Ich finde es jedes Mal ein Abenteuer und eine sehr sehr schöne Erfahrung, ein Hundebaby in den wichtigen Phasen zu Beginn seines Lebens prägen und sein weiteres Leben gestalten zu dürfen.
Und jeder Welpe ist anders, so wie ich auch selbst jedes Mal in einer anderen Lebensphase war.
Meine Schäferhündin wurde anders aufgezogen als meine Leohündin, und der Welpi jetzt wird auch wieder ein bißchen anders gezogen... Ich bin älter, souveräner, ruhiger, entspannter, kann über manches hinwegsehen, bin zu großen Teilen aus dem Dominanzthema weg, das mir früher ziemlich wichtig war.
Wie eine "Ansage" aussieht, ist aber auch Typsache, es muss halt authentisch und perfekt getimed sein und zum Hund passen. Es muss vorgewarnt werden, finde ich, erst kommt hier ein Blick, dann wird der Name des Hundes in einem bestimmten Ton ausgesprochen, dann das Abbruchkommando.
Wenn es schnell gehen muss, natürlich nur das Abbruchkommando, und sofort immer bestätigt und gelobt, schon, wenn nur der Blick abgewendet wird von dem begehrten Teil, wenn auch nur ein Schritt weg gegangen wird.
Der Neuzugang hier ist ein absolut zugewandter, freundlicher, ehrlicher und gelehriger Terrier, der aber auch ein sensibles Seelchen ist. Ein lautes Wort lässt den (momentan noch) total vom Glauben abfallen. Deshalb muss ich mich zurücknehmen, ruhig bleiben, auch, wenn er zum xten Mal meinen Hausschuh verschleppt. Muss ich den halt wegräumen
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Er hat eine super Beißhemmung, rangelt ganz sanft mit seinem Maul mit meiner Hand. Dann probiert er aus, was geht, ich sage ein quietschendes "Au" und entwinde ihm die Hand, er hört auf.
Manchmal probiert er was 2, 3 mal aus, da langt es wenn ich nach dem 2. oder 3. Mal Abbruch aufstehe und fixierend auf ihn zugehe, wenn er was in der Kur hat, was er nicht soll.
Einen 50- Kilo- Hund im Tunnel, weil den Feind fest im Blick, habe ich aber auch schon körperlich abgedrängt, um ihn händelbar zu machen und zu erzwingen, dass er mich wieder wahrnimmt. Denn besonders in der Öffentlichkeit ist es auch meine Pflicht, meinen Hund jederzeit unter Kontrolle zu haben. Der war aber erwachsen.
Bei einem Welpen steht den ganzen Tag lernen lernen lernen an, ohne dass ich zwingend immer was dazu beitragen muss. Geräusche, Regentropfen, die im Garten anders klingen als auf der Straße, Gerüche von fremden Tieren im Garten, Wind, Laub, das umherfliegt, der Tagesablauf bei mir, in den er sich hineinfügen muss... Geschirr, Leine, Impfungen, evtl. Futterumstellungen, stubenrein werden, das alles ist genug Input.
Richtig interessant wird es eigentlich erst in der Pubertät wieder, wenn tatsächlich manches nochmal neu durchgesetzt werden muss und man konsequent dranbleiben muss. Aber bei einem Welpen... da geht es doch in erster Linie um Bindung und Vertrauen aufbauen.