Beiträge von DerFrechdax

    Puh, 13 Seiten durch :sweet:

    Ich glaube, dass nicht das Gassigehen das ist, was den Hund überfordert, wenn er denn überfordert ist.

    Sondern die allgemeine Wohnsituation, gewisse Defizite, fehlende Strategien des Hundes und des Halters, diese zu kompensieren oder auch Krankheiten (unsere TÄ erzählte mir zb dass es immer mehr Tiere gibt mit Bauchspeicheldrüsen- oder Schilddrüsenproblematiken, das wirkt sich zb auch aufs Verhalten aus).

    Ich lese gerade von Patricia McDonell "Das andere Ende der Leine" (hab ich übrigens hier im DF aufgeschnappt, den Tipp, merci vielmals) und mir ist noch nie so sehr bewusst gewesen, was wir alles von unseren Hunden verlangen. Wir kommunizieren in einem verrückten Kauderwelsch aus Sprachlauten, die sich ständig verändern und erwarten aber die "richtige" Reaktion unseres Hundes darauf, wir agieren körpersprachlich auf einem Niveau, dass auch der gutmütigste Hund geneigt ist, uns einen Vogel zeigen zu wollen und die Männer mit den weißen Jacken zu rufen. Unsere Hunde sind ständig damit beschäftigt, zu erspüren, was wir denn jetzt eigentlich wirklich von ihnen wollen.

    Wenn ich jetzt noch daran denke, wie viele Menschen sich einen Hund holen, ohne wirklich Ahnung von Hunden zu haben, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass diese Hunde schon durch ihren Alltag zwischen Homeoffice, Homeschooling, Kinderbesuch und Gästen im Haus, Treffen von fremden Hunden in Hundeausläufen (weil der Hund braucht ja Sozialkontakte) und der Unkenntnis ihrer Halter, wieviel Ruhe ein Hund braucht, um wirklich gesund zu bleiben, ihre Nerven aufreiben.

    Und dann kann es schon zuviel sein, wenn sie noch stundenlange Spaziergänge machen, wo nochmal Reize, Gerüche und allerlei Interessantes auf sie einprasselt.


    Ich hab mit Jack auch einen Hund hier, den ich eng führen und begrenzen muss. Okay, natürlich ist er ein Junghund, er ist ein Terrier, er ist ein Rüde, der gerade ein Hormonhoch hat, und er bombt sich regelmäßig mit Pipilecken, Festschnüffeln, alle 2 Sekunden das Bein heben und entweder stehen oder fullspeed rennen sein Hirn weg. Ich muss da wirklich gerade viel regulieren, und ich frage mich, ob es je anders wird. Ich hatte außer den Podenco vor Jahren noch nie einen Hund, der so von 0 auf 180 war (Ich liebe ihn trotzdem, falls er das liest :smiling_face_with_hearts: ).

    Der Clou ist, je weniger Reizen er ausgesetzt ist, umso schlechter kann er damit umgehen. Ich gehe inzwischen etwas früher als sonst Gassi, deshalb treffen wir weniger Hunde oder Passanten als sonst. Also ist aktuell jeder fremde Hund oder Mensch ein hibbeliges Aufputschen seinerseits wert. Als wir noch jede Woche Hundeschule hatten, war das Meilen besser.

    Vielleicht hängt all das aber auch zusammen mit seiner Erkrankung, wäre möglich laut TÄ. Wir starten jetzt eine Art Physiotherapie wo Triggerpunkte behandelt werden und der Hund so Entspannung lernen soll. Mal sehen, ob es was bringt. Zuhause schläft er sehr viel und ich achte darauf, dass er mich nicht verfolgt, nicht wacht etc., da würde er sich nämlich auch gern abschießen.


    Lange Rede, kurzer Sinn, jeder Hund ist anders, und ich glaube die allgemeine Situation, in der Hunde heute leben müssen, hat sich generell gesprochen nicht unbedingt zum Guten oder Artgerechten verbessert. Heute holt sich jeder Kreti und Pleti ohne Hundeerfahrung einen Siberian Husky oder einen Akita oder eine Mali und hat keine Ahnung, was der Hund wirklich braucht.

    Früher waren die Hunde am Dorf viel draußen, hatten ihren Job, ihre Ruhe und fertig. Ich will da zwar auch nicht wieder hin zurück, aber sich das bewusst zu machen, was wir heute in der "modernen" Welt von unseren Hunden alles verlangen, ist sicher nicht verkehrt, bevor wir ihnen das Ettikett "da stimmt was nicht, das ist doch nicht normal, etc pp" verpassen.


    Flammendes Plädoyer Ende.

    :sweet:   :lol:

    Zum Glück bin ich auch jemand, der in Extremsituationen erstmal ruhig funktioniert und dann hinterher als heulendes Elend zusammenklappt :ugly:

    In einer echten Massenkarambolage würde ich wohl erstmal im Auto bleiben, je nachdem natürlich, wo ich zum Stehen komme :denker: Aber wenn der nächste mein Auto auf ein anderes schiebt, meine ich, dass ich und die Hunde sicherer sind in der Fahrgastzelle als wenn wir zwischen den verunfallten Autos herumlaufen und vielleicht irgendwo dazwischen geraten und zerdrückt werden.

    Wenn dann alles ruhig wird und der Unfall also fertig erfolgt ist sozusagen, würde ich glaub ich auch erstmal gucken, wo ich helfen kann, wenn ich selbst unversehrt bin, dazu würde ich meine Hunde weiter im Auto lassen. Läuft allerdings Sprit aus oder qualmt was, würde ich sie rausholen und wo festbinden.

    Und mein erster Anruf wäre ein Notruf, der zweite gälte meinem Mann... der lässt alles stehen und liegen, wenn man ihn braucht, und er würde alles in Bewegung setzen, um mich und die Hunde abzuholen und in Sicherheit zu bringen.


    Die Situation im Eingangspost tut mir sehr sehr leid. Unfall mit Kindern oder Hund drin, ach was, Unfälle allgemein sind immer schlimm und wenn Menschen oder Tiere dabei zu Schaden kommen tut mir das in der Seele weh.

    Bin doch nicht sauer! Wenn dann auf diese dummen Umstände, aber doch nicht auf Dich! :smiling_face_with_hearts:

    Öl wollte ich zugeben weil sie NIEMALS die ganze Portion aufessen wird, die ich ihr nun pro Tag ausgerechnet und gekocht habe und weil sie doch ein wenig zunehmen sollte! Sie ist soo dünn :face_with_rolling_eyes:

    Okay, dann bin ich erleichtert :smiling_face:


    Öl ist zb bei EPI ganz schlecht, weil es nicht aufgespalten werden kann wegen der fehlenden Enzyme.

    Das heißt natürlich nicht, dass dein Hund das hat, aber guck mal, ob dein Hund Öl wirklich gut verträgt. Wenn du das Gefühl hast, eher nicht, dann lass es lieber (für den Moment) weg.

    Ein Freund meines Mannes mit zwei damals halbwüchsigen Kindern hat uns eine Anekdote erzählt, er war mit dem Auto im strömenden Regen unterwegs, stand an einer Ampel und sah an der Fußgängerampel die Freundin der Tochter stehen. Also kurbelt er das Fenster runter und rief ihr zu, ob sie einsteigen wolle. Sie lehnte ab, er zuckte mit den Schultern, kurbelt das Fenster wieder hoch und vergaß die Situation.

    Ein paar Tage später unterhielt sich seine Frau mit der Mutter der Freundin der Tochter. Die Mutter erzähle ihr dann ganz aufgelöst, dass ihre Tochter von einem Mann aus dem Auto heraus angesprochen worden war und er wollte, dass sie zu ihm ins Auto steigt. Die Familie machte sich sehr große Sorgen. Darauf konnte die Ehefrau alles aufklären, aber seitdem ist der Freund meines Mannes nach seinen Worten noch vorsichtiger, was den Umgang mit Frauen angeht.


    Und das finde ich total toll, es gibt ganz viele Männer, die nehmen Rücksicht auf die Ängste und Befürchtungen von Frauen und verhalten sich absichtlich defensiv und ehrlich freundlich, hocken nicht in dunklen Ecken oder schleichen Frauen hinterher, sondern grüßen laut, winken oder machen sich bemerkbar ( ein Jogger erst gestern von hinter uns: "Achtung, nicht erschrecken!" - Wir und die geführten Pferde haben uns natürlich trotzdem erschrocken xD ).

    Sind Männer in einer Gruppe unterwegs und kommen mir entgegen, gibt es das ganz oft, dass sie sich plötzlich hintereinander einreihen, so dass zwischen uns viel Platz ist, anstatt, wie es auch leider manchmal vorkommt, die ganze Straße/den ganzen Weg einzunehmen und ich darf mich dann am äußersten Eck vorbeidrücken.

    Es gibt sehr viele Männer, die gucken mich freundlich an, grüßen und gehen ihres Weges, und einige wenige Kanaillen, die haben ein Glitzern in den Augen, gucken mich oder meine Tochter anzüglich an, grinsen debil, pfeifen oder rufen uns was nach, und denen möchte ich einfach nur eine runterhauen, weil ich das so respektlos finde.


    Mir ist als gerade 18jährige auch etwas passiert, was mich geprägt hat. Ich habe nachts Zeitungen ausgetragen, und in einem dunklen Stichweg hat mich ein Mann angesprochen. Weil ich ihn für einen Anwohner gehalten habe, der nur seine Zeitung haben möchte, bin ich auch noch zu ihm hingegangen und hab mich zu ihm gebeugt, weil ich ihn nicht verstanden hatte. Da packt er mich und greift mir einfach zwischen die Beine :shocked:

    Und das hat in mir in dem Moment eine Wut aufkommen lassen, die war unbeschreiblich, so dass ich mich mit einem Ruck losgerissen habe, zurückgesprungen bin und zu ihm leise zischend gesagt habe "Nehmen Sie Ihre Finger weg! Ich schrei die ganze Nachbarschaft zusammen!" (Ja, mein Wortlaut hat sich für immer in meinem Gedächtnis eingebrannt und ja, ich hab den gesiezt, damit jeder weiß, dass ich den nicht kenne )

    In dem Moment hat er sich umgedreht und ist weggerannt.

    Seitdem ist mir das immer sehr wichtig, dass Männer die Grenzen, die ich ziehe, respektieren, und ich bin mega empfindlich, wenn ich merke, da hat jemand einen gewissen Blick drauf. Es gibt Menschen, die sind in meinen Augen nicht ganz koscher, und die halte ich auf Distanz, und es gibt Situationen, denen gehe ich aus dem Weg. Das ist einfach ein Bauchgefühl tief drin.

    Hunde, die Giardien haben, haben nicht zwingend die ganze Zeit schrecklichen Durchfall. Es gibt auch Hunde, die haben immer mal wieder matschigen gelben Kot, Schleimbeimengungen, diffuse Beschwerden, dann wieder ne Zeit nichts, dann wieder doch... und der Test ist dann positiv.

    Giardien setzen sich gern mal oben drauf, wenn ein Hund eh schon kränkelt. Ich würde auch auf EPI untersuchen lassen, das war unsere Diagnose nach Giardienbefällen beim Jungspund. Das Blut war okay und der Elastasewert aus dem Kot im Keller.

    Meine Vermutung ist, dass das alles zusammenhängt: die hibbelige Art, das Unvermögen, Reize gut zu verarbeiten und/oder auszublenden, matschiger Kot, besonders vielleicht bei Aufregung, Magenprobleme durch den permanenten inneren Stress.


    Und, dass man selbst zu helikoptern beginnt, wenn der Hund irgendwie nicht mehr auf die Füße kommt, ist doch ein Stück weit normal, möchte ich meinen.

    Bei unserer TÄ kann man Kot, der über 3 Tage gesammelt wurde, in der Kottüte abgeben, dort wird er portioniert und eingeschickt. Das Ergebnis habe ich nach 2-3 Tagen per Telefon, und dann wird auch gleich telefonisch ein Behandlungsplan gemeinsam erarbeitet.

    Was habt ihr denn bisher jetzt umgesetzt? Habt ihr schon mal mit Morosuppe jetzt probiert? Das hilft sehr gut als Erste Hilfe und finde ich sehr wertvoll. Haferschleim? Oder Slippery Elm? Guckt den Faden nochmal durch, es wurden schon viele Tipps gegeben, wie ihr eurem Hund helfen könnt.

    Gute Besserung!

    Meines Wissens her kann man vom Kot aber "nur" auf Probleme im Darm schliessen, oder? Magen muss also gesondert untersucht werden

    Man kann im Kot Rückschlüsse ziehen auf Bauchspeicheldrüse, auf Parasiten wie Würmer, Giardien oder auch Bakterien. Ist da alles okay, würde ich ein Blutbild machen lassen.

    Guck mal, hier ist ein Link mit Tipps, was man selbst tun kann: https://leswauz.com/2019/01/31/aku…er-gesund-wird/

    Ich habe bei Jack auch schon gekochtes Ulmenrindengelee (Slippery elm) gegeben, eine halbe Stunde vor Fütterung, einfach mit der Spritze ins Maul. Heilerde ist eine gute Idee, und was Jack noch besser als Morosuppe verträgt, wenn ihm schlecht ist, ist Haferschleim mit einem Löffelchen seines Nassfutters. 100g Haferflocken auf 500ml Wasser, Prise Salz dazu, koche ich schön zu Brei.


    Ich würde also zuerst Parasiten ausschließen (Kot)

    Dann auch gleich Blut untersuchen lassen

    Schonkost füttern und dann überlegen, wie es futtertechnisch weitergehen soll (in Absprache mit dem TA).

    Irgendwas stimmt nicht, vielleicht verträgt sie auch einfach das Futter nicht. Da muss man manchmal etwas herumprobieten, was dem Hund gut tut und was vertragen wird.

    Was Jack akut sehr hilft, ist Gentiana Magen Gobuli velati von Wala. Hat uns die TÄ mitgegeben und bekommt er akut 2x täglich 5 Globuli.