Beiträge von DerFrechdax

    So, jetzt komme ich dazu, dir was zu schreiben.

    Ich lasse die Gedanken einfach mal laufen, ja?

    Erstmal muss ich dir sagen, was für eine tolle Rasse du dir da ausgesucht hast. Leonberger sind so tolle Hunde, und zumindest unsere Hündin, die leider viel zu früh gehen musste (Knochenkrebs), war ein absolutes Goldstück. Sie war extrem menschenbezogen, sehr sensibel, hatte manchmal eine etwas lange Leitung, aber für ihre Menschen tun Leos alles.

    So, und da komme ich zu dem ersten Punkt. Weil es so extrem loyale Hunde sind und so sensibel, würden sie für ihre Leute durchs Feuer gehen. Die würden alles tun. Aber enttäuscht sie ihr Mensch, geht das bei ihnen genauso tief. Einen Leo darf man nie hart anpacken, auch wenn er so groß ist. Das merken sie sich und man zerstört sich damit die ganze enge Beziehung und die Bindung, die sie anbieten. Also bitte kein Unterwerfen oder irgendwelche Dominanzmachtspiele mit dem Hund ausprobieren.

    Das heißt nicht, dass man nicht konsequent sein soll, natürlich muss man konsequent sein. Natürlich braucht so ein großer Hund klare Regeln und auch deutliche Führung, gerade weil zumindest mein Leomädchen manchmal auch mal die Ohren auf Durchzug gestellt hat. Man kann von einem Leo durch Angebote zur Zusammenarbeit alles bekommen, wenn man in der Junghundezeit die richtigen Grundlagen legt. Einen loyalen Hund, der gern mit seinem Menschen zusammenarbeitet und immer für alles zu haben ist und sich immer auf seinen Menschen verlässt.

    Und da kommt wieder das Timing ins Spiel. Wann greife ich ein? Wenn der Hund schon am durchstarten ist? Nein! Meine Hündin war in ihrer Junghundezeit eine ziemlich Nervensäge. Sie war für das, was man den großen Rassen nachsagt, ziemlich aus der Art geschlagen, fand ich :lol: Alles, was sie gesehen hat, war supertoll. Kinder- yayyy, supertoll, da rennen wir doch gleich mal hin :hundeleine04: .... Andere Hunde- juhuuuuu..... *Staubwolke*

    Leider mochten weder die Mütter der Kinder, dass mein Kalb ihrem Kind Gesellschaft leistete, noch mochten die Hunde meinen distanzlosen Leo auf sich zuwalzen sehen. Die einen Hunde rannten weg, die anderen duckten sich, die nächsten zeigten ihr gleich, wo der Frosch die Locken hat.

    Das war dann der Zeitpunkt, wo ich das Gefühl hatte, da läuft was verkehrt, und angefangen habe, daran zu arbeiten.

    Zuerst mal habe ich statt der Schleppleine eine große Flexileine gekauft. Einen Leo, der mit 8 Monaten schon nah am Endgewicht rangiert, hältst du nicht mit einer Schleppleine. Also hab ich die Flexi verwendet, wenn wir auf dem Feld waren, und an der Straße die kurze Leine.

    Dann haben wir mit der Hundeschule viele social walks mitgemacht. Dort lernte sie, dass Hundeanwesenheit nicht automatisch bedeutet, dass sie mit jedem Hund interagiert und sie sich zurückhalten muss. Boah, war das anstrengend. Aber irgendwann fiel der Groschen, und nach mehreren Monaten (!) konnte sie mitlaufen, ohne direkt ausflippend vor Begeisterung in der Leine zu hängen.

    Dann der Rückruf. Das haben wir wirklich immer und immer geübt und auch extrem hochwertig belohnt, zb mit Wienerle oder getrockneter Lunge etc. Erst an der Leine, dann frei, immer wieder mal abgerufen, gelobt, Kommando aufgelöst mit Freigabe ("Okay" ist das Wort dazu bei uns). Irgendwann dann im Social Walk den Hund rausgerufen, gelobt, und als das ging, dann im Freilauf wenn sie mit einem anderen Hund interagiert hat und zb gerade zu mir her geschaut hat, dann gerufen und Party gefeiert, wenn sie herkam, um sie dann direkt wieder zum Hund hinzulassen als Belohnung.

    Wichtig ist auch, alles an Ablenkung vor dem Hund zu sehen. Dem Hund immer einen Schritt voraus sein. Also Kinder: du siehst sie, rufst sie heran, feierst Party, gibst hochwertigste Leckerli, lobst, Hund freut sich, du leinst an, Hund geht mit dir entspannt dort vorbei und wird wieder nach einer Weile ganz nebenbei abgeleint. Über die Zeit wird dein Hund von selbst zu dir kommen, weil er weiß: Kinder-> Leine-> Leckerli und Lob, Party.

    Ist doch viel besser als Kinder-> rennt hin, Unterwerfung und Strafe. Oder?

    Dazu musst du immer fit sein, immer alles im Blick haben und dem Hund beigebracht haben, dass es sich lohnt, bei dir zu bleiben. Schafft ein Junghund es nicht, seine Aufmerksamkeit wirklich bei dir zu haben, wenn Leute etc. da sind, gibt es eben eine Zeit lang keinen Freilauf. Punkt.

    Oder du musst mehr Abstand reinbringen, wenn rennende Kinder sie zb triggern. Dann als Gehorsamsübung den Hund neben sich abzulegen, während der Hund innerlich bebt, wie du es oben im Zitat beschreibst, kann man zwar machen aber ich würde eher mehr Distanz zum Auslöser reinbringen und den Hund dort zb absitzen lassen, wo er noch neutral und ruhig auf die Szenerie schauen kann. Dann habe ich auch wieder was, was ich loben kann.

    Grundsätzlich versuche ich, immer viele Erfolgserlebnisse mit meinem Hund zu generieren. Das stärkt die Bindung und der Hund freut sich, dass er mir was recht machen konnte. Merke ich, dass heute kein guter Tag ist, verlange ich lieber nichts, was ich nicht durchsetzen kann. Wenn ich weiß, gerade im Moment durch Pubertät und Hormone kann der Hund nicht so gut auf mich achten, dann muss er halt eine Weile an der Leine bleiben und darf eben keinen Kontakt zu anderen Hunden aufnehmen. Das ist ja dann nicht für immer.

    Um das Hinrennen und Umbomben anderer Hunde zu vermeiden, habe ich es immer so gemacht, dass ich mich mit den Besitzern abgesprochen habe, während meine Leohündin noch an der Leine war. Beide Hunde waren dann erstmal an der Leine und wir sind erstmal nur nebeneinander her gelaufen mit angeleinten Hunden. Dann leinen wir nach und nach ab, und solange die Hunde ruhig bleiben, es also keine wilden Rennspiele gibt, bleibt das so. Weil meine Hündin gerne gemobbt hat und den anderen Hund gejagt hat, hab ich Rennen abgebrochen und dann halt lieber angeleint.

    Stehenbleiben und mit den anderen HH quatschen, während die Hunde sich miteinander beschäftigt haben, war bei uns eher nichts. Es lief wesentlich besser, wenn wir in Bewegung geblieben sind und vor uns hingelaufen sind.

    An Kinder würde ich einen so großen Hund nicht ungefragt hinlassen, wenn jemand streicheln wollte, habe ich immer angeleint und dann durften die Kinder mal anfassen. Ein Leo kann einem Kind für sein ganzes Leben ein Trauma verpassen wenn er es umwirft oder durchs Gesicht schleckt. Deshalb habe ich sie von Kinderbesuch bei uns daheim immer weggeschickt und nur kontrolliert streicheln lassen. Kinder waren für sie tabu, die durften nicht bedrängt oder beschnüffelt und schon gar nicht "Küsschen gegeben" bzw. mit der Nase angerüffelt werden.


    So, ist was lang geworden.... Ich hoffe, ich habe nichts vergessen... mir liegt diese Rasse so sehr am Herzen, das merkt man ein bißchen, gell? Tut mir leid, dass du dich jetzt durch so viel durchwursteln musst. Vielleicht ist was dabei, was dir weiterhilft. Viele Grüße :winken:

    Hey, ich hatte bis vor kurzem auch eine Leohündin und freue mich immer, wenn ich jemanden kennenlerne, der auch diese tolle Rasse hält :herzen1: ?

    Ich bin für heute schon durch, kann dir aber sagen, dass wir mit unserer Großen das gleiche Problem hatten, als sie jung war. Wenn das okay ist für dich, schreibe ich dir morgen mehr dazu, wie wir das "abgestellt" ;) haben.

    Guts Nächtle :winken:

    Erstmal ein frohes Neues :)

    Ich wollte einmal kurz berichten, weil gestern etwas richtig, richtig blödes passiert ist.

    Die Woche verlief gut, wir hatten keinen einzigen Besuch, die Box wird gut angenommen und auch an den Maulkorb hat er sich schnell gewöhnt.

    Leider haben wir die Silvester Böller (die ja angeblich verboten waren) unterschätzt. Hund lag in seiner Box als ein besonders lautes Exemplar losging. Er hat sich so sehr erschreckt, dass er zu zittern, hecheln und speicheln begann. Wir wollten ihn beruhigen, ich habe mich zu ihm auf den Boden gesetzt und ihn umarmt, als der nächste Böller losging. Er hat mir dann in die Hüfte gebissen :( Es war nicht extrem fest, tat aber trotzdem ordentlich weh und hat leicht geblutet und außerdem habe ich einen riesigen blauen Fleck.

    Ich wollte deshalb kein neues Thema erstellen, weil es ja irgendwie zur Thematik hier passt. Ich frage mich nur wieso? Ich wollte ihm helfen, ihn beruhigen und trösten. Er hat noch nie Anstalten gemacht einen von uns zu beißen. Ich bin immer noch tief schockiert und auch etwas verängstigt :(

    Hey, das tut mir leid, dass du so etwas erleben musstest. Und ich bin ehrlich froh, dass nicht mehr passiert ist. Wie schon jemand anderes anmerkte, hätte dich Jerry auch ins Gesicht beißen können und dich so viel schwerer verletzen können. Ich bin sehr froh, dass es nur ein blauer Fleck an der Hüfte war.

    Das ist es, was ich gemeint habe, als ich geschrieben habe:

    Der Hund selbst möchte bestimmen, wie oder ob er überhaupt angefasst wird oder wollte zumindest von Fremden auf die Art nicht berührt werden, wie er es wurde, als er dann zugepackt hat. Denn er hat den betreffenden Menschen ziemlich eindrücklich gemaßregelt und zurechtgewiesen. Er hat recht unschön gezeigt, dass er Abstand braucht.

    Aber der Hund ist noch nicht lang dort und hat eine Vorgeschichte. Und er hat mehrfach zugebissen. Da kann noch nicht wirklich viel inniges Vertrauen gewachsen sein, aufgrund dessen man dann in Eintracht kontaktkuschelt. Auch mit dem Hintergrund, dass der Hund alles zerlegt bei geschlossener Tür und beim Gassi überhaupt nicht auf seine Besitzer achtet.

    Ich gebe zu, ich bin gerade ein bißchen frustriert. Vielleicht schreibe ich und andere auch so unverständlich oder keine Ahnung, irgendwie kommt die Message nicht an. Dein Hund braucht Abstand, er hat eine unklare Vorgeschichte und ist vermutlich traumatisiert. Er hat schon mehrfach "Erfolge" durch Beißen erreicht, was dieses Verhalten festigt und wahrscheinlicher werden lässt, dass er es wieder tut.

    Danke für eure Erklärungen. Ich hätte niemals gedacht, dass eine Umarmung als bedrängen vom Hund gesehen werden könnte. Ich wollte ihm nur Nähe geben und ihm zeigen, das alles in Ordnung ist.

    Tatsächlich hätte ich meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass er niemals meinen Freund oder mich beißen würde. Ich bin einfach super enttäuscht von Jerry.

    Aber das heißt nicht, dass wir unfähig sind einen Hund zu halten. Wir werden den Trainerbesuch auf jeden Fall abwarten und hoffen, dass der Biss gegen mich eine einmalige Sache war. Und ich werde ihn definitiv nicht mehr umarmen!

    Der Biß wird sicher keine einmalige Sache sein. Ein Hund der mehrfach schon Konflikte so gelöst hat und danach seine Ruhe hatte, wird sehr wahrscheinlich genau das wieder tun, wenn es ihm geboten erscheint.

    Ihr habt Jerry nichts entgegenzusetzen, weil einfach zu wenig Wissen und zu wenig Einsicht da ist, um das Ruder herumzureißen.

    Die Hand ins Feuer legen bei einem Hund, den man kaum kennt, ist so eine Sache. Zumal Jerry in Panik war (bitte, wenn ihr ihn behaltet, informiert euch über angstlösende Medikamente beim Tierarzt, zB Sileo) und Angst hatte und von dir keinerlei Unterstützung, sondern im Gegenteil Bedrängen und Kontrolle erlebt hat durch das Umarmen. Ich persönlich lege bei keinem Hund die Hand ins Feuer. Bei keinem. Es sind immer noch Tiere und ich kann als Mensch der ich bin, immer Situationen falsch einschätzen.

    Wie soll ich jetzt wieder uneingeschränkt vertrauen?

    Gar nicht! Jerry muss gesichert werden mit einem Maulkorb, und seine Box muss als Rückzugsort für euch Menschen erstmal tabu sein. Kein Hineinlangen, kein davor hinsetzen. Das Problem ist, Jerry vertraut dir nicht, also kannst du Jerry nicht vertrauen. Jerry hat euch ein ums andere Mal als nicht in der Lage erlebt, für ihn da zu sein, so dass er die Dinge selbst mit den Zähnen lösen musste. Er ist nur ein Hund, der nach seinem Instinkt handelt. Du bist der Mensch, der sich informieren kann, Bücher lesen, Videos schauen.


    Ach Mensch. Gäbe es hier nur mich allein, würde ich euch Jerry abnehmen. Ich musste meine Große, den Leonberger links im Avatar, vor 2 Wochen ganz überraschend gehen lassen. Ich liebe große Hunde und hätte so gern wieder einen in meinem Leben. Aber mit der Beißthematik und mit zwei halbwüchsigen Kindern und entsprechend nach Corona wieder mehr Kinderbesuch... ist mir das leider auch zu unsicher. Ich hoffe, ihr könnt mit dem Trainer echt was verändern. Sonst sehe ich sehr schwarz für Jerry, und das bricht mir das Herz. Das hat er nicht verdient.

    Hier war erst Totenstille, innerlich habe ich mich schon gefreut... pünktlich um 0 Uhr ging dann das Geböller los, und um 0.10 hat es draußen ein paarmal hintereinander so laut geknallt, dass unsere Scheiben trotz Rollos geklirrt haben, das war, wie ich mir Bombeneinschläge vorstelle :muede:

    Der Kleine hat dann kurz den Kopf gehoben, während Mann schnell raus ist, gucken, ob unsere Autos noch stehen oder der Feuerschein aus unserem Garten kommt =)

    Ich bin froh, dass der Kleine auch allein jetzt so gechillt ist, der hat sich dann einfach wieder an mich gekuschelt und hat weitergeschlafen. Die Angsthundine ist ja leider nicht mehr bei uns :tropf:

    Allen Angsthunden und ihren Menschen wünsche ich gute Erholung von der unruhigen Nacht :winken:

    Ich denke, die Kunst ist wie mit allem das Timing. Ich muss im richtigen Moment korrigieren, wenn der Hund zu weit hinten oder vorne läuft, und ich muss sofort im richtigen Augenblick bestätigen, wenn er das tut, was er soll. Das erfordert nicht nur vom Hund Konzentration, sondern auch vom Hundeführer :smile:

    Nach und nach kann ich Kommandos einführen. Also, ich persönlich fange zb nicht mit "Fuß" an, sondern der Hund lernt erstmal, durch Korrektur und Bestätigung, dass er um mich herum an der durchhängenden kurzen Leine zu laufen hat, ohne mir vor die Füße zu laufen oder zu kreuzen. Dafür brauche ich eher erstmal keine Leckerlis. Wenn das sitzt, kann ich mit dem "Fuß" (ist bei mir links) und dem "rechts" (ist bei mir "Bei Fuß", nur rechts neben mir) anfangen. Dafür nehme ich dann anfangs gerne ein Leckerli und übe immer nur ganz kurz, weil das echt anstrengend ist für den Hund.

    Da ich keinen Hundesport mache, muss mein Hund nicht die ganze Zeit mit Blick zu mir an meiner Seite klebend neben mir laufen, sondern mir reicht es, wenn er sauber im Gleichschritt auf der angegebenen Seite mit mir mitläuft und seine Schulter/Hals (je nach Größe) sich neben mir befindet. Er darf dabei neutral nach vorne schauen, es wird aber nicht geschnüffelt und nicht markiert.

    Irgendwann braucht man vielleicht keine Leckerli mehr oder nur noch ab und an. Aber ganz ohne dem Hund einen ansprechenden "Lohn" für seine Zusammenarbeit mit mir zukommen zu lassen, macht es mir schwerer als es eigentlich ist.


    Es kommt natürlich auch auf die Bindung an. Es gibt Hunde, die sind begeistert, wenn ihre auserkorene Bezugsperson ihnen ein Kommando nennt, das sie ausführen dürfen, um dann Bestätigung und Lob von ihrem angehimmelten Menschen zu erhalten. Der gleiche Hund ist bei einer Person, die auf seiner Beliebtheitsskala weiter unten steht, vielleicht schwer zu etwas zu bewegen oder streikt gleich ganz :D

    Da muss man als "Nummer 2" bei manchen Hunden auch seine Grenzen erkennen, denn ein Ein- Personen- Hund wird nie so wie bei seiner Bezusgsperson auf andere hören und man sollte es auch als Nummer 2 nicht versuchen zu erzwingen. Es gibt durchaus Hunde, die dann garstig werden können, wenn dann mit Härte oder Korrektur (um nicht zu sagen Strafe) versucht wird, den gleichen Gehorsam zu erzwingen, wie er bei der ersten Bezugsperson ganz selbstverständlich vom Hund abgeliefert wird.

    mMn verzichtet man ohne Not auf ein wirksames Instrument im Werkzeugkasten, wenn man von vornherein Leckerlis ausschließt.

    Besonders am Anfang sind wenigstens random verteilte Leckerli ein großer Motivator.

    Stimmliches Lob bzw. ein Wort zur Bestätigung sage ich anfangs zusammen mit dem Leckerli, später langt dann das Lob- Wort. Wie man es halt so macht, um ein Kommando aufzubauen :smile:

    Ich kenne es auch noch, den Hund nach Abschluß einer Trainingseinheit mit zb einem kurzen Rennspiel zu belohnen oder einen Zergel ein paar Meter tragen zu lassen oder einen Ball einmal zu werfen.

    Das pusht den Hund aber und ist keine Bestätigung zwischendurch, sondern löst natürlich alle Kommandos auf, also eher nichts, um ein "Fuß"- Kommando zu bestätigen. Und, nicht jeder Hund sieht es als Bestätigung, einem Ball nachlaufen zu müssen. Ich muss mir was suchen, das der Hund als was Positives ansieht, nicht ich.

    Grundsätzlich habe ich in Laufe meines HH- Daseins gelernt, dass eine dogmatische Herangehensweise nicht zielführend ist. Klar hat man einen Rahmen und eine Vorstellung, wie man an das Thema Hund und Training herangehen will, aber manchmal muss man auch von fixen Vorstellungen abrücken, wenn man so wie bisher nicht weiterkommt beim Individuum Hund.

    Hunde haben es auch recht schnell raus, was sie bei wem machen können- insofern kannst dich dann irgendwann beim Gassi vielleicht beruhigt zurücklehnen, während andere gewisse Personen... :hundeleine04:

    :lol:

    Er stand 2 Monate in Beritt. Wir haben schon überlegt ob wir fragen ob wir da mal nachfragen dürfen wie er da so war, ob das Bein Probleme unter größerer und regelmäßiger Belastung usw.

    Das würde ich unbedingt tun. Weil ich mich das da auch gefragt habe:

    Nach zwei Monaten professionellem Beritt hat der Probleme in Trab und Galopp am Zirkel? :denker:

    Ich könnte mir vorstellen, dass da noch andere körperliche Probleme "schlummern", die sich äußern in Verspannungen oder Steifheit. Wenn ihr den TA vor dem Kauf drauf schauen lasst, würde ich besonders den Bewegungsapparat und die Füße anschauen lassen. Die Verknöcherung muss ja auch irgendwoher kommen, vielleicht von einer Fehlbelastung durch Fehlstellung oder so. Vielleicht hat er auch Blockaden im Hals oder Becken und kann sich deshalb nicht biegen. Kann alles mögliche sein, leider, und wurde vielleicht nie wirklich abgeklärt.

    Er wurde bis zur jetztigen Besitzerin nur gefahren. Ihr reichte es im Schritt/Trab/Galopp geradeaus zu reiten weil sie nur ins Gelände wollte.

    Der Lewitzermix auch, der wurde nur gefahren, weil er unterm Sattel immer durchgestartet ist, wenn ihm was nicht gepasst hat.

    Wenn man sich der Arbeit bewusst ist und sich das zutraut, warum nicht. Geldmäßig wegen Preis würde ich halt mit einrechnen, dass da noch viel in die Korrektur/Beritt/weitere Ausbildung gesteckt werden muss. Die Chemie muss passen und ein gewisser Wille vom Pferd, mit dem Menschen zusammen zu arbeiten wäre auch schön =) Finde ich.

    Wir haben so ein ähnliches Pferd im Stall hier stehen, eine Art überdimensionaler Lewitzermix, der mit 15 Jahren noch nicht gelernt hat, wenigstens ein bißchen vorwärts abwärts zu gehen und auf dem Zirkel ordentlich zu laufen :rollsmile:

    Kopfscheu, unerzogen, dickköpfig, steht in Badewannenhaltung da, hat vorne einen Spezialbeschlag gebraucht und mehrfach die Physio.

    Wahnsinn, was die Besitzerinnen, er hat 2, an Geld und Zeit reinstecken, vor dem Lockdown kam 3x pro Woche die Reitlehrerin, und er schafft keine Biegung unterm Reiter, ohne wegrennen zu wollen.

    Ich würde das Pferd nicht geschenkt haben wollen... und würde mir das von dir oben beschriebene Pferd auch nicht antun wollen.

    Charakterstark = eigensinnig?, unerzogen, kopfscheu, kennt seine Kraft (= setzt sie auch ein?) und nicht ausgebildet, noch nicht mal vom Boden aus... nee, das wäre nix für meiner Mutter ihre Tochter... =)

    Gestern waren es zwei Wochen, die du weg bist... zwei Wochen ohne dein weiches Fell zu berühren... ohne dass du deinen Kopf in meinen Schoß gelegt hast, weil du deine Ohren akut gekrault gebraucht hast ... zwei Wochen ohne dass du mich nachdrücklich von der Couch hochgestarrt hast, weil du zur Terrassentür raus wolltest... zwei Wochen ohne deine Begrüßung, wenn ich zur Tür hereinkomme.

    Zwei Wochen Gassigänge ohne dich.... sie erscheinen mir so sinnlos ohne dich an meiner Seite, wie wir die Wege ablaufen, auf denen ich so viele schöne Momente mit dir und dem Kleinen verbracht habe. Ich vermisse deine Präsenz neben mir, deine beruhigende Anwesenheit.

    Jeden Tag denke ich an dich, ich träume von dir, ich höre Geräusche, die mich an dich erinnern und mir sofort einen Stich durchs Herz jagen, weil mir einfällt, dass du ja nicht mehr da bist. Ein Meer der Traurigkeit. Unendlich.

    Nie hätte ich gedacht, dass der Abschied mir so schwer fallen könnte. Es ist nicht mein erster Abschied von einem tierischen Begleiter... aber mit dir ist es einfach anders... zu plötzlich, zu früh, zu unvorbereitet, zu alles. Ich vermisse dich so, meine süße Maus. Mehr als Worte das je ausdrücken können. Das Haus ist leer und traurig ohne dich. Du fehlst mir so sehr.