Beiträge von Hundundmehr

    Nun ja - es gab immer schon Hundehalter, die eigentlich nur ihren Kindheitstraum vom "lebendigen Plüschtier" erfüllt haben, und absolut keinen Schimmer haben von Hundebedürfnissen und wie man diese erfüllt.

    Mit wachsender Hundepolulation, wozu eben auch die deutlich gestiegene Vereinfachung der Hundehaltung beigetragen hat, ist natürlich auch dieser Anteil an Hundehaltern gestiegen, der sich mit einem Hund diesen Kindheitstraum erfüllt ohne allerdings überhaupt irgendeinen Gedanken an die speziellen Bedürfnisse dieser Lebewesen zu verschwenden.

    Die Pandemie und damit verbundene "Zwangsfreizeit" (ja, Mobiles Arbeiten ist keine Freizeit, aber auch das ermöglichte eben, einen Hund halten zu können ohne ihn den ganzen Tag alleine zu lassen) hat das Problem noch mal verstärkt.

    Auch hier reichte das Denken etlicher Menschen nicht weiter als von heute bis zum nächsten Frühstück - wie die Hundehaltung aussehen soll, wenn wieder die vorpandemischen Alltagsroutinen greifen, hatten viele Neuhundehalter nicht auf dem Plan.

    Grundsätzlich: Den Opa verstehe ich sehr gut; Sein Hund gab ihm Halt, und sich jetzt ein Leben ohne Hund vorzustellen birgt das Gefühl, jetzt nur noch auf den Tod zu warten ... Scheixxxvorstellung.

    Auf der anderen Seite stehen da die Bedenken der Familie, die nicht unberechtigt sind.

    Trotzdem finde ich die Richtung, in die deren Gedanken aufgrund dieser Bedenken gehen, äußerst übergriffig.

    Statt den Opa als "stur" einzuordnen, würde ich versuchen, mit ihm gemeinsam alle Probleme, die ein Welpe seiner Wahl mit sich bringt, Punkt für Punkt durchzugehen und nach gangbaren Lösungen suchen.

    Vor etlichen Jahren habe ich einen Mann, der auch Anfang 80 und mit Gehstock unterwegs war, und dessen zu dem Zeitpunkt gerade mal 3 Jahre alte Schäferhündin kennengelernt.

    Da passten die Rahmenbedingungen ganz hervorragend, sowohl die Erziehung als auch die Haltung dieser als Welpe für ihn angeschafften Hündin machte dieser Mann aufgrund seiner Erfahrung "mit links".

    Gehen tut das, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

    Für unseren mittlerweile verstorbenen Freund wurde ein Dogsitter organisiert, als er nicht mehr in der Lage war seinen Hund ausreichend selber zu versorgen. Dieser hatte sich in die Hündin verliebt, und es war dann irgendwann klar, wo die Hündin ihr neues zu Hause findet, wenn unser Freund stirbt.

    Das ist dann übrigens auch testamentarisch so festgelegt worden, damit es nicht im Nachhinein irgendwelche Streitigkeiten gibt.

    Es gibt also Lösungen, vielleicht auch die Option eines älteren Hundes, der auf einer Pflegestelle ist, und wo er hin zurück kann, wenn der Opa aus welchen Gründen auch immer als Dauerlösung ausfällt?

    In jedem Fall würde ich die Bedürfnisse des Opas weder übergehen, noch ihm einfach irgend etwas aufzwingen ohne sein Einverständnis.

    Mein persönliches Empfinden: Das ist nicht Sturheit, sondern "seelische Not", die seine Vorstellungen bestimmt.

    Sich damit vernünftig und lösungsorientiert gemeinsam befassen wäre der Weg, der diesem alten Mann gerecht wird.

    Ich drücke die Daumen für eine Möglichkeit, die für alle tragbar und angenehm ist: Den Opa, den Hund und die Familie.

    Und anbinden geht natürlich nicht.

    Ich hatte zu diesem Zweck eine Kette mit Karabiner an der Kopfstütze der Rückbank befestigt.

    Da kam ich ran über die Seitentür, habe Amigo daran festgemacht, und konnte dann bequem die Heckklappe öffnen, und selber ganz ruhig und gelassen die üblichen Handgriffe fürs Aussteigen der Hunde erledigen.

    Ist vielleicht auch bei dir möglich?

    Wenn die Hunde gewohnt sind, dass es nach der Autofahrt Action gibt, dann spulen die sich gegenseitig im Auto schon hoch und haben bei Ankunft schon ein amtliches Erregungslevel. So ist es zumindest hier bei den Pappenheimern im jagdlichen Einsatz, bei denen die Hunde aus dem Zwinger ins Auto kommen, die steigern sich beim Einsteigen schon rein und im Auto legen sie noch drauf. So eine Gruppe dann ungesichert aus den Auto rasen zu lassen, ist risikofreudiger als nötig.

    Hormone machen Verhalten, ganz einfach.

    Zusätzlich kommt noch die Gruppendynamik dazu, die das Handeln dann bei allen Hunden zusätzlich in die Richtung vorgibt, die genetisch (rassetypisch) einfach hoch veranlagt ist: Jagdmotivation.

    Was in dem einen Artikel hinsichtlich Tötungsabsicht bei Jagdhunden im Vergleich Früher vs. Heute gesagt wird, ist natürlich Schwachsinn; Ein kunterbunt zusammengewürfelter Anriss unterschiedlicher Aspekte, um die selbst-zusammengeschusterten Schlüsse zu belegen - nennt sich Pseudoargumentation.

    Aber warum sollen Hunde auch ohne Leine nicht hören können, bzw. kaum ist das Auto offen, losstürmen?


    Das ist Alltagsgeschehen.

    Das hat doch jetzt aber nur bedingt etwas mit deiner Aussage zu Kontrollierbarkeit aufgrund Gehorsam zu tun?

    Kontrollierbarkeit setzt sich aus etlichen Faktoren zusammen, einer davon ist auch sicher Gehorsam.

    Aber es ist ein einzelner Faktor.

    Andere Faktoren sind:

    - alltagsübliche Umgangsrituale

    - Konditionierung

    - Kooperationsbereitschaft und -fähigkeit

    - Interessenkonflikte

    - Erregungslage

    Im Jagdtunnel war Amigo z. B. nicht mehr über Gehorsam kontrollierbar.

    Die Kontrolle konnte ich da ausüben über eine Mischung aus

    - Konditionierung (Abbruch als Reflexhandlung über ein bestimmtes Signal)

    - Gewinnen des Interessenkonfliktes durch Beutefixierung (Apportel hatte höhere Bedeutung als Reh/Hase/Eichhörnchen)

    - Kooperationsbereitschaft (jagen im Team war IMMER erfolgreich)

    Ich kenne diesen Stefan nicht, hab mal kurz gegoogelt, und finde einige Aussagen auch ganz gut.

    Wobei mir direkt der Gedanke kam: Gehorsam wird überbewertet.

    Die Anmerkungen von dragonwog und hasilein75 machen mich allerdings stutzig, weshalb ich jetzt grundsätzlich dieser speziellen Jagdplattform als Informationsquelle erst mal skeptisch gegenüberstehe.

    Solche Aussagen wie: "Jagdhunde sind heutzutage auch Begleit/Familienhunde..." sind ja doch sehr pauschal, und solche Pauschalaussagen werden gerne auch missbraucht, um als Bauernfänger für eigene Ideologien zu dienen.

    Das Verhalten des Jägers war einfach nur absolut unachtsam - wie kann ich 3 Jagdhunde einfach aus dem Kofferraum springen lassen, ohne vorher abzusichern, ob dort etwas im Umfeld ist was die Aufregung der Jagdhunde noch weiter so triggert, dass deren Verhalten nicht mehr kontrollierbar ist?

    Diese Unachtsamkeit zieht sich aber quer durch die gesamte Hundehalterschaft, hat nur nicht immer so ein fatales Ergebnis.

    Die Berichterstattung ist allerdings ... gruselig, unterirdisch.

    Es geht nicht um Gehorsam.

    Es geht darum, was ich als Hundehalter:in im Team mit meinem Hund/meinen Hunden leisten kann, was ich leisten sollte - und wie ich Probleme vermeide bei Dingen, die nicht geleistet werden können.

    Hunde z. B. sichern, bevor man sie aus dem Auto herauslässt.

    Tatuzita Danke der Nachfrage :cuinlove: , Freitag war Blutabnahme und ich warte auf die Ergebnisse.

    Vasco hatte Freitag auch wieder Librela bekommen, wir machen da jetzt einen 3-Wochen-Abstand.

    Die Anabolika haben ein gutes Ergebnis gebracht, Vasco ist fitter und trabt auch wieder vor, die Hinterhand ist stabiler geworden.

    Leider hat er gestern Vorne wieder sehr gehumpelt, ich mache jetzt erst mal wieder Lasertherapie. Heute ist das Humpeln aber deutlich besser, nur Schmerzmittel mag ich im Moment nicht geben, wegen der Leberwerte.

    Ich rufe gleich bei meiner Tierärztin an, ob sie schon Werte hat, vielleicht stelle ich ihn auch einmal kurz vor wegen des Humpelns.

    Habe gerade angerufen, Schilddrüse müssen wir die Dosis etwas verringern, Leberwerte sind gut besser geworden, da machen wir weiter mit den Mariendisteltabletten, Harnstoffwert ist wieder im Normalbereich - Puh, ich freu mich sehr :cuinlove:

    Seine Karpalgelenke sind ja sehr mitgenommen, das wissen wir, und da ist auch nix mehr dran zu ändern. Ich bestelle jetzt erst mal spezielle Bandagen zur Unterstützung/Entlastung, und auch so einen Umschlagbrei für akute Phasen...

    die "Altersleiden" gehören halt mit dazu, und wir müssen schauen wie wir die so kompensieren können dass noch möglichst viel Lebensqualität da ist.

    Wir freuen uns einfach über das Hier und Jetzt ... denn was morgen ist, wissen wir nicht.