Beiträge von Morelka

    Ich nehme an, die Schwierigkeit besteht für die Hunde vor allem auch darin, dass ein Radfahrer von weitem einfach nur ein "Strich" in der Landschaft ist, also kaum einschätzbar für den Hund.

    Ein Auto ist wenigstens ein viereckiger "Kasten", der besser bemerkt werden kann, aber auch dabei kann ein Hund die Geschwindigkeit nicht einschätzen.

    Ich lasse meine Hunde immer zur Salzsäule erstarren mit dem Wort "Waaaarte!", sobald ein Fahrrad auftaucht.

    Falls noch genug Zeit bleibt, hole ich sie zu mir her, wenn das Fahrrad jedoch zu schnell angebraust kommt, lasse ich sie bewegungslos stehen bleiben, wo sie grad sind. Das funktioniert sehr gut. Oft erhalte ich dann ein "Danke" vom Fahrradfahrer.

    Natürlich gibt es hinterher ein überschwängliches Lob von mir und Gutelis.

    Edit: Besonders gut kann ich mich dann amüsieren, wenn auch der Fahrrad-Fahrer bremst und anhält bei meinem "Warte"... passiert ab und zu.

    Ich müsste da ja schon mal von Pontius zu Pilatus pilgern um überhaupt Züchter/Halter zu finden, welche frei weg mal sagen: "Kein Problem, ich lass euch mal mit unserem Hund laufen."

    Nein, so natürlich nicht! Da wirst Du niemanden finden, der Dir sowas erlaubt.

    Es geht mehr darum, mit Haltern Deiner Wunschrasse mal spazieren zu gehen, das Verhalten im Alltag zu beobachten und einfach im Gespräch etwas mehr über das Wesen dieser Hunde heraus zu finden.

    Ganz nebenbei geben solche Begegnungen Euch mehr Erfahrungen und ein gewisses "Feeling" für die Hunde.

    Rassehundeaustellungen sind meiner Meinung nach kein guter Ort, um sich einen echten Eindruck zu verschaffen.

    Da stimme ich Dir zu!

    Bei einer Rassehunde-Ausstellung (ich habe selber sowohl Hunde ausgestellt wie auch als Ring-Sekretärin Beurteilungen geschrieben) sieht man nur das rein Optische. Man kann sich also eine bestimmte Rasse in Realität ansehen, statt nur Bilder im Internet oder in einem Buch. Das ist dann aber auch alles!

    Um beurteilen zu können, ob sich ein Hund als eigener Familien-Hund eignet, muss man so einen Hund im Alltag kennenlernen. Bei Gesprächen mit den Züchtern einer bestimmten Rasse an einer Ausstellung werdet Ihr nur überschwängliche Begeisterungsstürme zu hören bekommen, weshalb genau DIESE Rasse zu Eurer Familie passt. Verwirrt Euch mehr, als dass es weiterhilft.

    Ich würde auch mit Leckerlie-Spielen beginnen. Dafür muss man zuerst herausfinden, was für ihn "Meeeeega-Leckerlies" sind.

    Meine erste TS-Hündin (Chihuahua aus Vermehrer-Haltung) war ebenfalls am Anfang null auf mich fokussiert. Unsere Spaziergänge sahen so aus, dass sie an der langen Flexi-Leine vorauslief, immer geradeaus, mit Blick zum Horizont. Ich hatte das Gefühl, dass sie vermutlich einfach geradeaus weitergelaufen wäre, kilometerweit, bis zum Zusammenklappen.

    Ich begann dann zu Hause zuerst einmal zu testen, was sie denn wirklich, wirklich toll fand. Das war gar nicht so einfach, denn am Anfang war sie überhaupt nicht an Leckerlies interessiert. Erst als ich dann herausfand, welches Leckerlie sie toll fand, konnte ich damit anfangen, sie darauf zu konditionieren.

    So führte ich ein "Lecerklie-Wort" ein (war bei mir "Hoppala", kann natürlich alles Mögliche sein). Sobald sie das begriffen hatte, guckte sie zu mir hin, wenn ich dieses Wort sagte, ich schmiss das Leckerlie vorwärts vor sie hin, so dass sie hinlaufen musste. Dann wieder direkt vor mich hin, so dass sie zu mir zurücklaufen musste, und so weiter und so fort (immer an der langen Leine).

    Sie lernte schnell, mich genau zu beobachten, in welche Richtung ich das Leckerlie schmiss, immer verbunden mit dem Marker-Wort und meinem Zeigefinger in eine bestimmte Richtung, um dann sofort dort hinzulaufen. Somit konnte sie schon nach kurzer Zeit in eine gewünschte Richtung dirigiert werden.

    Dann war auch der Freilauf kein Problem mehr... sie beobachtete mich und meinen Zeigefinger und lernte ganz nebenbei den Rückruf.


    Viel Erfolg!

    Hast Du schon mal an Longieren gedacht, um ihn anderweitig zu beschäftigen als mit "mordlustigen" Jagd-Gedanken?

    Zu den Katzen- und Baby-Schreien würde ich allenfalls mit Desensilbilierung versuchen, d.h. also ihn zu "überfluten" mit diesem Geschrei, so dass dies gar nichts mehr auslöst bei ihm. Da müsstest Du halt notgedrungen ein Tonband einsetzen.

    Meine Hunde reagieren jedenfalls sehr gezielt auf Welpen-Fiepen oder Gebell im Fernsehen, obwohl das ja auch nicht Realität ist.