Beiträge von Hundundmehr

    Bei Familienverbänden gibt es immer Unterschiede bzgl. des Wohlergehens einzelner Individuen und der gesamten Gruppe. Das Mitversorgen eines geschwächten Mitglieds wird bei hochsozialen Tieren auch nur soweit gehen können, wie es das Wohl der gesamten Gruppe nicht gefährdet. Das ist, wie so vieles, ein hochkomplexes Thema mit zahlreichen Faktoren, die je nach Verknüpfung eben auch völlig unterschiedliche Auswirkungen haben können.

    Danke!

    Genau das ist die Begründung, die gegen die Existenz eines hier im Thread als Fakt dargestellten Verhaltensinventars spricht.

    Ein genetisch determiniertes Verhaltensinventar wird durch einen äußeren Reiz ausgelöst - da bleibt kein Raum für Überlegungen, was das Beste für das Wohl der Gruppe ist.

    Also davon mal ab, dass man das sicher nicht mehr klären wird können, die Hunde haben sie totgebissen. Und die haben nach einem Abschnappen, falls sie ihnen weh getan haben sollte auch nicht abgelassen.

    Ja, richtig.

    Als Begründung wurde dafür angegeben, es gäbe einen "Instinkt" - also ein sicheres, genetisches Verhaltensinventar, wie beim Beutefangverhalten oder auch bei der Brut-/Nestpflege, welches durch einen äußeren Reiz ausgelöst wird und die Verhaltensweise auslöst: "Töte den Geschwächten/Verletzten, auch wenn es dein Sozialpartner ist - denn dessen Schwäche könnte dich sonst gefährden!"

    Eine solche genetisch determinierte Verhaltensweise steht einfach im krassen Widerspruch zu den wissenschaftlich gesicherten, hochkomplexen und hochsozialen Fähigkeiten, die bisher gewonnen werden konnten hinsichtlich der Ahnen unserer Haushunde, und damit eben auch in der Genetik der Haushunde vorliegen.

    Welchen biologischen, den Fortbestand der Spezies Canis Lupus sichernden Hintergrund hätte es denn, wenn der Schutz und die Verteidigung von zum Sozialverband gehörenden Mitgliedern nur so lange währt, wie das zu schützende/zu verteidigende Mitglied unversehrt ist - und ins Gegenteil kehrt, sobald diese körperliche Unversehrtheit nicht mehr gegeben ist?

    Das hat weder etwas mit Moral und Ethik, noch mit einem "verklärenden Blick" auf den Wolf (den Hund) als "besseren Menschen" zu tun.

    Im Endeffekt bleibt aber eine ähnliche Situation, wie im Artikel mit der Hundemeute: es passiert etwas, die Meute wird getriggert und greift das geschwächte Gegenüber an.

    Ist denn genau diese Information gesichert, dass die Meute angriff als die Dogwalkerin geschwächt war?

    :denker:

    Das geht nirgendwo draus hervor :ka:

    Besteht nicht auch die Möglichkeit, dass ein Hund sich "wehrte", oder auch als Schmerzreaktion zubiss und/oder einen der anderen Hunde angriff, weil die Dogwalkerin versehentlich einem Hund Schmerzen zufügte beim Straucheln?

    oder z. B. eine Art instinktiver Mechanismus in Gang gesetzt wird, das verletzte Individuum zu töten, weil es die Gruppe gefährdet.

    Kannst du mal bitte Belege aus seriöser Quelle der Canidenforschung bringen, bei denen ein Nachweis für die Existenz eines solchen "Instinktverhaltens" erbracht wurde?

    ...........

    In meiner Jugend hat ein Schäferhund - den ich damals regelmäßig führte, auch auf dem Platz - mal bei passender Gelegenheit, als ich beim langen Waldspaziergang im Gebüsch meine Notdurft verrichtete, eine Analkontrolle gemacht.

    Hat mich überrascht, aber nicht geängstigt, sondern eher amüsiert.

    Bin halt ein Mädchen :ka:

    Dann kläre mich "Schwachsinn-Redenden" Menschen mal auf,

    Das habe ich und werde es kein zweites Mal tun - denn deine Reaktionen darauf sind wieder pseudo-argumentativ und nicht belegte Behauptungen. Auf dieser Endlosspirale fernab eines argumentativen Austausches begebe ich mich nicht, weil es Taubenschach ist.

    Vielleicht überlegst du ja selber noch einmal, was du mit dieser Behauptung:

    , kommt da der Instinkt durch. Und der sagt in dem Moment: du bist krank, alt, gefährlich für uns, du musst weg.

    Hunden als genetisches Verhaltensinventar andichtest...

    Kleiner Tipp: Wenn dies tatsächlich stimmen würde, dürfte kein Mensch sich je in Gegenwart seines Hundes verletzen, oder einen Unfall/eine Krankheit erleiden, die ihn - auch zeitlich begrenzt, was der Hund ja nicht weiß - zu einem kranken Individuum macht.

    Denn dann würde der Hund seinen Menschen "weg machen" ...

    Zumal mit dieser drastisch gestiegenen Hundedichte natürlich auch der Anteil an "seltsamen" Hundehaltern gestiegen ist.

    Das wirkt sich noch mal verstänkernd* aus hinsichtlich des Ansteigens der nicht-öffentlichkeitskonformen Vorkommnisse.


    *bewusster freudscher Verschreiber ...

    kommt da der Instinkt durch. Und der sagt in dem Moment: du bist krank, alt, gefährlich für uns, du musst weg.

    Das ist verhaltensbiologisch völliger Unsinn.

    Ich kenn das echt so gar nicht und die Vorstellung fällt mir schwer, dass ungefähr jeder Hund dann sofort ins "aussortieren" des Schwachen übergeht.

    Ich kenne das nicht nur nicht, es ist verhaltensbiologisch - wie schon oben erwähnt - auch völliger Unsinn.

    Wölfe zählen zu den hochsozialen Tieren, die Familiengefüge bilden und in diesen leben. Dass alte, schwache, kranke Mitglieder dieses Gefüges - welches sich bei Wölfen Rudel nennt - mitversorgt und gepflegt werden, ist kennzeichnend für diese Spezies.

    Vor Allem diese Komponente konnte den Haushund zu dem werden lassen, was er heute ist: Ein hochsozialer Partner des Menschen.

    Möglicherweise kann "Kreischen" einen Schalter umlegen; Beutetiere in Todesangst "kreischen" beispielsweise; Möglicherweise gibt es (rasse-)spezifische Eigenschaften, die das "Umlegen dieses Schalters" forcieren.

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    Statt solche Schwachsinnshypothesen zu verbreiten - vielleicht bleibt man ja doch lieber bei den bekannten Fakten, als da wären:

    - Bei den an dem Vorfall beteiligten Hunden handelte es sich um bis zu 8 Hunde, die nicht in einem Haushalt zusammenleben. Diese willkürlich - und unter beruflichen Aspekten gebildete - Gruppe ist kein gefestigtes Sozialgefüge, und erst Recht kein Rudel.

    - Welches "Festigung" dieses Zweckgefüge hatte, also ob die Hunde schon lange zu dieser Dogwalkinggruppe gehören, sich schon lange kennen, immer gut zusammen geführt werden konnten, ist unbekannt.

    - Die Erfahrung/Qualifikation der Dogwalkerin ist unbekannt

    - Der Auslöser ist unbekannt

    - Mindestens einer der zu dieser Gruppe gehörenden Hunde hatte Verhaltensauffälligkeiten, die als "Erziehungsprobleme, aber bisher ohne jegliches Auftreten von Aggression" beschrieben wurden.

    Das einzige Fazit, welches ich daraus ziehen kann, ist:

    So viele, nicht zu einem Sozialverband gehörende Hunde auszuführen, ist äußerst risikoreich. Für mein Empfinden zu risikoreich.

    Des Weiteren ist es absolut ratsam, sich als Mehrhundehalter gut zu überlegen, wie viele und auch welche Hunde man gut und öffentlichkeitskonform gemeinsam führen kann.

    Bevor Letzteres als Kritik ankommt: Gerade hier bei diesem Thema haben sich ja einige Mehrhundehalter geäußert, und genau diese Sorgfalt beschrieben, die sie selber an den Tag legen im Umgang und beim Führen ihrer Hunde.

    Genau diese Sorgfalt sollte auch jemand walten lassen, der beruflich (aber auch ehrenamtlich) Hunde anderer HH ausführt.

    Spoiler anzeigen

    Ich schrieb: Die Meisten - das umfasst selbstverständlich nicht alle.

    Warum du dich jetzt "verurteilt" fühlst, ist mir ein Rätsel - denn du schreibst ja selber, bei all deinen Fähigkeiten gibt es bei dir auch eine Grenze, und die wird einfach durch die Physik bestimmt.

    Zumal ich sicher nicht irgendjemanden verurteil habe...

    Ein nur mit halber Kraft agierender 50 kg Hund ist einfacher zu halten, als ein mit aller Macht agierender 25 kg Hund.