Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht wo ich persönlich die Grenze zum Vermenschlichen ziehen würde.
Gemäß Feddersen-Petersen ist ein Vermenschlichen bis zu einem bestimmten Punkt sogar notwendig im Zusammenleben mit Hunden.
Sowohl der Hund als auch der Mensch sind Säugetiere, und unsere Gehirne haben einen nahezu identischen Aufbau.
Das ermöglicht uns ein "Hineinversetzen" in den Hund, und dies zu Wollen und zu Können unterscheidet einen Hundehalter, der seinen Hund als denkendes und fühlendes Lebewesen sieht von einem Hundehalter, der seinen Hund nur als triebgesteuertes Wesen ansieht, dessen Triebe nur von Außen (extrinsisch) beherrscht werden können.
Was man dabei nur berücksichtigen muss: Der Hund ist zwar fähig zu Denken, aber dieser Fähigkeit sind Grenzen gesteckt; Die Komplexität der menschlichen Denkfähigkeit ist deutlich größer als die des Hundes.
Auch die arttypischen Unterschiede, die evolutionär bedingt bestehen, zeigen Unterschiede auf in den Bedürfnissen; Während beispielsweise das Bedürfnis auf Jagen beim Menschen ziemlich verkümmert ist und seine verhaltensinventarischen Anlagen höchstens bei der Schnäppchenjagd im Supermarkt zum Vorschein kommen, ist dieses Verhaltensinventar beim Hund noch deutlich ausgeprägter, und liegt "näher an der Oberfläche" des Verhaltens.
Wenn ein Mensch aus einem Gefühl der Einsamkeit heraus mangels eines anderen Sozialpartners seinem Hund "sein Herz ausschüttet", dann ist das noch lange kein ungesundes Vermenschlichen.
Erwartet er aber dann auch Rücksicht vom Hund, dass dieser sich bei seinen eigenen Bedürfnissen zurücknimmt, "weil er ja verstehen muss, dass es seinem Menschen schlecht geht", dann übertragt der Mensch seine menschlichen Erwartungen auf den Hund - und damit vermenschlicht er ihn, denn das kann ein Hund einfach nicht leisten.
Trotzdem gibt es immer wieder Hunde, die merken wenn es ihrem Menschen nicht gut geht, und sich in ihrem Verhalten so anpassen, dass es für den Menschen Trost oder auch Erleichterung ist.
Das ist aber auch kein Zeichen von "Verstehen" - aber allemal ein Zeichen dafür, dass auch Hunde sich in "ihre Menschen" hineinversetzen können.
Können - nicht müssen.
"Müssen" wäre wieder Vermenschlichen über das zuträgliche Maß hinaus.