Beiträge von Hundundmehr

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    Zum XXL-Bully: Ist euch schon mal der Gedanke gekommen, dass bei diesen Hunden einfach was im Oberstübchen falsch verdrahtet ist?

    Dass aus dem Nichts und ohne besonderen Anlass einfach ein "Schalter" umklickt, und diese Hunde dann austicken?

    Was aufgrund ihres Ex- und Interieurs dann eben deutlich fatalere Folgen hat als bei anderen Hunden/Hundetypen?

    Ähnlich wie die "Blüten" der Qualzucht bei kurzschnäuzigen Hunden, deren Extrem dazu geführt hat dass ein genetischer Bauplan für eine perfekte Atmung völlig entgleist ist und zu Deformationen geführt hat, so hat der Wunsch nach einem Hundetyp mit Terrier- und Molossereigenschaften dazu geführt, dass dessen Gehirn nicht mehr normal arbeitet.

    Wölfe töten einander um Konkurrenz auszuschalten,

    Das ist sehr pauschal und damit sehr irreführend.

    Es muss schon eine ganz besondere Situation sein, damit Wölfe andere Wölfe töten, das steht weitaus weniger auf der Tagesordnung als beim größten Raubtier der Welt - dem Menschen.

    Richtiges Jagdverhalten und aktives denken, so wie wir es verstehen, passt für mich schon nicht zusammen. Wird dieser Trieb getriggert, weicht die rationale Analyse (präfrontaler Kortex wird gehemmt). Je nach Tier, Training, Veranlagung stärker oder schwächer. Der Hund handelt impulsiv und nicht bewusst abwägend.

    Eben weil "Trieb" nicht alles ausschaltet, wurde der Triebbegriff als überaltet abgeschafft und durch Motivation ersetzt. Auch Hunde sind mehr als nur ihr Verhaltensinventar, sie können LERNEN (und damit Denken).

    Als meine Sheila kam, gab es für sie nur zwei Bilder im Bezug auf andere Hunde: Beute und in der Läufigkeit Sexualpartner.

    Hat sich das bei dir geändert?

    Du hattest noch geschrieben, sie wäre "irgendwo falsch abgebogen" - bevor sie zu dir kam?

    Im Lauf des Erwachsenwerdens verändert sich auch das Jagdverhalten. Zum einen "sucht" der Körper immer mehr nach potentiellen Auslösern und die Knöpfe, die es auslösen können, werden mehr und rücken immer mehr in greifbare Nähe, dass die Wahrscheinlichkeit bei irgendwas drauf zu drücken höher wird, so dass es von einem Augenblick auf den anderen keinen großartig greifbaren Auslöser mehr braucht, damit der Hund die Kette abspult, die genetisch angelegt ist.

    Meine Hunde suchen als erwachsene Hunde tatsächlich weniger - und genau das ist mein Ziel bei der Ausbildung, die sie bis dahin schon absolviert haben.

    Die Knöpfe werden hier deutlich weniger, was zum großen Teil eben genau daran liegt, dass meine Hunde zum Einen gelernt haben, welche Beute für sie in Frage kommt, und dass sie gemeinsam mit mir ausreichend "Jagderlebnisse" haben, die ihr Bedürfnis abdeckt.

    Beispiele, bei denen der Hund von einem Tag auf den anderen scheinbar plötzlich Jagdverhalten zeigt, kann ich Dir bei fast allen Rassen benennen, die das genetisch mitbringen. (Labrador Retriever, Border Collies, Französische Bulldoggen, Pudel, Deutsch Drahthaar ... such Dir was aus. Die Liste ist endlos.)

    Du hast das Wort "scheinbar" mit eingebracht, was ich gut und auch richtig finde.

    Ich habe viele Hundehalter kennen gelernt (auch im Reallife), die sich einfach freuten, weil ihr Jungspund so gut hörte und so gar kein Interesse an Jagd zeigte.

    Hinweise, gerade bei Hundetypen die mit großer Wahrscheinlichkeit ein höheres jagdliches Interesse genetisch mitbekommen haben, wurden als übertrieben abgetan, gerne auch mit dem Argument, man würde ja gerade mit einer (ersatz-)jagdlichen Ausbildung gerade das jagdliche Interesse wecken.

    Ich denke, deine Erfahrungen, bei erwachsenen Hunden würden die Knöpfe zum Jagdauslösen immer mehr, beruhen hauptsächlich darauf, dass diese Hunde nie jagen durften, und dementsprechend auch nie Lernerfahrungen machen konnten, auf welchem Weg sie ihr Bedürfnis befriedigen können.

    Ich meine mich zu erinnern, du hättest vor einigen Jahren mal selber geschrieben zu merken, wenn du mal zu wenig in dieser Richtung deinen Hunden angeboten hast, denn dann würden deine Hunde auch anfangen, ihre Umwelt vermehrt nach Jagdbarem abzuscannen.

    Ein Fahrrad ist aber leichter zu schieben als ein Auto, und für die - für mich an dieser engen Brückenpassage durchaus fraglichen - Bequemlichkeit müssten Beträge für ein Geländer in deutlich fünfstelliger Höhe ausgegeben werden.

    Dazu kommen noch so "Nebensächlichkeiten" wie vorübergehende Sperrung der Brücke, Einrichtung von Umleitungen, etc., was sonst noch alles damit zusammen hängt.

    Für ein höheres Geländer, damit Fahrradfahrer für diese kurze Strecke nicht absteigen müssen.

    Für mich ist diese Forderung der Schildbürgerstreich, und ich frage mich nicht zum ersten Mal, wann es zum Zeitgeist geworden ist, jegliche auch noch so kleine Regel, die mit wenig Aufwand einzuhalten wäre, in Frage zu stellen.

    Es geht hier aber einzig und allein um diesen Mode-Mix XXL-Bully, der eben genau deshalb kreiert wurde, um ein ganz bestimmtes Interessengebiet abzudecken, eben auch aus dem Grund, weil es ein Verbot oder zumindest Haltungseinschränkungen bei bestimmten Rassen und deren Mixen gab, die zuvor diese Interessen abdeckten.

    Das Ergebnis zeigt, dass hier der Mensch den Rahmen genetischer Manipulation deutlich gesprengt hat.

    Ich stell mir schon auch die Frage: Sind diese Hunde tatsächlich genetisch so "programmiert", (ihre) Menschen aus dem Nichts heraus zu töten oder aber sind sie halt in falschen Händen einfach leichter aus der Bahn zu werfen und die Auswirkungen sind bei diesem Typ Hund dann halt leider sehr tragisch. Aber rechtfertigt das dann ein vorauseilendes beschlagnahmen und töten? Einfach aufgrund einer Möglichkeit?

    Wozu ist das relevant in Bezug auf den XXL-Bully?

    Die Todesfälle durch Hunde in GB wurden zu einem sehr großen Teil von diesen XXL-Bullies verursacht.

    Ob dies nun durch eine genetische Fehlprogrammierung bedingt ist, oder ob die Genetik hergibt "besonders leicht aus der Bahn geworfen werden zu können" - unterm Strich bleibt das Resultat doch gleich: Tote Menschen, deutlich mehr als in den Jahren zuvor, wo der XXL-Bully noch nicht präsent war.

    Danke dafür! :bindafür::bindafür:

    Vielleicht sollten manche mal über den Tellerrand der menschlichen Psychologie hinausschauen, z. B. wie die Biologie, insbesondere die Verhaltensbiologie "Bindung" definiert und betrachtet.

    Wenn man die - hier verlinkten - Definitionen aus der (menschlichen) Psychologie zugrunde legt, dann gibt es außer einer Bindung zwischen Kind zu Bezugsperson gar keine anderen Bindungen.

    Nein, einfach nein.
    Der Zustand zwischen Kind und Eltern (ich nehme hier andere Bezugspersonen mal bewusst raus) ist im pädagogischen/ psychologischen Sinn mit nichts anderem zu vergleichen, egal, wie viel Denken und Fühlen wir Tieren jemals zusprechen werden und wie sehr Tiere und Menschen in der Lage sein werden, miteinander Beziehungen aufzubauen. Das hat nichts mit "veralteter Ansicht" zu tun.

    Mit anderen Worten: Nur wenn man eine Bindung mit jemandem eingehen kann, die einer menschlichen Mutter-Kind-Bindung entspricht, kann man das als "Bindung" bezeichnen?

    Also sind alle anderen Beziehungen, die Menschen zu anderen Menschen aufnehmen, niemals Bindungen in dem von dir gefassten engen Sinn.

    ...............

    Es gibt viele Formen von Bindung, und auch die Stärke von Bindungen sind unterschiedlich; Tatsächlich gibt es auch Bindungen, bei denen ein Bindungspartner stärker gebunden ist, als der andere.

    V.B. spricht Hunden JEGLICHES Bindungsvermögen mit Menschen ab.

    Das ist einfach falsch.

    Diese Sichtweise erklärt aber Vieles an ihrem Verhalten und Umgang mit Hunden.