Er ist sehr jagdlich motiviert
Jerry ist nämlich nicht besonders lernwillig. Er stellt sich manchmal recht doof an, auch bei Kommandos.
Ich habe über diese beiden Äußerungen nachgedacht. Schon vom Bild her springt mich bei Jerry irgendwas Bluthund-Mix-artiges (?) direkt an.
Dann hab ich mir die Rassehundebeschreibung gegoogelt. Dort heißt es:
Da sie zum selbständigen Arbeiten gezüchtet wurden, ist damit zu rechnen, dass sie, sobald sie irgend etwas wittern, was für sie von Interesse sein könnte, sich voller Elan auf diese Fährte stürzen und trotz heftiger Ermahnung seitens seines Besitzers die Nase nicht mehr vom Boden erheben, bis sie die vermeintliche Beute aufgestöbert haben.
Aufgrund ihres angeborenen Instinkts, Fährten zu verfolgen, ist ihr Sinn für Gehorsam nicht sonderlich stark ausgeprägt.
Eine intensive und geduldige Erziehung, nach Möglichkeit auf einem abgegrenzten Gelände, ist deshalb unabdingbar.
Dabei sollte man ihn zu seiner eigenen Sicherheit nach Möglichkeit auch niemals ableinen, seine eigenwillige und manchmal ein wenig sture Art könnten sonst für die eine oder andere unangenehme Überraschung sorgen.
Les dir in Ruhe nochmal diese Zeilen durch. Erkennst du deinen Hund wieder?
Hunde wurden teilweise über viele Jahrhunderte selektiert auf bestimmte rassetypische Verhaltensweisen, zb auf Selbstständigkeit in der Jagd.
Diese Hunde entscheiden also teilweise ohne Besitzer, sie himmeln ihren Halter nicht immer an wie es ein Schäferhund oder ein Retriever tun würde, und man muss so eine Art Hund händeln können, damit niemand gefährdet wird und der Hund problemlos durch seinen Alltag geführt werden kann.
Das, was du dir vorstellst, wird dein Hund vielleicht nie leisten können. Das Zusammenleben mit uns Menschen kann für einen schlecht vorbereiteten Hund extrem anstrengend sein, viele Reize, neue Regeln, und für einen Hund mit extrem feiner Nase und starkem Jagdtrieb wie zb einem Bluthundmix ist jeder Spaziergang anstrengend und extrem stimulierend.
Manches kann man vermeiden (Besuch), anderes muss man managen (Katzensichtungen), anderes muss man trainieren (Leinenführigkeit und die Orientierung zum Halter).
Ihr habt wirklich viele Baustellen am Hund und noch nicht das Wissen, das notwendig wäre, um einen solchen Hund zu führen und zu trainieren. Deshalb nochmal der dringende Appell, euch einen Trainer zu suchen (Etwas nicht zu wissen ist keine Schande, aber nichts zu tun, um dem Nichtwissen abzuhelfen und dadurch andere zu gefährden, das ist schlimm).
Und noch kurz zu der Äußerung der Tierschutz- Organisation, dass das mit dem Beißen ja mal vorkommen könnte: das ist schon ein krasses Stück. Ein Hund kann auf viele andere Arten auf unerwünschtes Anfassen reagieren, niemand zwingt ihn zum Beißen. Tut er das, war die Situation für ihn so ausweglos, dass er sich zu diesem letzten Schritt genötigt gesehen hat. Entweder weil er tatsächlich so sehr bedrängt wurde, oder weil er sich zumindest so massiv bedrängt gefühlt hat.
Und hat er diesen Weg schon 4 Mal mit entsprechendem Erfolg gewählt (danach wurde er ja wahrscheinlich in Ruhe gelassen, also Ziel erreicht), ist es sehr wahrscheinlich, dass er diesen Weg wieder einschlagen wird.
Und damit habt ihr ein Problem!, wodurch wir wieder beim strikten Trennen vom Besuch sind und dem unverzichtbaren Maulkorb.