Beiträge von DerFrechdax

    ."dem Hund die Verantwortung abnehmen"....

    Das finde ich eigentlich ganz normal und nicht wirklich bahnbrechend- und ist ganz normale Hundeerziehung.

    Ein Hund hat keinen Überblick über die Zusammenhänge und kann keine Entscheidungen treffen. Er nimmt weder selbst die Leine in die Hand, öffnet die Tür und geht mit sich Gassi, noch kocht er sich sein Essen noch bezahlt er seine eigene Hundesteuer. Er hat nicht einmal selbst entschieden, hier zu wohnen, weil ich es war, der ihn gekauft hat.

    Das, was ein Hund vielleicht noch entscheiden wollen würde, ist normalerweise ganz normales Hundeverhalten und kann ich im Normalfall durch Erziehung, Konsequenz, Ruhe und Wissen, was ich da tue, in die richtigen Bahnen lenken.

    Und wenn ein Hund selbst entscheidet, wo er seine 2 Tröpfchen Pipi versprengt, um zu zeigen dass er da war, dann bedroht das meinen Anspruch auf Leadership in keiner Weise, sollte ich den haben.


    Es gibt Hunde, die sind krass drauf, traumatisiert, verzogen, unerzogen. Aber zwischen den Extremen gibt's doch noch ganz viele Möglichkeiten, zu versuchen, den Hund ins Boot zu holen und sich zusammen (auch mit Hilfe einer Trainers zb) Lösungen zu erarbeiten.


    Gyspy12 weil du mich zitiert hast- wenn du eine konkrete Frage hast zu deinem Hund, ist es gut, ein eigenes Thema aufzumachen. Dann lesen es viel mehr Leute und können sich dazu äußern.

    A-Ber Ich hoffe 50 Kilo Hund qualifizieren mich für ein Statement... nicht dass ich die 10 Kilo Hund vom Kleinen wieder abziehen muss... :lol:


    Zwischen "Drecksack" und "Leere Hülle" gibt es zum Glück noch ganz, gaaaaanz viel Spielraum, in dem meine Hunde und ich viel Spaß am Zusammenleben und viele, viele schöne Momente haben, die wir uns zusammen erarbeitet haben.

    Ende.

    xD

    Ich kann sehen, dass dieses … tja, wie nennt man das? Auslöschungsprozedere … für Hunde in Betracht kommen kann, die kurz vor der Tötung durch die Spritze stehen

    Ich sehe es ähnlich wie Phonhaus

    Hunde, die kurz vor der Euthanasie stehen, weil sie zu gefährlich für die Allgemeinheit geworden sind, werden sich von ein bißchen Wurfschellenschmeißen, Leinenruck oder "Scchhhhhh" nicht davon abhalten lassen, zu schnüffeln, wenn ihnen danach ist.

    Die haben schon vorher gelernt, mit ihren Zähnen erfolgreich ihre Ziele zu erreichen, und die Chancen stehen gut, dass sie das bei einem Konflikt wieder tun werden, weil die Hemmschwelle schonmal überwunden wurde.

    Vielleicht nicht sofort im Kurs, aber irgendwann später im Konflikt mit ihrem Halter.


    Diese Art der Hundeführung oder Korrektur ist so unnötig wie ein Kropf, es gibt andere und angenehmere Möglichkeiten, mit dem Hund zu arbeiten.

    Selbst gepieselt wird ohne lange nach dem richtigen Ort zu schnüffeln, daher piseln auch rüden dann wie Mädchen.

    Daher wird schnüffeln unterbunden.

    Danke für deinen Bericht.

    Das finde ich sehr traurig zu lesen und erinnert mich an Filme, in denen die Dienerschaft verboten bekommt, den Blick zu heben. Was für ein trauriges Schicksal :( :

    Unser Kleiner, der Terriermix, durfte auch gar nichts, bevor er hier einzog, ich wurde auch entsprechend instruiert vom Vorbesitzer ;)

    'Er darf mich nicht direkt anschauen, er darf auf mich nicht mit gespitzten Ohren zukommen, die Rute darf nie nach oben zeigen, beuge ich mich über ihn, muss er sich sofort unterwerfen...... '

    Das wollte ich nicht, so wollte ich das nicht. Ich möchte, dass ein Hund Lebensfreude ausstrahlt, freudig mit mir zusammen arbeitet, und nicht wie ein Häufchen Elend neben mir herschleicht.

    Das heißt nicht, dass der Hund immer seinen Willen bekommt, manchmal geht ein ausgiebiges Schnüffeln nicht, dann breche ich das auch ab und es geht weiter... aber grundsätzlich sollte ein Hund schon seinen grundlegenden Bedürfnissen in gesundem Maße nachkommen dürfen, finde ich.

    vielmehr höre ich gewissermaßen (endlich) damit auf, ihm etwas anzutun, wenn ich nämlich meinen Hund zwinge, sich im fortwährenden Widerspruch zu seinen genetisch oder rassetypisch verankerten Verhaltensdispositionen erleben und fühlen (?) zu müssen.

    Dazu könnte ich den Hund auch aus dem für ihn stresshaften Geschehen "entfernen".

    Was viele Hundehalter ja tun, sie gehen nicht dort, wo viele andere Hunde sind, wenn ihr Hund unverträglich ist zb. Oder sie bauen einen Sichtschutz, wenn ihr Hund sich recht aufregt über Passanten. Sie gehen nicht in der Dämmerung im Wald, wenn dort viel Wild ist. Sie nehmen Besuch selbst in Empfang und schicken den Hund weg, weil nicht sein Job.

    Warum es dem Hund schwer machen?

    Initialgeschehen, bei dem ich meinen Hund, den ich schuldhaft in eine nicht für ihn passende Umwelt geholt habe, von seinen natürlichen Verhaltensdisposition sozusagen „erlöse“

    Hunde sind Jahrhunderte auf ein bestimmtes Verhalten selektiert worden. Wie soll dieses genetisch verankerte Verhalten an einem Tag "gelöscht" werden, ohne den Hund als leere Hülle zurückzulassen? Und, die Frage ist, ist das wünschenswert?

    Ich suche mir ja eine bestimmte Rasse aus, weil ich bestimmte Verhaltensweisen angenehm und nützlich finde.


    Um bei deinem Beispiel zu bleiben, kannst du auch durch echte Führungsqualitäten, die dein Hund wahrnimmt und respektiert, den Hovawart vom Wachen "entbinden", indem du ihm vermittelst, "Schau, ich kümmere mich, alles ist gut, du hast Pause."

    Dazu brauchst du einen Hund, der dir vertraut und sicher ist, dass du die richtigen Entscheidungen triffst. Der dir folgt, weil er dich als souverän, berechenbar, schutzgebend, klar und mental unabhängig und stark erlebt hat.

    Das sind Qualitäten, die lernt man nicht an einem Tag oder in einem Kurs, die muss man sich erarbeiten, und der Hund muss natürlich auch an einer Zusammenarbeit interessiert sein.

    D.h. ich als HH beginne wieder einmal bei mir selbst vor der Haustüre zu kehren und nicht, meinen Hund umkrempeln zu wollen.


    Die Begriffe "schuldhaft" und "erlösen" in Verbindung mit Hundeerziehung ist für mich ein bisschen unglücklich gewählt übrigens :D Und befeuert doch wieder den "Guru"- Gedanken ;)

    Wenn von diesem Herrn mit Problemhunden trainiert wird, dann ist das aber doch erstmal in erster Linie Korrektur und nicht Erziehung als Ganzes?

    Erziehung findet ja auch beim Hund im täglichen Ablauf statt, immer peu à peu. Den Input dazu kann ich mir ja durchaus in der Hundeschule, über Videos oder Bücher holen. Aber erstmal ist Erziehung doch ein fortlaufender Prozess, bei dem nicht nur mit Einschränkung und Korrektur, sondern auch viel mit gut getimter Bestätigung, Wegnahme von Druck sowie Lob gearbeitet wird.

    Das, was hier aber angeboten wird, ist, so wie ich es verstehe, wohl einmaliges "Einnorden" eines Hundes, eine Art Erziehungscamp für schwer erziehbare Hunde(-Halter?). Und das praktiziert man doch nur über massive Korrektur oder Einschränkung, wenn ich die Auszüge richtig verstehe, oder?

    Sollte das so sein, wundert es mich nicht, dass nicht offen kommuniziert wird, wie und was genau. Ich könnte mir vorstellen, dass das ganz eventuell einen echten xxxxstorm auslösen könnte.

    Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der uns alle erleuchten kann ?

    Er spricht einen Nerv bei mir an, wenn er sagt, dass unsere Konflikte, die wir (glaubt man den Statistiken) offenbar zunehmend häufig mit problematisch werdenden Hunden in Hund-Mensch-Beziehungen haben, selbst verschulden,

    Frage, was für Statistiken sollen das sein? Beisstatistiken?

    Zu einem Konflikt gehören immer zwei, Mensch und Hund. Nur, im Gegensatz zu meinem Hund kann ich reflektieren, nachlesen, mich weiterbilden, austauschen über das Problem und überlegen, wie ich weiter verfahren will. Ein Hund hat weit weniger Möglichkeiten, auf einen Konflikt in der Mensch- Hund- Beziehung zu reagieren als ich.

    Beispiel jagender Hund. Hund möchte jagen, ich kann das natürlich nicht erlauben. Ein Konflikt. Nun kann ich es verbieten (Gehorsam), unterbinden (Leine), Alternativen schaffen (Nasenarbeit, Mantrailing), Umlenken (zb Dummy werfen, hochwertig belegtes Spielzeug anbieten).

    Je umfassender mein Wissen ist, umso mehr Alternativen kann ich meinem Hund anbieten.

    die Verantwortung dafür übernehmen soll

    Die Verantwortung für meinen Hund liegt natürlich immer bei mir als Halter.

    neu sortieren muss. Er sagt dazu: den Hund "erziehen" soll. Was bei ihm meint, die "totale Verantwortung zu übernehmen" (Achja, und wie?) und die "strikte Einschränkung des Entscheidungsspielraumes des Hundes" einzuführen und durchzuhalten. (Klingt interessant, und wie jetzt?)

    Dass man Hunde erziehen muss, ist ja nun nichts Neues.

    Und ja, es gibt sie, die Hunde, die so "versaut" worden sind, dass man ihnen anfangs keinen Entscheidungsspielraum zugesteht und erstmal ne Zeitlang alles kontrolliert. Irgendwann ist aber das Ziel, die Restriktionen wieder zu lockern, denn am Ende steht ja doch, dass man dem Hund soviel Freiheit zugesteht, wie er verträgt und damit umgehen kann.

    Einen normal geprägten Hund kann ich wahrscheinlich nochmal anders behandeln. Es kommt immer auf den Hund an, es gibt welche, die ordnen sich leicht unter und welche, die hinterfragen mehr und brauchen engere Führung.


    Das zugrunde liegenden Problem in vielen Fällen ist mMn mangelndes Wissen des HH und der Unwillen, konsequent dem Hund zu sagen, was man von ihm erwartet.

    Es gibt so unheimlich viele HH, die ihren Hunden keine Grenzen setzen, "die machen das unter sich aus", "der muss Hallo sagen" , "ich bekomme 5 Kilo Hund jetzt nicht hier weg" und so weiter und so fort.

    Eigentlich gehören diese HH ins Bootcamp gesteckt und nicht deren Hunde.

    Ich finde halt den Ansatz, den Hund zu knebeln und zu knechten, weil ich als HH zu wenig Ahnung hab oder zu faul bin, meiner Verantwortung nachzukommen, unfair dem Hund gegenüber.

    Vielleicht bin ich da aber auch voreingenommen, ich habe seit 2 Jahren einen Terriermix hier, der vom Vorbesitzer massiv nach CM trainiert wurde. Der wirft sich noch heute auf den Rücken, wenn ich ihn anleinen möchte und zu flott nach dem Halsband greife :( :.

    Auf so eine Basis möchte ich persönlich mein Verhältnis zu meinen Tieren nicht stellen.

    LPaxx es tut mir ehrlich leid, deine Texte lesen sich für mich sehr anstrengend und irgendwie unübersichtlich :( :

    Ich bin jetzt auch nicht ungebildet, aber du schreibst Beiträge, die einer wissenschaftlichen Abhandlung gleichkommen. Auf diesem Niveau zu diskutieren ist mir persönlich leider schlichtweg zu anstrengend in meiner Freizeit :lol:


    Natürlich muss man ein bißchen Theorie gelernt haben, wenn man sich mit Hundeerziehung und -Training beschäftigt, es ist hilfreich, zu wissen, wie Hunde ticken und wie sie Schlüsse ziehen.

    Dazu braucht es einen fähigen Trainer, der einem was beibringt, Herz und Hundeverstand und den Willen, mit seinem Hund gleichzeitig zusammenzuarbeiten und ihm die Führung zu geben, die er braucht, um in der Umwelt, in die ich als Halter ihn gesetzt habe, gut leben zu können.

    Ich möchte keinen Roboter an meiner Seite, ich möchte, dass meine Hunde ihren Charakter in den Grenzen, die ich individuell setze, ausleben dürfen. Die Zielsetzung und was einem persönlich wichtig ist und wie ich dann dorthin komme, ist individuell, je nach Hund und je nach Prioritäten des Halters.

    Und über 400€, dass mir jemand sagt, wie der Hase wirklich läuft... da müsste der Leidensdruck schon sehr groß sein, dass ich sowas in Erwägung ziehen würde mir persönlich anzuschauen.

    Und beim Thema, Hund bekommt keinerlei Spielraum mehr, hat keine Meinung zu haben und Ressourcen in keinster Weise mehr zu beanspruchen- so ein Hund ist tot und somit nichts, was ich erstrebenswert finden würde.


    Darf ich fragen, warum du so eine epische Diskussion gestartet hast und was genau dich anscheinend so angesprochen hat, dass du es hier zur Diskussion stellen wolltest? Also, was genau fasziniert dich so an dem Ansatz, den der von dir so vielfach zitierte Trainer verfolgt?

    Das würde mich ehrlich interessieren, und darüber ließe es sich auch leichter austauschen, finde ich.

    Grüße vom Frechdax :winken: