Hi, ich hab auch lange gebarft, ich melde mich auch mal zu Wort. Ich schreib mal, was mir so einfällt, okay?
Ich finde, allein aus Büchern kann man barfen nicht lernen, genauso wie du Kindererziehung nicht aus Büchern lernen kannst. Es kommt immer auf das Individuum an und es braucht auch ein Stück weit ein Gefühl dafür, wie es dem Hund geht und was ihm gut tut. Dazu muss man seine Hund gut beobachten, das Fell, die Zähne, den Kot, wie oft der Hund uriniert, welche Farbe.
Ich persönlich würde mir von einem TA eine Futterberechnung machen lassen. Dann bist du auf der sicheren Seite und der Hund hat alles, was er braucht. Kostet natürlich etwas, und man muss dort immer mal vorstellig werden, vielleicht auch mal Blut nehmen, um zu sehen, ob die Werte wirklich passen. Aber damit fährst du sicherer und kannst dich an die Barfsache herantasten.
Was ich noch wichtig finde: hochwertige, kaltgepresste pflanzliche Öle wie Hanföl, Leinöl, Rapsöl, etwas Kokos. Gemahlene Eierschalen sollen mehr verschiedene Mineralien enthalten als Algenkalk allein.
KH können auch in Form von gekochten Kartoffeln, Süßkartoffeln, Pastinaken gefüttert werden. Ich selber steh total auf Hirse- und Buchweizenflocken, aber unsere TÄ hat mir von Buchweizen für den Hund abgeraten. Da ist irgendwas drin, was ein Hund schlecht verstoffwechseln kann.
Gewolfte, portionierte Barf- Päckchen müssen entweder schnell im Wasserbad aufgetaut werden oder gänzlich geöffnet im Kühlschrank. Stichwort Botulismus.
Barf- Päckchen mit Gemüse drin, also Fertigbarf ist mir oft schnell sauer geworden und war also verkeimt. Meine Hunde haben auf Dauer Barf leider nicht gut vertragen, deshalb habe ich irgendwann angefangen, in Absprache mit der TÄ zu kochen. Also Gemüse und Fleisch in einem Topf als Eintopf und immer mal variiert.
80% Fleisch finde ich persönlich zu hoch, die TÄ hatte mir mit dem Rechner von Futtermedicus ca. ein gutes 1/3 Fleisch ausgerechnet, ein knappes 1/3 Kohlenhydrate in Form von Süßkartoffeln und Pastinaken und 1/3 sonstiges Gemüse und Äpfel. Leider haben besonders meine Leohündin absolut keine Getreidesorten vertragen sowie keine Kartoffeln oder Möhren. Ansonsten füttere ich dem Kleinen auch sehr gern gekochtes Quinoa, Reis oder Hirse zu seinem Gemüseeintopf. Haferflocken als Schleim eingekocht natürlich auch, ist gut bei Bauchweh. Zu viel Protein schädigt auf Dauer die Nieren, zuviel Innereien können die Leber belasten.
Mit Schlund oder Kehlkopf muss man vorsichtig sein wegen Resten von Schilddrüsengewebe, das kann die Werte des Hundes zum Nachteil verändern. Ich habe gerne ganze Hühnerhälse bzw. Putenhälse ab und an gefüttert, da ist das Thema soweit ich weiß nicht gegeben. Es gibt auch viel Knorpeliges, was man geben kann, wenn die Zähne noch nicht soweit sind. Jeden Tag gab es keine Knochen, nur 2x pro Woche (Inzwischen ist nur noch der Kleine da, und der hat fast keine Zähne mehr, deshalb gar keine mehr).
Gelatine habe ich noch gefüttert als ich meine Leohündin als Welpe gebarft habe, und natürlich eine Vitaminmischung wegen der Spurenelemente, ach so, und immer mal wieder Probiotika. Wir hatten immer wieder mal mit Giardien zu tun, deshalb war mir das wichtig. Kräuter sind wichtig, aber wie mit allem muss man sich langsam rantasten, immer nur eine Sorte einführen, gucken, wie der Hund es verträgt. Kommt es zu Unverträglichkeiten oder Durchfall, weiss man dann sonst nicht, was es war.
Ich würde dir wirklich ans Herz legen, dir einen Plan ausrechnen zu lassen und den dann regelmäßig zu aktualisieren und anzupassen. Entweder du lässt dir jemand wirklich Guten empfehlen, oder du gehst zu einem TA, der sich mit Futterberatung auskennt. Mangelernährung oder ein zu viel vom Falschen kann sich sonst wirklich massiv auf die Gesundheit deines Hundes auswirken.
Und, versuche nicht allzu dogmatisch zu sein. Es gibt Hunde, die vertragen rohes Fleisch oder Knochen nicht. Punkt. Andere mögen Dose lieber.
Überlege dir auch einen Plan B, wenn du in Urlaub fahren möchtest. Man kann nicht einfach Trockenfutter füttern, wenn der Hund es nicht gewöhnt ist. Deshalb solltest du dir überlegen, den Hund mit der Alternative für Frischbarf vertraut zu machen, um noch zu Hause zu sehen, ob er es verträgt. Also zb Dose oder Trockenbarf.
Mehr fällt mir jetzt nicht ein. Barfen ist schon eine Wissenschaft für sich, und ohne TÄ Begleitung würde ich mich da nicht dran wagen
Dafür hängt mir zuviel davon ab. Auch nach Jahren noch.
