Das höre ich hier zum ersten Mal, ich dachte immer das sein ein Aufräum-Konzept, mit seichtem, im asiatischen üblichem, weil nicht als solcher definiertem, Philosophie Ansatz für jedermann.
Nein, im Gegenteil es ist sogar ein sehr altes, traditionelles Denken, dass man bei uns hier aber auch findet: Sch*** egal, wie es wirklich hinter der Fassade aussieht, das Haus muss schön sauber, die Fenster geputzt und der Kragen schön weiß sein, damit jeder sieht wie gut es euch geht und wenn alle wissen, wie gut es euch geht, wird auch alles gut.
Die Fassade muss stimmen, alles andere kommt dann angeblich von allein. Genau das ist der Kern, der dahinter steht und halt jetzt publikumswirksam und lächelnd neu benannt und verkauft wird
Das kann ich in dem, was ich von ihr bisher gelesen habe (stecke noch im ersten Buch fest), bisher nicht aus ihren Äußerungen deuten (Hast du eigentlich eins ihrer Bücher oder irgendwas direkt von ihr selbst gelesen?).
Im Gegenteil, es wird der Kleiderschrank im Schlafzimmer, Papiere und Unterlagen oder Bücher ausgemistet, alles Dinge, die ein Gast oder Fremde gar nicht zu Gesicht bekommen.
Wo da die heile Fassade aufrecht erhalten werden soll, wenn ich meinen Abstellraum, Badschrank oder Kleiderschrank ausräume und neu sortiere, erschließt sich mir nicht.
Es geht zwar um äußeres Aufräumen, aber ich finde schon dadurch räumt sich auch das Oberstübchen mit auf. Ein Prinzip, das schon in den Simplify- Büchern zu finden ist. Viel Besitz bindet nach meinem Empfinden Energien und kann zu Ballast werden .
Dass ich dadurch jetzt in irgendeiner Weise als Frau diskriminiert oder unter Druck gesetzt werde, empfinde ich nicht so.
Das Aufräumen/ Ausmisten soll übrigens laut Kondo jeder für sich machen und niemand in der Familie für eine andere Person, weil das übergriffig ist. So hatte ich heute viel Spaß damit, mit meinem Sohn zusammen seinen Kleiderschrank auszusortieren, seine Wäsche mit der neuen Methode zu falten und am Ende mich mit ihm zusammen über einen übersichtlichen und sauber eingeräumten Schrank zu freuen, wo er endlich alles sofort findet ohne alles zu zerwühlen und rauszuziehen (und bis zum Sankt Nimnerleinstag liegen zu lassen).
Man kann alles schlechtreden, anstatt einfach mal die Kirche im Dorf zu lassen und nicht mehr hinein zu interpretieren, als tatsächlich da steht. Und ja, wenn Kondo von der perfekten Hausfrau spricht, dann überlese ich das einfach.
Ich war nie eine, bin keine, werde nie eine sein, einfach, weil es keine Perfektion gibt. Punkt.
Ob andere dadurch Zwänge entwickeln, fällt nicht in meine Zuständigkeit. Ende.
(Darauf, meinen Kleiderschrank demnächst weiter auszumisten und aufzuräumen, freue ich mich trotz allem Geunke hier schon sehr
)