Ich denke, dass die Antwort auf die Frage, ob das Internet uns irgendwann handlungsunfähig macht, leider "Ja" lauten muss.
Und zwar, weil wir uns nichts mehr merken. Es kann ja jederzeit gegoogelt werden.
Wie viele Telefonnummern hatte ich als Kind im Kopf... und konnte sie jederzeit abrufen. Heute habe ich Mühe, mir meine eigene Handynummer zu merken
.
Auf Dauer wird sehr, sehr viel wichtiges, vielleicht irgendwann mal überlebenswichtiges Wissen unwiederbringlich verloren gehen. Wer weiss heute noch, welche Pflanzen und Kräuter giftig sind, welche Pilze und Beeren essbar, wie man sich selbst versorgt? Wie man sich Kleidung näht? Brot backt auf Holz?
Für mich geht da ein ganz großes Stück Lebenstüchtigkeit verloren.
Einen anderen Aspekt, den ich erwähnen möchte, speziell was Newsfeeds und soziale Plattformen angeht, habe ich aus diesem Buch hier gelernt: https://www.buecher.de/shop/medienthe…od_id/52447933/
Und zwar, dass Plattformen immer in einer negativen Spirale funktionieren, weil sie auf Klicks angewiesen sind. Der reißerische Artikel über irgendeinen (auch nur gefühlten) Missstand wird eher angeklickt als ein Artikel, der irgendeinen positiven Aspekt des menschlichen Zusammenlebens anspricht. Wir neigen alle dazu, das Empörende, Haarsträubende, Kopfschütteln beim Lesen Auslösende anzuklicken. Und fördern dadurch diese Art von Artikel und Postings. Und sei es nur, weil wir mitreden wollen.
Weil also Googel und Co in einer Negativspirale funktionieren, wird die Welt durch sie auch zu keinem schöneren Ort, sondern eher finsterer... diejenigen, die den Mechanismus irgendwann durchschauen, steigen früher oder später aus und löschen ihren Account. Zurück bleiben die, die ungehemmt ihre dunkle Seite ausleben wollen, wenn ich es mal pathetisch ausdrücken darf.
Ich bin schon lange nicht mehr bei FB, außer Whatsapp (und das DF hier) nutze ich keine Social media, aus obigem Grund. Mich stößt die Selbstdarstellung der selbsternannten Influencer ab, mich nervt das gossenartige Niveau in den Postings auf FB, die kritiklos geteilt werden. Die vielen Fakenews, die kursieren, die ungenierte Meinungsmache, die Datensammelei, die betrieben wird.
Mir fällt wirklich kein einziger Grund ein, warum ich mich bei FB anmelden sollte. An Googel kommt man ja als Smatphonenutzer ohne Apfel nicht vorbei, aber zum googeln verwende ich sehr gern Startpage (früher Ixquick) und hoffe, dass hier nicht schon vorher eine entmündigende Zensur betrieben wurde, a là "das könnte sie ja wohl nicht interessieren" , um es mal umgedreht zu zitieren 