Beiträge von Hundundmehr
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Das ist so eine Sache mit dem positiv/negativ ...
Wenn ich z. B. Druck wegnehme, also negativ verstärke, dann muss ich vorher positiv gestraft haben, indem ich Druck aufgebaut habe.
Dazu kommt: Was ist denn für den Hund eine Strafe - und was ist für ihn eine Belohnung?
Eine positive Strafe ist bei mir z. B. nie ein Schlag, sondern eine verbale Zurechtweisung.
Dabei baue ich auf Stimmungsübertragung; Ein "Schatzilein, dass darfst du doch nicht, dududu..." in diesem gesäuselten Tonfall möglichst noch, gibt es bei mir nicht.
Eine knackige Ansage, dass ich etwas kacke finde, bringe ich auch emotional so rüber, dass meine Hunde mitbekommen, wie sauer ich bin.
Dabei hinterfrage ich mich aber oft selber, denn: Muss ich das öfter machen, mache ich etwas falsch.
Ich wünsche mir im Umgang einen netten Ton, und ein nettes Miteinander, und gehe da mit gutem Beispiel bei meinen Hunden voran.
Ich baue sehr viel auf Lernen, und nutze dafür zu Beginn einfachen Behaviorismus - Konditionierung, die ich grundsätzlich positiv aufbaue.
Aversive Konditionierung lehne ich ab, weil ich die Beziehung und den Umgang mit meinen Hunden nicht auf der Furchtschiene aufbauen will.
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Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber beim Dummytraining
1. arbeiten die Hunde ohne Leine
2. wird ein Terrain mehrfach von allen Hunden im Freilauf genutzt (abgesucht)
3. sind nicht alle Hunde - entsprechend ihres Trainingsstandes - überhaupt schon fähig, sich ausschließlich auch bei großer Ablenkung auf die Beute zu fokussieren.
Von daher ist es zumindest bei reinen Dummystunden nicht üblich, mit einer läufigen Hündin gemeinsam zu trainieren.
In einer Prüfung sind läufige Hündinnen normalerweise erlaubt. Diese werden dann immer ganz am Ende jeder Aufgabe gearbeitet, danach wird ein neues Terrain für die nächste Aufgabe bereit gestellt.
Ich hatte das bei der Anfängerprüfung bei meinem João, uns wurde zu Beginn direkt gesagt, es wäre eine läufige Hündin dabei. Deren Halterin wurde angehalten, sich abseits der anderen Prüflinge aufzuhalten.
Ich stand dann mal in ihrer Nähe, mit einem Abstand von ca. 10m, wir haben uns unterhalten. Sprach uns einer der Prüfungsleiter an:
"Sind das alles Hündinnen, die da bei der läufigen Hündin sind?" (es stand noch jemand dabei)
"Nein, meiner ist Rüde."
"Warum ist der so nah bei der läufigen Hündin?"
"Weil er es kann." (war für mich in dem Moment die kürzeste Antwort, erkären, WAS er kann, konnte ich immer noch)
"Ach so - ja, dann brauche ich ja jetzt nichts weiter erklären. Meine Rüden können das auch."
Drehte sich um und ging.
Zuerst habe ich gedacht, ich hätte ihn jetzt verärgert.
Später habe ich dann allerdings erfahren, er ist da tatsächlich meiner Meinung.
Fand ich gut - und ist tatsächlich (außerhalb des DF) äußerst unüblich; Ich begegne tatsächlich überwiegend Menschen die meinen, "das ist nun mal Natur, da kann man nix machen, weil dann der Trieb die Regie übernimmt".
Nö, das ist überwiegend Lernsache.
Muss man sich nur im Klaren drüber sein, und entsprechend händeln und für Lernerfahrungen sorgen, die dazu beitragen dass ein Rüde lernt, sich nicht von den Hormonen wegschießen zu lassen.
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Bei läufigen Hündinnen bin ich eigentlich auch sehr entspannt.
Ich bin dankbar, wenn meine Hunde damit die Erfahrung machen dürfen, dass läufige Hündinnen etwas ganz normales sind, und nix, was einem das Hirn wegschießt.
Bisher ist mir erst einige wenige Male die Information während der Freilaufinteraktionen gegeben worden, die Hündin wäre läufig, aber da waren die Halter auch sehr entspannt, und wollten auch - genau wie ich - keinen ungeplanten Deckakt.
Wo ich extrem vorsichtig bin: Wenn noch ein weiterer Rüde ins Spiel kommt.
Hier habe ich vor über 20 Jahren ein einziges Mal die Erfahrung gemacht, dass "Freundschaft" unter Rüden weggeblasen wird, wenn die holde Weiblichkeit Konkurrenzverhalten triggert.
Männer halt ...

Bei meinen eigenen Jungs (ich habe und hatte ja immer nur ausschließlich eine Männerwirtschaft) kann ich mich auf deren Sozialverhalten untereinander verlassen.
Bei nicht zu unserer familiären Sozietät gehörenden Hunden nicht.
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Dein Irk wird nicht durch Handauflegen eines Trainers plötzlich Kira mögen und Kira wird nicht freudig mit Irk zusammenleben, wenn ihr nicht bereit seid, daran zu arbeiten, statt die Hunde da völlig sich selbst zu überlassen.
Woran soll denn "gearbeitet" werden?
Der Zug ist abgefahren, denn weder Irk wird plötzlich zum Fan von Kira, noch wird Kira jemals ihr Traumata los, wenn sie mit dem Verursacher dieses Traumas weiter zusammen leben muss.
Denkt hier keiner daran, unter welchem Druck Kira stehen muss, wenn sie weiterhin Bestandteil dieser Konstellation bleibt?
Auch eine Lösung "getrennte Zwinger" ist unzumutbar - ein Fehler, eine Möglichkeit der Hunde, wieder zusammen geraten zu können ... dann ist der Schaden noch größer.
Ach verdammt - Kira wurde zusammengebissen, und weil ihr Mensch von einer Zusammenführung träumt, die genauso bequem (und gewaltbelastet) ist wie vor dem Einzug von Kira, soll ihr nach diesem Erlebnis noch zugemutet werden, wieder in dieser Gruppenkonstellation zu leben - nein, zu existieren, denn LEBEN ist das sicher nicht.
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Hat Fleek Probleme mit den Augen, oder machst du das präventiv?
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Hat schon mal ein Trainer mit Gebrauchshunderfahrunf auf die Konstellation geguckt?
So wie ich aus den meisten Kommentaren herauslesen kann wird es mit einer wieder Zusammenführung wohl nichts
Kira ist ab ab jetzt ein Fall für den Hundetrainer !
Ganz sicher ist sie jetzt, nach diesem Vorfall, ein Fall für einen Hundetrainer mit Erfahrung in Verhaltenstherapie für traumatisierte Hunde.
Aber ganz sicher nicht in euren Händen.
Alleine der Threadtitel ist schon ein Widerspruch in sich selbst: Diese Hunde waren schon vor dem Dazukommen von Kira nicht "Zusammen", sondern haben eine Zwangsgemeinschaft gebildet.
Eine Zwangsgemeinschaft, in der Kira gar nicht erst geduldet war.
Eure Einstellung zu einem Miteinander, von Zwei- und Vierbeinern, ist einfach nur gruselig.
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Wie ich es hasse zu lesen, hier würde nur eine "angemessene Korrektur" helfen ....

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Eine lautstarke Ansage ist (normalerweise) für mich noch keine Maßregelung.
Ich mag Hündinnen, die kurz und knapp "erklären", dass ihr Hintern ihnen gehört, und dass sie bestimmen, ob jemand daran schnuppern darf.
Bei mir gilt: Ein mal schnuppern ist ok (wenn der andere Hund, egal welchen Geschlechts und ob läufige Hündin oder nicht, dies ok findet), ein weiteres Mal wird von mir unterbunden (sanft, aber klar).
Reicht das nicht, leine ich an.
Ich bestimme die Grenzen, in denen Hunde kommunizieren dürfen, und meine Hunde wissen, dass ich alles sehe und mitmische, wenn mir etwas nicht passt.
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Sie sind vom Menschen abhängig und müssen versorgt werden. Also schon irgendwie wie ein Kind das nie erwachsen wird.
Den ersten Satz unterschreibe ich.
Den zweiten Satz finde ich ... mindestens fragwürdig, und zwar deshalb, weil sich daraus zu schnell die Mär vom Hund, "der nie so erwachsen wird wie ein Wolf, sondern in einem juvenilem Stadium bleibt (= nicht erwachsen wird)" ableiten lässt - was falsch ist.
Ich vermute, so hast du das aber nicht gemeint, sondern eher so: Die Erziehung eines Hundes ist nicht darauf ausgelegt, sie für ein selbstständiges Leben vorzubereiten, wie man es bei Kindern tut (bzw. tun sollte), weil sie eben ihr ganzes Leben lang in unserer Obhut bleiben.
Insofern bleiben sie tatsächlich unsere "Kinder", auch wenn sie längst erwachsen sind.