Beiträge von DerFrechdax

    Einmal hatte ich ihn ausversehen in der Garage eingesperrt weil ich gar nicht gemerkt hatte, dass er mir dorthin gefolgt war. Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob dieses eine typische Terriereigenschaft ist oder ob Ginger gestresst war, da er ohne seine Besitzer war. Ist es für entspannte Terrier im normalen Leben möglich weiterzuschlafen, wenn das Frauchen aufsteht oder springen eure auch immer sofort auf und kleben hinter euch?

    Der Westiemix ist so, der ist ein totaler Kontrolletti und würde, wenn es ginge, am liebsten in mich reinkrabbeln, damit er immer dabei ist, wo ich bin. Ihn habe ich auch schon mehr als einmal in meinem Abstellraum versehentlich eingesperrt, wo er im Dunkeln ohne sich bemerkbar zu machen, gewartet hat, bis ich ihn gesucht habe. Da er mir ja eigentlich wann immer es geht (Kindergitter! :D ) wie ein Schatten folgt, habe ich ihn natürlich immer schnell "vermisst" und dann geschaut, wo er das letzte Mal noch da war und so schnell wieder befreit.

    Woher diese extreme Fokussierung auf mich kommt, weiss ich nicht, er kam zu uns mit knapp 10 und hatte schon einiges hinter sich. Er neigt zu Tunnels und ist grundsätzlich eher unentspannt, besonders wenn es um für ihn wichtige Ressourcen geht.

    Der Welpi, der war von Anfang an wesentlich aufgeräumter innerlich, entspannter und ruhiger. Wo der Westiemix schon durchdreht, sitzt Jack noch und guckt sich die Situation erst noch eine Weile an. In dieser Zeit ist er noch wunderbar ansprechbar und umleitbar.

    Er folgt mir auch nicht immer, es langt ihm, wenn er weiß, wo ich ungefähr bin im Haus. Dann liegt er in einigem Abstand dösend herum und wartet, bis ich wieder in seine Nähe komme.


    Für mich liest sich alles das, was hier über Terriermenschen geschrieben worden ist, nach einem extrem angenehmen Menschenschlag :smile: Ich hoffe sehr, auch mal einer zu werden und die Gelassenheit und Kreativität eines echten Terriermenschen zu entwickeln... =)  :lol:

    „Man kann alles aussprechen. Alles. Man muss nicht, aber man kann“

    W. Rhis, Gestalttherapeut

    Hört sich banal an, ist es aber nicht wirklich. Es ging darum, dass die meisten Menschen vieles nicht aussprechen und/oder nicht nachfragen. Heisst, man nimmt was war beim Gegenüber (z.B. komischer Blick, könnte heissen, dass das Gegenüber grad genervt ist oder mich doof findet oder...) und macht es dann meistens in sich selber aus. Sprich, interpretiert und liegt oft daneben. Das ansprechen und nachfragen tut fast keiner. Ich hab erst gemerkt wie „normal“ das ist als ich damit aufgehört habe und die anderen verwirrt waren. Ich halte den Satz für einen Game Changer.

    Stimmt! Das ist mit vielen Dingen so, man muss sich selbst sozusagen die "Erlaubnis" geben, danach ist man viel freier und kann wieder agieren anstatt zu reagieren.

    Wenn man dann agiert und sozusagen "in der Flucht nach vorn" den anderen anspricht auf das, was man da ungesagt zwischen einem "schweben" spürt, kann man oft die ganze Situation zum Guten wenden. Und wenn nicht, hat man trotzdem die Erfahrung gemacht, die Kontrolle über eine vielleicht unangenehme Situation gehabt zu haben und sie gut aufgelöst zu haben. Das kann sehr ermutigend sein.

    Ich freue mich, dass du noch dabei bist :bindafür:

    Meine Sicht der Dinge (und wirklich ausschließlich meine persönliche Meinung):

    . Hund dackelt mir Zuhause hinterher. Verneinen oder einfach nur auf den Platz schicken? Wenn auf Platz schicken: Wann davon erlösen?

    Das mit dem Auf den Platz schicken ist ein zweischneidiges Schwert. Man muss echt am Ball bleiben und konsequent sein. Mir liegt das nicht, deshalb gibt es hier Hunde-/Kindergitter und einen großen Welpenauslauf, wo der heißgeliebte Donut und die offene Schlafbox stehen. Folgen ist durch die diversen Gitter limitiert, ich schicke auch mal weg, dreht Welpi arg auf und ärgert den Senior zb ohne sich abbrechen zu lassen, sitzt er auch mal kurz im Hundeauslauf, wo er sofort in einen komaartigen Schlaf verfällt.

    2. Hund frisst unterwegs Blätter, Rinde, Zweige (Naturmaterialien). Zulassen, ja oder nein?

    Klares Nein. Meine Lösung wäre, entweder schon im Ansatz zu unterbinden, dafür müsste man aber Augen wie ein Luchs haben, oder ich lasse mir alles bringen und tausche für ein Leckerli. Für einen Hund, der arbeiten will, nicht die schlechteste Strategie, aber man muss dann damit leben, dass der Hund einem halt echt jeden Kack bringt, weil er Leckerli abstauben will (Verhaltenskette).

    . Hund zieht an Leine. Zulassen oder mit Stehenbleiben/Richtungswechsel korrigieren? (Das ist für mich ein sehr ledliches Thema.. Ich weiß, dass es ein junger Hund ist, aber ich hab Angst, dass wenn ich ihm das gestatte, es eher schlimmer wird.)

    Ich mach es wie schon empfohlen- am Halsband (ich nutze eine Retrieverleine mit zweifachem Stop) kein Ziehen, am Geschirr an der Flexi auch nicht, da bin ich aber nicht so pingelig. Grundsätzlich mag ich nicht durch die Gegend gezogen werden und werd da auch sehr deutlich. Ist gerade bei uns mit Jack auch ein Thema, das ich hoffe, in der Hundeschule bald bearbeiten zu können.

    . Anderer Hund kommt uns entgegen. Hinlaufen lassen/zu mir lotsen?

    Nein, nie. Ich leine sofort an und checke erst mal ab, ob der Hund zu uns passt. Verwickle den Halter in ein kurzes Gespräch und leine dann ab, wenn mein Hund ansprechbar und auf mich fokussiert ist (Schau- Kommando- Lob und Leckerli). Ist er das nicht und am rumspacken und in die Leine springen, gebe ich ihm noch etwas Zeit zum Beruhigen, klappt das nicht, gibt es auch keinen Kontakt.

    Hund lernt- es lohnt sich, ruhig zu bleiben, sonst gibt es keinen Hundekontakt.

    5. Andere Hunde generell meiden oder Nähe suchen?

    Kommt auf die Hunde an. Ruhige, ältere Hunde, die souverän genug sind, einen Jungspund ausspacken zu lassen und nicht weiter drauf einzugehen, sind Gold wert. Alle Hunde, die auf die Rennspiele, die ja meist ein Fiddeln sind und ein Übersprung, eingehen und anfangen zu jagen/ hetzen etc., würde ich meiden.

    Eher würde ich mir Leute suchen, mit denen man sich ab und an trifft, 2- 3 gezielte Hundekontakte pro Woche mit ruhigen, gesetzten Hunden sind Gold wert und wesentlich besser für den Jungspund als Kontakte, nach denen er drei Tage braucht, bis er wieder normal ist.

    Wäre meine Strategie.

    6. Hund liest die eigenen Fellbüschel vom Teppich auf und frisst sie. Zulassen, ja, nein?

    Von meinem Gefühl her eher nein, ich hätte Angst vor gesundheitlichen Komplikationen. Mein Hundebub macht das auch, wenn ich ihn kämme und mal ne Strähne abschneiden muss. Die muss ich in Sicherheit bringen, sonst ist die im Welpenbauch.

    Da dein Hund ständig was aufliest, würde ich das konsenquent und egal was es ist, unterbinden, einfach grundsätzlich.


    7. Hund beißt sich in eigene Pfoten und rupft sich Schwanzhaare aus. Zulassen oder unterbinden?

    Unterbinden. Das ist eine stereotype Verhaltensweise, die zu einer Zwangsstörung werden kann. Stattdessen Programm runterfahren, Kong anbieten, Hund zur Ruhe bringen.

    8. Bisher kam sein TF ja immer als Belohnung mit nach draußen. Weitermachen oder sein lassen? Und im Zuge dessen: Richtiges Verhalten (an Ampel stehen bleiben, Fuß gehen, wenn es wo eng wird, Kontakt zu mir suchen, ect.) belohnen, ja oder nein? Wenn Belohnung: Futter oder nur verbal? Und wiederum: Zusätzluch zum Hauptfutter oder davon abgezogen? (Das ist eune sehr lange Nr. 8.. :P)

    Die Art der Belohnung würde ich vom Eregungspegel des Hundes abhängig machen. Ist er schon recht drüber und giert nach Bestätigung, würde ich verbal, vielleicht ein leises, tiefes "Fein" loben. Ist er noch recht ruhig und das, was er tut, wirklich außerordentlich toll, dann gern ein kleines Leckerchen, was mir zufällig aus der Hand in den Hundehals fällt.

    Je hochgepushter der Hund, umso ruhiger musst du sein. Manches, was der Hund ungefragt anbietet, wird vielleicht auch einfach mit einem Blick zur Kenntnis genommen, wenn es nicht explizit gewünscht worden ist. So bekommt der Hund schnell ein Gefühl dafür, was du willst (einen ruhigen, jedoch aufmerksamen Hund) und was nicht (einen Hund, der drüber ist und sich nicht mehr im Griff hat).

    Grundsätzlich lobe ich für ruhiges mich anschauen, neben mir laufen, befolgen leiser Kommados. Vom groben Kommando arbeite ich mich zu feinen Kommandos vor, so dass am Ende ein Fingerzeig oder ein Blick genügt, und Hund weiss, was ich jetzt will. Dann kann man auch die Leckerli eher durch ruhiges Lob ersetzen.

    Abziehen vom Futter, das würde ich ehrlich gesagt davon abhängig machen, wie hoch der Proteingehalt des Futters ist und was für Leckerlis das genau sind.

    Ich koche für meine Hunde, sie fressen viel Gemüse, so dass ich bei Leckerlis in Fleischform sehr großzügig bin und eher von der Figur abhängig mache, wieviel ich gebe.

    Trainer finde ich bei euch auch sehr wichtig... es ist keine Schande, sich Unterstützung und Zuspruch zu holen, wenn man einen anspruchsvollen Hund hat. Viel Glück!

    Phonhaus  @Hostage

    Terriermensch

    Aus Interesse: wie ist „der Terrriermensch“ denn so in euren Augen?

    Ich ahne irgendwie mittlerweile, dass ich es vielleicht doch ein bisschen bin. :lol: Hab aber zu wenig Erfahrung.

    Phonhaus  @Hostage

    Terriermensch

    Aus Interesse: wie ist „der Terrriermensch“ denn so in euren Augen?

    Ich ahne irgendwie mittlerweile, dass ich es vielleicht doch ein bisschen bin. :lol: Hab aber zu wenig Erfahrung.

    Natürlich die mit Abstand sympathischsten Hundehalter überhaupt (und gelegentlich ähnlich größenwahnsinnig wie ihre Hunde). =) :D

    Hallo miteinander,

    Weil das Thema aufkam und ich es selbst auch sehr interessant und spannend finde, mache ich mal einen eigenen Faden auf und hoffe auf eure rege Beteiligung =)

    Die Frage war, was macht einen Terriermenschen aus. Fühlt euch frei, eure Sichtweisen hier zu äußern- ich bin sehr gespannt, was zusammenkommt :applaus:

    Mit eurem Einverständnis zitiere ich die bisher geäußerten Antworten hier eben nochmal geschwind.

    Viele Grüße vom Frechdax :winken: