Du gehst davon aus, dass eine aversive Absicherung eines Signals bedeutet, mittels Reizverknüpfung mit einem heftigem Schreckreiz, Widerwillen erzeugenden Reiz oder Schmerz das vorher neutrale Signal so zu verknüpfen, dass es beim Tier künftig unwillkürlich ausgeprägtes Meideverhalten auslöst. Und willst auf die Gefahr hinweisen, dass das unter Umständen nicht mal zum gewünschten Erfolg führt, weil durch die biologischen Mechanismen zur Bewältigung von extremen Stress vorherige Lernerfahrungen ausgelöscht werden können.
Zum ersten Satz: Nein, es bedarf nicht zwingend eines heftigen Reizes zum Verknüpfen. Ausgeprägtes Meideverhalten muss es auch nicht sein - es reicht doch z. B. ein Unterlassen (wie das Aufnehmen von Fressbarem vom Boden beim Spaziergang) oder Abwenden (vom Fressbarem auf dem Boden).
Zum zweiten Satz: Klar gibt es auch Gefahren, aber das ist überhaupt nicht mein Hauptanliegen.
Mir geht es darum, zu erkennen was aversive Reize bewirken, und für sich selbst überlegen, ob man das will.
Wir können im Leben keine aversiven Reize komplett ausmerzen.
Aber will ich diese oft einsetzen - oder nicht doch überlegen, welche Alternativen es gibt/geben könnte, die dem Hund als denkendes und fühlendes Lebewesen gerechter werden.
Wenn ich aber gar nicht weiß, was beim Einsatz aversiver Reize im Hirn des Hundes abläuft, dann kann ich es auch nicht reflektieren.
Kennst du dich mit Aversionstherapie aus ( Phonhaus )?
Diese basiert genau auf diesem Aversionsmechanismus, welcher über das ZNS (also nicht willentlich steuerbar) aktiviert wird, eben weil aversive Reize direkt an das Angstzentrum (umgangssprachlicher Ausdruck für die Amygdala) weitergeleitet werden.
Eigentlich ist das tatsächlich eine Art "Button", um den Hund zum funktionieren zu bekommen.
Über die Gefahren lasse ich mich hier nicht aus, das führt zu weit.
Nur ein Beispiel dazu: Es gibt Hunde, die meiden nicht - die greifen an. Denjenigen, von dem diese Gefahr ausgeht.