kostenübernahme durch mich), und ich habe ziemlich konkrete Vorstellungen von den Haltungsbedingungen, wozu eben auch das Handling der Menschen mit einem Pferd gehört.

    Allerdings denke ich, meine Stallbetreiber würden im Falle dieses Worstcase auch gemeinsam mit mir nach einer Lösung suchen, wie Max Gesellschaft hat ohne dass eines der Pferde dafür alleine stehen muss. Wir haben da auch noch 2 Stuten in Offenstallhaltung. Aber auch davon ist eine Ponystute schon mindestens 30... wenn nicht schon drüber.

    Im Moment ist es einfach sehr zeitaufwändig für mich (von den Kosten rede ich jetzt mal nicht), läuft aber dafür absolut hervorragend für mein Pferd. Dem geht es nämlich auch mental derzeit (noch) richtig gut. Das 3x tägliche Betüddeln und Versorgen scheint derzeit noch ein Ausgleich für den fehlenden Weidegang mit seinen Kumpels zu sein - wobei da der Anteil an seiner täglichen kleinen Mash-Portion (ohne die er sein Cortikosal nicht frisst) und der täglich von mir frisch gezupften Grasration sicher signifikant zu seinem Wohlbefinden beiträgt xD

    Bei FB hat sich der (angebliche) neue Besitzer gemeldet.

    Was schreibt er?


    .........................................

    Aus meinem persönlichen Erleben:

    Beispiel 1: Stute, 21 Jahre alt, war bis zu ihrem Sehnenschaden meine (kostenlose) Reitbeteiligung. Stand in Privathaltung, die Haltung von 2 Pferden (Offenstall) war möglich. Das 2. Pferd war das Pony der Tochter (damals 10 Jahre alt, die Tochter, nicht das Pony) der Halterin, Ausreitgelände direkt vor der Tür. Als klar war dass die Stute mit dem Sehnenschaden nicht mehr reitbar ist, wurde sie als Beistellpferd abgegeben an die Besitzerin eines Turnierpferdes, die dieses auch auf dem Hof hielt.

    Die Stute hatte dort noch gute 3 Jahre in artgerechter Haltung, bis die immer wieder auftretenden Sehnenprobleme nicht mehr mit Kühlen und dann Schmerzmittel auszugleichen waren.

    Beispiel 2: Wunderschöner Rappe, Spezialbeschlag an allen 4 Hufen, immer wieder längere Phasen wo er nicht mehr reitbar war. Mutter und Tochter hingen sehr an dem Pferd, als nach etlichen kostenintensiven Behandlungen klar war, dass es nichts mehr gibt mit reiten, wurde er als Beistellpferd in der Nähe der Besitzer untergebracht. Kost und Logis waren frei, dafür haben Mutter und Tochter die gesamten palliativen Kosten (Schmerzmittel bei Bedarf, Spezialbeschlag, Futtermittelzusätze) übernommen. Er hatte auch noch mehrere Jahre als "Frührentner" in artgerechter Haltung als Beistellpferd für ein in Privathaltung befindliches Turnierpferd.

    Beispiel 3: Shetlandpony wurde angeschafft als reines Beistellpferd für das eigene Pferd. Der wird betüdelt und gepflegt, und ist zu allerlei Unsinn zu gebrauchen (Nachdem das mit dem Schlittenziehen letztens so gut geklappt hat, hat die Besitzerin sich kurzentschlossen mit Skiern von ihm ziehen lassen - muss herrlich gewesen sein, nur mal als Beispiel.).

    Beispiel 4: Ältere Stute mit starker Arthrose wurde verschenkt an eine Frau, die einfach nur ein Pferd zum betüddeln wollte. Das Pferd war austherapiert, galt als nicht mehr reitbar, und der Beschenkten war klar, dass sie immer mal wieder mit Schmerzmitteln agieren muss, bis eben auch das nicht mehr reicht, und es dann in den Pferdehimmel geht. Nach einem knappen Jahr betüddeln und angemessener Bewegung hat die Besitzerin festgestellt, dass dieses Pferd tatsächlich so gut drauf war, dass es mit Spaß und schmerzfrei Schrittausritte machen konnte.

    Insgesamt hatte diese Stute noch 7 oder 8 gute Jahre bei ihr.

    .................

    Ich selber habe das große Glück, seit 13 Jahren an einem Stall zu stehen mit meinem Pferd, wo die Bedingungen so artgerecht sind wie ich es mir für mein Pferd wünsche, und die Stallbetreiber wirklich nett und sorgsam mit den Pferden umgehen.

    Momentan braucht er mich sehr intensiv, aufgrund von Boxenknast wegen eines Sehnenschadens - aber ansonsten ist er wirklich glücklich mit seiner "Rentnerband", mit der er sonst täglichen Weidegang hat, und ansonsten immer eine saubere Box wo er Ruhen und auch in Ruhe Fressen kann.

    Mich braucht mein Pferd nicht zum Glücklichsein.

    Und warum genau kann man es dann nicht behalten? Ach richtig, weil man kein Geld mehr reinstecken will wenn es nutzlos geworden ist und man sich lieber ein anderes kauft...

    Ich habe da auch andere Gründe kennengelernt:

    - vom Betrieb her war der Platz nicht geeignet, Gnadenhofplätze in erreichbarer Nähe waren nicht verfügbar oder boten so unsägliche Bedingungen dass Erlösung die bessere Alternative gewesen wäre

    - durch den Wegfall der Einstallerkosten blieben die Palliativkosten überschau- und tragbar

    - die Pferdehaltung war in Eigenregie, und weil das Kind sonst mit seinem Pony alleine hätte ausreiten müssen, wurde der Platz gebraucht

    In der Reiterszene habe ich Menschen kennengelernt, die ihr Pferd so lange "über alles liebten"... solange es ihnen sportlich gute Dienste leistete.

    Aber eben auch Menschen, für die ihr Pferd Verantwortung bis zu dessen Lebensende bedeutete, und die auch noch dafür sorgten lange über die "Dienstfähigkeit" dieses Pferdes hinaus.

    Mein Pferd steht in so einem "Rentnerclub", 4 Wallache im Alter von 25-30 Jahren. Die kennen sich schon jahrelang, und ja, zwischendurch ist das auch mal sehr zeit- und auch kostenintensiv.

    Als Beisteller verkaufen ist halt in ca 5% der Fälle (ein paar wenige Plätze wo sich gut gekümmert wird gibts schon) fürs Pferd eine dauerhaft gute Lösung. Für einen selber halt schön praktisch. Ich könnte jedes mal wieder kotzen :mute:

    Das habe ich anders kennen gelernt, bisher allerdings auch nur mit älteren Pferden, die nicht mehr oder nur noch beschränkt reitbar waren, aber deren Besitzer sich für das Pferd zumindest noch ein paar gute Jahre auf der Wiese für das Pferd wünschten.

    Die Vermittlung ging da aber immer über Mund-zu-Mund-Propaganda.

    Er hatte mit 2.5 Jahren einen schlimmen Weide-Unfall, worauf er 8 Wochen in der Box bleiben musste und auch anschliessend kaum richtig bewegt werden durfte.

    Von daher stammen alle diese extremen Erkrankungen. In meinen Augen gibt es für solch ein schmerzgeplagtes Pferd nur die Erlösung... das hatte auch der untersuchende Tierarzt mehr oder weniger deutlich gesagt.

    Gerade in dem Fall ist mir die Info: "Ist als Beistellpferd verkauft worden" einfach zu wenig, um mir ein Urteil zu erlauben.

    Mein Empfinden: Als Fohlen gekauft und selber aufgezogen, schlimme Folgeerkrankungen mit einer sehr schlechten Prognose im Alter von 4 Jahren - ich persönlich würde alles tun, um diesem Pferd wenigstens noch einige schöne, lebenswerte Jahre zu geben, bevor er in den Pferdehimmel geht.

    Das wäre dann auch nicht abgetan mit "irgendein Beistellplatz - und aus den Augen aus dem Sinn", sondern weiterhin Verantwortung übernehmen, Tierarztkosten/Medikamente zahlen, und mich regelmäßig vergewissern dass es dem Pferd gut geht und er wirklich gut steht.

    Es gibt einige Pferdehalter, die ihr Pferd in Eigenregie halten aber Pferdegesellschaft brauchen für dieses eigene Pferd.

    Vielleicht hat Chalet genau so einen Platz bekommen, wo er gut versorgt wird und sich seine bisherige Besitzerin auch noch weiter sorgt.

    Wünschen würde ich es ihm.

    Ausleben kann sie ihre genetischen Veranlagungen bisher gar nicht. Sie ist erst seit August da, kannte nix und aktuell waren wir erst mal mit ankommen und einleben beschäftigt.

    und:

    Sie ist jagdlich sehr interessiert und da dann auch nicht mehr ansprechbar. Fortschritte gab es schon.

    Mit diesem Thema solltest du dich beschäftigen.

    Es gibt hier im DF einige BC-Halter, von deren Erfahrungen du profitieren kannst.

    Unterm Strich scheint es mit Amy aber doch wirklich gut zu laufen.

    Möglicherweise ist sie ja jetzt "bei euch angekommen" - und packt jetzt aus, was so noch in ihr steckt.

    Finde ich gut, dass du solche Probleme schon früh angehst, und dir da Rat holst.

    Mach die Probleme aber nicht zu groß, halte auch im Blick, was doch schon gut mit ihr läuft.

    Kümmere dich gezielt um ihre jagdlichen Ambitionen - ich denke, wenn du ihr hier eine "Aufgabe" geben kannst, ist das nochmal nicht nur ein guter Bindungsförderer, sondern auch ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept für ein gutes, umweltverträgliches Miteinander.