Beiträge von Hundundmehr

    Wenn der misshandelte Golden jemanden tötet, liegt es am Menschen, aber wenn es ein SoKa ist, liegt es an der Rasse...

    Die würden ja NIE. Wenn es "so ein Hund war" - tja, logisch, liegt an der Rasse. Kann ich so nicht bestätigen. Liegt am Menschen.

    Aber natürlich muss einiges falsch gelaufen sein, damit es so aus dem Ruder läuft, dass ein Mensch dadurch zu Tode kommt.

    Was hat die Halterin (und ihre Ehepartnerin) aus Naarn denn eurer Meinung nach falsch gemacht?

    Weil diese Aussagen nach dem Strafprozess kamen

    In diesem hat sie sich nicht geäußert

    Woraus folgerst du das? Ich lese diese pdf über die Entscheidung zum Haltungsverbot so, dass darin die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft vor dem Strafprozess zitiert wurden. ON1.13 StA-Akt: usw.

    Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft: Ja

    Ob die Vernehmung/en durch die Staatsanwaltschaft für den Strafprozess gemacht wurde/n, oder ob sie im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens hinsichtlich des Hundehaltungsverbotes gemacht worden sind, geht nicht daraus hervor.

    Es gibt aber einen Hinweis, dass zumindest ein großer Teil der in "..." gesetzten Aussagen im Rahmen der Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft für den Prozess zum Hundehaltungsverbot gemacht wurden - also tatsächlich nach dem Strafprozess wegen grob fahrlässiger Tötung.

    Zitat

    „Wenn ich zu den ‚Beutespielen‘ gefragt werde, die Thema gewesen sind im Verfahrensakt
    gebe ich an, ...

    "Thema gewesen sind im Verfahrensakt" - die Vergangenheitsform weist auf das vergangene Verfahren (Strafprozess wegen grob fahrlässiger Tötung) hin, damit kann nicht das Verfahren bezüglich des Hundehaltungsverbotes gemeint sein, denn dieses lief ja noch zum Zeitpunkt der Vernehmung.

    Nur zur Erinnerung: Der Strafgerichtsprozess war nach knapp 40 Minuten beendet, weil es zu einer Einigung zwischen den Parteien vor Prozessbeginn gekommen ist.

    Welchen Inhalt die Gespräche hatten, weiß keiner.

    Bekannt sind nur die Ergebnisse:

    - Die Beklagte bekannte sich schuldig der Anklage

    - die Beklagte hat sich auch bezüglich der zivilrechtlichrechtlichen Ansprüche der Hinterbliebenen des Opfers mit diesen geeinigt

    Möglicherweise ist aufgrund dieser Bekennung zur Schuld weder das Thema "Beutespiele", noch die weiteren Hundehaltungsabsichten, noch die Position zu den weiteren Zukunftsabsichten hinsichtlich Hundehaltung, dazu noch der gleichen Rasse, Inhalt der Vernehmungen und Gespräche gewesen.

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    Mir dreht sich der Magen um bei der Aussage, "das Opfer hat geschrien, und damit erst das Stolpern und den Angriff ausgelöst".

    Warum sollte die Joggerin schreien, wenn die Hunde noch gar keine Handlungsabsichten gezeigt haben?

    Heißt das, der aus unbekannten Gründen ausgestoßene Schrei des Opfers hat diesen Vorfall erst ausgelöst?

    Das geht in Richtung Täter-Opfer-Umkehr...

    Im Übrigen liest sich für mich die Urteilsbegründung hinsichtlich des Haltungsverbotes auch so, dass das Gericht bedauert, aufgrund der aktuellen Rechtslage keine andere - härtere - Entscheidung treffen zu können.

    Der komplette Wortlaut ist hier nachzulesen:

    https://www.lvwg-ooe.gv.at/Entscheidungen/2024/050303_19.pdf

    Fazit: Die derzeitige, geltende Rechtslage in OÖ lässt nur

    - das Verbot der Haltung von Hunden zu, deren Gefährdung feststeht oder sich verwirklicht hat

    - ein Verbot von Hundehaltung auf bestimmte Räumlichkeiten

    zu.

    Nicht möglich ist das Verbot einzelner Rassen.

    Nach den vorliegenden Fakten ist auch kein generelles Hundehaltungsverbot möglich.

    Ich sage es mal so: Die derzeit ja schon laufende Änderung der Gesetzeslage ist zwingend notwendig.

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    Mein persönliches Fazit: Es hat sich alles bestätigt, was für mich persönlich im Vorfeld anhand etlicher Hinweise vermutet wurde;

    Vom ersten Moment an absolutes Kalkül des Ehepaares zur eigenen Schadensbegrenzung, zum Schutz der beiden anderen beteiligten Hunde, zum Schutz der Welpen - deren Mutter mit an dem Vorfall beteiligt war - , Uneinsichtigkeit hinsichtlich des Vorfalls, Opferung des Hundes Elmo, Training der Hunde ohne professionelle Begleitung.

    Für mich ein Fall von pathologischer Profilneurose.

    Ach ja - nur um es zu erwähnen: Die Halterin war nicht bis zum Prozess im Krankenhaus, sondern ist ca. 6 Wochen später aus dem Krankenhaus entlassen worden.

    Ich hoffe sehr auf eine Gesetzesänderung, die es möglich macht diesen beiden Frauen die Haltung von Hunden zu untersagen.

    Das Problem ist einfach nur, dass beim VDH und den Rassehundezuchtvereinen einfach ZU VIEL vom Ausstellungswesen abhängig ist und man schon mehrheitlich in dieser "Branche" investiert.

    Ich sehe das Problem nicht; Gerade die großen Rassehundeschauen sind nichts anderes als "Messen", wo für die Öffentlichkeit werbewirksam Produkte präsentiert werden.

    Gerade wenn man sich anschaut, wie wenige der Welpen, die jedes Jahr alleine in Deutschland gekauft werden, tatsächlich aus VDH-Zuchten stammen, ist diese Präsenz doch notwendig.

    Die nötigen Schaunoten für eine Zuchtzulassung holen sich die Züchter in der Regel auf den vereinsinternen Rassezuchtschauen.

    Dieser Bewertung bedarf es nun einmal, um überhaupt einen Hund zur Zucht zugelassen zu bekommen.

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    So - und jetzt hat man als Züchter Freude an solchen Zuchtschauen, und stellt dann fest einen Hund zu haben, der gute Chancen auf gute Platzierungen zu haben scheint - und nutzt das, um ihn auch auf mehreren Schauen, vielleicht auch im Ausland, vorzustellen und zu sehen, wie weit man da kommt.

    Was daran ist jetzt so grundsätzlich verwerflich, dass man jetzt meint, das gesamte Rassehundeausstellungswesen müsse verdammt werden?

    Weil es ein paar Menschen gibt, die sich die Abstammung ihrer Hunde in Gold gerahmt an die eigenen Wände hängen?

    Oder weil bei einigen Rassen Modeerscheinungen Trends präsentieren, die gesundheitliche Folgen für die jeweilige Rasse haben?

    Hier ist doch eher das Tierschutzgesetz gefragt - und das gibt weniger her, als der VDH es jetzt für die ihm angeschlossenen Vereine fordert.

    Was wieder fürchterlich kritisiert wird, und doch nur die Vereine betrifft, die dem VDH angeschlossen sind.

    Von denen nur der kleinste Teil an Hunden kommt, die in Deutschland gekauft werden ...

    Zu erkennen u.a daran, dass dann bei der Wurfankündigung nur die Titel genannt werden und nicht ein einziges Gesundheitsergebnis (selbst bei guten Ergebnissen) ;)

    Dann bin ich wohl seltsam - genau auf diese Transparenz hinsichtlich der Gesundheitsergebnisse schaue ich sofort auf der HP eines Züchters, und auch, wie viele Würfe er bisher hatte, wie oft er einen Wurf hat, wie die Hunde gehalten werden, ob mit den Hunden gearbeitet wird.

    Das mache ich, bevor ich dort anrufe.

    Da gibts bestimmt Menschen, die darauf anspringen.

    Ja, unbedingt ja - die gibt es!

    Die Frage ist: Wie viele sind das denn, die sich mit ihrem Hund über diese prämierte Abstammung profilieren?

    Mir ist in den ganzen Jahren, die ich jetzt selber Hunde halte, noch kein einziger Hundehalter begegnet, der mit der grandiosen Abstammung seines Hundes hausieren ging.

    Mir selber ist die Aufzucht wichtig.

    Da habe ich Ansprüche.

    Ich finde, jeder Hund hätte diese Sorgfalt der Aufzucht verdient.

    Womit ich mich profiliere: Ich freue mich seit 25 Jahren jedes Mal, wirklich jedes Mal darüber, wenn andere Menschen meine Hunde als Bereicherung empfinden (sie sich auch an meinen Hunden erfreuen).

    Ich freue mich oft.

    Und Hundundmehr , denkst du, dass ein Hund, ohne jemals irgendwelche Anzeigen in der Richtung, ein vorbeilaufendes Kind anspringt und es krankenrauf beißt?

    Ich weiß es nicht.

    Möglich ist alles, und ja, zumeist gibt es Vorzeichen, die entweder übersehen wurden, oder aber gesehen und toleriert wurden, oder es wurde nach dem Motto "wird schon nichts passieren" agiert ...

    ... aber: Es gibt keinerlei Informationen, weshalb jeglicher Gedanke spekulativ ist.

    Aber hier voraus zu setzen, es wäre vorhersehbar gewesen, kommt eine Vorverurteilung gleich.

    Wir wissen ja noch nicht einmal, ob der Hund ohne Maulkorb war, weil sein Halter mit ihm einen Wesenstest gemacht hat, oder ob der Halter bewusst gegen diese Auflage verstoßen hat.

    :ka:

    Nützt ihm aber auf Austellungen nichts.

    Wenn du "ganz weit oben" landen willst, hast du sicher Recht.

    Zumindest beim Golden Retriever im GRC weiß ich, dass wenige Züchter sich auf Ausstellungsergebnisse fokussieren, auf Titel aus sind, dafür auch an etlichen ausländischen Rasseschauen teilnehmen, und bei ihrer Zucht natürlich "das besonders Typvolle" im Blick haben.

    Die Namen dieser Züchter tauchen sehr häufig bei den Schauergebnissen auf.

    Der Großteil der Züchter absolviert allerdings 2, vielleicht auch mal 3 oder 4 dieser Schauen, freut sich über Ergebnisse die für die Zuchtzulassung reichen - und das war es dann für sie, denn: Mehr bedarf es für diesen Teil für eine Zuchtzulassung nicht!

    Es gab - und gibt wohl auch immer noch - einen Kritikpunkt, den ein früherer Hauptzuchtwart des GRC (ist so an die 10 Jahre her) mal zur Diskussion gestellt hat, und mit dem er sich nicht so beliebt gemacht hat: Dass um die 50% aller Würfe von einigen, wenigen Deckrüden stammten; Er wollte gerne eine Begrenzung der jährlichen Deckeinsätze für Deckrüden haben.

    Das ist gescheitert an genau dem Argument, welches hier im Hinblick auf die Vorteile von Varianz und Visionen der Züchter für die Rasse genannt wurde - die Freiheit des Züchters, die seiner Meinung nach geeigneten Zuchtpartner eben selber wählen zu dürfen ... das ist eben die Kehrseite der Medaille (und beruht auf den üblichen Vereinsmeiereien und -Klüngeleien, die überall da auftreten wo Menschen sich für ein eigentlich gemeinsames Ziel zusammentun ...).