Für uns sind das alles schon Zeichen, dass er sehr sehr gerne dabei wäre
Die Frage ist, was die Motivation des Hundes ist, dabei zu sein. Ihr stellt euch vor, dass er gern dabei wäre und Spaß dabei hat. Das trifft mit ziemlicher Sicherheit aber nicht zu.
Mein Terriermix zum Beispiel muss überall dabei sein, alles abchecken, Geräuschquellen sofort nachgehen. Besucher werden, wenn es nach ihm gehen würde, "bewacht", da wird sich quer vor ihre Füße gelegt, um sofort mitzubekommen, falls sie aufstehen.... ein unheimlicher Stress für ihn. Er muss alles kontrollieren , wenn es nach ihm geht, und käme so nicht zur Ruhe.
Deshalb hat er lernen müssen, dass Besuch ihn nichts angeht. Er muss inzwischen nicht mehr auf seinem Platz bleiben, aber Besuch wird nicht kontrolliert, nicht angebettelt, nicht verfolgt. Rennende Kinder triggern ihn immer noch, so dass ich ihn im Auge erhalten muss und wegrufen muss aus dem Garten, was auch ganz hervorragend funktioniert.
Komischerweise mag er sich aber von Fremden nicht streicheln lassen, da knurrt er ganz schnell. Man würde ja denken, wenn er so gern in der Nähe unseres Besuch ist, mag er den Kontakt. Nein, weil er den Kontakt nicht aus Menschenfreundschaft sucht, sondern aus Kontrollbedürfnis.
Alles, was verunsichert, muss abgeklärt werden, deshalb sind viele nervöse Hunde gern mitten drin. Es stresst sie und triggert sie, aber sie können es auch nicht lassen. Manche Hunde maßregeln auch, begrenzen die Menschen, stehen oder liegen im Weg herum, drängen sich auf.
Souveräne Hunde liegen irgendwo am Rand und schauen vielleicht mal mit einem Auge hin, wenn etwas ihrer Aufmerksamkeit wert ist. Ansonsten kümmern sie sich um ihren eigenen Kram.
Und, es gehört auch zu einer guten Hundeerziehung, dass ein Hund sich mal zurücknimmt, nicht überall als erstes dabei sein muss, sondern wartet, bis man ihn dazu einlädt.
Besonders mit dem Hintergrund, dass euer Hund schon so oft gebissen hat, würde ich den Hund nur noch mit Maulkorb sichern, wenn die Möglichkeit besteht, dass er auf Menschen trifft, und ihm beibringen, dass er nicht überall dabei sein muss und die Nummer 1 sein muss. Auch für die Leinenführigkeit ist es wichtig, dass ein Hund nicht sofort jedem Impuls nachgibt, sondern gelernt hat, sich zu beherrschen.