Aber wer von dem Müttern/Vätern hier könnte absolut sicher sagen das er in der Lage absolut sicher den fremden Hund hätte lesen können und in 5 Sekunden die Gesundheit seines Kindes darauf gewettet?
Das ist halt der große Unterschied, wenn man mit Hunden aufgewachsen ist und fast durchgehend Hunde gehalten hat in seinem Leben.
Dann ist man zwar nicht unfehlbar, aber die Körpersprache eines Hundes lesen, bis zum Detail, in welchem Winkel die Ohren stehen, wo die Rute ist, ob Fell gesträubt wurde, der Blick, die Körperhaltung, die Lefzen... das alles nimmt man im Bruchteil einer Sekunde wahr und sortiert das sofort in "alles ok" - "da muss ich vorsichtig sein" - "den vertreiben ich lieber aktiv".
Das ist zumindest mir in Fleisch und Blut übergegangen (und ich kann ja nur für mich selber sprechen), so dass ich mich eigentlich, wenn ich allein unterwegs bin, immer auch freue, fremde Hunde zu treffen, und mit den Besitzern ein paar Worte zu wechseln.
Mir ist tatsächlich noch nie passiert, dass ich mich persönlich körperlich wirklich von einem Hund bedroht gefühlt habe - wenn, dann waren meine Hunde das Ziel.
Entsprechend gehe ich mit fremden Hunden um, entsprechend gehe ich in Situationen rein oder auch nicht... alles nach Gefühl.
Und jetzt stell ich mir vor, jemand hat das alles nicht, weil er nie die Chance hatte, das zu lernen, dieses Gespür zu entwickeln, aus dem Bauch raus Tiere zu lesen.
Daraus entsteht natürlich Unsicherheit, daraus entsteht Angst.
Das soll jetzt nicht wertend dastehen, sondern da fehlt Wissen und Bauchgefühl.
Eine Entschuldigung, direkt einen Angriff zu starten ist es allerdings auch nicht.
Aber wie gesagt, es war niemand dabei, und wie der Hund dastand, ob starrend oder nur guckend, seitlich gestellt oder frontal, das weiss ja keiner von uns.