Apportieren ist "Unterordnung". Der Hund muss abliefern, Leistung zeigen.
Apportieren ist bei meinen Hunden und mir Kooperation, bei welcher sie ein Bedürfnis ausleben.
Je nach Hund kann das schon "stressig" sein.
Einfach weil nicht klar ist wann das apportieren kommt. Oder ist das immer an einem bestimmten Ort? Eventuell wäre es einfacher gezieltes Dummytraining zu machen und es nicht in den "normalen" Spaziergang mit einzubauen.
Könnte sein dass das eine Erwartungshaltung schafft weil es immer passieren kann.
Es schafft wohl kaum eine Erwartungshaltung, wenn spielerisch 2 oder 3 Mal ein Apportel apportiert werden darf. Zumal genau dieses gemeinsame Ausleben eines Bedürfnisses, welches dem Labrador als Jagdhund für nach dem Schuss in den Genen liegt, Bindung, Beziehung und auch das Zusammenwachsen als Team fördert.
Im Gegenteil - es wäre ein großes Manko für den Hund, wenn er nicht schon jetzt spielerisch, aber durchaus durchdacht in dieser seiner Veranlagung gefördert würde.
So ganz undurchdacht geht CupersHerrchen scheinbar nicht an die Passion seines Hundes; Die Übung mit dem Warten im Sitz, bis das Apportel ausgelegt ist, und er geschickt wird, ist schon ein guter Anfang für Impulskontrolle und Steadyness.
Was die Anleitung/Begleitung der Ausbildung von Cuper durch einen in dem Bereich erfahrenen Trainer nicht ersetzt.
Nur weiter vorn war die Aussage (so um Seite 75) das ja auch Schleppleine kein Freilauf ist.
Diese Aussage kommt von mir.
Ich habe noch nie erlebt, dass ein Halter mit seinem Hund an der Schlepp mit diesem 50m+ mitgerannt ist, weil sein Hund einfach mal das Bedürfnis hatte, eine längere Strecke zu rennen.
Ich habe auch noch nie erlebt, dass ein Halter mit der Schlepp einen Rennflash seines Hundes mitgerannt hat.
Meine Hunde lasse ich auch nicht in freie Interaktion mit Hunden an der Schlepp - bei Rennspielen habe ich keine Lust darauf, meinen Hund mit gebrochenen Beinen zur Tierklinik schaffen zu müssen, weil er von der Schlepp des anderen Hundes eingewickelt wurde.
Schleppleine bedeutet Kontrolle, und Kontrolle bedeutet kontrollierte Bewegung, deren Dynamik vom Menschen bestimmt wird.
Die Behauptung, Schleppleinen oder gar Flexileinen würden dem Hund Freilauf ermöglichen, ist einfach nur lächerliche Augenwischerei, denn auch wenn der Hund damit einen größeren Aktionsradius hat (was sicher angenehmer für den Hund ist als nur an kurzer Leine geführt zu werden), so wird die Dynamik immer noch vom Menschen bestimmt, und der Hund muss sich bei allen seinen Aktivitäten nach seinem Menschen richten.
Einzig die Schleppe, die das tut was ihr Name eigentlich sagt, nämlich über den Boden schleppen ohne dass der Mensch das andere Ende festhält, bietet dem Hund eine Selbstbestimmung bei der Bewegung; Dafür sollte die Schleppe allerdings auch nicht zu schwer und zu lang sein.
Hier wird überall übrigens auch in jeder Hundeschule gepredigt - Freilauf muss man sich erarbeiten und verdienen. Und da ein Hund in diesem Alter eben nicht im Gehorsam stehen kann und wird gehört da einfach eine Sicherung ran.
Ja, das haben damals, als ich zum ersten Mal eine Hundeschule mit meinen Hunden nutzen wollte, auch alle Hundeschulen im näheren Umkreis gepredigt.
Deshalb habe ich lieber einen Retriever-Übungsplatz in 80 km Entfernung aufgesucht - die hatten wenigstens Ahnung von Retrievern, und haben nicht so einen Blödsinn geschwafelt, dass der Hund erst dann von der Leine darf, wenn er perfekt hört. Da ging es um Umgang, und wie man einem Hund etwas beibringt, und ja, das wurde an ganz schnöden Sachen wie "Sitz" und "Fuß" und Slalom-Gehen um die anderen Hund-Halter-Gespanne erklärt. Bei diesen Übungen wurde so schnell wie möglich auf die Leine verzichtet.
Das musste ich dann in Eigenregie in die Welt außerhalb des Hundeplatzes transportieren, und dazu habe ich mit dem Auto Plätze aufgesucht, die für dieses "Transportieren des Erlernten" geeignet waren: Wald- und Feldflächen, wo wir möglichst ungestört und unabgelenkt waren.
Wo eher wenig andere Hunde waren (und wo ich gezielt aussuchen konnte, mit welchem Fremdhund meine Hunde Kontakt aufnehmen durften - NETT mussten diese sein, "unnette Kontakte" sind für mich vergeudete Lebenszeit).