Beiträge von DerFrechdax

    Wir haben heute Essen bestellt, Mann und Sohn haben sich ein Schäufele mit Kloß und Salat geteilt, Tochter hatte einen Burger mit homemade Fries, und ich hatte Perlhuhn mit einer Bowl aus Wintergemüse, Hirse und schwarzen Bohnen mit Tomatensauce

    Zum Kaffee gab es einen gedeckten Apfelkuchen

    So unfair. Hier kann man kein Schäufele bestellen. Blööööööd ;)

    Zum Trost hier das Rezept zum Selberkochen :hugging_face:

    https://fraenkische-rezepte.com/rezepte/fraenkisches-schaeufele/

    Wenn ich mir vorstelle, dass meine mit neuen Monaten stundenlang an der Leine die Füße hätten still halten sollen - das wäre ohne Aufreger schon über deren Limit gegangen. Mit Aufreger? Undenkbar. Vielleicht fünf bis zehn Minuten. Mehr nicht, dann raus aus der Situation und schlafen.

    Das kommt auch wieder auf den Hund an. Wenn der Hund sich im anderen Raum oder hinter dem Türgitter mehr aufregt als angeleint zu meinen Füßen, dann wähle ich für den akuten Fall die Variante, wo mein Hund erstmal den wenigsten Stress hat. Und baue das andere im Rahmen von Training dann natürlich trotzdem langsam auf.

    7.1. Du bist ein Glückskind, Warum oder warum nicht?

    Gerade empfinde ich mein Leben als extrem privilegiert reich. Meine Familie ist gesund, wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, ich darf reiten, habe Hunde, einen tollen Mann, wundervolle Kinder, es geht uns unfassbar gut.


    8.1. Welchen Ohrwurm hast du gerade?

    Hab mir das Hirn zermartert, aber gerade aktuell gar keinen.

    9.1. War heute ein typischer Tag? Warum oder warum nicht?

    Nein, weil heute seit September das erste Mal wieder Besuch da war. Es war toll und davon werde ich die ganze Woche zehren.

    Das hat dann auch nichts mit rationaler Vernunft zu tun, das ist ein Gefühl ganz tief drinnen, und man tut gut daran, auf dieses Bauchgefühl zu hören, auch um seiner selbst willen.

    Ich finde das rational sehr vernünftig Angst zu haben wenn man in einer potentiell bedrohlichen Situation ist in der man eindeutig den Kürzeren ziehen würde.

    Wäre es ein Wolf oder ein Wildschwein oder sowas würde auch niemand versuchen diese Angst wegzurationalisieren und dort ist die Wahrscheinlichkeit, dass nichts passiert auch höher als andersrum.

    Stimme ich dir voll zu! Ich hab das deshalb geschrieben, weil rational gesehen ein Mann genauso das Recht hat, sich im Wald aufzuhalten, wie ich selbst es habe. Er hat genauso das Recht, Armyhosen und einen schwarzen Hoody zu tragen, er hat das Recht, zufällig hinter mir zu laufen. Kann ja alles auch wirklich Zufall sein.

    Wenn aber mein Bauchgefühl schreit, bloß weg hier, auch wenn der Verstand sagt, der läuft da doch nur, dann sollte man genau das tun, was der Bauch sagt, nämlich abhauen.

    Das hat auch mit Selbstachtung zu tun, Wir hören viel zu selten auf unsere innere Stimme. Die hat, so meine Erfahrung, häufig recht.

    DerFrechdax : Okay, das würde bedeuten, dass sie sich bei Besuch auch über 3-4h nicht frei bewegen darf. Wenn es hilft, dann gut. Euer Beispiel im Spoiler ist sehr aufschlussreich.

    Es ist einfach krass, wie viel man anpassen / ändern / beachten muss. Ich kenne niemanden in meinem Umfeld, der sich nur halb so viele Gedanken / Mühen macht um seinen Hund. Die sind alle frei und bellen / springen den Besuch an. Nur zwickt niemand von denen in die Kleider. Da dachte ich, das müsse halt einfach so problemlos laufen und hab wohl zu viel von ihr / uns erwartet :thinking_face:

    Das ist jetzt auch mein erster Hund, der so drauf ist :partying_face: Wir sind auch noch am gucken, was geht, was geht nicht. Die anderen auch teils sehr großen Hunde davor hatten alle (ist mein achter eigener Hund) kein Thema mit Menschen, wurden zwar auch weggeschickt, wenn sie sich aufgedrängt haben, aber durften auch auf Aufforderung mal hin und sich streicheln lassen und haben Besuch größtenteils ignoriert.


    Wenn ich das jetzt so eng manage, dann heißt das nicht, dass ich das die nächsten 10 Jahre so machen muss. Es kann ja sein, dass unser Hund sich irgendwann gewöhnt, vielleicht, wenn die Pandemie vorbei ist, bekommen wir auch wieder öfter Besuch, so dass es für Jack irgendwann normal wird, dass fremde Leute durch unser Haus latschen.

    Es geht mir momentan einzig darum, dem Hund zu helfen, sich zu entspannen, wenn Besuch da ist. Und wenn er das nur angeleint neben mir im Donut liegend kann, dann liegt er halt ne Weile im Donut an der Leine. Wenn er irgendwann auch entspannen kann, wenn er frei im Raum liegen darf, dann soll mir das auch recht sein. Aber solange er aufspringt und knurrt, wenn Besuch die Toilette aufsuchen möchte, geht das halt noch nicht. Was nicht heißt, dass er das nie können wird.

    Verstehst, wie ich mein? Wenn der Hund jetzt aber jedesmal entspannt, wenn Besuch da ist, wird er diese Situationen äußerst positiv verknüpfen. So bekomme ich einen Fuß in die Tür und kann darauf aufbauen. Irgendwann kann Besuch mal ein Leckerli werfen für unseren Hund, oder letztens konnte eine Bekannte, die mich beim Gassi begleitet hat, ihm ein Leckerli aus der Hand füttern, ganz easy und entspannt.

    So generiere ich viele positive Erlebnisse, die dem Hund helfen, sich nicht mehr so hineinzusteigern und je nachdem, was sein Thema ist, es zu lösen.

    Zur Urangst: Sehr viele Frauen haben Mütter, Großmütter oder Urgroßmütter, die besonders in der Nachkriegszeit schlimme Erfahrungen gemacht haben mit Soldaten. Kaum eine Frau ist damals nicht vergewaltigt worden, oft sogar sehr viel öfter als einmal und über längere Zeit. Das hat mit den Frauen was gemacht, es hat eine ganze Kaskade an Gefühlen hervorgerufen, die weggedrückt werden mussten, weil man damals mit niemandem darüber reden konnte. Vieles wurde nur mit Galgenhumor ertragen. Die eigenen Männer oder Väter waren weit weg, und die Männer, die da waren (alte oder kranke), haben die Frauen damals sehr oft nicht geschützt.

    Das wurde laut einigen Wissenschaftlern epigenetisch weitergegeben, so dass sehr sehr viele Frauen ein sehr feines inneres Alarmsystem haben, und das Vertrauen in fremde Männer, die einem in Situationen, wo man ausgeliefert ist, im Wald oder irgendwo in der Einsamkeit, begegnen, häufig quasi nicht vorhanden ist.

    Als Frau kannst du gegen einen entschlossenen Mann kaum etwas ausrichten, das ist einfach so, deshalb gehe ich auch Umwege oder weiche aus, drehe um oder habe zumindest ein schlechtes Gefühl, wenn da ein komischer Kerl im Wald allein herumlungert. Ich gehe auch nicht im Dunkeln Gassi und meine Freundin und ich begleiten uns immer gegenseitig zum Auto, da läuft keine allein durch die Dunkelheit spätabends.

    Ich glaube also nicht, dass das nur mit den Medien zu tun hat und den vielen Krimis, sondern zumindest bei einigen ererbte Traumata sein können. Das hat dann auch nichts mit rationaler Vernunft zu tun, das ist ein Gefühl ganz tief drinnen, und man tut gut daran, auf dieses Bauchgefühl zu hören, auch um seiner selbst willen.


    ( :klugscheisser: -Modus off)

    Sie will nur halt unbedingt hin. Selbst wenn der Besuch 3h bei uns ist und dann mal vom Tisch aufsteht, rennt sie wieder hin (obwohl sie sich vorher beruhigt hatte und z.B. schlief) und springt hoch, schnappt nach Kleidern etc. Offenbar gibt es für Madame nun eine Nulldiät, d.h. auch über längeren Zeitraum keinerlei Hallosagen / Aufmerksamkeiten vom Besuch. Es wird nur unheimlich schwierig, das meinen Besuchern zu verklickern und es ist einfach extrem anstrengend. Besuch steht auf und geht aufs WC? Dorlie springt wieder hin. Besuch schaut sie nach 2h zufällig an? Dorlie springt an Besuch hoch und schnappt in Bluse. Nulldiät scheint offenbar die einzige Möglichkeit, das Schnappen abzustellen? Hat eine Hausleine dran.

    Draussen dasselbe: Leute wollen sie streicheln oder schauen sie lange an / sprechen sie an. Das kann ich ja nicht verhindern! Nur: Wie gehe ich denn damit um, dass sie nach einer Ansprache durch Fremde AUSFLIPPT?

    Zu obigem, was ich fett angemerkt hatte, dein Hund hat offensichtlich bei Besuch die Freiheit, sich frei im Raum zu bewegen. Die Motivation, warum der Besuch bedrängt und angesprungen und geknapst wird, ist mir ohne die Situation selbst zu sehen leider unklar, aber wichtig ist mMn, so zu managen, dass dein Hund nicht hin kann zu den Besuchern.

    Stell dir vor, Dorlie wäre kein süßer Pudel, sondern, sagen wir mal ein Schäferhundrüde, oder ein Bernhardiner. Da würde allen Beteiligten ganz schnell das Lachen vergehen, wenn jede Bewegung des Besuchs dazu führt, dass er angegangen wird.

    Ich vermute auch keine positive Motivation (wie etwa Aufmerksamkeit zu erreichen oder spielen zu wollen oder gestreichelt zu werden), sondern eine eher gehemmte Art, zu sagen dass der Besuch da weg soll. Und da muss ganz klar der Besitzer dem Hund Grenzen setzen. Ob die jetzt so aussehen dass der Hund an seinem Hundeplatz angebunden wird, ein Türgitter den Hund trennt oder er an der Leine neben deinem Stuhl im Kommando "Platz" liegt, ist sekundär. Wichtig ist, dass der Hund deinem Besuch nicht in den Klamotten hängt und auf die Bewegungen des Besuchs nicht reagiert.


    Beispiel von uns heute:

    Spoiler anzeigen

    Unser Jungspund mag von klein an keine fremden Menschen. Woher das kommt, keine Ahnung, er ist ein recht hibbeliger, unsicherer Hund, und durch Corona und weil wir wirklich sehr auf Isolation achten, ist hier momentan kaum Besuch da, sprich, er kennt das seit Welpe an eher weniger.

    Ist jetzt halt so, unser zweiter, alter Hund ist da wiederum total entspannt, wenn der Besuch mal herinnen ist, der bellt nur, wenn es klingelt.

    Jack dagegen, den muss man wirklich anleiten, und da überlasse ich nichts dem Zufall.

    Sprich, der Besuch kommt rein, beide Hunde gehen derweil in ihre Boxen/Kennel, ein Türgitter trennt sie zusätzlich von den ankommenden Menschen. Sie bekommen was zu knabbern bzw Jack eine Schleckmatte mit Futter, ich unterbinde bellen sehr konsequent, und irgendwann hat der Besuch auch mal Schuhe aus, Jacken abgelegt und sitzt, es kehrt also Ruhe ein.

    Dann darf Sammy, der unkomplizierte Hund zum Besuch. Der lässt sich also streicheln, läuft entspannt einmal herum und legt sich dann unter den Tisch oder neben mich.

    Wenn Jack soweit entspannt ist, dass er auch liegt hinter seinem Türgitter im Hausflur, mit Kopf auch abgelegt, dann hole ich ihn an der Leine am Geschirr zu uns, und er legt sich direkt neben mich, wo ich seinen Kuscheldonut platziert habe. Die Leine mach ich neben mir fest oder sitze drauf, zusätzlich ist der Hund mit Kommando "Platz" dort festgenagelt, wo ich ihn ablege.

    Zwischendurch waren wir mit Besuch dann Gassi, da wurde von mir jede freundliche Kontaktaufnahme wie Schnüffeln gelobt, Ansätze von anspringen oder an den Ärmeln knabbern wollen aber sofort deutlich unterbunden. Danach wurde der Jungspund wieder neben mir platziert, mit Leine bei mir festgemacht.

    Ich habe auch schon vor einer Weile mal probiert, Jack freizulassen im Wohnzimmer, dann legt er sich aber strategisch hin und "bewacht" den Besuch, und jedes Aufstehen wird mit Knurren kommentiert. Geht natürlich nicht, also liegt der Hund bei mir in seinem Donut, wo ich ihn kontrollieren kann. Dort muss er auch liegen bleiben, wenn ich aufstehe und zb den Tisch abräume. Dann bekommt er das Kommando "Platz" und zusätzlich "Bleib". Beide Kommandos haben wir im Junghundekurs miteinander sehr ausführlich aufgebaut. Besuch wird nicht angeknurrt und nicht bewacht oder eingegrenzt, der geht ihn einfach nichts an, da kümmere ich mich drum, nicht er.

    So geregelt war es heute bei uns ein sehr schöner Besuch, Jack lag wirklich nur herum und hat tatsächlich tief geschlafen, das Beste, was mir heute passieren konnte.


    Zum Ansprechen durch Leute, da hilft auch, wenn man körpersprachlich agiert. Also, euch kommen Passanten entgegen. Du nimmst den Hund schon ran bzw rufst ihn zu dir und der Hund läuft abgewandt auf der Seite, wo die Leute nicht sind. Sprechen Sie euch an, gibst du eine kurze freundliche Antwort und gehst einfach weiter. Manchmal muss man stehenbleiben, oder man will selbst auch ein bisschen plauschen. Dann steht der Hund abgewandt, und ich habe ein Bein ausgestellt vor ihm. So ist der Hund auch gleich vor Übergriffen geschützt, weil dazwischen ja noch ich stehe.

    Man kann auch den Hund ins Sitz befehlen und dann Leckerli geben, während man mit den Leuten quatscht. Wichtig ist, dass der Hund mit jeder Menschenbegegnung lernt, dass er sich auf dich konzentrieren soll und die fremden Menschen ihn nichts angehen. Das ist einfach Gesetz, und da gibt's auch keine Ausnahmen. Das wird deinem Hund irgendwann Sicherheit geben, weil niemand Fremdes sie antatscht und sie einfach gar nicht gefragt ist. Da kann sie genausogut Hundedinge tun wie in der Gegend herumschauen und warten, bis es weitergeht oder schnüffeln gehen, je nachdem, was du ihr erlaubst.


    Ich glaube, was ich so herauslesen, braucht dein Hund einfach viel mehr und konsequenter Anleitung, um durch Situationen, die sie stressen, zuverlässig von dir hindurchgeführt zu werden.

    Guck mal, hier Vorschläge von Idealo:

    https://www.idealo.de/preisvergleich…?cmpReload=true

    Wir haben den Hausflur abgetrennt vom Wohnzimmer mit so einem Kindergitter. Die kannst du mit einer Hand öffnen, sie können durch eine Feder auch offen stehenbleiben und ansonsten fallen sie automatisch zu, wenn man das möchte. Die Tür lässt sich normal schließen, und bohren muss man auch nicht.

    Ideal, damit der Hund nicht komplett "eingesperrt" ist. Ich habe das anfangs in der Welpenzeit oft genutzt, wenn ich wollte, dass Welpi runterfährt und ne Runde schläft. Habe ihn dort hinein, habe ihn entweder auf den Platz geschickt oder hinlegen lassen und dann abgewandt und meine Sachen gemacht, ohne ihn zu beachten. Recht schnell hat Welpi gelernt, dass er dann auch genausogut schlafen kann, weil nix weiter passiert. Irgendwann hab ich dann wieder aufgemacht, bevor er angefangen hat zu jammern oder zu quietschen.