Beiträge von DerFrechdax

    Hi, ich persönlich würde dem Hund beibringen, dass ihn das Kind nichts angeht. Wenn ein Hund dieser Größe immer wieder mein Kind begrenzen würde, um es herumlaufen, es nachts stellen würde oder anbellen, würde ich eine Zeitlang jegliche Interaktion streng beaufsichtigen und unterbinden wenn nötig.

    Wenn dein Mädchen rennt, was macht er dann? Rennt er mit? Begrenzt er sie, läuft ihr im Weg herum?

    Ich hab ein bisschen quergelesen, was so einen Bardino so ausmacht. Das ist ein Hofwächter, der als Hütehund eingesetzt wird. Da er bei euch als Familienhund mitlaufen soll sprich nicht entsprechend seiner ursprünglichen Anlagen ausgelastet wird (und ja auch erst angekommen ist bei euch), könnten sich einige Verhaltensweisen aus der genetischen Disposition erklären.

    Hier zb:

    https://www.tierhilfe-fuerteventura.de/html/der_bardino.php

    Der Bardino ist ein vorzüglicher Hütehund, ohne dem Vieh Schaden zuzufügen, und wird deshalb auf allen Inseln der Kanaren sehr geschätzt. Besonders verbreitet ist er auf Fuerteventura, wo er wohl auch seinen Ursprung hat. Ein Bardino in guter Verfassung ist ein stolzes, kraftstrotzendes und gut bemuskeltes Tier mit all den Eigenschaften eines Hundes, der den Menschen über mehrere Jahrhunderte in der Landwirtschaft geholfen hat: Bei guten Bekannten ist er freundlich und anhänglich, aber er verteidigt sich selbst, seine Familie, sein Rudel und sein Revier und ist als Hütehund Fremden gegenüber eher misstrauisch. Der Bardino ist in der Regel sehr verträglich mit Artgenossen und auch anderen Haustieren, z.B. Katzen gegenüber sehr aufgeschlossen und freundlich eingestellt (wenn die Tiere aneinander gewöhnt sind). Auch gilt der Bardino als kinderlieber Hund. Der Bardino ist anpassungsfähig, eher ruhig und ausgeglichen. Auch als Junghund ist er in der Regel kein Temperamentsbündel, das ständig beschäftigt werden will.

    [...]

    Der Bardino ist kein Hund für Hundeanfänger: Es handelt sich hier um eine uralte Rasse, die sehr stolz und willensstark ist - man könnte fast von Sturheit reden. Doch wenn man die Liebe eines Bardinos gewonnen hat, hat man einen Freund fürs Leben. Ein Bardino würde alles für seinen geliebten Menschen tun. Ein Bardino sollte - wie alle Hunde - konsequent und liebevoll ausgebildet und erzogen werden. Eine Führungsschwäche wird Ihnen ein Bardino nicht so schnell verzeihen. Trotz allem: Der Bardino ist eine der faszinierendsten Hunderassen der Kanaren. Wer einmal einen Bardino hatte, wird sich immer wieder für einen Bardino entscheiden.

    [...]

    ich schließe mich dem Schriftsteller und Historiker José de Viera y Clavijo an, der die Bardinos wohl am treffendsten beschrieb: „... abgesehen von seiner grazilen Gestalt, seiner Lebhaftigkeit, seinem Mut und seiner Schnelligkeit, besitzt er jenes feine und seltene Gefühl, das es ihm gestattet, mit dem Menschen in Beziehung zu treten. Der Bardino versteht die Würde des Menschen, kämpft für dessen Sicherheit, gehorcht und hilft ihm, verteidigt ihn und liebt ihn ... und weiß genau, wie er sich die Liebe seines Besitzers erwerben kann.“

    Hunde haben oft den besonderen Riecher, wer in sich ruhend souverän und klar agiert und wer Unsicherheit und Zaghaftigkeit ausstrahlt. Ich nehme mich da nicht aus, mein Terrierjungspund lacht mich vermutlich auch das eine oder andere Mal innerlich herzhaft aus :ugly:

    Nur wenn es um meine Kinder geht, da kenne ich nichts. Da wird weder gedroht noch der Weg versperrt oder sonstwie eingegrenzt. Da steht der Hund definitiv zurück.

    Vielleicht wäre ein Kindergitter in der Tür eine Option für euch, wenn ihr den Hund nicht direkt in der Box nachts einsperren wollt. Der Hund kann nicht raus aus dem SZ, aber euer Kind kann euch wecken, wenn es am Gitter steht und ihr holt es dort ab und holt es mit ins Bett.

    Ich persönlich würde aber gucken, dass ich den Hund nachts nicht im Schlafzimmer schlafen lasse, sondern zb im Wohnzimmer oder Hausflur und dann mit Kindergitter abgetrennt. Er soll ja nicht mich im Schlaf bewachen, sondern das Haus, wenn er schon wachen soll oder will und ich ihn lasse.

    Zwecks Rückruf hatte ich heute eine kleine "Erleuchtung" :light_bulb: :winking_face_with_tongue:

    Ich versuch es momentan immer mal wieder mit kurzen Sequenzen im Freilauf mit Jack. Das klappt zu Beginn des Gassi noch mit am besten, denn er wird im Laufe des Spaziergangs immer aufgeregter, markiert immer hektischer, so dass ich ihn dann nach einer Weile an die Schlepp oder Flexi nehme, und wenn es zu arg wird, ihn ganz kurz anleine und erstmal runterkommen lasse. Danach probieren wir es nochmal, meistens ist er dann wieder ruhiger.

    Ist Jack im Freilauf, hat er inzwischen einen ziemlich großen Radius und stoppt leider auch nicht da, wo ich es gern hätte. Also rufe ich ihn zurück, damit er nicht so weit weg läuft, wo ich nicht sehen kann, wenn wer kommt. Er kommt auch brav auf den RR, holt sich sein Leckerli ab, nur um dann exakt an den Punkt zu rennen, von dem ich ihn weggerufen habe :ugly: . Immer noch deutlich zu weit weg. Also muss ich ihn anleinen, denn auf mein Stopp hört er aktuell nicht zuverlässig, wenn er mit der Nase am Boden irgendeinem guten Geruch nachgeht.

    Die Erleuchtung bezieht sich auf das, was Jack offenkundig "gelernt" hatte durch mich, nämlich nicht in meiner Nähe zu bleiben oder auf mich zu achten, sondern zu mir zu kommen, sein Leckerli abzuholen und dann wieder wegzurennen, um da weiterzumachen, wo ich ihn kurz durch meinen RR unterbrochen hatte |) war eigentlich nicht mein Trainingsziel :pfeif: xD Aber schlau von ihm :D


    Gefreut habe ich mich heute, weil, als mein Mann und ich mit Pferd und den Hunden zusammen Gassi waren, uns auf dem Rückweg an einem Gartenzaun ein Jagdhund übel verbellt hat, mit überm Zaun hängen und so.

    Ich hatte gerade beide Hunde, mein Mann führte das Pferd, und da in der Vergangenheit eine hohe Erregungslage bei Sichtung eines Hundes bei Jack zu Übersprungshandlungen mit Zwicken oder Schnappen nach dem Senior, geführt hatte, habe ich ihn besonders eng vor mir geführt und dem Senior Leine gegeben. Ich hatte mich schon drauf eingestellt, dass der Opi zurückkeift, aber er hat nur geknurrt und ist brav mit uns mitgelaufen.

    Jack hatte kurz diesen dunklen Blick, den er an sich hat, wenn oben kurzzeitig die Lichter aus sind, aber hat sich durch die Situation führen lassen und als er wieder da war, auch zu mir geschaut, ob ich was Leckeres für ihn hab. Eigentlich für viele Hunde nicht der Rede wert, war es für mich ein Erfolgserlebnis, weil keiner gebellt hat und niemand um sich geschnappt.

    Außerdem ist mir aufgefallen, dass Jack inzwischen wenn er was sieht, was seiner Aufmerksamkeit wert ist (meist Menschen oder Hunde), er stehen bleibt, guckt und dann inzwischen kurz zu mir schaut, was ich dazu sage. Das finde ich schön, so kann ich ihm sagen, dass es okay ist oder wir weitergehen oder was er tun soll.


    Beim Gassi ist er ein kleiner Wirbelwind, aber zu Hause ist er inzwischen die meiste Zeit des Tages am Schlafen. Seine EPI scheint sich auch insoweit zu bessern, dass er keine Beschwerden mehr hat und die Enzyme gut verträgt. Die Futterumstellung auf Insektenfutter ist ihm auch sehr zugute gekommen, er wirkt ausgeglichener, fröhlicher, ist zu Hause ruhiger und muss weniger Haufen absetzen. Er ist nicht mehr so extrem dünn und sein Fell (gestern frisch gewaschen :herzen1: ) glänzt und der ganze Hund riecht himmlisch :smiling_face_with_hearts:

    Allmählich erahnt man manchmal ein Fitzelchen weit den (erwachsenen, souveränen) Hund, der in ihm drin stecken könnte, auch wenn zu 99% der Kasper in ihm zum Ausdruck kommt. Er ist für jeden Blödsinn zu haben, lässt sich geduldig kämmen, wenn es sein muss, von den Kindern aber auch zum Spielen animieren, lässt freundlicherweise ausdauernd mit sich kuscheln, sucht mit Hingabe versteckte Kuscheltiere und macht jeden Unsinn mit.

    Ich freue mich schon aufs kommende Jahr, wenn wir wieder Kurse belegen können oder vielleicht sogar im Verein mittrainieren dürfen. Einzig Besuch bekommen ist und bleibt ein Thema mit Jack, das wir aber umständehalber gerade nicht üben können und deshalb hintanstellen.

    Edit: Bild vergessen :ops:

    Spoiler anzeigen

    Ein Glück, dass das Hundefutter mit so reichlich Füllmaterial angeliefert wurde... so hatte unser Jungspund viel Spaß beim Kleinfitzeln... :laola:

    Externer Inhalt abload.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Angefangen hat alles an einem Abend im Herbst 2004. Auf Einladung des Verlegers Hubert Burda war ich nach München gereist, um an einem, wie es hieß, "ungezwungenen Austausch mit Intellektuellen" teilzunehmen. Nie zuvor hatte ich mich als "Intellektueller" wahrgenommen (ich habe BWL studiert und bin Unternehmer geworden - also das Gegenteil eines Intellektuellen), doch ich hatte zwei Romane veröffentlicht, und das genügte offenbar.

    Am Tisch saß Nassim Nicolas Taleb, damals ein obskurer Wall-Street-Trader mit Hang zur Philosophie. Ich wurde ihm vorgestellt als Kenner der englischen und schottischen Aufklärung - speziell David Hume. Man hatte mich ganz offensichtlich verwechselt.

    Rolf Dobelli, Die Kunst des klaren Denkens