Beiträge von DerFrechdax

    Hi :winken:

    Beschreib doch bitte mal, was genau passiert, bevor und nachdem er pinkelt.

    Also zb "um 7h gehen wir 30 Min an der Leine raus, dann frühstücke ich, dann weiche ich das Futter ein, dann..."

    Hast du schon mal versucht, das Futter hinzustellen, und ihn dann allein zu lassen zum Fressen? Also dich sozusagen desinteressiert abzuwenden?

    Frisst er allein oder sitzt du daneben?

    Beobachtet zu werden beim Fressen können Hunde unangenehm finden.

    Pinkelt er sonst viel (Blasenentzündung?)

    Ich finde Kontakt zu Artgenossen wichtig für Hunde, hab deshalb auch lieber 2 als 1 Hund allein. Ist ein Hund Einzelhund, finde ich regelmäßige "gesunde", gemäßigte und wenn nötig moderierte Hundekontakte wichtig. Also kein "geh da mal spielen", sondern schon mit Augenmaß, damit sich alle Beteiligten wohlfühlen.

    Man muss aber auch erwähnen, dass es Hunde gibt, die Kontakt nicht brauchen/ wollen. Hunde, die traumatisiert sind, zb, oder aus verschiedenen Gründen unverträglich, oder die gehandicapt und alt sind und lieber ihre Ruhe haben wollen.

    Ich finde, da muss man sich nach dem Hund richten und schauen, was ihm gut tut und was er mag.

    Gestern gabs die Reste vom Chili sin Carne, durchgezogen nochmal so lecker

    Gerade hatten wir selbstgemachtes Kartoffelrösti, in Butter gebratene Kräuterseitlinge und Champignons, fertige Falafel dazu und der Rest der Family auf Wunsch noch ein Spiegelei dazu. Ach, Gurke gabs auch noch, in Scheiben geschnitten von der Hand in den Mund :smile:

    Für mein Gewissen, sozusagen :D

    Und die zugrunde liegende Frage ist, ob es nicht eher Sinn macht mit dem Hund diese Angst zu überwinden, was dann die Bindung verstärkt?

    Das muss man abwägen, das hängt auch vom Hund ab, wie er charakterlich drauf ist, sensibel oder eher robust.

    Nur als Beispiel, wir haben so Arcaden, zum Einkaufen, bei uns in der nächsten Stadt. Dort ist in der Mitte immer mal ein "Loch" auf den Geschossen, wo die Rolltreppen rauf und runter gehen, und eingefasst ist das mit einem Geländer aus Glas.

    Wir haben die Große <- als Junghund dorthin ab und zu mal mitgenommen, damit sie Stadt und ein bisschen Trubel auch kennenlernen kann. Die gläsernen Geländer bzw. der Eindruck, dass es dort metertief runtergeht, haben ihr allerdings so Angst gemacht, dass sie sich hingelegt hat und keinen Meter mehr in Richtung Geländer laufen wollte. Wir mussten also am äußersten Rand auf der anderen Seite mit ihr laufen, leider dadurch gegen den Strom und quasi an der Wand lang, wo die ganzen Eingänge der Geschäfte mit den vielen Aufstellern waren. Sie war dann so gestresst, dass sie uns dort an Ort und Stelle eine Pfütze hingemacht hat.

    Das war der Moment, wo ich beschlossen habe, von meinem Hund nichts zu verlangen, was er nicht leisten kann. Sie würde mir wirklich überall hin folgen, ich hab sie von Baby an, sie ist mein Ein und alles, aber da war einfach ihre Angst größer. Und ich sehe dann auch nicht ein, mir ihr Vertrauen zu verspielen, indem ich etwas verlange und durchsetzen will,, was sie nicht schafft, nicht, weil sie nicht will, sondern weil sie nicht kann.

    Im Gegenteil, wenn ich da auf sie Rücksicht nehme, stärkt das das Vertrauen zu mir, weil sie weiß, ich verlange nie etwas, was sie nicht hinbekommt.

    (Ich würde aber auch sehen, wenn sie sich "nur anstellen" würde. Das in den Arkaden war aber keine Anstellerei. Das war pure Angst.)

    das mit dem etwas im Winter auffüttern machen einige auch im Forum so. Der Kleine kam auch klapperdürr letztes Jahr hier an, der durfte erstmal 2 Kilo zunehmen (von bissi über 7 auf etwas über 9 Kilo). Jetzt ist er normal rund, ohne dass ihm das Becken oder die Rippen rausstechen.

    Guck: https://abload.de/img/img-20190609-wa0000tjklq.jpg

    Das richtige Futter kann schon auch den Hund hibbeliger oder entspannter werden lassen, denke ich :ka: gerade wenn ein Hund Unverträglichkeiten hat.

    Hi, meine Große hat sich genauso verhalten wie dein Hund, ging die Gittertreppe schon auf meinen Wunsch zwar zögerlich, aber immerhin runter (war im Urlaub eine Treppe runter zu einer Wiese), aber mit Zittern und sie hat sich echt recht angestellt. Man hat gesehen, der Hund hatte Angst.

    Ich hatte dann den Gedanken, dass es ihr außer dass es sie gruselt, auch weh tun könnte an den Pfoten, denn die Gitter schneiden ja an den Ballen zwischen den Zehen schon recht ein.

    Leider mussten wir die Gittertreppe auch wieder hoch, weil es keinen anderen Weg gab, aber seitdem habe ich mir fest vorgenommen, ihr solche Treppen zu ersparen, und seitdem sind wir solche Weg einfach nicht mehr gegangen.

    Hey :winken:

    Ich hab mir jetzt alles durchgelesen, und ich lese aus deinen Zeilen heraus, dass dein Hund unheimlich unter Spannung steht und ganz ganz schnell auf Reize anspringt.

    So ein Hund ist nicht einfach zu führen, man will zwar Ruhe reinbringen, mag aber auch die Aufmerksamkeit des Hundes nicht ganz verlieren, wenn man für ihn zu langweilig wird. Versucht man, die Aufmerksamkeit des Hundes zu erhalten, neigt der Hund aber wieder zum Überdrehen.

    Kommt mir sehr bekannt vor, mein Kleiner, ein Terrier- Dackel- Mix ist auch so. Fremdhunde sind für den allerdings eher notwendige Übel, er dreht wegen anderen Dingen hoch, Bewegungsreizen eher, zB Hunde, die unkontrolliert herumrennen, die werden gemaßregelt, wenn er dürfte. Ballspielen geht hier gar nicht. Sitze ich zb oben auf einem Pferd und nehme ihn zum Reiten mit, dreht der Kleine total durch, bis ich wieder unten bin.

    Dreht er ab und rennt nur noch bellend im Kreis, hilft tatsächlich ansprechen, anleinen und ihn kurz nehmen. Das ist dann wie eine Pausentaste für ihn :smile:

    Ich kann ihm nicht beibringen, wie er sich mit Hunden benehmen muss.

    ich denke, doch. Du kannst ihm beibringen, wie du möchtest, dass er sich mit Hunden benehmen soll. Du kannst ihn ordentlich an andere Hunde angeleint nah heranführen, ihn absitzen lassen, und erst, wenn er sitzt, eine gewisse Ruhe hat und dich dann (i- Tüpfelchen) auch noch anschaut, darf er zb frei loslaufen zum Hund.

    Meine Große <-- würde schon immer am liebsten total überdreht auf andere Hunde losrennen, vor ihnen herumspringen, um sie herumhampeln... die meisten Hunde finden so ein Verhalten ziemlich unterirdisch, manche Hunde hatten Angst, die wurden dann gleich erfreut gemobbt und gejagt, andere Hunde machten sich klein und haben sie über sich hinwegfegen lassen, die waren dann schnell uninteressant, weil sie auf nichts eingegangen sind. Manche, meist Hündinnen, haben ihr ordentlich die Meinung gesagt. Dadurch hab ich damals überhaupt erst mal drüber nachgedacht, dass dieses "freudige" Anspielen gar kein Anspielen ist, sondern ein Rüpeln, eine absolute Frechheit und sofort von mir zu unterbinden.

    Seitdem geht sie nur noch zu Hunden hin, die eine bestimmte Größe oder mentale Stabilität haben, sie muss an der Leine ruhig bleiben, ich spreche den Kontakt erst ab, dann gehen wir meistens ruhig ein paar Schritte nebeneinander her, bis wir dann nebenbei die Hunde ableinen. So klappt es, dass alle ruhig bleiben (auch der Kleine, der auf Bewegungsreize so aufdreht), und sehe ich dass es kippt, weil zb ein Hund das Rennen anfängt, wird auch mal eben kurz wieder angehängt, bis sich alle beruhigt haben.

    Dein Hund scheint mir viel Stress zu haben in sich selbst, zb schreibst du, dass er in Kreisen rennt, einfach so. Ob das noch normales Junghund- Energieabbauen ist oder schon ungesundes Suchtverhalten, kann ich natürlich nicht beurteilen. Vielleicht kann man das einfach mehr im Auge behalten und versuchen, Ruhe vorsichtig zu belohnen mit Stimme zb. Den Hund nicht mehr über Distanz zu anderen hinrennen lassen, sondern kontrolliert nähern lassen. Nicht viel herumstehen, während Hund sich selbst beschäftigt, sondern vielleicht eher Strecke machen und den Hund beim flott laufen ab und zu abrufen, Lob, wegschicken. Oder den Blick zu dir loben. Aber eben so, dass eben keine Erwartungshaltung entsteht, die wieder stresst. Deshalb wäre ich auch beim Clickern vorsichtig, nicht dass du dir da einen Junkie heranzieht.

    Wie gesagt, ich kenne ja deinen Hund nicht, das Obige ist mir nur gerade so durch den Kopf gegangen.

    Alles Gute für dich und deinen Hund :winken: