Beiträge von Morelka

    Aber ist es im Grunde nicht ein Geschenk, das du deinem Hund ein großes Leid ersparen kannst? Das wäre MEIN Ansatz für eine Entscheidung. Frieden schenken, bevor die Not so groß ist...

    Genau!

    Ich frage mich bei solchen Diskussionen immer wieder, was eigentlich die Angst vor "zu früh" bedeutet...

    "Zu früh" für den Hund? Hunde leben im Hier und Jetzt, sie können nicht in die Zukunft denken und sich wünschen, "ach, ich möchte noch viel länger leben", obwohl der Hund schwere Schmerzen und Unwohlsein erleiden muss.

    Oder "zu früh" für den Menschen? Das kann ich verstehen bei einem schwer kranken 2-jährigen Hund. Das ist sehr tragisch, kommt aber vor...
    Aber bei einem alten Hund, der am Ende seines Lebens angekommen ist und dessen Zukunft nur noch aus Schmerzen und einem qualvollen Ende besteht (Darmverschluss ist eine der schlimmsten Todesarten!) von "zu früh" reden? Neee, kann ich nicht nachvollziehen.


    Wir alle wiederholen uns: Wir können es nicht verhindern, dass ein Hund vor uns stirbt, aber wir können dafür sorgen, dass das Ende nicht qualvoll sein muss, sondern ein Tier in Ruhe und ohne Stress und Schmerzen gehen darf.

    Ich wünsche Euch viel Kraft, liebe FrauSnuggles und die Weisheit, Eure Hündin vor noch schlimmeren Qualen zu schützen.

    Ernsthafte Frage: Wenn der Hund tagsüber mithilfe von Medikamenten noch Kot abgesetzt hat, warum sollte er dann nachts notfallartig eingeschläfert werden müssen? Wenn sich der Kot eine kurze Zeit staut, wird das zwar unangenehm sein, aber sicher nicht vergleichbar mit z.B. einem Knochenbruch bei einem Osteosarkom. Bei letzterem könnte ich verstehen, dass man das unbedingt vermeiden will.

    Man weiss nie, wann die Tumore den Darm komplett verschliessen. Es geht ja nicht um eine simple "Verstopfung", sondern darum, dass früher oder später der Darm überhaupt nicht mehr durchgängig ist, also definitiv verschlossen, was enorm schmerzhaft ist.

    Auch ich musste schon sehr oft die Entscheidung treffen, ein Tier gehen zu lassen. Eine Entscheidungshilfe für mich war dabei immer, mir vorzustellen, wie es weitergehen würde für das Tier, wenn ich nichts unternähme.

    Deshalb ist dieser Satz von Mehrhund enorm gut formuliert:

    Aber DU, entscheidest nicht, dass der Hund stirbt, du entscheidest nur wie er sterben darf.

    Ich frage mich dabei immer, wie das Tier sterben würde, wenn ich sie nicht einschläfern lassen würde und wie gross die Lebensqualität noch ist.

    Hier ein paar Beispiele:

    - Meerschweinchen mit Arthrose: Sie bewegen sich weniger, sitzen in der Ecke, fressen nicht mehr und verhungern... eine langsame Verschlechterung, die ich mit Schmerzmitteln noch etwas aufhalten kann. Dank Schmerzmittel hat das Schweinchen Lebensqualität und ist noch im Rudel integriert. Es kommt NICHT zu einem plötzlichen schweren Leiden, ich kann also in Ruhe den Zeitpunkt bestimmen, sie gehen zu lassen.

    Aktuell stehe ich grad auch vor dieser Entscheidung, ein Meerschweinchen mit schwerer Kiefergelenks-Arthrose. Auf Schmerzmittel spricht sie sehr gut an, sie wurde wieder munter und mischt sich "unters Volk", hat also Lebensqualität und frisst noch. Also gönne ich ihr noch ein paar Tage oder Wochen.

    - schwere Herzkrankheit beim Hund (meine Vicky): Ihre defekte Mitralklappe konnte lange Zeit in Schach gehalten werden mit Medikamenten. Plötzliche Verschlechterung, Mitralklappe zu 2/3 abgerissen, die Lunge füllte sich langsam mit Wasser. Entwässerung nützt dabei natürlich nur kurz, weil sie sich unweigerlich wieder füllt. Der vollständige Abriss der Herzklappe wäre nicht langsam erfolgt, sondern plötzlich, also keine Chance, rechtzeitig zu reagieren.

    Vicky wäre unter grossem Leiden qualvoll gestorben, bzw. erstickt.

    Meine Entscheidung: Ich liess Vicky nach der Ultraschall-Diagnose einschläfern, obwohl sie von aussen gesehen noch wie "das blühende Leben" aussah. Damit wollte ich ihr ein qualvolles Ende ersparen, da so ein Notfall mitten in der Nacht oder wenn sie alleine zu Hause gewesen wäre, hätte passieren können. Solch einen qualvollen Tod wollte ich ihr ersparen.

    - FrauSnuggles: Schwerkranke Hündin, die mit künstlichem Durchfall (inkl. Bauchweh) leben muss, ein plötzlicher Darmverschluss ist zu befürchten. Die Hündin weiss nichts von ihrem Damokles-Schwert und freut sich ihres Lebens. Ihr Tod ohne Euthanasie wäre aber sehr qualvoll, ein plötzlicher Darmverschluss (den niemand vorher sagen kann) ist enorm schmerzhaft und ein absoluter Notfall!

    Sie müsste also unter grossen Schmerzen leiden, noch zum Tierarzt oder zur Notfall-Klinik transportiert werden, bis sie dann endlich (womöglich mitten in der Nacht) eingeschläfert und somit erlöst werden kann.

    In solch einem Fall würde ich nicht zögern, die alte Hündin gehen zu lassen, bevor sie ein Häuflein Elend wird...

    Alles Gute und viel Kraft!

    Jetzt gerade liegt er im Welpenauflauf

    Bitte nicht, ich bin sicher es gibt noch andere Lösungen :lol: :lol:

    Ach herrjeh, beim dritten Mal lesen habe ich es auch gesehen... :rolling_on_the_floor_laughing:

    Ja, im Ernst, natürlich ist er ein süsses Kerlchen (wie alle Welpen), schön, dass Du anfängst, Dich anders zu organisieren und merkst, was alles falsch läuft.

    Ich habe noch überlegt, ob es evtl. eine Möglichkeit gäbe, dass Du Hilfe bei den Kindern bekommst, damit Du Dir Zeit freischaufeln kannst für den Welpen, z.B. ein Mädchen aus der Nachbarschaft, das mal stundenweise zu Deinen Kindern schaut?

    Ich meine damit nicht, dass sie woanders hingehen sollen, sondern einfach, dass jemand mal 2 Stunden im Haus ist und sich um die Kinder kümmert, sie beschäftigt und damit Druck von Dir wegnimmt.

    Du hättest dann Zeit, Deinen Fokus auf den Welpen zu richten und Dich in Ruhe um ihn zu kümmern (Kuschelzeit, kleine Tricks lernen, ein paar Minuten alleine mit ihm draussen sein).

    Hinzu kommt dann, dass es Winter wird bis dahin und oft richtig Schietwetter ist und der Hund trotzdem seinen Auslauf braucht. Er dann jedes Mal richtig dreckig und eingesaut nach hause kommt und du noch mehr Arbeit hast. Mal davon abgesehen, ist überhaupt die Zeit und Möglichkeit (und der Wille) da, dass du oder dein Mann ohne Kinder mit dem Hund rausgehen und sich mit ihm beschäftigen?

    Diesen Punkt hier finde ich noch sehr wichtig zu bedenken, denn im Winter mit Kindern und pubertierendem Junghund laufen zu gehen und dabei Kinder und Hund im Auge zu behalten und allen gerecht zu werden, stelle ich mir sehr schwierig und nervenzerreissend vor.

    Hättest du jetzt das 1jährige Kleinkind der Nachbarin bei dir im Haus (Kopfkino an bitte). Dürften deine eigenen Kinder es als lebendige Puppe benutzen? Immer wenn sie wollen damit spielen und wehe es muckt auf? Weil es ist hier zu Gast und hat gefälligst dankbar dafür zu sein und still zu halten?

    Ich glaube, das trifft den Nagel auf den Kopf! :gut:

    Um anders mit dem Hund umgehen zu können und ihn wirklich als Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen wahrzunehmen, müsst Ihr (vor allem Du, Dein Mann ist ausser Haus am Arbeiten...) zuerst einmal im Kopf komplett umdenken.

    Ihr seid von komplett falschen Voraussetzungen ausgegangen und habt jetzt eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

    Entweder gebt Ihr den Welpen so rasch wie möglich dem Züchter zurück, damit dieser einen besser passenden Platz finden kann. Dafür ist es noch nicht zu spät, ein so kleiner Welpe kann das gut wegstecken. Das kommt immer wieder vor und ist keine Schande.

    Oder Ihr denkt komplett um, anerkennt den Hund als eigenständiges Lebewesen, welches Bedürfnisse hat, die erfüllt werden müssen (Ruhe, Ruhe, Ruhe, klare Strukturen, Schutz vor den wilden Kindern, klare Anleitungen).

    So, wie es jetzt läuft, darf es nicht weiter gehen. Ich glaube, das habt Ihr erkannt, ist schon der erste Schritt für Verbesserungen.

    Viel Glück für den Kleinen, egal, wie Ihr Euch entscheidet.

    Ich glaube, was Julia jetzt am dringendsten benötigt (da ja aktuell weder Abgabe noch "Wunderheilung" durch einen begnadeten Trainer in Reichweite sind), wäre ein sicher umzäuntes Privatgelände, Garten, o.ä., auf dem sie Henry frei laufen lassen kann.

    Nur, wo findet man sowas auf die Schnelle? Mietgarten, Schrebergarten, Freilaufgelände, das man stundenweise mieten kann? Vielleicht hat jemand Tipps in der Umgebung Wien? Oder vielleicht könnte der Verein, welcher den ganzen Schlamassel verursacht hat, hier mal helfend eingreifen?

    Bei uns in der Gegend gibt es ein Hundegelände, das man mieten kann und dann dort sicher auch ganz alleine ist mit dem Hund. Aber ob es sowas in Wien und Umgebung gibt, keine Ahnung? :???:

    Ausserdem ist das ja trotzdem keine Lösung für das regelmässige Lösen und all seine Geschäfte zu verrichten...

    Und das ist der Punkt, den ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Man hört es jede Sekunde, die man mit dem Hund verbringt und stört sich überhaupt nicht daran? Empfindet kein Mitleid?

    Ja, das ist auch etwas, das ich nicht verstehe... man hört und sieht doch ständig, dass so ein Hund Atemnot hat, aber offenbar sehen das noch immer viele Besitzer als "normal" an.

    Ich könnte mit so einem Hund nicht leben, obwohl sie mir unendlich leid tun. Ich musst diese Erfahrung leider mit einem Chihuahua-Rüden machte, den ich letztes Jahr übernehmen wollte (6-jährig), nachdem Vicky gestorben war.

    Das war ein absolut toller Rüde, Smilla und ich verliebten uns beide in Rocky, aber leider röchelte er fast wie ein Bully (hatte auch einen entsprechend bulligen Kopf und eine sehr kurze Nase).

    Ich musste diesen tollen Rüden unverzüglich zurück geben, denn ich hätte das nicht ausgehalten, ständig diesen nach Atem ringenden Hund um mich herum zu haben, so toll wie er charakterlich gesehen auch war.

    Deshalb könnte ich auch niemals einen Frenchie aus dem Tierschutz aufnehmen...

    Aber eben, wenn man um diese Problematik weiss, ist man sensibilisiert. Unerfahrene, unbedarfte Hundehalter merken sowas gar nicht. :( :