wer sich hochspulen will, wird runtergefahren
Auch da kommt es mMn auf den Hund an...
Mein Ansatz ist immer erstmal, dem Hund die Chance zu geben, sich selbst zu regulieren. Also, etwas ist aufregend, ich selbst bleibe ganz ruhig, setze mich zb wo hin, Hund merkt, es passiert ja gar nix, entspannt, ich geh weiter mit ihm.
Reguliert er sich nicht, muss ich das natürlich abbrechen, aber ich würde mir wünschen dass er erstmal aus sich selbst heraus mit der Situation zurecht kommt, einfach, indem er wahrnimmt, wie ich selbst damit umgehe.
Manche Hunde überfordert das vielleicht, die brauchen dann engere Kontrolle/Orientierung und Führung von mir.
Es gibt aber auch Hunde, die verunsichert mein Abbruch zusätzlich. Also Hund ist aufgeregt, wird von mir zurechtgewiesen, wird noch aufgeregter, weil er ja offensichtlich gerade was falsch macht. Wie weit will ich dann gehen bei einem aufgeregten Hund, um ihn runterzufahren?
Beispiel von gestern Abend, ich war mit einer Freundin essen, am Nachbartisch ein junger Australian Cattledog. Lag auf seiner Decke und mampfte erst eine Kaustange, ignorierte sogar den kläffenden Havaneser am Nebentisch, war wirklich super brav.
Irgendwann hatte der Hund keine Lust mehr, Kaustange war gegessen, Hund fing an zu fiepen, wurde angestupst. Fing lauter an zu fiepen, winselte, wurde auf den Boden gedrückt, dort etwas gekrault. Fing an in hohem Ton zu bellen, wurde ihm das Maul zugehalten und er auf den Rücken gedreht.
Das einzig Richtige wäre gewesen, aus der Situation zu gehen, denn egal, was die Besitzerin gemacht hat, es ist immer weiter eskaliert. Sie sind dann zum Glück auch schnell gegangen, denn es war echt sehr störend. Der Geduldsfaden des jungen Hundes war offensichtlich erschöpft.
Deshalb übe ich auch stehen und warten oder sitzen, gucken und warten, oder den Calm Settle von Kikopup. Hund fährt sich (im Idealfall) selbst runter, ohne dass ich was tun muss. Ich brauch bloß warten. Und das hilft mir dann im Biergarten oder beim Warten vor einem Geschäft, weil Hund kennt es schon.
Ich glaube da gibt es einfach verschiedene Strategien, die man für sich ausprobieren muss, um zu gucken, was geht bei meinem Hund und was passt nicht zu uns. Das eine ist nicht schlechter als das andere, nur unterschiedliche Herangehensweisen. Ist ja jeder Hund und jedes Hund/Haltergespann anders.