Beiträge von Hundundmehr

    Es geht überhaupt nicht um Krankenversicherungen pro und contra. Macht doch ein eigenes Thema dafür auf ^^


    Fakt ist, dass Tierarztbesuche teurer werden, und dass man, wie auch immer geartet, mehr Geld als vorher parat haben muss, um sein Hobby zu finanzieren.

    So einfach.

    Ob man was angespart hat, ne Versicherung hat, sich was bei Freunden leiht, öffentlich um Spenden bettelt oder ne Bank überfällt ist dabei egal.

    Es gibt deutlich mehr Tierhalter als noch im 20. Jahrhundert, eben auch, weil Tierhaltung so billig geworden ist.

    Den möglichen Kostenfaktor vor der Tieranschaffung zu berücksichtigen sollte selbstverständlich sein.

    Dabei gibt es durchaus Tierhalter, die für sich eine "Obergrenze" haben, und bei deren Überschreiten einfach sagen: "Das war's - den Aufwand ist mir das Tier nicht wert.", aber eben auch durchaus Tierhalter, die die Kosten nicht wirklich überdenken.

    Gerade für Letztere ist es aber wichtig, auch die Kosten zu berücksichtigen, und eben auch die wahrscheinliche Erhöhung, die hinsichtlich der Gesundheitsversorgung auf sie zukommt.

    Immer wieder darauf hinzuweisen, egal ob es sich um eine Erstanschaffung handelt, oder ob sich ein zweites, drittes oder gar noch mehr Tiere angeschafft werden sollen, ist enorm wichtig.

    Von meiner Tierärztin bekomme ich manchmal mit, dass sie Tiere vorzeitig einschläfert, weil deren Halter die Kosten für eine Lebensqualität-verbessernde medizinische Behandlung nicht übernehmen.

    Ob sie das nicht wollen oder nicht können - danach frage ich dann nicht.

    Ich finde es wichtig, diesen Posten schon vor der Anschaffung eines Tieres zu berücksichtigen, weshalb ich es wichtig finde, dass hier auf die wohl anstehende Erhöhung der Kosten für medizinische Behandlung hingewiesen wird.

    Hm - also unter 10 an der Wirbelsäule operierte Gebirgsschweißhunde innerhalb von 7 Jahren finde ich jetzt nicht wirklich auffällig.

    Auch der Golden Retriever - der ja doch deutlich weiter verbreitet sein dürfte als der Gebirgsschweißhund - ist dort mit deutlich weniger OP vertreten.

    Für mich ein Hinweis, dass diese Klinik nicht einen übermäßig hohen Zulauf hat aufgrund eines Bekanntheitsgrades hinsichtlicher einer Spezialisierung, denn dann müssten auch die Balken bei den einzelnen Tierrassen doch merklich höher ausfallen.

    Denke ich zumindest.

    Umso erschreckender der Balken bei den Französischen Bulldoggen.

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    Es gibt wohl eine Klinik, die bzgl. des Brachycephaliesyndroms bundesweit bekannt ist.

    Diese hat hinsichtlich dieser Fehldeformationen wohl einen sehr guten Ruf, auch z. B. für Katzen mit diesem Syndrom.

    Da bin ich auf folgende Seite gestoßen, die ich sehr informativ und gut verständlich finde, sehr, sehr klar auch hinsichtlich einiger Scheinargumente von Haltern brachycephaler Rassen:

    Häufig gestellte Fragen zur Brachyzephalie


    Daraus nur mal als Frage-Antwort Beispiel:

    Zitat


    Ist das Schnarchen denn schlimm?

    Ja! Es ist leider völliger Unsinn, dass das Schnarchen bei kurzköpfigen Hunderassen vergleichbar ist mit Lautäußerungen des Wohlbefindens oder der Kommunikation, wie zum Beispiel dem Schnurren der Katze oder dem Grunzen des Schweins. Jede Einengung der oberen Atemwege, die zu pfeifenden oder schnarchenden Atemgeräuschen führt, ist Hinweis auf eine Verlegung der Atemwege. Atemnot wird von Mensch und Tier immer als Lebensbedrohung empfunden.

    Oh je - Memories ...

    Nachbarsrauhhaardackel mochte meinen ersten Hund Marco überhaupt nicht.

    Riesenspektakel, wenn er draußen war und wir am Grundstück vorbei gingen.

    Marco hat es überhaupt nicht interessiert ... dachte ich.

    Eines Tages hatte er die Faxen aber wohl dicke, Dackelchen machte wieder richtig Radau am Zaun, Marco geht ungerührt am Zaun entlang, schnuppert am Boden, bleibt auf Höhe des Dackels stehen, ihn dabei aber völlig ignorierend, hebt sein Bein ... und pinkelt den Dackel an, um dann völlig ungerührt weiter zu gehen.

    Der Dackel hat echt Schnappatmung gekriegt ... :woozy_face:

    Also es gibt ein paar Korrelationsstudien dazu, aber halt nur Korrelationen...da kommen Treppensteigen und Ball hetzen beim jungen Welpen nicht gut weg

    :bindafür:

    Warum kommen diese Sachen nicht gut weg?

    Möglicherweise, weil sich irgendwann sichtlich das Problem aufgetan hat, dass zu viele Welpenkäufer das "Maß" für welpengerechten Umgang verloren haben :denker:

    Oft - im Reallife, aber auch bei etlichen Anfragen in Hundeforen z. B. - habe ich das Gefühl, manche Menschen vergessen einfach, dass ein Welpe ein Welpe ist.

    naja, das lernen halt nicht alle Hunde.

    Ja, Lernen hat Grenzen, die auch individuell vom jeweiligen Hund abhängig sind, ganz klar.

    Es gibt kein: "Du musst das nur so und so machen, und dann bekommst du das und das Ergebnis."

    Das gilt für Maschinen, aber nicht bei Lebewesen.

    So wie du das machst, ist es - für mein Empfinden - richtig, weil passend: Einfach berücksichtigen, was der Hund leisten kann, und keine Situationen zulassen, wo der Hund diese geforderte Leistung nicht erbringen kann.

    Wobei ich bei vielen Hunden einfach den begründeten Verdacht habe, sie durften nie die dafür notwendigen Lernerfahrungen machen.


    Und selbst bei meinem großen, der extrem vorsichtig mit ihr umgeht, ist es schon passiert, dass sie sich sehr blöd verletzt hat. Da konnte er nix für, sie genau so wenig (er ist auf nen Stöckchen getreten, was auf der anderen Seite hoch geschnellt ist und ihr dabei nen Muskel vom Anus durchtrennt hat).

    Hätte das bei einem "robusteren" Hund auch diese Folge gehabt?

    Das ist für mich eben die Frage - ab wann werden normale Alltagsbedingungen zur "gefährlichen Falle"?

    Das sind dann die Dinge, die einen Hund daran hindern, als Hund leben zu können.

    Die letzte Faustregel, diese depperte 5-Minuten-Regel, für die kein Mensch eine Quelle kennt,

    Ich schaue mal kurz hier rein, weil ich die "Quelle" dieser Faustregel kenne...

    Mir wurde diese auch von meiner Züchterin ans Herz gelegt, allerdings mit einer wirklich guten Erklärung, die ich nachvollziehbar und auch gut umsetzbar fand - und eben auch nicht dieses starre Schema "bloß nicht mehr als 5 Minuten/Lebensmonat an Bewegung" darstellte.

    Grund für diese Faustregel war: Viele Züchter (durch Züchteraustausch nicht nur innerhalb einer Rasse, sondern rasseübergreifend) haben verstärkt die Erfahrung gemacht, dass Welpenkäufer ihre Welpen einfach von Beginn an überall hin mitgeschleppt haben, ellenlange Spaziergänge gemacht haben, ohne mitzubekommen wie überfordert ihre Welpen sowohl körperlich als auch psychisch damit waren.

    Meine Züchterin legte mir also nahe, meine gewählten Strecken für den Welpen an diese 5-Minuten-Regel anzupassen, für Ruhepausen zu sorgen ... und auch auf dosierte Umweltreize zu achten. "So ganz nebenbei" gab sie mir auch den Tipp, mir gerade in den ersten Wochen lieber ruhige Plätze auszusuchen, wo ich mich einfach hinsetzen und den Welpen selber erkunden lassen konnte, oder eben ihn in seinem Tempo bei der Umwelterkundung begleiten und unterstützen konnte. Da konnte der Aufenthalt durchaus mal eine Stunde oder länger sein.

    Ruhepausen zwischendurch, mit einem leckeren Kausnack für den Welpen, hat sie mir auch ans Herz gelegt.

    Das starre "bloß nicht mehr als 5-Minuten/Lebensmonat bewegen lassen", was letztendlich medizinisch nachweisbar zu einer physischen Unterforderung (oft auch mit psychischen Auswirkungen) führte, hat sich erst durch die "Mund-zu-Mund-Propaganda" entwickelt.

    Der eigentliche Sinn dieser Faustregel ist dabei verloren gegangen.

    Im Umgang mit anderen Hunden hat sie oft Angst über den Haufen gerannt zu werden (was auch schon mehr wie nur 1x passiert ist), sie wird öfters gejagt, ihre warnungen werden (von Hunden) nicht ernst genommen...

    Weshalb meine Hunde schon von Welpe an lernen, andere nicht über den Haufen zu rennen, im Umgang mit Kleinhunden vorsichtig und umsichtig zu sein, und deren Warnungen ernst zu nehmen.

    Wobei Warnungen von Kleinhunden sie absolut nicht einschüchtern, das ist zu sehen. Sie nehmen sie aber genauso ernst wie von einem größeren Hund, reagieren entsprechend mit Abstand.

    Selbst unsere Dampframme Amigo war dermaßen umsichtig im Umgang oder auch nur Beisein von Klein(st)hunden ... dass ich mir manchmal bei ihm gewünscht habe, selber Kleinhund zu sein :ugly:

    Warum zu klein/zu groß Probleme mit bringt: Die Natur hat einen Bauplan für Caniden, der einen gewissen Spielraum mitbringt für die Umweltanpassung. Wird dieser Spielraum überschritten, treten Fehler auf, je mehr dieser Spielraum ins Extrem geht, desto größer wird die Fehlerquote.

    Der Mensch hat über künstliche Selektion diesen Spielraum ins Extreme ausgeweitet, wobei über die Rassehundezucht noch einmal die genetische Vielfalt, mit welcher der Mensch "spielt", eingeschränkt ist.

    Deshalb bringt es auch nichts, wenn Zucht sich als Ziel setzt, nur gesunde Exemplare eines Extrems zur Zucht zu verwenden - denn die Abweichung vom "natürlichen Bauplan" ist immer noch so groß, dass es immer wieder zu Fehlern führt.

    Am Beispiel übersetzt: Es nutzt nichts, nur freiatmende Kurzschnauzen zur Zucht einzusetzen, wenn nicht parallel dazu wieder auf einen größeren Fang geachtet wird, weil ohne diese Annäherung an den "natürlichen Bauplan" eben auch die Fehleranfälligkeit die gleiche bleibt.

    Wenn ein Hund u.U. jahrelang in Schonhaltung gelaufen ist, dann muss sich das auch erst wieder einspielen, glaube ich.

    Ja, das ist eben eines der Probleme, die nicht außer acht gelassen werden dürfen, eben auch bei der Beurteilung der Wirkung von Librela.

    Deshalb auch noch mal mein Hinweis, dass es anzuraten ist - je nach tatsächlichen Baustellen - parallel dazu auch noch durch Physiotherapie z. B. dazu beizutragen, die Wirkung von Librela auch voll entfalten lassen zu können.

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    Eigentlich gehört es nicht so wirklich hier hin, aber weil es um Librela geht ....

    Vor einigen Tagen habe ich mich mit meiner Nachbarin unterhalten, ihre Labradorhündin wurde als Junghund auch an den Ellenbogen operiert, und jetzt mit 8 Jahren zeigen sich doch verstärkt Probleme.

    Ich habe ihr den Tipp mit Librela gegeben, und da sie auch zu meiner Tierärztin geht, habe ich sie direkt darauf hingewiesen, möglicherweise trotz der derzeitigen Lieferprobleme gerade bei Neupatienten vielleicht das Glück zu haben, schnell dranzukommen ... die Dosis für meinen Amigo fällt ja weg, und vielleicht ist diese Kapazität ja noch frei.

    Heute war ich bei meiner Tierärztin mit Leif, zur Osteopathie, und habe ihr von meiner Nachbarin erzählt, aber eben auch, dass es möglicherweise zu einer Wartezeit kommen könnte.

    Meine Tierärztin meinte dann auch, die Nachbarin wäre schon dagewesen, und sie würden jetzt mit Librela beginnen; Dabei sah sie dann etwas zur Seite und ergänzte, sie hätte die normale Lieferung bestellt.

    Mir traten die Tränen in die Augen, und ich platzte raus: "Wie schön - dann bekommt sie jetzt die Dosis von Amigo ... das freut mich sehr für die Hündin..."

    Meine Tierärztin sah mich dann nur lächelnd an und nickte.

    Was soll das?

    Da ist null spielerische Motivation, von Beginn an - das sind ganz klar Wölfe, die es von Beginn an darauf abgesehen haben, das Jungtier zu erlegen.

    Sie setzen das auf eine äußerst energiesparende, eigene Verletzung vermeidende Weise um, bis zum finalen Ende.

    Unfassbar übrigens, wie geschickt die Wölfe agieren, um eine fluchttiertypische Panik und Wehr zu vermeiden.

    flying-paws Wir reden aneinander vorbei.

    Ich beziehe mich auf Eros von Massai - und der zeigt zwar diese aus dem Jagdverhaltenrepertoire stammende Handlungskette Anschleichen-Lauern/Lauern-Anschleichen mit anschließendem Lossprinten, aber: Es ist noch Spiel und kein Ernst (also Jagdtunnel, wie es hier so oft beschrieben wird). Die Motivation ist noch eine andere, und Eros hat (noch) kein Messer in der Hand.

    Worin wir uns sicher einig sind: Dieses Verhalten darf nicht so laufen gelassen werden (und das sieht Massai auch so), denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass

    1. der andere Hund möglicherweise nicht sieht, dass Eros noch gar kein Messer in der Hand hat, und sich dementsprechend bedroht fühlt, was ein unerwünschtes Verhalten bei diesem Hund auslösen kann,

    2. irgendwann doch das Messer in der Pfote ist, weil die Gefahr des Motivationswandels von Spiel in Ernst (=Jagdtunnel) sehr groß ist.