So, ich berichte hier auch mal wieder von unserer Entwicklung ![]()
Jack ist fast 10 Monate alt, und mir fällt im Alltag und beim Gassi immer wieder auf, wie viel er schon kann und wie gut er sich schon zusammennehmen kann, wenn ihn etwas aufregt (ist aber noch ausbaufähig, siehe unten).
Er hat ja vor einer Weile begonnen, fremde Menschen, bes. Männer zu meiden und - von ihnen angesprochen - auch doof zu finden. Auch Besuch macht ihm Stress und er meidet den Kontakt und geht weg. Das alles managen wir jetzt, auch mit Hilfe unserer Trainerin aus der Hundeschule, und es läuft sehr gut. Er kommt nicht in Situationen, die ihn überfordern, und so kann er inzwischen an vorbeisausenden Radfahrern oder Passanten, die uns entgegenkommen oder hinter uns laufen, gut vorbeilaufen. Haben die Leute Wanderstöcke, guckt er genauer hin, lässt sich aber gut umlenken.
Woher das genau kommt, ist uns unklar, irgendwas muss es ausgelöst haben, aber wir sind uns keiner Situation bewusst, die ihn irgendwie traumatisiert haben könnte. Er ist aber vom Typ her schon eher ängstlich und vorsichtig, und manchmal dann auch rüpelig, quasi "auf sie mit Gebrüll". Deshalb wird das alles eng von mir kontrolliert, und wir generieren viele Erfolgserlebnisse, weil er ruhig bleiben kann, wenn Besuch im Haus ist und wenn wir zb wandern und auf einer Bank sitzen, wo es etwas belebter ist. Ich belohne sowohl den Blick zu mir als auch, dass er mir einen Mann anzeigt. Kommen Menschen entgegen, muss er neben mir laufen, also zu mir kommen. Auch das belohne ich hochwertig.
Fremde Hunde sind an sich kein Problem, nur ist Jack sehr schnell sehr aufgeregt, wenn eine Hundebegegnung anstehen könnte und deshalb lasse ich es ausfallen, wenn er sich zu sehr reinsteigert. Also, wir treffen heute zb ein entspanntes Pärchen mit mittelgroßem Wuschel, ich spreche ab, ob er hinkann, in dem Moment steht Jack schon auf 2 Beinen und winselt und jault wie verrückt, weil ich nicht schnell genug die Leine locker lasse. Das lasse ich so natürlich nicht zu, deshalb muss er sich erst runterfahren, bevor er ruhig hingehen darf. Leider hat er sich immer mehr reingesteigert, geknurrt, gebellt, so dass wir es im Grunde abgebrochen haben. Da hab ich noch keine Lösung, außer, Hundebegegnungen zu vermeiden. Er dürfte ja hin, aber nicht als kleiner Verrückter, der mit den Hufen scharrt und dem fremden Hund vor Überschwang gleich ins Gesicht springt.
Je länger ich ihn aber zur Ordnung rufe, umso aufgeregter wird er. Da ist noch viel Luft nach oben trainingstechnisch für uns zwei
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Dann üben wir gerade den Notfallrückruf mit Pfeife, und zwar den doppelt abgesicherten. Also langer Ton entsprechend dem Ruf seines Namens (ich will also was von ihm), er schaut dann sofort zu mir, und dann direkt den zweifachen Rückrufton als Signal, zu mir zu kommen (ist verbal bei uns ein "da-her!"). Auch das "Touch" haben wir etabliert, das funktioniert allerdings bisher nur im Radius von ca 5 Metern, ich sage Touch, und er kommt her und stupst meine hingehaltene Hand an, was ich auch wieder hochwertig belohne.
Er läuft aktuell statt Freilauf an der 15m Schlepp, hat "Stopp" gelernt, wobei er bei Stop oft umdreht und zu mir rennen will
. Das verstärke ich dann mit einem "komm, schnell, schnell" und belohne auch da. Das ist zwar nur wischiwaschi, aber so habe ich ein weiteres Kommando, wo er auf mich fokussiert bleibt und im Zweifel einmal zu viel zu mir kommt als einmal zu wenig. Auch gucken zu mir oder auf mich warten belohne ich mit Lob und macht er zwischendurch ganz viel.
An der kurzen Leine kennt er jetzt "rechts", "bei mir" (links laufen, Schulter an meinem Bein) und "hinter". Ich nutze die Kommandos an der kurzen Leine sehr viel, weil er sonst schnell ins Ziehen kommt und mich vergisst. Ist er unter Kommando, läuft er wunderbar diszipliniert neben oder hinter mir her.
Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass statt einem Rückruf, den wir ja doppelt und dreifach geübt haben, auch ein Platz auf Distanz oder ein Sitz ihn später abhalten könnte, wohin zu laufen, wo er nicht hin soll. Das kennt er aber noch nicht.
Kommende Woche steigen wir ins "Fuß" ein in unserem Junghundekurs. Bin schon gespannt, wie es weitergeht ![]()
Für die Hundebegegnungen könnte ich ein bisschen Input von euch brauchen. Wahrscheinlich bin ich wieder mal betriebsblind, aber wie kann ich da mehr Ruhe reinbringen? Ich könnte zwar schon direkt beim Start ins Aufregen deutlich werden, möchte aber ungern massiv vorgehen, weil meine Sorge wäre, dass er das auf den anderen Hund bezieht ("immer, wenn ich eine anderen Hund sehe, krieg ich Ärger"). Ich müsste aber knallhart und deutlich werden, wenn er sich so hochzieht, sonst ist er nicht mehr erreichbar (Terrier und so
). Wie würdet ihr das lösen?
Ich hänge euch noch ein Bild von gestern an... da haben wir eine kleine Wanderung zu einer Burgruine gemacht. Der Hübsche ist so fotogen ![]()